Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen

Einführung und Überblick zur Vorgehensweise, zentralen Erkenntnissen und studentischen Beiträge einer Lehrforschung zum Flüchtlingsengagement

Bürgerschaftliches Engagement zählt als grundlegend für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und als Motor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. So ist es kaum verwunderlich, dass dem Engagement in der Flüchtlingshilfe zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. Aumüller et al. 2015; Biesenkamp und Daphi 2015; Fleischmann 2016; Hamann et al. 2016; Han-Broich 2015; Netzwerk Flüchtlingsforschung; Speth und Becker 2016). Das Engagement von und für Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund soll einen entscheidenden Beitrag zur Integration der neu ankommenden Personen leisten. U.a. werden sozialintegrative Effekte, politische Teilhabe, Solidarität, oder interkulturelle Bildung mit Flüchtlingsengagement in Verbindung gebracht. Dabei stellt sich nicht nur die Frage der Auswirkungen und Effekte von Engagement, sondern zunächst viel grundlegender die Frage nach den Formen und Funktionsweisen dieses Engagements. Denn obwohl die Engagementforschung ein etabliertes Forschungsfeld ist, so stellt die aktuelle Entwicklung in den Migrations-und Fluchtbewegungen die Wissenschaft vor die Herausforderung, Fragen nach den Binde- sowie Fliehkräften der Gesellschaft neu zu diskutieren. Dieses Projekt nähert sich dem Thema, indem wir Formen, Wirkungsweisen und Relevanz von Flüchtlingsengagement in verschiedenen Themenfeldern bearbeitet haben. Die Forschung fand in Form eines Lehrforschungsprojekt „Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen“, welches zwischen Frühjahr 2016 und Winter 2017 durchgeführt wurde, statt.

Das Projekt wurde aus der Perspektive einer Öffentlichkeitssoziologie umgesetzt (vgl. Burawoy 2005; 2015; Unzicker und Hessler 2012), welche den Austausch mit der Praxis und das gemeinsame erschließen von Wissen zwischen Studierenden, Wissenschaftler_Innen und Praktikern betont. Dieser Blog, auf dem Studierende, Wissenschaftler_Innen, Engagierte und Interessierte ihre Erkenntnisse und Einsichten präsentieren und diskutieren können, resultiert ebenfalls aus dem Gedanken heraus, dass gerade Lehrforschungsprojekte nicht nur im universitären Raum, sondern auch in der Öffentlichkeit stattfinden sollen.

Flüchtlingsengagement als neuer Forschungsbereich

Flüchtlingsengagement ist kein neues Phänomen. Bereits in früheren Migrations- und Fluchtwellen kam es immer wieder zu großen Hilfsaktionen. International zählt die Flüchtlingshilfe als ein globales Politikfeld, in dem Freiwillige eine wichtige Rolle einnehmen (vgl. Karakayali und Kleist 2015a; Gatrell 2015).

Allerdings lassen sich (zumindest für Deutschland) auch relevante Unterschiede zu früher feststellen. Interessant ist, dass zwar bereits zu Beginn der 1990er Jahren die Zahl der Asylgesuche und der Aussiedlerzahlen anstieg und Menschen gegen gewalttätige Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte protestierten, die damalige Helferstruktur jedoch kaum mit der heutigen vergleichbar ist (vgl. Speth/Becker 2016: 39). Das aktuelle Flüchtlingsengagement[i] ist von seinem Umfang und Ausmaß beispiellos in der jüngeren Geschichte Deutschlands. Ein Phänomen, das insbesondere im Sommer 2015, als eine große Anzahl von hilfsbedürftigen Geflüchteten die Einreise gestattet wurde, großen Zuwachs erhielt (vgl. Hamann o.J.). Das Engagement manifestiert sich sowohl in spontanen Hilfeleistungen, in der Gründung von neuen Initiativen und Vereinen, als auch in der Modifikation der Schwerpunkte bestehender Vereine und Großverbände. Damit äußert sich das Engagement nicht nur in kurzfristigen Hilfeleistungen, sondern Flüchtlingsengagement entsteht als eigener Engagementbereich. Mit der Institutionalisierung des Flüchtlingsengagements erschließen sich neue Handlungsfelder, die die bisherige Engagementinfrastruktur restrukturieren. Diese Entwicklungen sind jedoch bis jetzt wenig erforscht.

