NUR DAGEGEN SEIN REICHT NICHT!

Gewerkschaften im Kampf gegen Rechtsextremismus – auch in den eigenen Reihen

Deutschland und Europa haben im Zuge der “Flüchtlingskrise” einen enormen Rechtsruck erfahren. Menschen die vor Krieg, Hunger und Armut fliehen schlägt vielerorts offen Ablehnung, Hass oder gar Gewalt entgegen. Was vor nicht allzu langer Zeit nur hinter vorgehaltener Hand gesagt wurde, ist nun nicht nur salonfähig, inzwischen sitzen sogar gewählte Volksvertreter in Landtagen und im Bundestag, die offen ihre rechtsextremen Ansichten verbreiten. Doch es gibt auch Menschen die sich nicht nur für die Geflüchteten, sondern auch gegen die Menschen engagieren, die mit ihrem Gedankengut versuchen Angst und Hass zu schüren. Zunächst gilt es hierzu die Begriffe Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu definieren.

Rechtsextremismus lässt sich nach einer Definition der Bundeszentrale für politische Bildung zusammenfassend durch folgende Punkte charakterisieren. Diese Punkte sind eine antidemokratische Gesinnung, die Ablehnung der Gleichheit von verschiedenen ethnischen Gruppen, Diffamierung politischer und gesellschaftlicher Gegner und Relativierung von rassistischen Gewalttaten.

Rechtspopulismus setzt sich hingegen aus zwei verschiedenen Dimensionen zusammen. Diese Dimensionen sind der Populismus und eine rechte Orientierung. Unter Populismus versteht sich die Mobilmachung eines als homogen gedachten Volks gegenüber einer vermeintlichen, politischen, oberen Elite. Der Populismus ist durch Opportunismus geprägt (vgl. bpb [2][3]) und nutzt Einzelfälle gekonnt für die eigene Propaganda aus. Genutzt werden im Populismus Schwarz-Weiß-Konstellationen um auf komplexe Probleme einfache Antworten geben zu können.

Die rechte Orientierung im Rechtspopulismus ist gekennzeichnet durch eine kulturelle Abgrenzung und der Warnung vor einer vermeintlichen Überfremdung durch andere Kulturen und der Verdrängung der eigenen Kultur. Jedoch gehört dazu auch eine Ablehnung von kultureller Veränderung innerhalb der eigenen Kultur, wie das Entstehen neuer Lebensentwürfe (vgl. bpb [2]).

Wie der Umgang mit Rechtspopulismus bis hin zu Rechtsradikalismus aussehen soll wird gesellschaftlich seit den letzten Bundestagswahlen diskutiert. Es herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit diesen Tendenzen umgegangen werden soll. Die beiden Pole vollständige Isolation und vollständige Integration von rechten Tendenzen lassen sich als Extreme wiederfinden. Manche plädieren dafür den Dialog mit dem Rechtspopulismus zu suchen und sie in Entscheidungen einzubinden, während andere die Ansicht vertreten, dass im Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsradikalen Tendenzen nur ein Weg die optimale Lösung darstellt: die Isolation. Welcher dieser Ansätze der richtige Weg ist, wird hier nicht beantwortet werden können. Diese Forschungsarbeit setzt einen anderen Schwerpunkt und fragt, warum und wie sich Gewerkschaften in Deutschland gegen diese Tendenzen positionieren.

Die Gewerkschaften wurden hierbei als Gegenstand dieser Untersuchung zum Engagement gegen „Rechts“ gewählt, da sie neben der Politik und den Bürgern eine besondere Position in der Gesellschaft einnehmen und eine andere Form des Bürgerschaftlichen Engagements anbieten können als es üblicherweise der Fall ist. Außer Proteste und Spendenaktionen zu veranstalten können Gewerkschaften nämlich weitaus mehr. Gewerkschaften können einen öffentlichen Diskurs anregen, medienwirksam zum Dialog aufrufen und selber Aufklärung betreiben. Rein aus struktureller Perspektive verfügen nicht alle Engagierten über die nötigen Ressourcen für solche Aufgaben. Darüber hinaus spiegelt sich die besondere Position der Gewerkschaften und des Deutschen Gewerkschaftsbunds in der starken politischen und juristischen Einbindung in politische Entscheidungen wider, wodurch die Möglichkeit eines medienwirksamen Auftritts stärker gegeben ist.

Die leitenden Forschungsfragen sind hierbei, warum sich Gewerkschaften und der Deutsche Gewerkschaftsbund gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus engagieren und wie sie gegen diese Tendenzen vorgehen. Engagement gegen „Rechts“ stellt nämlich keinen Selbstläufer dar und benötigt eine Erklärung. Gewerkschaften engagieren sich gegen Rechts aufgrund ihrer selbst zugeschriebenen historischen Verpflichtung und Werten. Besonderen Wert legen Sie hierzu auf Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Um unsere Fragen zu beantworten, wurden neben Experteninterviews mit leitenden Funktionären des IGBCE, der DGB Jugend und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) geführt. Ergänzend zu den Interviews wurde eine weitere Form der qualitativen Forschung, die participatory action research (PAR), genutzt. Darüber hinaus wurden Veröffentlichungen aller Art, besonders seitens des DGBs, analysiert.

Die PAR ist ein qualitativer Forschungsansatz, der die Aspekte Partizipation und Aktion betont. Hierbei tritt der Forscher an das zu erforschende Objekt heran und befasst sich mit diesem zusammen mit Fragen und Problemen. Wissen wird folglich in einem Prozess des Austauschs mit dem Mitforscher bzw. dem Betroffenen generiert (Reason und Bradbury 2008). Die PAR führten wir in einem Wochenendseminar der DGB Jugend zum Thema “Rechts(d)ruck” in Europa durch. Wir nahmen aktiv an diesem Seminar teil und die Erkenntnisse, die wir in den gemeinsamen Diskussionen gewonnen haben fließen hier in die Arbeit mit ein. Die entscheidende Frage ist nun, reagieren Gewerkschaften überhaupt und warum reagieren Gewerkschaften auf das Entstehen bzw. auf die Verbreitung solcher Tendenzen in der Gesellschaft, aber auch in ihrer eigenen Organisation und wenn sie reagieren, wie reagieren diese darauf? Um diese zwei Fragen beantworten zu können ist es wichtig zu verstehen, was Gewerkschaften zunächst einmal sind und wie ihre Entstehungsgeschichte aussieht. Dies wird im Kapitel zur Geschichte deutscher Gewerkschaften geschehen. Im Anschluss hieran wird es um die Rolle von Gewerkschaften in Deutschland und Europa gehen. Im Zentrum des Kapitels wird die Entwicklung von rechten Einstellungen innerhalb der Basis von Gewerkschaften und den damit einhergehenden schleichenden und in der Vergangenheit unerwarteten Wandel eingegangen werden. Im Vordergrund wird hierbei insbesondere ein Erstarken der Annahme von rechtsextremen Angeboten und Einstellungen durch Gewerkschaftsmitglieder stehen. Zudem soll in diesem Kapitel gezeigt werden, ob Gewerkschaftsmitglieder mit ihren politischen Einstellungen ein Spiegelbild der Gesellschaft sind und es wird deutlich werden, dass Gewerkschaftsmitglieder je nach Schichtzugehörigkeit sowohl in Deutschland wie auch im internationalen Vergleich eine beträchtliche Wählerbank für rechte Parteien darstellen können. Da ein Dilemmata zwischen den klar “antirechts” und demokratisch orientierten Werten und dem historischen Auftrag von Gewerkschaften sowie der politischen Einstellung von Teilen ihrer Basis festzustellen ist, unternehmen Gewerkschaften vieles um gegen Rechtsextremismus innerhalb der eigenen Basis vorzugehen. Dies wird im Kapitel zum Masterplan gegen Rechts anhand vieler Beispiele deutlich. Im Anschluss hieran folgt ein Kapitel, in welchem Handlungsempfehlungen für einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus vorgestellt werden. Zudem wird hier die Rolle und Funktion verdeutlicht werden, welche der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit zukommt. Im Anschluss hieran wird das von uns besuchte Seminar und die durch unser Forschungsteam gewonnenen Erkenntnisse vorgestellt werden. Von zentraler Bedeutung für diesen Blogeintrag ist auch die Rolle, welche Werte und Einstellungen die Funktionäre von Gewerkschaften vertreten und welchen Stellenwert sie dem gewerkschaftlichen Engagement gegen Rechtsextremismus innerhalb ihrer Organisation und auch innerhalb der Gesellschaft beimessen. Deutlich wird hierbei, dass die Chefs eindeutig hinter den von uns im Rahmen den Blogs vorgestellten Programmatiken, der Politik und den Kampagnen ihrer Gewerkschaften stehen und sich für deren Umsetzung auch nach außen hin stark machen. Zudem sehen sie Gewerkschaften auch als konkrete Anlaufstelle für all diejenigen, welche sich gegen Rechtsextremismus engagieren wollen und sind auch bereit hierfür gewerkschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Im Schlussteil dieses Blogeintrags werden die zentralen Erkenntnisse unserer Arbeit zusammengefasst werden. Zudem schließt sich noch ein Appel an die Leser dieses Blogs an, die Chance zu gesellschaftlichem Engagement wahrzunehmen.

