Archiv der Kategorie: Arbeitsmarktintegration

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Projekte: Lokales Engagement in der Geflüchtetenhilfe in europäischen Zusammenhängen

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Bürgerliches Engagement in der Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten (Inan Bulut)

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In diesem Seminar wurde das bürgerschaftliche Engagement in der Geflüchtetenhilfe in Europa untersucht und über Motive und Beweggründe des Engagements diskutiert. Ebenso spielte im Seminar die Institutionalisierung und Mobilisierung der Geflüchteten im politischen Kontext genauso eine Rolle wie die Interaktion mit Behörden und anderen Akteuren näher beleuchtet wurde.

Das Thema unserer Arbeitsgruppe war hierbei die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten insbesondere im Hinblick auf die Integration in den Arbeitsmarkt durch die Engagierten. Die Basis für eine aktive Beteiligung am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ist Arbeit: Arbeiten zu können, ist nicht nur eine Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, sondern zentral für ein selbstbestimmtes Leben. Es ist wichtig für soziale Anerkennung und Würde, gesellschaftliche Integration und somit auch für soziale Kohärenz. Beschäftigung verhilft zu neuen Perspektiven und zur Sicherheit und trägt dazu bei, traumatische Erinnerungen und die Belastungen der Flucht zu verarbeiten.
Ein Großteil des Engagements dreht sich darum, die strukturelle Versorgung der Geflüchteten adäquat zu betreuen, beispielsweise sind Freiwillige besonders häufig in der Begleitung bei Behördengängen gefordert. Eine hohe Priorität nehmen zudem Übersetzungsarbeiten sowie die Organisation der ehrenamtlichen Arbeit selbst ein. Hierbei haben wir uns die Frage gestellt, ob und inwieweit sich Ehrenamtliche auch tatsächlich als „Lückenfüller/innen“ betrachten bzw. sich als solche fühlen.
Bedingt durch die Flüchtlingswelle im Jahre 2015 entstand nicht nur eine stärkere Politisierung in der Bevölkerung, sondern auch das Interesse und die Hilfsbereitschaft stieg sukzessiv an. Viele Bürger hatten sich „von heute auf morgen“ bereit erklärt, freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe zu leisten (vgl. Pfeffer-Hoffmann 2016: 39). Unser Interviewpartner Bruno H. (pensionierter Lehrer) fand dazu folgende Worte:
„[Ich] bin 2015 in die Flüchtlingsarbeit eingestiegen, weil hier im Ort Ennepetal, das liegt bei Hagen, praktisch über Nacht 150 Flüchtlinge aus aller Herrenländer der Stadt zugewiesen wurden. Die waren dann in einer Sporthalle untergebracht und die Stadt war relativ kooperativ und auch kreativ. Sie hat schnell eine dezentrale Unterbringung für die Geflüchteten organisiert und wir haben im Grunde die Stadt dabei unterstützt. Wir haben dann mit einigen Bekannten, auch mit evangelischen Pfarrern, den Soli-Flüchtlingsfond Ennepetal gegründet. […] Freundlicherweise gibt es auch hier in Ennepetal Unternehmen, die uns unterstützen, oder die Kirchengemeinden durch Kollekten, sodass wir also immer dann, wenn die Stadt finanziell an ihre Grenzen kommt was die Unterstützung von Geflüchteten angeht, dass wir dann zusätzlich eingreifen können. Wir sind sozusagen eine sehr beliebte Telefonnummer bei der Stadt Ennepetal.“ (Video 1_ 1:39 Min)