Die größte und wichtigste Studie zu bürgerschaftlichem Engagement in Deutschland ist der Freiwilligensurvey.[ii] Da jedoch das Flüchtlingsengagement nicht als einzelner Engagementbereich erhoben wird, war die Studie zur Ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit (EFA) von Karakayali und Kleist (vgl. 2015b: 11f.) aus dem Jahr 2015 die erste Studie zum Flüchtlingsengagement, die über die qualitative Untersuchung von Einzelfallbeispielen hinausging. Mit der sozialstrukturellen Zusammensetzung und den Motiven der Engagierten und Initiativen setzen sich auch Vey und Sauer (vgl. 2016) am Beispiel von Brandenburg und Mutz et al. (vgl. 2015) am Beispiel von München auseinander. In den Studien von Karakayali und Kleist sowie von Mutz et al. finden sich zudem Informationen zur zeitlichen und organisatorischen Ausgestaltung des Flüchtlingsengagements. Mit den politischen und verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Engagements sowie der Koordination und Kooperation der Akteure haben sich unter anderem Aumüller et al. (vgl. 2015), Bogumil et al. (vgl. o.J.), Speth und Becker (vgl. 2016) sowie Vey und Sauer (vgl. 2016) auseinandergesetzt.

Auch wenn die Datenlage bisher noch lückenhaft ist, lässt sich bereits erkennen, dass das Flüchtlingsengagement im Vergleich zu Engagement in anderen Bereichen besondere Merkmale aufzuweisen hat, die wir in den verschiedenen Beiträgen näher beleuchten. Dazu zählt, dass sich viele Personen im Rahmen von Helfergruppen außerhalb von etablierten Organisationen und Vereinen engagieren (Flicken fürs Sozialnetz; Studierende schaffen Raum für Begegnungen; Was kann Kultur an der Ruhr?) und dabei neue Formen der Koordination (Stichwort social media) miteinander sowie im Umgang mit Behörden erproben (Engagement für Geflüchtete in Bochum – Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive). Dazu zählt außerdem das Verschmelzen von sozialem und politischem Engagement (Die politische Dimension des Engagements), und dass Engagierte sich mitunter für mehrfach benachteiligten Gruppen, wie beispielweise geflüchteten Frauen (Den Arbeitsmarktzugang für geflüchtete Frauen ermöglichen!) oder Geflüchteten mit einem LSBTI-Hintergrund (LSBTI-Geflüchtete in Deutschland) einsetzen. Gleichzeitig bietet das Flüchtlingsengagement insbesondere Engagierten mit eigenen Flucht- bzw. Migrationserfahrungen, die Möglichkeit ihre Kultur- und Sprachkenntnisse einzubringen und zu vermitteln (Integration heißt Teilhabe). Zentral ist außerdem das Vorstoßen des Engagements in Bereiche, die genuin in andere institutionelle Verantwortungsbereiche fallen. Das umfasst Bildung, ebenso wie Arbeitsmarktintegration (Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten), Vormundschaften (Über die Arbeit von ehrenamtlichen Vormündern für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), psychologische Betreuung (Psychologische Betreuung Geflüchteter) oder medizinische Flüchtlingshilfe (Flicken fürs Sozialnetz). Das bringt gleichzeitig eine Reihe von neuen Spannungsverhältnissen mit Behörden und anderen Einrichtungen mit sich (Engagement für Geflüchtete in Bochum – Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive), welche durch das viel diskutierte Bürokratiechaos (Bogumil et al. o.J.) noch weiter verstärkt werden. Alle Beiträge beschäftigen sich in einer oder anderer Form mit den daraus resultierenden Problematiken, versuchen jedoch auch, Lösungsansätze zu formulieren.

Als nächstes erläutern wir das spezifische Projektformat, präsentieren die Struktur unserer Daten und fassen erste zentrale Erkenntnisse zusammen.

Lehrforschung als Teil öffentlicher Sozialforschung

Aus welchen Motiven und Beweggründen entscheiden sich Engagierte für die Aufnahme des Engagements? Welche Rolle spielt das Engagement im Lebensverlauf der Engagierten? Wie beschreiben die Engagierten das Verhältnis zwischen sozialem und politischem Engagement und inwiefern kommt es hier zu einer Grenzverschiebung? Wie wird das Engagement organisiert, welche neuen Organisationsformen entwickeln sich und wie gestaltet sich die Kooperation mit anderen Akteuren? Wie sieht die Beziehung zwischen Engagierten und Flüchtlingen aus?

