Schlagwort-Archive: Asylrecht

LSBTI-Geflüchtete in Deutschland

Die Zielgruppe der Geflüchteten mit LSBTI-Hintergrund hat seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 kaum wissenschaftliche und mediale Aufmerksamkeit erfahren. Wer sich nicht selbst im Kontext von LSBTI-bezogenen Themen aufhält und mit ihnen arbeitet, erfährt durch die tägliche Berichterstattung nur selten etwas über diese Randgruppe. Dementsprechend gibt es bisher nur wenig Literatur und Forschung bezüglich des Themas.

Inzwischen veröffentlichen LSBTI-Organisationen und Dachverbände stetig Berichte, Handreichungen und Politikempfehlungen und steigern damit die öffentliche Wahrnehmung auf das Thema. Die Veröffentlichungen helfen, die Belange dieser besonders schutzbedürftigen Gruppe präsenter zu machen, Einblicke in die Problemlagen der „doppelt Diskriminierten“ zu geben und politische Empfehlungen und Sensibilisierungsmaßnahmen auszusprechen.

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Psychologische Betreuung Geflüchteter

Ein Pyrrhussieg für freiwillig Engagierte? (AT)

Die psychologische Betreuung von Geflüchteten stellt einen besonderen Teilaspekt der Gesundheitsversorgung geflüchteter Menschen in Deutschland dar. Obwohl die Gesundheitskarte (eGK) geflüchteten Personen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen gewährleisten soll, erhalten Asylsuchende die eGK erst nach einem Aufenthalt von 15 Monaten. Für Personen mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bedeutet dies eine große Gefahr für ihre Gesundheit, denn je eher eine PTBS behandelt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Chronifizierung der Traumafolgestörung. Weiterlesen

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

Die Arbeitsmarktteilhabe von Flüchtlingen ist entscheidend für das Gelingen der Flüchtlingspolitik und den sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, ist nicht nur Bedingung für einen wirtschaftlichen Erfolg, sondern steht zentral für ein selbstbestimmtes Leben. So ermöglicht Arbeit die finanzielle Unabhängigkeit der Flüchtlinge und schützt vor Armut und Unterbeschäftigung. Flüchtlinge können durch Arbeit aktiv werden und ihre eigene Zukunft gestalten. Durch das Ausüben einer Erwerbstätigkeit können neue Kontakte geknüpft werden und zu sozialer Anerkennung und Achtung führen. Durch die Arbeitsmarktteilhabe der Flüchtlinge wird eine nachhaltige Integration in die deutsche Gesellschaft realisiert und somit der soziale Zusammenhalt gestärkt. Weiterlesen

Die politische Dimension des Engagements

Der Ausgangspunkt unseres Interesses am Thema „Engagement in der Geflüchtetenhilfe“ lag ursprünglich darin, Menschen zu untersuchen, die sich für die politische Partizipation von Geflüchteten engagieren. Als wir begonnen haben unser Datenmaterial in Form von sechs qualitativen Interviews mit Engagierten der Ruhrregion auf dieser Grundlage auszuwerten, veränderte sich jedoch unser Forschungsinteresse.

Wir mussten feststellen, dass sich nicht nur die Definition von dem was „Engagement im Bereich politische Partizipation von Geflüchteten“ war zwischen den Befragten stark unterschied, sondern auch die eindeutige Verortung der Engagierten in diesem Bereich schwierig war. So kamen wir zu dem unerwarteten Schluss, nicht das Engagement für die politische Beteiligung (von Geflüchteten) zu untersuchen, sondern das Engagement der Freiwilligen, als Form der individuellen politischen Beteiligung, beziehungsweise Partizipation (die Begriffe „Partizipation“ und „Beteiligung“ werden im Folgenden Synonym verwendet). Unser Forschungsinteresse bezieht sich also auf die politische Dimension des zivilgesellschaftlichen Engagements. Folgende Abschnitte sollen den – unseren Kriterien zufolge – politischen Charakter des Engagements skizzieren. Weiterlesen