Wie ein Phönix aus der Asche

Die Geschichte deutscher Gewerkschaften

Gewerkschaften haben bereits schon so manche Erfahrung mit Rechtsextremismus gemacht. Im Nationalsozialismus wurden sie verboten und gleichgeschaltet. Einige ihrer Mitglieder wurden als Kommunisten oder Volksfeinde politisch verfolgt, vertrieben oder in Konzentrationslagern umgebracht, wenn sie nicht bereits anderweitig ein Ableben fanden (vgl. gewerkschaftsgeschichte.de). Der folgende Abschnitt soll hierzu einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der deutschen Gewerkschaften geben, um zu verstehen, warum sich auch Gewerkschaften aus historischen Gründen gegen Rechtsextremismus engagieren.

Gewerkschaften können in Deutschland auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Die heutigen deutschen Gewerkschaften sind vor allem eine Erscheinung der Industrialisierung und traten bereits im Laufe der Revolution 1848/49 erstmals auf nationaler Ebene in Erscheinung. Diese ersten Gewerkschaften sahen sich noch in der Tradition der Zunftverfassung und beschränkten sich noch auf einzelne Berufsgruppen.

Gewerkschaften sahen sich im Laufe der Zeit immer wieder Repression und Behinderung ausgesetzt. So verlor die gewerkschaftliche Bewegung durch das Scheitern der deutschen Revolution zunächst an Schlagkraft. Doch gerade im Zuge der sich ausbreitenden Industrialisierung und der damit verbundenen sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedingungen erstarkten die Gewerkschaften. Denn die große Arbeiterschaft musste um ihr Existenzminimum kämpfen, während die Unternehmer ihre feudalistischen Privilegien nutzten. Da der einzelne Arbeiter dem wehrlos gegenüberstand, war es das Ziel von Gewerkschaften kollektiv organisiert die Lage ihrer Mitglieder zu verbessern. Der schnelle Machtzuwachs und die damit einhergehende Gefahr brachte jedoch die Herrschenden dazu, Gewerkschaften und ihre Aktivitäten zeitweise zu verbieten oder zu behindern. Dies geschah unter anderem durch die Bismarckschen Sozialgesetze zwischen 1878 und 1890. Nur wenige gewerkschaftliche Vereinigungen, welche sich von der SPD klar distanzierten, durften weiterhin ihrer Arbeit nachgehen (vgl. gewerkschaftsgeschichte.de/sozialistengesetz-die-verbotswelle-rollt.html). Auch in den darauffolgenden Jahren sahen sich Gewerkschaften immer wieder mit Unterdrückung oder Behinderung ihrer Arbeit und Aktivitäten konfrontiert. So gelang es den Gewerkschaften im Jahre 1920 noch mit einem gemeinsamen Generalstreik den Kapp-Putsch abzuwehren. Im Jahre 1933 zögerten die Gewerkschaften jedoch mit einem Generalstreik beziehungsweise überhaupt mit entschiedenen Maßnahmen gegen die Kanzlerschaft Adolf Hitlers. Bereits kurz nach der Machtergreifung wurden neben Sozialdemokraten und Kommunisten auch viele Gewerkschaftsführer in Konzentrationslager gesperrt. Dies lag daran, dass sich viele mutige Gewerkschafter schon früh entgegen den Zielen der Nazis positioniert hatten und entsprechenden Widerstand leisteten. Selbst der Aufruf vieler Gewerkschaften, den Tag der Nationalen Arbeit zu unterstützen, welcher von den Nazis organisiert wurde, half nicht mehr. Nur einen Tag darauf, am 02.Mai 1933 wurden die Gewerkschaftshäuser durch die SA besetzt und die Gewerkschaften im Anschluss gleichgeschaltet. Das komplette Vermögen der Gewerkschaften wurde auf die nationalsozialistische Massenorganisation Deutsche Arbeitsfront übertragen.

Auf Grund ihrer historisch geprägt Erfahrung von Unterdrückung und Verfolgung sehen Gewerkschaften es als ihre Pflicht an, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Aufgrund ihres Selbstverständnisses und ihrer Programmatik positionieren sie sich als klare Gegner des Rechtsextremismus. Der Antifaschismus prägt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs die gewerkschaftliche Praxis. Auf Grund dieses Tatsachen galten Gewerkschaftsmitglieder über Jahrzehnte hinweg als immun gegen rechte Parolen. Somit stellten Gewerkschaftsmitglieder eine Ausnahme unter den Anhängern rechter Parteien da und erwiesen sich als resistent gegenüber rechten Einstellungen (vgl. Stöss, 2017, S.34).

In Deutschland haben sich spätestens seit Ende der 1980er Jahre vermehrt Sympathien von Gewerkschaftsmitgliedern für rechtsextreme Parteien herausgebildet. Doch wie lassen sich diese Tendenzen erklären? Darauf wird im nächsten Abschnitt eingegangen. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990, bekamen die Gewerkschaften zunächst mehrere Millionen neue Mitglieder. Jedoch schied ein nicht unerheblicher Anteil dieser in den Jahren darauf wieder aus, da die ostdeutsche Industrie einen großen wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften hatte. Zudem hat sich in den 1990er Jahren die Anzahl der sechzehn DGB-Gewerkschaften auf acht verringert. Wichtiger als dies sind jedoch die starken Mitgliederverluste der Gewerkschaften, insbesondere in den 1990er Jahren. Von ehemals etwa 12 Millionen Mitgliedern nach der Wiedervereinigung, ist die Zahl mittlerweile auf rund die Hälfte gesunken (alle Informationen aus diesem Kapitel unter: gewerkschaftsgeschichte.de).

An diesem Punkt zeichnet sich bereits eines der Dilemmata ab, mit denen Gewerkschaften aktuell konfrontiert sind. Wie bereits erwähnt sorgen schwindende Mitgliederzahlen für eine Schwächung des Organisationsgrads von Gewerkschaften. Sollte dieser Trend immer weiter zunehmen würde früher oder später die Frage aufkommen, welche Legitimität hinter der besonderen Position von Gewerkschaften steht, die ihnen es gestattet als Verhandlungspartner für Tarifverhandlungen zu fungieren. Hierbei liegt die Vermutung nahe, dass Gewerkschaften zum Teil ein Spiegelbild der Gesellschaft oder einer gesellschaftlichen Schicht darstellen. Einen interessanten Ansatz bietet hierzu die Spiegelthese, die im folgenden Abschnitt betrachtet werden soll. Kurz gesagt geht die Spiegelthese davon aus, dass Gewerkschaften ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen.

Gewerkschaften in Europa und Deutschland – Ein Spiegelbild der Gesellschaft?

Ein Überblick über die Entwicklung

In Deutschland hat sich seit den 1980er Jahren hat sich ein schleichender und in der Vergangenheit unerwarteter Wandel vollzogen. Spätestens seit dem Aufstieg der 1983 gegründeten Partei Republikaner bildet die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft keine Barriere mehr, um eine rechte Partei zu wählen. Diese Entwicklung zeigt sich auch im restlichen Europa.

Rechtspopulisten und die ihnen nahestehenden Parteien erzielen in den letzten Jahren in vielen Ländern Europas massive Erfolge. Neu ist hierbei jedoch die Rolle, welche gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer dabei durch ihr Abstimmungsverhalten einnehmen. In Schweden beispielsweise erzielte die rechtskonservative Partei Schwedendemokraten bei der Reichtstagswahl 2014 nahezu 13 Prozent und konnte dabei einen nicht unerheblichen Wähleranteil im klassischen Gewerkschaftsmillieu für sich beanspruchen (vgl. Stöss, 2017, S.32). Rechtsextreme Parteien sind nicht zuletzt deshalb für Angehörige der Mittelschicht und die Gewerkschaftsmitglieder (von welchen mehr als 50% der Mittelschicht angehören) attraktiver geworden, weil sie sich inhaltlich modernisiert haben. Dies zeigt sich unter anderem in der Abkehr von einer tendenziell neoliberalen Ausrichtung, sowie einer Hinwendung zu sozialen Themen. Hinzu kommen in den letzten Jahren noch eine fortschreitende Kapitalismus- und Globalisierungskritik (Stöss, 2017, S.33-34). Auch in Frankreich konnte die Front National insbesondere seit ihrer thematischen Kehrtwende im Jahr 1995 immer mehr Fuß fassen.