Das Lehrforschungsprojekt hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Fragen zusammen mit einer Gruppe von Masterstudierenden für die Rhein-Ruhr Region mit besonderem Fokus auf den Raum Bochum zu beantworten. Dabei war dieses Projekt als   öffentliche Sozialforschung angelegt, also als eine Forschung nicht einfach nur über die Gesellschaft, sondern für und mit dieser Gesellschaft. Dafür erscheint das Themenfeld Flüchtlingsengagement besonders geeignet. Einige der Studierenden waren bereits vor dem Seminar selbst aktiv oder sind es im Verlauf geworden. Gleichzeitig sollten in der Lehre bisher wenig beachtete Formen der gegenseitigen Wissensproduktion von Studierenden und Praktikern zur Anwendung gebracht werden. Studierende sollten einerseits Impulse aus der Praxis mit in den Forschungsprozess einbeziehen und andererseits ihre Ergebnisse in die Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft zurückkommunizieren. Bürgerschaftliches Engagement wird von den Studierenden also nicht nur erforscht, sondern das darin enthaltene Problemlösungswissen und praktisch verwertbare Handlungswissen auch öffentlich zur Diskussion gestellt. Durch den dialogischen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis kann das Projekt auch einen eigenständigen theoretisch-analytischen Beitrag leisten und im direkten Austausch mit Engagierten neue bzw. alternative Vorstellungen über Engagement entwickeln. Bisher wird die Engagementforschung stark von quantitativen Surveys wie dem Freiwilligensurvey dominiert, in dem Engagement klar operationalisiert und definiert wird. Gerade aktuelle Entwicklungen im Bereich Flüchtlingsengagement, wie sie hier in den verschiedenen Beiträgen auch diskutiert werden, machen jedoch deutlich, dass die wissenschaftliche Operationalisierbarkeit der Praxis hinterherhinkt.

Datenerhebung des Projekts

Die Erkenntnisse der Studierenden basieren auf qualitativen Interviews mit Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Feld der Flüchtlingshilfe, von denen viele in der Stadt Bochum tätig sind. Dadurch, dass auch Hauptamtliche in die Untersuchung miteinbezogen wurden, geht das in der Lehrforschung generierte Wissen über die Sicht- und Handlungsweisen von Engagierten hinaus. Hauptamtliche können einem Einblick in Herausforderungen der Flüchtlingshilfe und Spezifika des Engagementfelds aus einer fachlichen „Expertensicht“ geben. Außerdem erlaubt ihr Wissen, einen vertieften Einblick in den Wandel von Organisationsstrukturen zu erlangen. Die qualitativen Interviews waren teilstandardisiert, indem im Rahmen des Forschungsmoduls ein gemeinsamer Leitfaden erstellt wurde, der in den einzelnen Gruppen um themenspezifische Fragen ergänzt wurde.

Im Leitfaden gab es je einen Frageblock zur individuellen und organisationalen Ebene, zu Interaktionen mit Behörden und anderen Organisationen sowie zu Verbesserungsvorschlägen. Die gemeinsamen Fragestellungen orientierten sich an den oben vorgestellten übergreifenden Fragestellungen des Seminars. Originalzitate aus den Interviews werden in den Beiträgen vorgestellt, wobei umgangssprachliche Fehler zu Gunsten der besseren Lesbarkeit berichtigt wurden. Alle Interviews wurden persönlich geführt, sie dauerten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Gelegentlich wurden weitere Nachfragen ergänzend per Telefon oder E-Mail gestellt.

Darüber hinaus wurden in einen quantitativen Fragebogen, der in Anlehnung an den Fragebogen der EFA-Studie erstellt wurde, Angaben zur Soziodemographie, zur zeitlichen und organisationalen Ausgestaltung der Tätigkeiten sowie zur Bewertung eventueller Kooperationen mit anderen Akteuren erhoben. Im nächsten Abschnitt werden daraus ein paar Daten vorgestellt, die auch dazu beitragen, unsere Grundgesamtheit zu veranschaulichen. Die Auswahl der Befragten war dabei nicht zufällig, sondern wurde je nach Themenschwerpunkt auf Basis qualitativer Kriterien vorgenommen. Damit sind diese Daten zwar nicht repräsentativ, allerdings haben wir mit insgesamt 70 Befragten aus verschiedenen Flüchtlingsengagementbereichen einen recht breiten Einblick in verschiedene Tätigkeitsfelder- und Organisationsformen in der Rhein-Ruhr Region bekommen. Insgesamt wurden als Teil des Projekts 70 qualitative Interviews durchgeführt (48 Ehrenamtliche und 22 Hauptamtliche) und 66 quantitative Fragebögen ausgefüllt (48 Ehrenamtliche und 18 Hauptamtliche).