Durch das gestiegene Interesse seitens der Bürger an einer verbesserten Integration von Geflüchteten entstanden zahlreiche Initiativen und Projekte, welche die örtliche Kommune und Behörden entlasteten. Speziell für Geflüchtete wurde in Ennepetal ein „Soli-Flüchtlingsfond“ initiiert, der anhand der Spendeneinnahmen diesen bei der Bewältigung im Alltag behilflich sein soll.
Ebenso ist es der Fall, dass die zivilgesellschaftlich Engagierten nicht zwangsläufig strenge, konkrete Sprachkurse in diesem Fall anbieten, sondern durch diverse kleine Projekte wie die Fahrradwerkstatt die Sprache vermitteln.
„Das was uns bisschen bekannt gemacht hat ist unsere Fahrradwerkstatt. [..] Wir haben von den Bürgerinnen und Bürgern mal in einer öffentlichen Aktion darum gebeten, dass sie uns gebrauchte oder nicht mehr gebrauchte Fahrräder anbieten und wir sie abholen und dann haben wir eine Werkstatt aus Ennepetal, das ist eine städtische Einrichtung und da reparieren wir mit Geflüchteten Fahrräder, also sie können sich Fahrräder aussuchen und da muss mal was dran geschraubt werden und da helfen die dann mit. Learning by doing. Also sie fragen: ’Was ist denn das‘? oder ‚Kann ich dieses Gerät haben?‘. Also eine Zange oder ein Schraubenschlüssel. Und dann lernen sie das.“

Festzuhalten ist, dass Bereiche, in denen ehrenamtliche tätig sind, nicht nur als Hilfestellung für staatliche Institutionen gesehen werden können, sondern auch eine sehr wichtige Rolle im alltäglichen Leben der Geflüchteten spielen. Damit ebendiese überhaupt in der Gesellschaft „Fuß fassen“ und sich integrieren können, unterstützen Ehrenamtliche Geflüchtete dabei „ […] Sprachbarrieren abzubauen, kulturelle Gepflogenheiten kennenzulernen, den Umgang mit Behörden zu meistern und wichtige psychologische Hilfestellungen zu lernen.“ (Vgl. Gottschalk/ Zajak 2018: 15). Auch unser Interviewpartner Bruno bestätigt die oben genannten Punkte und fügt hinzu, dass sie auch bei der Jobsuche in sämtlichen Situationen
helfen. Sprachliche Barrieren oder andere Hindernisse, die nachweislich die Integration insbesondere in den Arbeitsmarkt behindern, werden dadurch möglichst minimiert (vgl. Johansson 2016: 27).
Auch anhand der Hobbywerkstatt, die der Soli-Flüchtlings-Fond bietet, lernen Geflüchtete den Umgang mit der Arbeit und Sicherheit in Kombination mit handwerklichem Geschick. Durch die ständige Interaktion und Zusammenarbeit entstehen zwangsläufig Kontaktknüpfungen mit diversen Menschen, welche zusätzlich zur Reduzierung der sprachlichen Barrieren führen. Nach einer qualitativen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist eine hohe Bildungs-, Erwerbs- und Integrationsmotivation der Flüchtlinge zu erkennen (vgl. Pfeffer-Hoffmann 2016: 40). In dieser wird „[…] das Erlernen der deutschen Sprache als den wichtigsten Schlüssel für den Zugang zum Arbeitsmarkt und zu anderen Teilen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland“ betrachtet (vgl. Pfeffer-Hoffmann 2016: 40.).
Wurde also in den letzten zehn Jahren in der Flüchtlingspolitik der Fokus noch auf die Gestaltung der Aufenthaltsperspektive gelegt, hat sich dies nun positiv geändert, indem Asylbewerber frühzeitig in Maßnahmen zur Arbeitsintegration einbezogen werden. Auch sollen Geflüchtete zudem entsprechend ihrer beruflichen Potenziale in den regulären Arbeitsmarkt eingebunden werden. Auch wenn diese Kursänderung sicherlich positiv zu bewerten ist, gibt es Optimierungsbedarf. Beispielsweise entfalten berufsbegleitende Sprachkurse eine positive Wirkung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, da der Spracherwerb in Kombination mit dem betrieblichen Alltag besonders effektiv ist (vgl. Eußner, Mayer, Walther, Bertelsmann Stiftung 2016: 5).
Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen kann nicht separat von der sozialen Integration betrachtet werden. Schutzsuchende stehen vor vielfachen Herausforderungen: Sie benötigen Klarheit über ihren Aufenthaltsstatus und müssen ein Asylverfahren durchführen lassen. Zudem brauchen Geflüchtete einen Ort, wo sie untergebracht werden, sich sozial integrieren und Fragen des Familiennachzugs beantworten. Zudem leiden Geflüchtete unter den traumatischen Folgen von Krieg und Flucht. Um diese Schwierigkeiten zu meistern, sind sie auf kompetente Beratung und Begleitung angewiesen. Unser Interviewpartner sagt dazu:

„Also es geht eigentlich grundlegend […] in der ganzen Flüchtlingsarbeit um zwei Sachen: Einmal, dass die Leute eine Struktur kriegen, auch eine Tagesstruktur. Es gibt Leute, die warten auf irgendwas, was sie gar nicht nennen können und die brauchen eine Struktur. Also sie müssen bestimmte Termine haben, bestimmte Verpflichtungen und nicht nur durch die Ämter. Das Zweite ist die Perspektive: Einige, die haben keine Perspektive, […] zum Beispiel keine Bleibeperspektive, keine Duldung vorhanden.“ (Interview 1.2: 11:17)

Jedoch muss festgestellt werden, – auch das Interview mit Bruno konnte dies aufzeigen – dass die genannten Hürden eigentlich in den Aufgabenbereich des Staates fallen und die Vielzahl an bürokratischen Prozessen die Integration der Geflüchteten erschwert (vgl. Gottschalk & Zajak 2018: 10). Aufgrund dessen legen unser Interviewpartner und das SoliFlüchtlingsfond auch sehr viel Wert darauf, dass so wenig wie möglich bürokratische Arbeit entsteht. Dahingehend werden Entscheidungen hinsichtlich der finanziellen Unterstützung der Flüchtlinge durch ein kleines Gremium besprochen. Hierbei wird ohne Antragsstellung oder Sonstiges beim Soli-Flüchtlingsfond entschieden, was den Entwicklungsprozess der Integration ungemein vereinfacht (vgl. Bruno H. Interview 1.3: 9:38).
Durch die genannten Aspekte entstehen zwangsläufig Bedenken, ob Engagierte tatsächlich als „Lückenfüller/innen“ des Staates betrachten werden (Gottschalk & Zajak 2018: 10). Nach dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) bewerten nur wenige Engagierte (ca. 5%) die staatliche und kommunale Unterstützung als „gar nicht gut“, während die Hälfte der Befragten die staatliche Unterstützung als „gut“ einschätzen.
35% der befragten Engagierten gaben aber an, dass die Hilfeleistungen „weniger gut“ seien und damit einhergehend auch verbesserungswürdig sind. Eine Verbesserung der Situation könnte anhand von mehr Unterstützung durch Ämter und Behörden in der Flüchtlingshilfe erreicht werden (vgl.: BMFSFJ 2017: 43). Auch Vey bestätigt, dass es teilweise Unterversorgungen der Geflüchteten bedingt durch das Versagen der staatlichen Behörden gibt und ehrenamtlich Engagierte bei Entscheidungen kein Mitspracherecht erhalten, teilweise sogar unerwünscht sind (2018: 94).
Wie denken jedoch die Engagierten selbst darüber? Bruno fand dazu folgende Worte:
„Unser Staat würde zusammenbrechen, wenn es nicht die Ehrenamtliche Freiwillige Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern gäbe. Also ohne Bürgerengagement würde unser Staat glaube ich nicht funktionieren. Weil es ist ein anderes Denken, ob ich als Verwaltungsmensch und Beamter eine Sache angehe. Die müssen viel mehr darauf achten. Es darf nichts passieren. Die haben ihre Vorschriften, die sind auch sinnvoll. Wir sind freier. Wir können natürlich auch kreativer sein. Also ich fühle mich nicht ausgenutzt. Also ich kann das
ja jeden Tag begrenzen. Ich könnte morgens sagen ich mach das nicht mehr. Will ich aber gar nicht und es ist notwendig, dass es dieses Engagement gibt […]. Und ich mache die Erfahrung auch in dem Kreis der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, […] viele machen die Erfahrung: mein Leben ist auch wichtiger geworden […]. In Beziehung leben, ist wichtiger als haben!“