Laut Aussage des Dachverbandes der deutschen Gewerkschaften, DGB, gelte diese Spiegelbildthese in Deutschland auch heute noch. Die Spiegelbildthese besagt, dass Gewerkschaftsmitglieder in ihrer politischen Orientierung ein Spiegelbild der Gesellschaft seien, was sich in ähnlichem Abstimmungsverhalten in Wahlen zeigen würde. Diese Vermutung lässt sich anhand eines Vergleichs der Wahlergebnisse und umfassenden Mitgliederbefragungen innerhalb des DGB zu den Wahlentscheidungen der im DGB organisierten Gewerkschaftsmitglieder bejahen. Dies zeigte sich nicht nur bei der Bundestagswahl im September 2017. Insgesamt erhielt die AFD 12,6% der Stimmen aller wahlberechtigten deutschen Staatsbürger, welche bei der Bundestagswahl am 24.September 2017 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben. Nach der Bundestagswahl hat die ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.“ rund 50.000 Menschen zu ihrer Wahlentscheidung befragt, auch eine Gewerkschaftsmitgliedschaft wurde abgefragt. Dabei hat die Forschungsgruppe herausgefunden, dass unter den Befragten mit angegebener Gewerkschaftsmitgliedschaft der Stimmenanteil der AFD bei ca. 15% liegt und somit um 2,4 Prozentpunkte höher als im Bundesschnitt. Dabei liegt der Stimmanteil innerhalb der Gruppe der gewerkschaftlich organisierten Männer sogar bei rund 18%.

Diese Tendenz zeigte sich bereits bei den Landtagswahlen im März 2016. Auch hier befragte die ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.“ im Auftrag des DGB in Baden-Württemberg 19.076 Wähler/Innen, in Rheinland-Pfalz 17964 Wähler/Innen und in Sachsen-Anhalt 15537 Wähler/Innen bezüglich ihrer Wahlentscheidung und ob diese Gewerkschaftsmitglieder sind. Je nach Bundesland gaben dabei zwischen 13 und 15 Prozent eine Gewerkschaftsmitgliedschaft an.

In allen drei Bundesländern zeigte sich bei der Landtagswahl 2016, dass Menschen die in der Umfrage angeben, Gewerkschaftsmitglied zu sein, überdurchschnittlich oft die AFD gewählt haben. In Baden-Württemberg erhielt die AFD insgesamt 15,1% der Stimmen, bei Gewerkschaftsmitgliedern 15,7%. In Rheinland-Pfalz erhielt die AFD insgesamt 12,6% der Stimmen, unter Gewerkschaftsmitgliedern waren es 14,3%. Besonders hoch war der AFD-Anteil in Sachsen-Anhalt mit 24,2%, unter Gewerkschaftsmitgliedern gab sogar mehr als jede vierte Person (25,1%) an, die AFD gewählt zu haben.

Auch bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern im September 2016 erzielte die AFD unter den gewerkschaftlich organisierten Mitgliedern mit 21% eine etwas höhere Erfolgsquote als im Landesdurchschnitt von 20,8%. Die Berlin-Landtagswahl aus dem September 2016 kann die Tendenz ebenso bestätigen, denn die AFD erhielt unter der Gruppe der befragten Gewerkschaftsmitglieder 15% unter der Gruppe aller Wählerinnen und Wähler nur 14,2%. Diese Ergebnisse der ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.“ und der darin zum Ausdruck kommende Anteil an Arbeitnehmer/Innen und Gewerkschaftsmitgliedern, welche  bei den untersuchten Wahlen die AFD gewählt haben, sind aus Sicht des DGB insbesondere aufgrund der gewerkschaftsfeindlichen Grundhaltung der AFD kaum nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass der DGB und Gewerkschaften allgemein bereits vor den Wahlen auf die arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlichen Positionen der AFD hingewiesen haben. Jedoch stellt der DGB ebenso selbstkritisch fest, dass die Verbreitung dieser Informationen offenbar nicht gereicht habe, um die hohen Zustimmungswerte der AFD unter Gewerkschaftsmitgliedern zu verhindern.

Stöss kommt zu dem Ergebnis, dass prinzipiell unter Gewerkschaftsmitgliedern die Spiegelbildthese zutreffe, es jedoch einzelne Parteien gebe, welche je nach gesellschaftlicher Schichtzugehörigkeit eine besondere Anziehungskraft auf gewerkschaftlich organisierte Arbeiter ausüben würden (Stöss, 2017, S.36). Diese Tendenz zeigt sich auch in anderen europäischen Staaten, wie zum Beispiel in Österreich bei der Wahl der FPÖ.

Um herauszufinden, ob Gewerkschaftsmitglieder tatsächlich mehr als Bevölkerungsschnitt rechte Parteien wählen, wurde in den Jahren 2003/2004 an der Freien Universität Berlin  mit Unterstützung des DGB und der IG Metall eine Studie durchgeführt, in welcher im Rahmen einer Repräsentativstudie die politische Einstellung von 2000 Gewerkschaftsmitgliedern mit 2000 nicht gewerkschaftlich organisierten Bürgern vergleichend untersucht werden sollte (Stöss, 2017, S.37-38). Zudem wurden im Rahmen der Studie 58 gewerkschaftliche Funktionsträger zu ihren Einstellungen befragt. Diese Studie zeigte, dass der Anteil an Menschen welche rechtsextrem eingestellt seien in Gewerkschaften bei 19% liege und bei den Nicht-Gewerkschaftsmitglieder im Ergebnis 20% der Befragten als rechtsextrem eingestuft wurden. (Stöss, 2017, S.38) In der Feinanalyse der Gruppen ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede. So zeigen Personen, die als Arbeiter kategorisiert werden, nahezu doppelt so häufig eine rechtsextreme Einstellung, wenn sie Mitglied einer Gewerkschaft sind, als wenn dies nicht der Fall ist (34% zu 18%). Der Autor schlussfolgert hieraus, dass sich bei genauerem Hinsehen Mitgliedergruppen bemerkbar machen, welche besonders anfällig gegenüber Rechtsextremismus sind. So sei die Anfälligkeit von gewerkschaftlich organisierten Mitgliedern aus der Mittelschicht gegenüber Rechtsextremismus in den letzten 30 Jahren gestiegen (vgl. Stöss, 2017, S.41) Neben Richard Stöss informiert auch die brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung über die Erkenntnisse der Studie aus den Jahren 2002-2004 (Online-Quelle unter: http://www.politische-bildung-brandenburg.de/blog/gewerkschaften-und-rechtsextremismus-0). Die Originalveröffentlichung der Studie ist sowohl in der Langfassung als auch in einer Kurzzusammenfassung aus dem Netz genommen worden. Früher war sie auf der Internetseite des Otto-Suhr Instituts für Politikwissenschaft frei im Internet zugänglich ( http://navigationshilfe1.t-online.de/dnserror?url=http://www.polwiss.fu-berlin.de/). Da dies nicht mehr der Fall ist beziehen wir uns auch im folgenden auf die Erkenntnisse von Stöss, welcher die Studie und ihre zentralen Ergebnisse im Rahmen seines Werkes ,,Gewerkschaften und Rechtsextremismus in Europa aufgegriffen hat.

Zudem ermitteln die Autoren der Studie zwei gegensätzliche Verarbeitungsmuster, welche für die Ausbreitung von Rechtsextremismus oder dagegen wirken. Dies sind auf der einen Seite die autoritären und auf der anderen Seite die demokratischen Überzeugungen. Autoritäre Überzeugungen zeigen sich hierbei insbesondere in autoritären Persönlichkeitsmerkmalen, Werten sowie in restriktiven Demokratievorstellungen. Demokratische Überzeugungen zeigen sich dagegen in einer Kombination von politischem Selbstbewusstsein, freiheitlichen Werten sowie demokratischen Einstellungen. Auf Basis der Ergebnisse der Studie lässt sich nun folgendes ableiten: Je stärker die autoritären Überzeugungen einer Person ausgeprägt sind, desto größer ist ihre Anfälligkeit für Rechtsextremismus. Im Gegenzug lässt sich feststellen, dass umso stärker demokratische Werte bei einem Menschen ausgeprägt sind, er umso weniger anfällig für Rechtsextremismus ist.

Masterplan gegen Rechts

Projekte und Kampagnen der Gewerkschaften gegen Rechtsextremismus

Um gegen Rechtsextremismus vor allem innerhalb der eigenen Basis vorzugehen, haben Gewerkschaften in den letzten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Projekte und Kampagnen in Deutschland ins Leben gerufen.

Im Folgenden wird ein exemplarischer Überblick über Projekte in Deutschland gegeben. Eines davon ist das Projekt ,,Die gelbe Hand“, das vom Verein ,,Mach meinen Kumpel nicht an! e.V. –Verein gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus geleitet wird. Die Ursprünge des Vereins liegen dabei bereits in den 1980er Jahren, wo sich der Verein vom Projekt ,,SOS Racisme“ aus Frankreich inspirieren ließ. Der Verein ,,Mach meinen Kumpel nicht an! e.V. –Verein gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus“ wurde daraufhin im November 1986 von der Redaktion des Gewerkschaftsmagazins ,,ran“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund gegründet. Der Schwerpunkt des Vereins soll dabei in der präventiven und aufklärenden Funktion liegen. Dazu unterstützt der Verein sowohl Aktionen im Jugend- und Schulbereich, als auch das soziale Engagement zur Gleichberechtigung von Migrantinnen und Migranten am Arbeitsplatz. Die gelbe Hand dient dabei als Symbol des Vereins und steht für seine Einstellung gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Zudem startete im Jahr 2005 im Internet das Projekt ,,Im Netz gegen Rechts- Arbeitswelt aktiv!“. Im Rahmen dieses Projekts wurde auch ein Wettbewerb ausgeschrieben, welcher sich sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Berufsschulen richtet und dazu aufruft, Online-Materialien zu entwickeln, welche sich eindeutig gegen Rechtsextremismus und Rassismus positionieren (alles aus dem Internet: gelbehand.de).