Die Studierenden haben sich für die Datenerhebung in Gruppen zusammengeschlossen, die jeweils unterschiedliche Facetten der Flüchtlingshilfe untersucht und dazu auch den oben vorgestellten Leitfaden um themenspezifische Nachfragen ergänzt haben. Der oben dargestellte Forschungsstand wird so um Einblicke in die Besonderheiten verschiedener Engagementbereiche ergänzt. Hinzukommen Gastbeiträge von (Gast-)Wissenschaftler_Innen (Gastbeitrag zum Teilaspekt Engagement und Lebensverlauf, Gastbeitrag Engagement in der Geflüchtetenhilfe in Oberhausen) und Aktiven.

Im Weiteren geben wir einen kurzen Überblick über die quantitativen Daten, bevor wir Kernergebnisse entlang zentraler Erkenntnisdimensionen zusammenfassen.

Zusammensetzung der ehrenamtlich Engagierten in unserer Erhebung

Auch wenn in unserer eigenen Befragung auch die im Feld der Flüchtlingshilfe hauptamtlich Tätigen mit Hilfe des quantitativen Fragebogens befragt wurden, wird im Folgenden nur ein Überblick über die Zusammensetzung der Ehrenamtlichen gegeben. So kann eine Vergleichbarkeit mit anderen Studien, wie dem Freiwilligensurvey, der EFA-Studie (vgl. Karakayali/Kleist 2015b) und der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015) zum Flüchtlingsengagement in München, hergestellt werden, die nur für ehrenamtlich Engagierte[i], die ihre Tätigkeiten unentgeltlich durchführen, soziodemographische Angaben erhoben haben.

Geschlechterverteilung

Die Auswertung unserer quantitativen Erhebung zeigt, dass 58 % der befragten Engagierten weiblich und 42 % männlich sind und somit mehr Frauen befragt wurden. Die untenstehende Grafik verdeutlicht, dass sich auch unter den Befragten der EFA-Studie und der Studie von Mutz et al. mehr Frauen befinden. Besonders augenfällig ist der hohe Frauenanteil im Flüchtlingsengagement im Vergleich zu anderen Engagementbereichen. So engagierten sich über alle im Freiwilligensurvey erfassten Engagementbereiche hinweg betrachtet Frauen zu geringeren Anteilen als Männer. Auch wenn es in den letzten Jahren zu einer Annäherung der Engagementquoten gekommen ist, engagierten sich im Jahr 2014 nur 41,5 % aller befragten Frauen, während sich 45,7 % aller befragten Männer engagierten (Simonson et al. 2016b: 619; 2016c: 5).

Geschlechterverteilung Ehrenamtlicher in Prozent (%) im Vergleich

Quelle: Eigene Darstellung

Legende:

ALLBUS 2014: Variable Report (vgl. GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften: 82)

EFA-Studie: Studie zur Ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland (vgl. Karakayali/Kleist 2015b: 15)

EFM-Studie: Studie zur Ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in München (vgl. Mutz et al. 2015: 12).

Alterszusammensetzung

In Bezug auf das Alter der Befragten zeigt sich, dass mit 44 % ein hoher Anteil der Engagierten unserer Studie 20-39 Jahre alt ist. Das Ergebnis lässt sich zum einen damit erklären, dass die Studierenden, die die Daten erhoben haben, oftmals auf persönliche Kontakte, die häufig im eigenen Alter sind, zurückgegriffen haben. Zum anderen finden sich jedoch auch unter den Befragten der EFA-Studie ein hoher Anteil an Engagierten im jungen Erwachsenenalter (34,3 % sind zwischen 20 und 30 Jahren alt). In unserer eigenen Studie wie auch in der EFA-Studie (vgl. Karakayali/Kleist 2015b: 16) sind zudem fast ein Viertel der befragten Engagierten über 60 Jahre alt. In der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015: 12) ist die Altersverteilung hingegen relativ gleich verteilt. Die Autoren stellen jedoch heraus, dass insbesondere „Personen mittleren Alters, also zwischen Ende 20 und Anfang 50“ im Flüchtlingsengagement in München aktiv sind (ebd.). Damit decken sich die Münchener Ergebnisse weitgehend mit den Erkenntnissen des Freiwilligensurvey, in dem sich über fast alle Altersgruppen hinweg eine ähnlich hohe Engagementquote zeigt. Zu vergleichsweise geringeren Anteilen engagieren sich Personen, die 65 Jahre und älter sind (vgl. Simonson et al. 2016c: 5).