Laut der Aussagen von Bruno, sieht dieser sich nicht unbedingt als Lückenfüller staatlicher Institutionen, sondern vielmehr erkennt er das Positive an seinem zivilgesellschaftlichen Engagement. Zwar gibt es manchmal Situationen, die einen bedenklich machen oder gar enttäuschen, jedoch – so betont es Bruno – entscheidet er selbständig, ob er sich weiterhin am Engagement beteiligen möchte. Zwar hatte er zum Beispiel die eher ernüchternde Erfahrung gemacht, dass bei knapp 100 Geflüchteten, die Bruno unter anderem unterstützte, nur sechs einer Arbeit nachgehen beziehungsweise eine Ausbildung tätigen.
„(…) es macht mir Spaß. Es ist für mich eine Win-Win Situation. Ich bin auch ein neugieriger Mensch und finde, das sind interessante Leute, auch unglaublich nette Menschen und es bereichert mein Leben. […] Die meisten sind sehr dankbar und hilfsbereit.“ (Interview 1.2: 5:19)

Anhand dieser Minifallstudie sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Engagierte im Bereich der Geflüchteten sich nicht zwangsläufig als „Lückenfüllende“ sehen, sondern wie in unserem Fall mit Spaß und Enthusiasmus an die Sache herangehen. Dieser Faktor spielt eine erhebliche Rolle, da ohne Freude eine solche wichtige Arbeit kaum zu tätigen wäre.
Bruno ist sich auch im Klaren gewesen, dass der Staat ohne die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen nicht in der Form den Geflüchteten helfen könnte, wie es heute der Fall ist. Schließlich kann festgehalten werden, dass die staatlichen Behörden bei der Integration von Flüchtlingen zwar eine hohe Belastung haben, diese jedoch ohne die Unterstützung aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich eine noch größere Hürde wäre als es ohnehin schon bereits ist. Daher ist es umso wichtiger Engagierte weiterhin zu unterstützen und deren Stimme zu hören.

Ein Beitrag von Inan Bulut

Literaturverzeichnis
• Eußner, Annika / Mayer, Matthias / Walther, Claudia / Bertelsmann Stiftung (2016): Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen: Wieso sie wichtig ist und wie sie gelingen kann: https://www.wegweiser-kommune.de/documents/10184/28794/Arbeitsmarktintegration+von+Flüchtlingen.pdf/0cb7e541-540c-489e-8c99-3b5ac2eb815d

• BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) (2017): Ergebnisbericht einer Untersuchung des Instituts für für Demoskopie Allensbach, [online] https://www.bmfsfj.de/blob/122010/d35ec9bf4a940ea49283485db4625aaf/engagement-in-der-fluechlingshilfe-data.pdf [24.09.2018]

• Gottschalk, Ines/ Zajak, Sabrina (2018): Geflüchtetenengagement in Deutschland: Konturen eines neuen Engagementfelds, in: Sabrina Zajak Gottschalk, I. (Hrsg.), Flüchtlingshilfen als neues Engagementfeld. Chancen und Herausforderungen des Engagements für Geflüchtete, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 7-22

• Johanssons, S. (2016): Die ungleiche Verteilung von Teilhabechancen für geflüchtete Menschen in Deutschland: Rahmenbedingungen der Lebenssituation von Flüchtlingen, in: Günter G. Goth/ Eckhardt Severing (2016), Asylsuchende und Flüchtlinge in Deutschland: Erfassung und Entwicklung von Qualifikationen für die Arbeitsmarktintegration, Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, S. 19.38.

• Pfeffer-Hoffmann, C. (2016): Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten, in: Günter G. Goth/ Eckhardt Severing (2016), Asylsuchende und Flüchtlinge in Deutschland: Erfassung und Entwicklung von Qualifikationen für die Arbeitsmarktintegration, Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, S. 39-60.