Der Verein gilt heute als eine der ältesten antirassistischen Organisationen in Deutschland. In einem eigens dafür eingerichteten Newsletter aktiv und gleichberechtigt bekommen Interessierte überdies eine Plattform geboten, auf der sie von ihren Aktionen berichten und die Leser hierdurch erfahren, was sich bundesweit tut (DGB-Homepage). Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Projekt im Jahr 1986, als Schauspieler Götz George in gleich zwei Tatort-Folgen die gelbe Hand an seinem Revers trug. Hierzu wurde sogar das Drehbuch geändert, um auf die Aktion entsprechend aufmerksam zu machen.

Der amtierende Vorsitzende des Vereins Giovanni Pollice betont, dass auch und gerade Gewerkschaftsmitglieder Adressaten der Aktionen des Vereins seien, da auch sie nicht vor rassistischer Propaganda gefeit seien. Denn Rassismus sei keine Randerscheinung und reiche auch 30 Jahre nach der Gründung des Vereins bis in die Mitte der Gesellschaft (DGB-Homepage). Der Verein finanziert sich über rund 1200 Fördermitglieder sowie über alle Mitgliedsgewerkschaften des DGB (DGB-Homepage, Einblick 30 Jahre Gelbe Hand).

Außerdem wurde vom Verein ein Buch mit dem Titel ,,So nicht!“ herausgegeben, das als Ratgeber im Umgang mit rechten Sprüchen dienen soll, um auf diese durch kommunikative Techniken und Tricks gut reagieren zu können. Denn diese rechten Sprüche können als Alltagsrassismus überall vorkommen, sei es im Vereinsheim, der Kneipe oder den Betrieben. Das Buch dient dazu, den Lesenden Strategien an die Hand zu geben, um auf der Kommunikationsebene sowie über gezielt eingesetzte Körpersprache auf rechte Sprüche reagieren zu können (gelbehand.de).

Ein weiterer Eckpfeiler vom Handeln gegen Rechtsextremismus in den Betrieben und der Gesellschaft durch Gewerkschaften besteht in der Bereitstellung von Informationsmaterial in den Landesbezirken und Ortsgruppen der jeweiligen Gewerkschaften. Hier ist beispielsweise das zur Verfügung stellen des ,,Schwarzbuch AFD“ zu nennen, welches im April 2017 von der Redaktion Correctiv herausgegeben wurde und die Strukturen der Partei AFD analysiert. Dies beinhaltet ein Darstellen eines Gesamtbildes der Partei, der Herkunft ihrer Macher, ihren Verbindungen ins rechtsradikale Lager, sowie ihren Kontakten zu anderen Parteien der Neuen Rechten in Europa. Da unter anderem die IGBCE das Buch als im besten Sinne ,,aufklärend“ bezeichnet hat sie eine angemessene Anzahl des Buches bestellt und stellt sie kostenlos zur Verfügung, sodass wir als Forschungsgruppe ein Exemplar des Buches erhalten konnten (im Internet ist das Buch zu finden unter Correctiv.org).

Überdies hat der DGB NRW passend zum Wahljahr 2017 Argumentationskarten gegen Rechts herausgegeben. Hierbei soll es in aufklärender Form darum gehen, warum Gewerkschaften Rechtspopulisten wie AFD, Pegida und Co. ablehnen und wie die Positionen von Rechtspopulisten im Widerspruch zu denen der Gewerkschaft stehen (NRW DGB, 21 Argumente gegen Rechtspopulisten). Dabei kommt der DGB NRW in seiner Untersuchung von AFD-Publikationen zu dem Schluss, dass die AFD nicht nur ein rassistisches Weltbild, sondern auch arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindliche Positionen vertritt. Für Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen sei es unter anderem wichtig zu wissen, dass Arbeitnehmerrechte in den Darstellungen der AFD nur als ,,bürokratische Hindernisse“ vorkommen. Überdies spreche sich die AFD gegen eine Vermögenssteuer und den Sozialstaat aus, was ebenfalls nicht mit den Positionen und Werten von Gewerkschaften vereinbar sei (DGB NRW, 21 Argumente gegen Rechtspopulisten). Die Argumentationskarten sind im Internet kostenlos bestellbar.

Eine weitere interessante Veröffentlichung des DGB gegen Rechtsextremismus wurde in der Reihe „Diskurs“ veröffentlicht.

 

Dabei geht es um ,,Die AFD: Auf dem Weg in einen völkisch-autoritären Nationalismus“ und die Funktion soll eine Zwischenbilanz vor der Bundestagswahl 2017 darstellen. Die Studie, welche vom DGB in Auftrag gegeben wurde, befasst sich mit der inhaltlichen und personellen Entwicklung der AFD vor der Bundestagswahl 2017. Dabei gelingt es laut DGB-Homepage den Autoren Alexander Häusler und Rainer Roeser aufzuzeigen, wie sich die AFD konsequent zu einer rechtsextremen Bewegungspartei entwickelt. Zudem werde durch die Autoren konsequent herausgearbeitet, in welch starkem Widerspruch die Programmatik der AFD mit der Ausrichtung von gewerkschaftlichen Grundthemen und Werten steht. Zudem soll im Laufe des Buches herausgestellt werden, warum es notwendig bleibt, eine politische Auseinandersetzung mit der AFD zu führen und weshalb Gewerkschafter in der AFD einen Gegner der Gewerkschaft sehen sollten. Die Studie kann man durch den DGB-Bestellservice auch im Internet erhalten (DGB-Homepage, die Partei AFD vor der Bundestagswahl 2017). Den Bestellservice hat auch unsere Forschungsgruppe genutzt und hierdurch ein Exemplar erhalten. Besonders deutlich wird dabei das sich die AFD zunehmend auch sozialpolitisch inszeniert sowie inhaltlich und organisatorisch in ihren Ausdrucksformen nach rechts hin radikalisiert (Diskurs: ,,Die AFD: Auf dem Weg in einen völkisch-autoritären Nationalismus“).

Eine weitere interessante Broschüre welche von Gewerkschaften verbreitet wird und die Thematik des Rechtsextremismus behandelt, trägt den Titel ,,Rechtsextremismus: Symbole, Zeichen und verbotene Organisationen“. Auch sie wurde in angemessener Zahl von der Einzelgewerkschaft IGBCE bestellt und liegt zur Mitnahme im Landesbezirk Dortmund-Hagen aus, mit der Funktion Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie Interessierte zu informieren. Herausgeber der Broschüre ist das Bundesamt für Verfassungsschutz (im Internet unter verfassungsschutz.de).

Ein Bündnis gegen Rechtsextremismus an welchem Gewerkschaften beteiligt sind, ist die ,,Allianz für Weltoffenheit“. Laut dem DGB-Vorsitzenden Rainer Hoffmann, ist das Bündnis eine der größten zivilgesellschaftlichen Allianzen, welche es je in Deutschland gegeben habe. Bei der Gründungskonferenz des Bündnisses am 11. Februar 2016 in Berlin stellten dabei alle beteiligten Akteure gemeinsam heraus, dass sich die Allianzpartner gemeinsam für Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat sowie gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt einsetzen wollen. Außer dem DGB sind in der Allianz für Weltoffenheit unter anderem die evangelische Kirche, der Koordinationsrat für Muslime, der Zentralrat für Juden sowie die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände versammelt (Homepage der Allianz für Weltoffenheit). Die Allianz gibt laut dem DGB-Vorsitzenden Hoffmann insbesondere ein deutliches Signal für all diejenigen, welche den aktuellen Herausforderungen mit Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Hass entgegentreten (Homepage der Allianz für Weltoffenheit).

Auch Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) bezieht eindeutig Stellung gegenüber Rechtspopulisten innerhalb und außerhalb von Gewerkschaften. So äußerte sich Vassiliadis auf der traditionellen Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, welche generell unter dem Zeichen von wachsendem Populismus und Extremismus in Deutschland und Europa stand, am 1. Mai 2017 folgendermaßen: „Den Rechtsradikalen und Rechtsextremen muss klar sein: Verfassungsfeinde sind auch unsere Feinde“. Zudem forderte der Vorsitzende der IGBCE dazu auf, die europäische Idee gegen Populisten weltweit zu verteidigen. Denn ein soziales Deutschland sei nur in einem vereinten Europa möglich (Homepage der IGBCE, Artikel zur Kundgebung am 1.Mai in Essen)

Auf Anfrage unserer Forschungsgruppe konnten wir auch einiges an Informationsmaterial zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit der Abteilung Politik der IGBCE erhalten. Die Funktion der Abteilung bei der IGBCE ist es unter anderem den Kontakt zu den demokratischen Parteien zu halten, jedoch auch Informationsmaterial für alle politischen Sekretärinnen und Sekretäre, sowie die Betriebsräte zur Verfügung zu stellen.