Ehrenamtliche nach Altersklassen in Prozent (%)

Quelle: eigene Darstellung

Bildungsabschluss und Lebenssituation

Trotz des hohen Anteils an 20-39-Jährigen in unserer Studie besitzen 67 % der befragten Personen (bereits) einen akademischen Abschluss. Auch in der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015: 13) und in der EFA-Studie (vgl. Karakayali/Kleist 2015b: 18) findet sich ein hoher Anteil an Befragten mit einer allgemeinen Hochschule bzw. Fachhochschulreife oder einem akademischen Titel. Anders als sich aus der Altersverteilung unserer eigenen Studie vielleicht erwarten lassen würde, ist der Anteil an erwerbstätigen Personen unter unseren Ehrenamtlichen mit 44 % jedoch relativ hoch. 21 % der befragten Engagierten sind SchülerInnen bzw. StudentInnen und 27 % befinden sich im Ruhestand. Auch hier kommt die EFA-Studie (ebd.: 16f.) zu einem sehr ähnlichen Ergebnis (22,9 % Studierende, 40 % Erwerbstätige, 19,7 % in Rente bzw. Pension). Das zeigt, dass, obwohl unsere Studie nicht auf einer repräsentativen Stichprobe beruht, unsere Befragten dennoch über sozialstrukturelle Merkmale verfügen, die sich auch in anderen Engagementbereichen wiederfinden.

Lebenssituation Ehrenamtlicher in Prozent (%)

Quelle: Eigene Darstellung

Politische Selbsteinordnung

Darüber hinaus wurde in unserer quantitativen Erhebung auch nach der politischen Selbsteinordnung der Ehrenamtlichen auf einer Skala von 1 (links) bis 10 (rechts) gefragt. Das Engagierte tendenziell eher links eingestellt sind, ist nicht verwunderlich. Interessant ist jedoch als wie links sich unsere Engagierten verstehen. 70,8 % der Befragten ordnen sich auf der Skala bis zur Zahl 3 ein (vgl. Darstellung unten). In der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage (ALLBUS) aus dem Jahr 2014 wählten 31,5 % der Befragten die 5 und ordneten sich somit in der politischen Mitte ein (vgl. GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: 234).

Politische Selbsteinordnung Ehrenamtlicher

Spektrum Absolut Prozentual (%)
1 (Links) 5 10,4
2 11 22,9
3 18 37,5
4 9 18,8
5 2 4,2
6 1 2,1
7 0 0
8 0 0
9 0 0
10 (rechts) 0 0
Keine Angabe 2 4,2
Gesamt 48 100

Quelle: eigene Darstellung

Organisationaler Rahmen des Engagements

Die Ergebnisse der Studie geben zudem über den organisationalen Rahmen des Engagements Aufschluss. Demnach geben 37,5 % der Engagierten an, Verbands-, Vereins-, Organisationsmitglied in der Organisation zu sein, für die sie ehrenamtlich tätig sind. Die häufigsten Organisationsformen, in denen sich unsere befragten Ehrenamtlichen engagieren, ist den Angaben zufolge (es waren Mehrfachantworten möglich) der Verein (41,7 %), eine Initiative oder ein Projekt (39,6 %) sowie eine selbstorganisierte Gruppe (29,2 %). 10,4 % der Befragten engagieren sich alleine, ohne eine Gruppe. Niemand der Befragten engagiert sich über eine Stiftung, Gewerkschaft oder Partei.