• Vey, J. (2018): Zwischen Empowerment, Lückenbüßerei und neoliberaler Aktivierung des Selbst?! Ehrenamtliches Engagement und Regelversorgung in der bundesdeutschen Flüchtlingsversorgung, in: Sabrina Zajak Gottschalk, I. (Hrsg.), Flüchtlingshilfen als neues Engagementfeld. Chancen und Herausforderungen des Engagements für Geflüchtete, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 77-98

Bürgerliches Engagement in der Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten (Sevtap Ucar)

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Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema des bürgerlichen Engagements bezüglich der Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen. Der Fokus ist auf die Integration in den Arbeitsmarkt durch die Engagierten gerichtet und somit auch auf die Frage, ob die bürgerlich Engagierten in dem o.g. Tätigkeitsbereich als sogenannte „Lückenfüller/innen“ des deutschen Staates gesehen werden. Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist in der Wissenschaft ein diskutierter Themenbereich und trägt auch enorm zu der Integration in die deutsche Gesellschaft, Kultur und den Alltag bei, weshalb die Beschäftigung mit diesem Thema in meinen Interessen liegt. Weiterlesen

Unterstützung von armutsgeprägten rumänischen Zuwanderern in der Arbeitsmarktintegration

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Die EU-Erweiterung von 2007, in dessen Rahmen EU-2-Bürger in die EU aufgenommen worden sind, wurde von dem damaligen Erweiterungskommissar Olli Rehn „als Ende der Teilung Europas und als „neue Ära“ begrüßt.“ (Spiegel Online 2006). Aber schon damals war klar, dass in diesen Ländern große Bevölkerungsteile gesellschaftlich ausgegrenzt und diskriminiert wurden (Onlineportal Stadt Dortmund 2018: 2). Und diese gesamtgesellschaftliche Problemlage, wozu auch die wirtschaftliche Probleme zählen, sorgte dafür das EU-2-Bürger sich auf den nach Westeuropa machten um ein besseres Leben zu führen (vgl. ebd.). In Deutschland ist Dortmund eine der Städte, die besonders von Neuzuwanderern aus Rumänien betroffenen ist. Viele von ihnen kommen nach Dortmund, weil sie hier auf rumänisch sprechende Netzwerke zurückgreifen können, die ihnen bei Sprachprobleme helfen und erste Hilfe bei grundlegenden Sachen anbieten können (vgl. ebd.). Die vorliegende Arbeit widmet sich daher der Forschungsfrage: Inwiefern werden armutsgeprägte rumänische Zuwanderer bei der Arbeitsmarkintegration unterstützt?

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Bürgerschaftliches Engagement in der Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten

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Im folgenden Essay soll die Frage, welche Rolle sich bürgerlich engagierte Menschen bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zuschreiben, erarbeitet werden.

Der Grund für die Auswahl dieser Fragestellung und dieses Themenbereiches liegt darin, dass das bürgerschaftliche Engagement in der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten als Entlastung staatlicher Aufgabenspektren seit langem kritisch diskutiert wird, da die Gefahr gesehen wird, dass bürgerschaftlich Engagierte als Lückenbüßer*Innen dienen, indem sie Tätigkeiten übernehmen, die der Staat nicht bereit ist zu leisten (vgl. Gottschalk/Zajak 2018:10).[i] Der historische Kontext ist zudem dahingehend relevant, da durch die seit 2015 nach Deutschland kommenden „Flüchtlinge“ eine kurzfristig starke, jedoch langfristig abflachende Unterstützung durch ehrenamtlich Tätige zur Entlastung der anfallenden Aufgaben zu verzeichnen ist.

Die wichtigsten Akteure im Zusammenhang der Integration von Geflüchteten in Deutschland sind neben dem Bund, welcher für die Festlegung des Rechtsrahmens der Integration verantwortlich ist, den Bundesländern, welche für die konkreten Umsetzungen zuständig sind, und den Kommunen, welche große Ermessensfreiheit haben (vgl. OECD 2017:25) [ii] die bürgerschaftlich Engagierten.