Auch die Abteilung Politik der IGBCE stellt dabei heraus, dass die AFD für alle Demokratinnen und Demokraten ein Gegner sei. Deshalb sei es wichtig, als Gewerkschaft der verächtlichen Stimmung in Deutschland ein starkes Zeichen entgegenzusetzen. Hierzu wäre es unabdingbar, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter den Populismus entzaubern, seinen Sympathisanten mit Haltung, Argumenten und konkreten Lösungen für die anstehenden Aufgaben begegnen. Zudem müsse es von zentraler Bedeutung sein verantwortungsvoll zu handeln, um in einem breiten politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurs für ein weltoffenes Deutschland in einem sozialen Europa zu streiten (Abteilung Politik der IGBCE, April 2016).

Darüber hinaus wäre es wichtig zu erkennen, dass die AFD ein vollkommen schiefes Bild von Deutschland zeichnet, bewusst Ängste schüre und Bedrohungsszenarien entwirft und die Grenze des Unsagbaren übertritt. Aus der Position der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ist es jedoch unabdingbar klarzustellen, dass die Menschen in Deutschland nicht in einem Land leben, das von einer Bande in den Medien, der Politik und Justiz regiert werde. Da dieses Bild aus Sicht der IGBCE falsch und zerstörerisch ist, bleibe die AFD auch im vierten Jahr ihres Bestehens ein politischer Gegner der Gewerkschaft.

Eine weitere Untersuchung durch die Abteilung Politik der IGBCE, welche wir als Forschungsgruppe auf Anfrage erhalten haben, trägt den Namen ,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“. Die im März 2017 herausgegebene Veröffentlichung soll die Beschäftigten und Mitglieder der IGBCE zunächst über das Wahlverhalten von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern informieren und anhand verschiedener Wahlergebnisse der letzten Jahre darstellen, dass Gewerkschaftsmitglieder überdurchschnittlich oft rechte oder rechtsextreme Parteien wählen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“, S.6-10)  . Zudem sollen die Mitglieder und Beschäftigten im Rahmen der Veröffentlichung aufgeklärt werden über die Inhalte und Positionen populistischer Parteien sowie vor allem über die Strukturen der AFD mit ihren drei Hauptströmungen, der wirtschaftsliberalen, der nationalkonservativen und der rechtsextremen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“, S.15-17). Vor allem soll es jedoch darum gehen wofür Gewerkschaften im Gegensatz zu populistischen Positionen stehen und wofür sie streiten. Dabei geht es grundsätzlich darum, Haltung zu zeigen, Politik zu gestalten und keinerlei Toleranz für Rassismus und jede Form von Menschenverachtung zu zeigen (Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“, S. 31).

Kritisch gesehen wird vonseiten der Abteilung Politik der IGBCE auch der Zielgruppenwahlkampf der Partei AFD, welche gezielt versucht Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an sich zu binden. Hierzu wurden bereits zwei Arbeitnehmer-Organisationen gegründet, weshalb die Abteilung Politik der IGBCE die Frage in den Raum stellt, ob die AFD die soziale Frage für sich gewinnt. Die AFD-nahen Arbeitnehmerorganisationen tragen die Namen AidA- Interessengemeinschaft Arbeitnehmer in der AFD und AVA- Alternative Vereinigung der Arbeitnehmer. Somit lässt sich aus der Position der Abteilung Politik der IGBCE die Frage aufwerfen, ob es der AFD gelingen wird durch diese Vereinigungen dauerhaft Gewerkschaftsmitglieder an sich zu binden und ob sie es schaffen wird sich eigene Arbeitnehmerstrukturen aufzubauen und hierdurch Einzelgewerkschaften wie der IGBCE Konkurrenz zu machen, beispielsweise bei Betriebsrats-Wahlen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“, S. 19).

Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der IGBCE wird in der Veröffentlichung mit klaren Worten in Richtung der Rechtspopulisten zitiert: „Dabei stehen wir auch zu unserer internationalen Verantwortung. Das alles ist und bleibt uns auch eine Lehre aus unserer eigenen Vergangenheit. Die AFD hingegen lehnt ein starkes Deutschland in einem solidarischen Europa ab. Darum ist die AFD unser Gegner. Inhaltlich hinsichtlich ihrer Personen, aber auch weil die Partei rechtsextreme Personen in den eigenen Reihen duldet und einen aggressiven und menschenverachtenden Populismus betreibt.“ (Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung“, S. 30, zit. n. Information zur Partei ,,Alternative für Deutschland“ (AFD), 2016)

 

Die Faust aufs Auge

Handlungsempfehlungen und die Rolle der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus

Was können Gewerkschaften gegen rechte Tendenzen innerhalb ihrer Basis tun?

Im folgenden Kapitel wird es darum gehen, welche Handlungsempfehlungen es für einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus gibt. Insbesondere liegt ein Schwerpunkt hierbei darauf, was Gewerkschaften tun können und warum sie dagegen handeln müssen, dass sich diese rechten Tendenzen gerade innerhalb ihrer eigenen Basis in erheblichem Maße ausgeprägt haben.

Um Handlungsempfehlungen für einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus zu geben, sei es zunächst wichtig festzustellen, dass Gewerkschaften in Zukunft nur dann erfolgreich gegenüber rechtsextremen Einstellungen ihrer Mitglieder sein können, wenn es ihnen gelinge, sich als Gemeinschaft mit klaren Werten zu verstehen und dies sowohl in der Innen- als auch der Außenkommunikation entsprechend deutlich zu vertreten. (Stöss, 2017, S.42) Zudem sollten Gewerkschaften insbesondere Nationalismus und Rassismus nicht nur als inhumane und perspektivlose Reaktionen auf komplexe Weltgeschehnisse wie Globalisierung, sozialen Wandel sowie Veränderungen in der Arbeitswelt brandmarken, sondern vor allem auch selbst gewerkschaftliche Alternativen aufzeigen in Form von Solidarität und demokratischem Engagement für mehr Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Toleranz. Darüber hinaus habe die Studie gezeigt, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder nichts besser von rechtsextremen Versuchungen fernhalte als die Erfahrung, durch eigene Tätigkeit und Mitbestimmung in Gewerkschaften, Politik und Betrieben tatsächlich etwas verändern und bewirken zu können (Stöss, 2017, S.43).

Richard Stöss zieht zu den Handlungsempfehlungen von Gewerkschaften ein eigenes Fazit, in welchem er die Gewerkschaften dazu aufruft, dass sie national wie international in besonderem Maße gefordert seien, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den Kräften am rechten politischen Rand das Wasser abzugraben (Stöss, 2017, S.44). Denn gerade die Tatsache, dass sich die Arbeitnehmer und organisierten Arbeiter unter den Gewerkschaftsmitgliedern so empfänglich für Rechtsextremismus zeigen, weist den Gewerkschaften eine besondere Bedeutung für den Einsatz dagegen zu. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, denn es sind die rechten Kräfte welche an der Existenzberechtigung der Gewerkschaften rütteln, indem sie ihre Funktionen als wichtige Ordnungsmacht der industriellen Beziehungen schwächen und überdies durch ihr Wirken auch ihre Kompetenz als Interessenvertretung der abhängig Beschäftigten in Frage stellen (Stöss, 2017, S.44).

Aus diesen Handlungsempfehlungen und der Bedeutung von Gewerkschaften für die Gesellschaft ziehen diese heute bereits Schlüsse. Der maßgebliche und zentrale Ansatz der Gewerkschaften, um diesen Kräften am rechten politischen Rand zu begegnen, stellt ihre Aufklärungs- und Bildungsarbeit dar. Den Gewerkschaften stehen Ressourcen zur Verfügung um Bildungsarbeit leisten zu können. Diese können sie auch kleineren Gruppierungen zur Verfügung stellen. Wie Gewerkschaften diese Bildungsarbeit gestalten, wird im kommenden Abschnitt ausführlicher erläutert werden.

Bildungsarbeit gilt hierbei als ein wichtiger Eckpfeiler von Gewerkschaften, welcher sich auf eine lange und erfolgreiche Geschichte berufen kann. Ein Bereich hiervon ist die politische Bildung, in welcher es schwerpunktmäßig um Formen des Engagements gegen Rechtsextremismus innerhalb der Gewerkschaft aber auch in der gesamten Zivilgesellschaft geht. Für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit folgen hieraus zwei Hauptziele. Diese sind einerseits das Wesen des Rechtsextremismus zu verstehen und andererseits die Ursachen für die Erfolge des Rechtsextremismus zu erkennen.