Verschiebungen in der Engagementtektonik – Flüchtlingsengagment als neuer Querschnittsbereich

Darüber hinaus fragten wir in unserer quantitativen Studie danach, wann die Befragten mit ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe begonnen haben. Nur 4,2 % der Befragten gaben an, sich seit den 1980er und 1990er Jahren im Flüchtlingsbereich zu engagieren. 25,2 % der Befragten begann sich zwischen 2000 und 2013 zu engagieren. Ein Großteil unserer Befragten gab jedoch an, im Jahr 2014 (16,7 % aller Befragten), 2015 (31,3 % aller Befragten) oder im zur Zeit der Befragung noch laufenden Jahr 2016 (20,8 %) mit dem Engagement für Flüchtlinge begonnen zu haben. 77,1 % der befragten Engagierten haben sich bereits vor dem Beginn ihres Flüchtlingsengagements in anderen Bereichen engagiert. Das könnte auf eine generelle Verschiebung von „alten“ zu „neuen“ Engagementbereichen hinweisen. Die qualitativen Interviews verweisen jedoch darauf, dass es weniger zu einer Verschiebung der Engagementtätigkeiten kommt, als zu einer Ausweitung des Engagementverständnisses und die Anwendung bestehender Erfahrungen auf neue Personengruppen. Dabei werden zunehmend auch mehrere Tätigkeiten gleichzeitig von Engagierten durchgeführt, was wir als Ausdifferenzierung des Engagements bezeichnen.

Ausdifferenzierung des Engagements

Die Ehrenamtlichen geben viele verschiedene Tätigkeitsfelder an, in denen sie sich engagieren. Am häufigsten genannt wurden die Bereiche Beratung/Betreuung (58,3 %), gesellschaftliche Teilhabe (52,1 %), Aktionen (43,8 %), Terminbegleitungen und Versorgungen (43,8 %) sowie Übersetzung/Dolmetscher (37,5 %). Darüber hinaus geben die Engagierten mit der Netzwerk- (35, 4 %) und der Öffentlichkeitsarbeit (29,2 %) zudem auch Tätigkeitsfelder an, die sich auf die organisatorische bzw. politische Ausgestaltung des Engagements und nicht auf direkte Hilfeleistungen beziehen.

 

Für Forschung zu bürgerschaftlichem Engagement im Allgemeinen lässt sich somit zunächst einmal festhalten, dass die bisherige Unterteilung nach Engagementbereichen wie sie im Freiwilligensurvey vorgenommen wird, unzureichend ist, um die Engagementbereiche im Flüchtlingsengagement abzudecken. Dies wird in den einzelnen Beiträgen vertieft. Es wird gezeigt, dass Rolle und Funktion von Engagement in den einzelnen Teilbereichen durchaus unterschiedlich ausfällt.

Im Folgenden gehen wir jedoch nicht auf einzelne Engagementbereiche ein, sondern vielmehr auf allgemeine Erkenntnisse des Projekts. Hierbei fokussieren wir uns auf Aspekte, die sich auf den gesellschaftspolitischen, gestalterischen Anspruch des Engagements beziehen. Denn daran wird deutlich, dass es nicht nur um Hilfe und Integration von Geflüchteten geht, sondern vielmehr auch immer um Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe, demokratische Partizipation und Inklusion – Aspekte, die zwischen Geflüchteten, Engagierten und Behörden vor Ort häufig an Einzelfällen immer wieder neu verhandelt werden.

Zentrale Ergebnisse der qualitativen Interviews

Motive Engagement pro Geflüchteter und gegen Rechts

Die Frage nach Motiven und Beweggründen ist eine zentrale Frage in allen Studien zu bürgerschaftlichen Engagement. Dies ist kaum verwunderlich, denn die Erkenntnisse treffen auch auf politisches Interesse. Denn versteht man die Motive, so kann man Anreize schaffen, die zu einer Stärkung des Engagements führen und somit die sog. Engagementquote erhöhen. Die aktuelle Allensbachstudie zum bürgerschaftlichen Engagement argumentiert: „daraus resultierende Folgerung[en] ha[ben] beträchtliche Auswirkungen für die Erschließung von Potentialen für bürgerschaftliches Engagement.“ (Institut für Demoskopie Allensbach 2013: 10) Soziologisch interessanter ist jedoch die Tatsache, dass die Analyse von Motiven auch Aufschluss über die normative Bindewirkung und Inklusionskraft der Zivilgesellschaft in einem Land und einer Region ermöglicht: Orientieren sich Handlungsmotive eher am Allgemeinwohl, an globalen humanitären Prinzipien, oder eher an ökonomischen Kosten-Nutzen-Kalkülen? Das sind zentrale Fragen der Soziologie im Allgemeinen. Bürgerschaftliches Engagement gilt per se zunächst einmal als gemeinwohlorientiert. So soll Flüchtlingsengagement z.B. die „Willkommenskultur“ in Deutschland reflektieren.  In den Motiven spiegeln sich jedoch auch gesellschaftliche Problemlagen wider, die gelöst werden müssen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken oder zu bewahren. Dabei zeigt sich, dass Engagement als Ausdruck einer spontanen Willkommenskultur, viel weitreichenderen Reflexionen gewichen ist.