Laut dem OECD unterstützt die Bundesagentur die Asylbewerber und Flüchtlinge bei der Arbeitssuche und der Erhöhung ihrer beruflichen Kompetenzen. Sie sind teilweise auch für die Arbeitsmarktintegration während des Asylverfahrens zuständig (OECD 2017:25).  Jedoch welche Rolle spielen in diesen Prozeduren die bürgerlich Engagierten?

Die Freiwilligen spielen ganz klar eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Geflüchteten im Rahmen der Orientierung und Integration auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl die bisherigen Untersuchungen zur Freiwilligenarbeit mit Geflüchteten das Thema Arbeitsmarktintegration kaum erfassen, ist zu beobachten, dass es neben den Regelstrukturen im Bereich der Arbeitsmarktintegration zahlreiche ehrenamtliche Initiativen und berufsspezifische Mentoring-Programme gibt (vgl. Ziegler 2017:5).[iii]  Weiterlesen

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

Die Arbeitsmarktteilhabe von Flüchtlingen ist entscheidend für das Gelingen der Flüchtlingspolitik und den sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, ist nicht nur Bedingung für einen wirtschaftlichen Erfolg, sondern steht zentral für ein selbstbestimmtes Leben. So ermöglicht Arbeit die finanzielle Unabhängigkeit der Flüchtlinge und schützt vor Armut und Unterbeschäftigung. Flüchtlinge können durch Arbeit aktiv werden und ihre eigene Zukunft gestalten. Durch das Ausüben einer Erwerbstätigkeit können neue Kontakte geknüpft werden und zu sozialer Anerkennung und Achtung führen. Durch die Arbeitsmarktteilhabe der Flüchtlinge wird eine nachhaltige Integration in die deutsche Gesellschaft realisiert und somit der soziale Zusammenhalt gestärkt. Weiterlesen

Den Arbeitsmarktzugang für geflüchtete Frauen ermöglichen!

Herausforderungen beim Arbeitsmarktzugang von geflüchteten Frauen

„Wir schaffen das“ ist die Positionierung von Deutschland angesichts des größten Flüchtlingsstroms seit dem Ende des zweiten Weltkrieges aufgrund der Massenunruhen und Instabilität im Nahen Osten und Afrika (Zeit Online 2015).  Die Hilfsbereitschaft der Bürger hat der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, den Mut und die Hoffnung gegeben, ihre Position angesichts des Flüchtlingsstroms beizubehalten. Die Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland wird kaum in Bezug auf Frauen thematisiert, obwohl im Jahr 2014 und 2015 rund ein Drittel der Asylantragstellenden Frauen waren (Flüchtlingsforschung 2016).  Besonders im Bereich der Arbeitsmarktintegration werden die Frauen vernachlässigt, obwohl eine Beschäftigung eine wichtige Grundvoraussetzung für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und für soziale Anerkennung darstellt (Eußner et al. 2016: 2). Außerdem bringt eine Beschäftigung bessere Zukunftsperspektiven mit sich und kann auch bei der Bewältigung der möglicherweise existierenden Belastungen der Flucht helfen (Eußner et al. 2016: 2). Der Leitsatz von Angela Merkel „Wir schaffen das“ bzw. Integration bleibt ohne die Inklusion der geflüchteten Frauen unrealistisch, weil die Frauen in der Familie eine wichtige Rolle spielen und oft die Erzieherinnen der Kinder, der „Erwachsenen unserer Zukunft“ sind. Darüber hinaus dürfen von Politikern und Politikerinnen die in der Vergangenheit gemachten Fehler, sich nur auf die Arbeitsmarktintegration von männlichen Zuwanderern (zu den Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration im Allgemeinen vgl. Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten) zu konzentrieren, sodass die gesamtgesellschaftliche Integration der Frauen nicht ermöglicht wurde, nicht wiederholt werden (Meissner 2015: 21). Weiterlesen