Archiv der Kategorie: Allgemein

Füllbar – zwischen Hoffnung, Leidenschaft und Berufung

Ein verpackungsfreier Supermarkt als Antrieb und Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements

NRW ist anders – und das Ruhrgebiet ganz besonders. Es hat weder das internationale Flair von Frankfurt noch die außergewöhnliche Anziehungskraft Hamburgs, ist weniger schick als München und schon gar nicht so populär wie Berlin – aber im Ruhrgebiet leben Menschen, die es zu etwas Besonderen machen. Menschen, die sich für das einsetzen, das ihnen am Herzen liegt, sich engagieren und Wandel anstoßen wollen. Dazu geht jeder dritte Ruhrgebietler einer freiwilligen Tätigkeit in Organisationen, Vereinen oder Verbänden nach.

Im Jahr 2016 überstieg die Zahl der eingetragenen Vereine in Deutschland erstmals die Schwelle von 600.000. Doch nicht nur die Zahl der Organisationen stieg, sondern auch die Zahl der MitgliederInnen in vielen Organisationen. Immerhin ein Drittel der Organisationen gibt an, heute mehr MitgliederInnen zu haben als im Jahr 2012. (Ziviv-Survey, 2017)

Etwas über 120.000 der deutschen Vereine sind dabei in das nordrhein-westfälische Register eingetragen, was gut jedem fünften entspricht. Somit kommen auf 1000 Einwohner 6,7 Vereine (vgl. Ziviz-Survey, 2017). Neben Berufs- und Wirtschaftsverbänden sind Vereine, die sich dem Umwelt- und Naturschutz sowie Verbraucherinteressen widmen, diejenigen, die seit 2012 die stärksten Mitgliederzuwächse verzeichnen können. Vom sogenannten Vereinssterben kann zumindest in diesem Punkt nicht die Rede sein. Während 42% der Vereine der Verbraucherinteressen im großstädtischen Raum beheimatet sind, sind es nur ein Viertel der Vereine, die den Umweltschutz zum Ziel haben.  Obwohl das Ruhrgebiet mit 5,1 Millionen Einwohnern verteilt auf 15 Städte und Kreise als größtes Ballungsgebiet Europas gilt, findet man hier nur eine Handvoll verpackungsfreier Supermärkte, wohingegen ähnlich viele schon in einer Stadt wie Hamburg oder Köln zu finden sind.

Eine Richtung, die immer größere Aufmerksamkeit genießt, ist dabei die sogenannte Zero Waste-Bewegung, mit der nichts Anderes gemeint ist als Müll weitestgehend bis vollständig zu vermeiden zu wollen. Das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main ist sich dabei sicher: „Der Zero Waste-Trend ist mehr als nur der nächste Ökotrend. Das Precycling wird als Nachfolger des Recycling Märkte und Wirtschaft verändern.“ Ein Bespiel für einen Verein, der in einem solchen Handlungsfeld operiert, ist die Füllbar e.V. in Witten, die sich als Träger eines Lebensmittelmarktes zum Ziel gesetzt hat, verpackungsfreies Einkaufen zu erleichtern und den Weg hin zu einer deutlichen Reduktion von Müll zu ebnen. Diese Idealvorstellung erzeugt nicht nur eine völlig neue Art des Konsums, sondern führt auch zu einer Weiterentwicklung bisher dagewesener Engagementformen.

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Einladung zum Engagement-Workshop am 30.01.2018 von 14:00 – 18:00 im Institut für soziale Bewegungen, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum

„Wandeln durch Handeln: Bürgerschaftliches Engagement von Protest bis Selbsttransformation. Aktuelle Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen“

Präsentation und Diskussion der Erkenntnisse des von inSTUDIESplus geförderten Lehrforschungsprojekts: „Engagement in der Ruhr-Metropole als öffentliche Sozialforschung“

Bürgerschaftliches Engagement äußert sich in vielfältigen Varianten politischen und sozialen Engagements. Ziel ist es dabei häufig, über das unmittelbare Engagement hinaus einen breiteren gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. In diesem Workshop werden verschiedene Fallstudien zu unterschiedliche Facetten des Engagements vorgestellt. Von Protest über Engagement gegen Rechts bis hin zu alternativen, ökonomischen und ökologischen Handlungspraktiken. Dabei wird zum einen die Bandbreite an Methoden erörtert (Survey, qualitative Interviews, teilnehmende Beobachtung, Participatory action Research und transformatives Selbstexperiment), mit denen die Fälle erforscht wurden. Zum anderen werden politische und gesellschaftliche Implikationen der gegenwärtigen Engagementvielfalt im Kontext sich polarisierender Gesellschaften diskutiert.

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Die „Flüchtlingskrise“ – ein Bedrohungsszenario?

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Flüchtlingssituation” im Blue Square der Ruhr-Universität Bochum, 10.02.2016

Eva Gerharz, Juniorprofessorin für Soziologie der Entwicklung und Internationalisierung an der RUB, z.Zt. Vertretungsprofessorin für Entwicklungssoziologie an der Universität Bayreuth

Wie kaum ein anderes Thema hat die sogenannte Flüchtlingssituation die öffentliche Diskussion seit dem Sommer 2015 bestimmt. Kaum ein anderes Thema wurde und wird so vielfältig und facettenreich diskutiert, und kaum ein anderes Thema hat so stark polarisiert. Ich habe das Thema Bedrohungsszenario Flüchtlingskrise gewählt, nicht, weil ich die Zuwanderung von Menschen als bedrohlich empfinde, sondern weil schon klar geworden ist, dass viele in Deutschland und Europa lebende Menschen dies so sehen. Und ganz bewusst ziele ich auch auf den Begriff der „Flüchtlingskrise“ ab, der in den Debatten ja immer wieder zwecks Zusammenfassung und Zuspitzung genannt wird, denn ich sehe genau darin, also in der Art und Weise, wie wir diesen gesellschaftlichen Prozess benennen, einen wesentlichen Faktor, der zum subjektiven und kollektiven Empfinden der momentanen Situation als Bedrohung beiträgt.

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Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen

Einführung und Überblick zur Vorgehensweise, zentralen Erkenntnissen und studentischen Beiträge einer Lehrforschung zum Flüchtlingsengagement

Bürgerschaftliches Engagement zählt als grundlegend für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und als Motor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. So ist es kaum verwunderlich, dass dem Engagement in der Flüchtlingshilfe zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. Aumüller et al. 2015; Biesenkamp und Daphi 2015; Fleischmann 2016; Hamann et al. 2016; Han-Broich 2015; Netzwerk Flüchtlingsforschung; Speth und Becker 2016). Weiterlesen

engagementforschungnrw

18. Januar 2017

Die einzelnen Beiträge werden ab dem 24.01.2017 freigeschaltet. Wenn Sie ebenfalls einen Beitrag für diesen Blog schreiben möchten, kontaktieren Sie Ines Gottschalk unter ines.gottschalk@rub.de

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