Unsere Befragten verwiesen dabei zunächst auch auf Aspekte, die bereits von anderen Studien betont wurden. So unterscheiden Mutz et al. z.B. zwischen fünf Motivtypen: „Personen folgen einem „humanistischen Lebensprinzip“, einer „religiösen Grundhaltung“, sie haben „pädagogische Beweggründe“, sie reizt die „interkulturelle Geselligkeit“ oder es gilt schlicht: „Es tut mir gut“ (Mutz et al. 2015: 24.). Dabei betonten sie, dass die Motive nicht trennscharf sind und häufig miteinander in Verbindung stehen. Das kann unsere Studie ebenfalls bestätigen. Darüber hinaus ist uns ein weiterer wichtiger Beweggrund aufgefallen, der in allen Bereiche eine wichtige Rolle spielt: die Abwehr rechtsextremistischer Phänomene. Engagement wird in der Literatur durch die Betonung von Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitige Akzeptanz als „Heilmittel gegen Radikalisierungstendenzen“ angesehen (vgl. Alscher et al. 2009: 16–18). Das Engagierte das auch als zentrales Handlungsmotive aufgreifen zeigt vor allem eines: Es geht nicht einfach nur um „den Anderen“, um geflüchtete Personen als Neuangekommene, denen es zu helfen gilt. Vielmehr geht es immer auch um die Mitgestaltung der Gesellschaft und des unmittelbaren Umfeldes. Mit anderen Worten: ein Engagement für Flüchtlinge ist immer auch ein Engagement gegen Rechts.

Damit einher geht auch der Befund, dass sich auch genuin soziales Engagement politisch definiert und die klassische Unterteilung zwischen politischem und sozialem Engagement (vgl. Die politische Dimension des Engagements), zukünftig stärker hinterfragt werden sollte. Diese politisch gestalterische Kraft des bürgerschaftlichen Engagements findet dabei nicht nur in den Bereichen der Migrations- und Flüchtlingspolitik statt. Vielmehr erstreckt sie sich auf verschiedene Politikfelder einschließlich der Kultur-, Bildungs-, Außen-, Gesundheits- oder Gleichstellungspolitik.

Neuverhandlung der Beziehung zwischen Staat und Zivilgesellschaft

Flüchtlingsengagement soll die Überlastung des Verwaltungsapparats kompensieren bzw. dort einspringen, wo der Staat seinen Aufgaben nicht (mehr) gerecht wird (vgl. bspw. Klie 2016). Dies ist jedoch eine recht einseitige Sichtweise, die das Nebeneinander von Handlungen staatlicher Behörden und freiwilliger Aktivitäten suggeriert. Dies ist jedoch mit Nichten der Fall. Vielmehr habe sich die Interaktionsbeziehungen mit Staat und Verwaltung erheblich verdichtet und ausgeweitet, wie bereits in verschiedenen Studien aufgezeigt wird (vgl. Speth und Becker 2016). Verdichtet, da Engagierte zentrale Mediatoren zwischen Geflüchteten und Behörden sind, indem sie Geflüchtete auf allen Ebenen mit ihrem Kontakt zu Behörden beistehen. Ausgeweitet, da diese der Kontakt mit Behörden nicht nur das Ausfüllen von Asylanträgen oder juristische Klagen umfassen, sondern sich, wie bereits erwähnt auf weitere gesellschaftliche Teilbereiche erstreckt. Die in den Interviews immer wieder aufgekommene Kritik der Engagierten an der Verwaltung ist dabei recht umfassend. Sie bezieht sich z.B. auf Verzögerungen im Verwaltungsablauf, und fehlende Beratungsangebote, oder lange Wartezeiten auf einen Sprachkurs, die eine gesamtgesellschaftliche Integration behindern. Es werden aber auch viel grundlegendere Kritikpunkte angebracht, die u.a. auf die notwenige, bisher jedoch kaum vorhandene Gestaltungsmacht der Politik im Abbau von Ungleichheiten und Diskriminierung verlangt. So weisen verschiedene Beiträge auf die sozialstrukturellen Benachteiligungen von geflüchteten Personen hin, die bisher unzulänglich berücksichtigt werden. Das können zum einen geschlechtsspezifische Hindernisse beim Zugang zum Arbeitsmarkt (Den Arbeitsmarktzugang für geflüchtete Frauen ermöglichen!) oder die besondere Schutzbedürftigkeit von LSBTI-Personen (LSBTI-Geflüchtete in Deutschland) sein. Darüber hinaus müssen bei der Versorgung und Integration von Schutzbedürftigen auch emotionale Bedürfnisse und Traumata berücksichtigt werden (Psychologische Betreuung Geflüchteter). Dabei geht es nicht nur um konkrete Inhalte, sondern auch um Verfahren der Behörden im Umgang mit den „neuen“ Engagierten, die verbessert werden müssen. Dazu zählt, dass sich Engagierte neue Koordinationsmechanismen, wie beispielsweise eine organisierte Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Seiten der Stadt wünschen (Engagement für Geflüchtete in Bochum – Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive). Auch die quantitativen Ergebnisse spiegeln eine hohe Unzufriedenheit im Umgang mit Behörden wieder. So bewerten 20,8 % der Befragten die Kooperation mit der Ausländerbehörde mit der Note 4 und 18,7 % aller Befragten die Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit der Note 4 (8,3 %) oder der Note 5 (10,4 %). Begriffe wie „Kooperation“ und „Koordination“ verdecken jedoch dabei, dass Engagierte nicht einfach nur vernetzt und koordiniert werden wollen, sondern das es ihnen häufig viel grundlegender um Möglichkeiten politischer Beteiligung und Mitsprache geht.