Die gewerkschaftliche Bildungsarbeit sollte jedoch keinesfalls nur auf der Ebene der Wissens- und Problembewusstseinsvermittlung bleiben, sondern es sollten mit gezielten Methoden Verhaltensänderungen bewirkt werden. Hierbei sollte sie zur demokratischen Partizipation befähigen. Denn laut dem Autor des vorliegenden Textes der Friedrich-Ebert-Stiftung ,,ist gewerkschaftliche Bildung immer politische Bildung“. Zudem soll sie die Basis verschaffen, um gegen menschenverachtende Ideologien und Weltanschauungen aktiv aufzutreten (vgl. Stöss, 2017, S.97).

In einem Bericht des DGB-Bildungswerks Thüringen unter dem Titel ,,Nicht-rassistische Bildungsarbeit“ heißt es hierzu unter anderem ,,Rassismus durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche und so lassen sich Interventionsmöglichkeiten in allen Wirkungsfeldern entwickeln- auch ohne SpezialistIn zu sein. Überall, wo es Rassismus gibt, kann auch dagegen gehandelt werden. Denn gerade Bildung spiele eine wichtige Rolle dafür, wie Menschen die Welt und ihren Platz darin interpretieren und in welche Richtung sie diese verändern wollen“. (vgl. Stöss, 2017, S.98, zit. n. DGB-Bildungswerk Thüringen, Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit)

Darüber hinaus ist es wichtig zu erkennen, dass die Wertvorstellungen von Gewerkschaften so ausgeprägt sind, dass sie sich auch auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Themen beziehen. Somit richten sich die gesellschaftsgestaltenden Zielvorstellungen der Gewerkschaften also nicht nur gegen den Rechtsextremismus, sondern auch gegen den Rechtskonservatismus (vgl. Stöss, 2017, S.99).

Entscheidend für gewerkschaftliche und politische Bildungsträger sei es, das Wesen des Rechtsextremismus zu verstehen. Denn nur so lassen sich seine Ziele und Programme gezielt kritisieren und der Umgang mit rechtsextremen Äußerungen trainieren. Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist für Gewerkschaften auch ein Kampf der Wertesysteme. Auf der einen Seite steht das des Rechtsextremismus, welches auf Ethnozentrismus, Nationalismus und Autoritarismus basiert. Auf der anderen Seite ist das gewerkschaftliche Wertesystem verortet, welches auf Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität fußt und somit im Gegensatz zum erstgenannten steht. Die Gewerkschaften müssen also in der Auseinandersetzung mit der politischen Rechten ihr eigenes Wertesystem und somit auch ihre Existenzgrundlage verteidigen (vgl. Stöss, 2017, S.99).

So kommt auch der Abschlussbericht der IG Metall von einer internationalen Tagung zu dem Ergebnis, dass ein nachhaltiger Zusammenhalt Europas nur zu erreichen sei, wenn es gelinge geteilte Werte wie Freiheit, Frieden, Menschenrechte und Antirassismus anzustreben. Diese Ideen der gemeinsamen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit seien durch Bildungsarbeit zu vermitteln (vgl. Stöss, 2017, S.100).

Dadurch, dass die Krisen- und Umbruchsituationen wirklich existieren und der Rechtsextremismus die Ängste der Bevölkerung nicht erfindet, sondern diese wirklich vorhanden sind, werde die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus deutlich erschwert. Laut dem Autor der vorliegenden Handlungsempfehlungen, müsse es jedoch das klare Bestreben von Gewerkschaften sein, den durch die Entwicklungen der letzten Jahre verunsicherten Teil der Bevölkerung, durch Problemlösungen entlang der eigenen Wertvorstellungen abzuholen. Diese stehen selbstverständlich im Gegensatz zu den völkisch-nationalistischen Angeboten, welche es konsequent abzulehnen gelte. (Stöss, 2017, S.100)

Zudem gelte es anzuerkennen, dass die Angebote des Rechtsextremismus gerade aufgrund ihrer Schlichtheit bei Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung treffen und für diese eine attraktive Option darstellen. Dies gelte genauso für Gewerkschaftsmitglieder. Die Aufgabe gewerkschaftlicher Bildungsarbeit sei es nun jedoch, dieses wirklichkeitsfremde Zerrbild als antidemokratisch zu entlarven, welches von den Rechtsextremisten gezeichnet wird. Denn der Rechtsextremismus rüttelt durch seine Programmatik an der Existenz von Gewerkschaften. Dies wird daran deutlich, dass der Rechtsextremismus bestreitet, dass es sich bei modernen Gesellschaften um komplexe Systeme handelt, welche differenzierte Sozialstrukturen, Interessengegensätze und Konflikte aufweisen. Somit richtet sich seine Gemeinschaftsideologie auch gegen den Pluralismus von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Somit ist daraus zu schließen, dass ein Engagement von Gewerkschaften gegen rechte Politik auch der eigenen Existenzsicherung diene (vgl. Stöss, 2017, S.101).

Zudem ist es eine zentrale Aufgabe von gewerkschaftlicher Bildung, die Täuschungsmanöver des Rechtsextremismus aufzudecken. Denn der Rechtsextremismus präsentiere sich in der Öffentlichkeit laut Friedrich Stöss, geradezu als Sachverwalter der demokratischen Verhältnisse. Dies tut er, indem er das elitäre Wirken, die Machtversessenheit und den Egoismus der politischen Akteure sowie die hohe Macht der anderen Parteien kritisiert und sich für mehr direktdemokratische Entscheidungsfindungen in der Politik ausspricht. Doch ,,in Wirklichkeit huldigt der Rechtsextremismus dem antiquierten Modell eines autoritären politischen Systems“. (vgl. Stöss, 2017, S.102) Denn das Ziel der politischen Rechten sei es, seine Konkurrenten im Parteienwettbewerb zu schwächen, indem es ihre angeblich zu große Macht anklagt und durch Volksabstimmungen verringern will.

Auch in Bezug auf Europa und die Europäische Union gibt es deutliche Unterschiede dessen was Gewerkschaften anstreben und den Vorstellungen, welche Rechtsextremisten vertreten. So sprechen sich alle großen Gewerkschaften in Europa deutlich für die EU aus und sind sich darüber bewusst, dass ein Scheitern der EU die vorhandenen wirtschaftlichen Probleme verschärfen sowie die Beschäftigungsbedingungen in vielen Bereichen sich deutlich verschlechtern würden. (vgl. Stöss, 2017, S. 102, zit. n. Ulrike Obermayr in: Rechte Politik in Europa  Anm.112, S.8)  Dies sei wichtig für Gewerkschaften herauszustellen, denn zum Standardrepertoire von rechten Parteien gehöre es, die EU sowie vor allem die gemeinsame europäische Währungsunion zu kritisieren (vgl. Stöss, 2017, S.102).

Gerade deshalb müsse sich gewerkschaftliche Bildungsarbeit dieser Kritik stellen und herausstellen, dass das Zeitalter souveräner Nationalstaaten mit den sich immer schneller wandelnden Bedingungen der Globalisierung zu Ende ist. Deshalb müssen sich Gewerkschaften klar gegen ein ,,Europa der Vaterländer“ aussprechen und sich stattdessen für ein soziales und demokratisches Europa einsetzen, welches für die europäische Idee einer toleranten, offenen und solidarischen Wertegemeinschaft steht (vgl. Stöss, 2017, S.103).

Darüber hinaus müsse das Grundanliegen gewerkschaftlicher Bildungsarbeit darin bestehen, die Teilnehmenden von Veranstaltungen und Seminaren für ein konkretes Engagement gegen Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu qualifizieren. Man müsse die Teilnehmer auch gezielt motivieren, denn es reiche eben in diesem Punkt nicht aus dagegen zu sein, sondern es sind konkrete Handlungen gefordert. Abschließend lässt sich somit feststellen, dass gewerkschaftliche Bildungsarbeit auch aktivierende Methoden beinhalten sollte, um die Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden zu stärken. Nur so können diese bereit dazu sein, selbst Verantwortung für ein antirassistisches Handeln zu übernehmen und hierzu Beteiligungsmöglichkeiten auch einzufordern (vgl. Stöss, 2017, S.104).


Konkretes Beispiel der Bildungsarbeit der DGB Jugend

Um die Ziele Bildungsarbeit der Gewerkschaften nach Stöss mit eigenen Augen zu erleben, wurde im Rahmen dieser Forschungsarbeit ein Seminar der DGB-Jugend zum Thema “Rechts(d)ruck” in Europa besucht. Dieses Seminar erstreckte sich über drei Tage und fand an einem Wochenende statt. Die inhaltliche Gliederung des Seminars gestaltete sich folgendermaßen. Zu Anfang wurden Definitionen von relevanten Begriffen im Kontext des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zunächst diskutiert und danach erläutert. Darüber hinaus wurden historische Entwicklungen innerhalb der rechten Szene vorgetragen. Rechte Parteien und rechte Fraktionen im Europaparlament wurden von den Teilnehmern eigenständig in Gruppen recherchiert und im Plenum vorgestellt. Extrem rechte Bewegungen und Europakonzepte von deutschen Rechten wurden gemeinsam betrachtet, gefolgt von Gewerkschaften und ihrer Rolle. Darüber hinaus wurden gemeinsam Konzepte erarbeitet, was man selbst konkret gegen rechte Tendenzen tun kann, auch im eigenen Umfeld. Stets wurde versucht, Beweggründe und Argumentationen von Rechten nachzuvollziehen und diesen konkret entgegen treten zu können. Der Aufbau des Seminars gestaltete sich partizipativ.