Insgesamt lässt sich festhalten, das Engagierte zentrale Mediatoren sind, die Geflüchteten den Zugang zu Wohnraum, Bildungseinrichtungen, Sprachkursen, medizinische Versorgung und in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Ohne die Unterstützung der Engagierten hätten viele Geflüchtete wesentlich geringere Möglichkeiten zur Teilhabe an relevanten gesellschaftlichen Bereichen. Sie bleiben Ausgeschlossene und Außenseiter. Umgekehrt bedeutet dies jedoch auch, das Regeln und Verfahren, die eigentlich den Zugang regulieren (z.B. Schulabschluss oder Qualifikationsprofil) insofern unterlaufen werden, als dass sie unterschiedlich angewandt werden. Dies ist jedoch kein Ausdruck von willkürlichem Verwaltungshandeln, wie manches Mal suggeriert wird, sondern häufig Resultat effektiver Einflussstrategien sehr engagierter Personen.

Sabrina Zajak und Ines Gottschalk

Literaturverzeichnis

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Bogumil, Jörg, Hafner, Jonas und Kuhlmann, Sabine (o.J.): Verwaltungshandeln in der Flüchtlingskrise – Vollzugsdefizite und Koordinationschaos bei der Erstaufnahme und der Asylantragsbearbeitung.

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Gatrell, Peter (2015): The making of the modern refugee. First published in paperback. Oxford, New York, NY: Oxford University Press.

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[i] Für die Kriterien zur Definition der Freiwilligkeit des Freiwilligensurveys vgl. Simonson et al. 2016a: 71–73.

[i] In Anlehnung an die Genfer Flüchtlingskonvention, in der der Begriff ‚Flüchtling‘ mit einem bestimmten rechtlichen Status verbunden ist (vgl. The UN Refugee Agency (UNHR)), verwenden wir den Begriff Flüchtling trotz einiger Debatten um eine mögliche negative Konnotation des Begriffs ‚Flüchtlings‘ (vgl. bspw. Kielon 2016) Dabei verwenden teilen wir wie in anderen Beiträgen der Engagementforschung (vgl. bspw. Karakayali/Kleist 2015b: 4) ein breiteres Verständnis von ‚Flüchtling‘ . Auch im Rahmen dieses Blogs verstehen wir unter ‚Flüchtlingen‘ nicht nur Personen, die sich legal im Land aufhalten, sondern auch geflüchtete Personen, die einen anderen oder (bisher noch) keinen Schutzstatus erhalten haben. Die Begrifflichkeiten „Geflüchtete“ und „geflüchtete Menschen/Personen“ werden synonym gebraucht.

[ii] Seit 1999 wird im fünfjährlichen Abstand im Deutschen Freiwilligensurvey (FWS) eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des freiwilligen Engagements in Deutschland vorgenommen (Simonson et al.: 15).

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