Die von Stöss erwähnten Ziele der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit die im vorherigen Abschnittes idealtypisch beschrieben worden sind wurden im Seminar aufgegriffen. Durch partizipative Diskussionen wurden alle Teilnehmer in die Generierung von Erkenntnis involviert. Auch versteckte rechte Tendenzen oder Ausdrücke, die sonst nicht wahrnehmbar sind, solange sie unbekannt sind, wurden ausdiskutiert und den Teilnehmern ausführlich erklärt.  Die starke Eigenbeteiligung im Seminar erzeugte eine Atmosphäre der Nähe und wirkte nicht wie ein Vortrag, den man passiv hört. Gemeinsam mit der Seminarleitung und den weiteren Seminarteilnehmern gelang es Probleme im Umgang mit Rechtsextremismus zu identifizieren. Wie von Stöss genannt wurde das Wesen des Rechtsextremismus durchleuchtet und versucht zu verstehen. Andererseits wurden die Ursachen der Erfolge von Rechtsextremismus europaweit erklärt. Insbesondere ist hier der Aspekt der Schlichtheit der rechten Lösungskonzepte von Bedeutung. Die Ansätze wurden gemeinsam als antidemokratisch entlarvt und Täschungsmanöver des Rechtsextremismus aufgedeckt. Es wurden darüber hinaus, wie bereits erwähnt, konkrete Maßnahmen erarbeitet um sich gegen Rechtsextremismus engagieren zu können.

Kritisch hinterleuchtet wurde auch das Seminar an sich in einer abschließenden Feedbackrunde, welche es ermöglichte Grenzen solcher Veranstaltungen zu erschließen. Eine Grenze die hier genannt, und welche später wieder erwähnt wird, ist die Reichweite solcher Angebote und die selektive Teilnahme. Selten nehmen bereits weit rechts orientierte Menschen aus eigenem Bestreben an solchen Veranstaltungen teil, was sich im Falle dieses Seminars bestätigte. Anwesend waren Menschen, die bereits in irgendeiner Art sich mit Rechtsextremismus beschäftigen oder bereits engagiert sind. Doch ermöglichen solche Angebote bereits engagierten und interessierten Personen weitere konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erhalten und sie im Umgang mit rechten Tendenzen zu sensibilisieren. Der Austausch von Wissen und die Diskussion über Fragen und Probleme im Rahmen eines solchen Seminars ermöglichen vielschichtige Einblicke in eine komplexe Sachlage zu geben und neue Erkenntnisse zu erschließen.

Konkret empfanden wir als Forscher persönlich das Umfeld des Seminars sehr ansprechend, da neben den inhaltlichen Aspekten auch gemeinschaftliche Angebote vorhanden waren und zu einem netten Beisammensein einluden.

Was denken die Chefs dazu?

Die subjektive Wahrnehmung von leitenden Funktionären

Es folgt eine Analyse der vorliegenden Interviews. Gemeinsamkeiten und zentrale Aspekte werden herausgearbeitet und dargelegt. Ziel unserer Interviews war es herauszufinden, warum sich Gewerkschaften gegen Rechtsextremismus engagieren und wie sie das tun.

Unter rechtem Gedankengut werden in den Interviews folgende Adjektive zur Beschreibung genutzt. Dazu gehören die Begriffe „nationalistisch“, „rassistisch“. Darüber hinaus wird hiermit die Ausgrenzung von Menschengruppen und die Beschneidung ihrer Freiheit mit „rechtem Gedankengut“ verbunden.

Besonders ins Auge sticht bei allen Erläuterungen, dass die Geschichte der Gewerkschaften einen wichtigen Faktor zur Begründung des Engagements gegen Rechtsextremismus darstellt. Der historische Bezug stellt einen zentralen Punkt in allen Interviews dar. Deshalb sprechen die Funktionäre von einem „historischen Auftrag“ in den Interviews und nennen in diesem Zusammenhang die Verfolgung von Gewerkschaftsmitgliedern im dritten Reich als einen Grund für das gewerkschaftliche Engagement. Gewerkschaften werden seitdem sie gegründet sind als „internationalistisch“, „antirassistisch“ beschrieben. Die demokratisch orientierten Werte von Gewerkschaften werden in den Interviews besonders in den Fokus gesetzt. Zu diesen Werten zählt zum Beispiel die Vorstellung der Gleichheit der Menschen („alle sind gleich“)..

Zusätzlich wird das Selbstbild der Gewerkschaften von den Funktionären verdeutlicht. Gewerkschaften betrachten sich als Anlaufstelle für Engagement gegen Rechtsextremismus. Hierzu wird erwähnt, dass der DGB neben „ganzen Vereinen“ auch „kleineren Gruppierungen vor Ort“ Hilfe leistet mit den Worten “Kommt zu uns, macht […] bei uns mit!“.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Wahrnehmung von Problemen im Umgang mit Rechtsextremismus. Dass Probleme vorhanden sind, lässt sich in allen Interviews wiederfinden. Als „Riesenproblem“ werden vor allem die Statistiken wahrgenommen, dass überdurchschnittliche viele Gewerkschaftsmitglieder die AfD wählen. Besonders hervorgehoben wird von den Interviewten hierbei, dass in Gewerkschaftshochburgen wie dem Ruhrgebiet überdurchschnittlich oft die AfD gewählt wird. Zudem wird von den Interviewpartnern betont, dass sich der Umgang mit rechten Tendenzen innerhalb von Gewerkschaften problematisch darstellt. So tendieren einige der Funktionäre dazu, in den Dialog mit solchen Personen zu treten, während andere die Isolation bevorzugen. Darüber hinaus wird ein weiteres Problem in diesem Kontext genannt. Nämlich, dass auch Funktionäre innerhalb der Gewerkschaft abhängig von ihrer Belegschaft sind, da diese durch Wahlen ihr Amt bestimmen. Als weiteres Problem, welches mit den vorherigen in Verbindung steht, wird der „hierarchische“ Aufbau von Gewerkschaften genannt, welcher laut einem leitenden Funktionär anziehend auf Personen wirke, welche zu rechten Tendenzen neigen. Weiterer Handlungsbedarf wird von den leitenden Funktionären in dem Punkt gesehen, dass die Vermittlung von konstruktiven Argumenten und Konzepten gegenüber Rechtsextremisten sich schwierig gestaltet. Denn diese Konzepte seien für den einfachen Bürger oftmals zu komplex. Darüber hinaus betonen die Interviewpartner, dass es schwierig zu differenzieren sei, was als akzeptierbare Meinung einzustufen ist und was bereits klar rechtsextremistisch ist.

In den Interviews wird betont, dass Gewerkschaften ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus einen hohen Stellenwert beimessen. Als zentraler Aspekt der Lösungsansätze wird von allen leitenden Funktionären die „Bildungs-„ und „Aufklärungsarbeit“ von Gewerkschaften genannt. Deren Angebote beziehen sich im gewerkschaftlichen Kontext sowohl auf interne Mitglieder als auch externer Personen. Neben der Aufklärung von Funktionären mit internen Schulungen zur Erkennung und dem Umgang mit rechtsextremen Argumenten bieten Gewerkschaften viele Möglichkeiten auch für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. In den Interviews wird dargelegt, dass hierbei klassische Bildungsseminare, Vorträge, Diskussionsabende, Argumentationstrainings und auch Informationsmaterialen, Flyer und Onlineangebote zum vielfältigen Angebot des gewerkschaftlichen Engagements gegen Rechtsextremismus gehören.

Ein Problem in diesem Fall, welches den Verantwortlichen bewusst ist, ist, dass diese Angebote wahrscheinlich nur selektiv wahrgenommen werden. Ein Großteil der Personen, welche diese Angebote annehmen, sei bereits „antirassistisch“ eingestellt. Darüber hinaus betonen mehrere der interviewten Funktionäre, dass es für sie nur schwierig zu erkennen und überblicken sei, welche Mitglieder nun wirklich durch rechte Gedanken geprägt seien und welche nicht, solange diese Einstellungen nicht offen artikuliert werden.

Ein leitender Funktionär des DGB betont zudem einen weiteren Lösungsansatz von Gewerkschaften, welcher im direkten öffentliche. Auftreten in Form von Protesten und Märschen liege. Hierdurch werde es möglich, öffentlichkeits- und medienwirksam auf die zunehmende Verbreitung rechtsextremer Einstellungen hinzuweisen und ein klares Statement im Namen der gewerkschaftlichen Organisation gegen den Rechtsextremismus abzugeben.

In diesem Kontext wird von gleich mehreren der interviewten Funktionäre betont, dass Rechtsextremismus gesamtgesellschaftlich entgegengetreten werden müsse. In diesem Zusammenhang wird in den Interviews von gewerkschaftlicher Seite gefordert, dass besonders die Politik und die bürgerliche Mitte sich klar von rechten Tendenzen abgrenzen und sich für demokratische Werte aussprechen, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Zusammenfassend sind in der Analyse der von uns bei leitenden Gewerkschaftsfunktionären durchgeführten Interviews folgende Punkte als zentral festzuhalten. Den Gewerkschaften ist ein Rechtsruck auch innerhalb ihrer Organisationen bewusst. Ein Problembewusstsein ist klar und deutlich vorhanden. Die Probleme zeigen sich sehr vielschichtig und lassen sich in manchen Fällen nicht gezielt angehen. Als Lösungsansatz, besonders in aktueller Zeit, wird die politische Bildung und Aufklärung angesehen, die jedoch nicht alleine von den Gewerkschaften getragen werden kann, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem angegangen werden muss. Das Engagement der Gewerkschaften wird historisch begründet und mit ihren Werten fundiert. Diese zentralen Aspekte finden sich in allen Interviews wieder. Immer wieder betont werden die Werte, wie zum Beispiel Chancengleichheit, und die Historie von Gewerkschaften im Verhältnis zum Rechtsextremismus (Verfolgung und Gleichschaltung im dritten Reich; Neugründung in der Nachkriegszeit; Festlegung von Antirassismus in der Satzung). Beispielsweise wird von einem Funktionär explizit erwähnt, dass durch Bildungsarbeit nicht unbedingt die richtige Zielgruppe erreicht wird, sondern bereits engagierte und interessierte Personen. Auch die Erkenntnis, dass Gewerkschaften nicht alleine alles bewegen können ist unter den Interviewten verbreitet. So bilden Gewerkschaften zwar einen Pfeiler der Gesellschaft, doch sie sind auch ein Spiegelbild dieser. Gewerkschaften sind ein zentraler Akteur der Gesellschaft oder auch eine Säule dieser Republik. Die Funktionäre verdeutlichen in diesem Rahmen, das sich aus der Tatsache, dass Gewerkschaften ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen, die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Vorgehens erschließe.

Als Lösungsansatz dieses Problems (die Interviews zeigen, dass Gewerkschaften auch noch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen haben) wird im breiten Konsens die Bildungs- und Aufklärungsarbeit betrachtet. Insgesamt ergibt sich aus den Experteninterviews, dass die Gewerkschaften bereits auf die Prozesse innerhalb der Gesellschaft reagieren, ein Verständnis von den Problemen besitzen und versuchen diesen durch ihre Lösungsansätze entgegen zu treten.

Das Beste kommt zum Schluss

Gesicht zeigen: eine gesellschaftliche Aufgabe

Zusammenfassend lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

Gewerkschaften sind durch ihre prägende Geschichte von Beginn an “antirechts” orientiert. Demokratische Werte gehören zum Selbstverständnis der Gewerkschaften. Doch sind die Gewerkschaften in den letzten Jahren unter Druck geraten und haben mit einigen fundamentalen Problemen zu kämpfen. Die Situation, in der sich Gewerkschaften befinden, kann dabei als Dilemmata beschrieben werden. Auf der einen Seite betrachten diese sich als demokratische und antirassistische Organisationen und als einen wichtigen Teil der Gesellschaft. Auf der anderen Seite sind rechte Tendenzen ein Teil der Gesellschaft und finden sich dementsprechend auch in Gewerkschaften wieder, wie es in der Spiegelthese angedeutet wird. Die überdurchschnittliche Wahl von rechtsorientierten Parteien durch Gewerkschaftsmitglieder sticht hierbei ins Auge. Durch den Beitritt zu einer Gewerkschaft verändert sich nicht zwangsläufig die politische Orientierung einer Person. Ein weiteres Dilemmata ist, dass Gewerkschaften auf ihre Mitglieder angewiesen sind. Im Besonderen sind die Funktionäre auf die Stimmen der Mitglieder in ihrem Betrieb angewiesen, da ihre Position ein Wahlamt ist. Eine andere kontrovers diskutierte Frage in diesem Kontext ist auch, ab wann eine politische Meinung den Betriebsfrieden stört. Es liegt in der Natur des Problems, dass hier zunächst eine Einigkeit innerhalb der Gewerkschaft selbst nötig ist, um die vorherige Frage zu beantworten.

Um jedoch diesen Tendenzen überhaupt begegnen zu können setzten Gewerkschaften viel auf politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Dies wird auch in den von uns geführten Experteninterviews deutlich. So werden nicht nur Funktionäre im Umgang mit rechten Tendenzen geschult, sondern es werden verschiedene Angebote auch für sonstige Mitglieder sowie für die Öffentlichkeit geboten. Ein Problem, dass hinter solchen Angeboten steckt und den von uns interviewten Funktionären bekannt ist, ist dass Selektionseffekte dafür sorgen können, dass nur bereits aufgeklärte Mitglieder sich angesprochen fühlen. Denn einen Zwang zur Teilnahme an solchen Seminaren können die Funktionäre nicht aussprechen.

Im Rahmen der von uns geführten Interviews wird deutlich dass sich die deutschen Gewerkschaften all diesen Problemen bewusst sind. Deshalb versuchen sie gezielt Programme zu entwickeln, um diese lösen zu können. Ob dies gelingt wird sich in Zukunft zeigen. Doch um es in den Worten eines leitenden Funktionärs des DGB zu sagen, ist dieses Thema eine “gesamtgesellschaftliche Aufgabe”. Wie mit rechten Tendenzen umgegangen wird, entscheidet sich innerhalb der gesamten Gesellschaft, denn dort wird der Umgang legitimiert.

Zu guter Letzt folgt noch ein kleiner Appell an alle: Nicht nur die Gewerkschaften sind ein Träger der Gesellschaft, sondern jeder Einzelne trägt eine Verantwortung. Unser friedliches Miteinander ist nicht selbstverständlich. Täglich handeln Menschen und engagieren sich in der Gesellschaft. Rechtsextremismus und Rechtspopulismus stellen ein Problem für alle da. Darüber lässt sich zwar streiten. Doch betrachtet man es prinzipiell, dann entscheidet ethnischer Determinismus nicht darüber, ob ein Mensch in eine Gesellschaft passt oder nicht. Das Entscheidende ist, welche Normen und Werte ihn leiten. Jeder sollte und kann sich gegen Rechtsextremismus und Populismus engagieren. Viele Möglichkeiten sind gegeben. Sei es in Organisationen, wie dem DGB oder Gewerkschaften, oder auch als Einzelperson. Vorhandene Organisationen bieten hierzu bereits vorhandene Strukturen und können große Hilfe leisten. Besonders erleichtern diese die Vernetzung mit anderen Engagierten. Doch auch der Einzelne kann etwas tun, wie es sich während der “Flüchtlingskrise” zeigte. Spontane Zusammenschlüsse und einzelne spendeten für Flüchtlinge und sorgten für spektakuläre Bilder von ausverkauften Bahnhöfen und bergeweise Essen und Trinken. Nichts spricht dagegen, dass es im Kampf gegen Rechtsextremismus genauso aussieht. Jeder kann dafür sorgen, dass sich Hass und Intoleranz nicht verbreiten. Auch Faktenwissen allein hilft bei der Argumentation gegen rechts. Hieran knüpfen auch einige der vielen gewerkschaftlichen Programmatiken und Kampagnen gegen Rechtsextremismus an, welche im Rahmen dieses Blogeintrags vorgestellt wurden Exemplarisch genannt seien an dieser Stelle die 21 Argumente gegen Rechtspopulismus, welche der DGB NRW herausgegeben hat Wir wissen alle, wohin Hass und Intoleranz führen kann. Kriege und Genozide sind keine Phänomene der Vergangenheit. Rassistische Verfolgung ist auch in der heutigen Welt allgegenwärtig. Nichts garantiert, dass es nicht wieder so weit wie in den 30er und 40er Jahren kommen kann. Die einzige Garantie die wir haben ist unser Engagement, unser Handeln. So liegt es am Ende an uns, die Freiheit der Menschen zu wahren. Darum lasst es euch nicht nehmen, die Zukunft unserer Gesellschaft selber zu gestalten: Für eine Welt der Offenheit und Toleranz. Für eine Welt in Frieden. Für eine Welt in Gerechtigkeit. Letztlich für eine bessere Welt für uns, unsere Kinder und alle, die sie bevölkern.

Ein Beitrag von Alper Eker, Marcel Leite und Falk Rekow 

Literaturverzeichnis

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Bilderverzeichnis

Lizenzfreie Bilder. Im Internet unter: www.pixabay.com.

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