{"id":498,"date":"2018-10-04T10:19:14","date_gmt":"2018-10-04T08:19:14","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=498"},"modified":"2018-10-04T10:20:29","modified_gmt":"2018-10-04T08:20:29","slug":"zivile-seenotrettung-als-zivilgesellschaftliches-protestver-halten-gegen-die-festung-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=498","title":{"rendered":"Zivile Seenotrettung als zivilgesellschaftliches Protestverhalten gegen die \u201eFestung Europa\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/echo360.rub.de:8443\/ess\/portal\/section\/17583c32-412a-46fe-809d-fee924b5d8f3\">Link zum Video<\/a><\/p>\n<p>Unser Seminar an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum im Sommersemester 2018 tr\u00e4gt den Titel \u201elokales Engagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe in europ\u00e4ischen Zusammenh\u00e4ngen\u201c. Zu Beginn besch\u00e4ftigten wir uns mit verschiedenen Engagementformen der Fl\u00fcchtlingshilfe in der Ruhr-Region und betrachteten anschlie\u00dfend andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. Nach der theoretischen Betrachtung des Gefl\u00fcchtetenengagements stellte sich f\u00fcr uns die Frage: Welches Thema wollen wir \u00fcberhaupt behandeln und was wird unsere Fallstudie? Schnell wurden wir uns einig. Es sollte das Thema \u201eFlucht und Migration im europ\u00e4ischen Kontext\u201c werden. Jetzt musste nur noch der Untersuchungsgegenstand gefunden werden. Aus pers\u00f6nlichem Interesse und wegen des lokalen Bezugs kamen wir auf RESQSHIP, einen gemeinn\u00fctzigen Verein, der im Juni 2017 gegr\u00fcndet wurde. Der bundesweite Verein f\u00fcr zivile Seenotrettung hat mehrere Regionalgruppen und eben auch eine in Bochum. Auf ihrer Homepage schreibt RESQSHIP:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZum Selbstverst\u00e4ndnis unserer Crew geh\u00f6rt, dass die derzeitige Situation an den Au\u00dfengrenzen Europas nicht akzeptierbar ist: Sie widerspricht dem Gedanken einer freien, offenen und toleranten Weltgemeinschaft, in der Menschenleben als wertvoll und sch\u00fctzenswert betrachtet wird.\u201c (RESQSHIP, 2018)<\/p><\/blockquote>\n<p>Zivile Seenotrettung als solches steht aus deutscher Sicht schon in einem europ\u00e4ischen Kontext, da Deutschland an keine Gew\u00e4sser grenzt, in welchen zivile Seenotrettung zu finden w\u00e4re. Wie kommt also ein deutscher Verein dazu, sich f\u00fcr zivile Seenotrettung zu engagieren?<!--more--><\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525717909\"><\/a>Der Hintergrund \u2013 Mare Nostrum vs. Triton<\/h2>\n<p>Um diese Frage zu beantworten, m\u00fcssen wir ein paar Jahre in der Zeit zur\u00fcckgehen. Genauer gesagt in das Jahr 2013. Am 3. Oktober dieses Jahres ereignete sich eines der bis dato schlimmsten Schiffsungl\u00fccke von Bootsfl\u00fcchtlingen auf dem Weg Richtung Europa \u2013 366 Personen kamen ums Leben (Lizzy\/Neslen, 2015). Nur ein paar Tage sp\u00e4ter folgte erneut ein Schiffsungl\u00fcck zwischen Malta und Lampedusa. Die Zahl der Todesopfer stieg auf \u00fcber 600 (Musaro, 2016). Die italienische Regierung reagierte auf diese Ungl\u00fccke indem sie am 18. Oktober 2013 eine Marine-Operation mit dem Namen Mare Nostrum ins Leben rief (Ministero della Difesa). Die milit\u00e4rische und humanit\u00e4re Operation hatte zum Ziel:<\/p>\n<blockquote><p>\u201etackling the humanitarian emergency in the Strait of Sicily, due to the dramatic increase in migration flows.\u201c (ebd.) Das Mandat beinhaltete: \u201esafeguarding human life at sea, and bringing to justice human traffickers and migrant smugglers.\u201c (ebd.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die italienische Marine patrouillierte auf dem Mittelmeer eine Fl\u00e4che von 70.000 Quadratmetern (Davies und Neslen, 2014), die nicht nur italienisches Gew\u00e4sser abdeckte, sondern auch die Search&amp; Rescue-Zonen von Lybien und Malta miteinschloss (European Political Strategy Center, 2017). Im Jahr 2014 wurden \u201emindestens die H\u00e4lfte der rund 218.000 Menschen, die [in diesem Jahr] auf dem Seeweg die EU erreichten\u201c durch Mare Nostrum sicher ans Festland gebracht (The Guardian, 2015). Trotzdem starben 2014 mehr als 3.500 Menschen, die \u00fcber das Mittelmeer versuchten Europa zu erreichen (UNHCR). Eine L\u00f6sung auf europ\u00e4ischer Ebene, zu der bspw. Cecilia Malmstr\u00f6m; ehem. Kommissarin f\u00fcr Innenpolitik der EU, das B\u00fcro des UN-Hochkommissars f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (UNHCR), der Menschenrechtskommissar des Europarats und der Generaldirektor der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) aufriefen, blieb mehr oder weniger aus (ebd.). Trotz der wichtigen Arbeit der Operation, stellte die italienische Regierung Mare Nostrum am 31. Oktober 2014 wieder ein. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren zum einen die hohen Kosten, sie sprengten den geplanten Rahmen um ein Vielfaches, zum anderen Missmut dar\u00fcber, diese eigentlich europ\u00e4ische Aufgabe alleine verantworten zu m\u00fcssen (Koller, 2017). Bei einem Treffen zwischen dem damaligen italienischen Innenminister, Angelino Alfano, und der ehem. EU-Kommissarin, Cecilia Malmst\u00f6m, wurde ein neues Frontex-Programm beschlossen, welches im November 2014 startete und Triton hei\u00dfen sollte.<\/p>\n<p>Das Mandat:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eThe role of Frontex is key to ensure effective border control in the Mediterranean region, and at the same time to provide assistance to persons or vessels in distress. Frontex is entrusted with assisting Member States in circumstances requiring increased technical assistance at the external borders, taking into account that some situations may involve humanitarian emergencies and rescue at sea. Although Frontex is neither a search and rescue body nor does it take up the functions of a Rescue Coordination Centre, it assists Member States to fulfil their obligation under international maritime law to render assistance to persons in distress.\u201c <\/em><em>(Europ\u00e4ische Kommission, 2014)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Verglichen mit Mare Nostrum zielt die Triton-Operation prim\u00e4r auf Grenzschutz- und weniger auf Rettungsoperationen ab. Auch die Kosten der beiden Operationen unterscheiden sich wesentlich. Mare Nostrum hatte finanzielle Mittel von 9Mio. \u20ac pro Monat, w\u00e4hrend die Triton-Operation ein Budget von 2,9Mio. \u20ac umfasst. Sieht man sich die Zahlen der Rettungsmissionen, die Mare Nostrum und Triton gefahren sind, im Vergleich an, stellt man fest, dass letztere signifikant weniger Rettungen j\u00e4hrlich durchf\u00fchrten und die Todeszahlen im Mittelmeer gestiegen sind (Scherer &amp; Di Giorgio, 2014). Die entstandene L\u00fccke, durch das Wegbrechen von Mare Nostrum und die damit fehlenden Search&amp; Rescue Missionen, f\u00fcllen Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Lag ihr Anteil an Seenotrettungen auf dem Mittelmeer 2014 noch bei 0,87 Prozent, erh\u00f6hte sich dieser 2015 auf 13,17 Prozent und 2016 auf 26,23 Prozent (Faktenfinder Tagesschau, 2017).<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525717910\"><\/a>Unser Fallbeispiel: RESQSHIP<\/h2>\n<p>Und hier schlie\u00dft sich der Bogen zu unserem Fallbeispiel: RESQSHIP. Denn auch sie haben das Ziel Search &amp; Rescue-Missionen zu unterst\u00fctzen. So schreiben sie auf ihrer Homepage:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs ist unsere humanit\u00e4re Pflicht, Menschen in h\u00f6chster Not zu helfen und sie vor dem Tod durch Ertrinken zu retten. Solange die Ursachen f\u00fcr die Flucht nicht beseitigt worden sind, werden Menschen auf dem Mittelmeer sterben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Mitglied von RESQSHIP, Charlott, erkl\u00e4rt sich zu einem Interview mit uns bereit. Wir sprechen mit ihr \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnde sich zu engagieren und \u00fcber das Engagement von RESQSHIP im Allgemeinen. Das gibt uns die M\u00f6glichkeit, mehr \u00fcber die Motivation f\u00fcr das Engagement in der zivilen Seenotrettung zu erfahren. Das ist wichtig, da wir mit unserer Fallstudie herausfinden wollen, inwiefern dem Engagement in der zivilen Seenotrettung Protestcharakter innewohnt und sich dieser Protest gegen eine \u201eFestung Europa\u201c richtet.<\/p>\n<p>Vergleicht man die zivile Seenotrettung mit anderen Engagementformen der Gefl\u00fcchtetenhilfe, so lassen sich wesentliche Unterschiede feststellen. Zum einen steht die zivile Seenotrettung viel st\u00e4rker im \u00f6ffentlichen Fokus als andere Engagementformen und zum anderen ist sie harscher Kritik ausgesetzt. Ein Beispiel hierf\u00fcr sind die Berichte aus den vergangenen Wochen in denen es um Boote vereinzelter NGOs ging, denen tagelang das Anlegen an europ\u00e4ische H\u00e4fen untersagt wurde, deren Besatzungen vor Gericht verklagt wurden und denen vorgeworfen wird, sie w\u00fcrden das Schlepper-Gesch\u00e4ft ankurbeln und ein Pull-Faktor f\u00fcr die Flucht nach Europa sein. Nicht zuletzt durch die Arbeit der NGOs ist das Thema Seenotrettung auf der politischen Agenda der europ\u00e4ischen Regierungen vertreten und wird dort und in der \u00d6ffentlichkeit kontrovers diskutiert. Trotz der genannten H\u00fcrden mit denen die zivile Seenotrettung zu k\u00e4mpfen hat, besteht das Engagement weiter und hat sich sogar vergr\u00f6\u00dfert. Sind es allein humanit\u00e4re Gr\u00fcnde, die sie dazu motiviert auf hohe See zu fahren oder kann das Engagement als Protestverhalten betrachtet werden? Wir m\u00f6chten uns dem Thema in unserer Forschungsarbeit ann\u00e4hern und fragen: Kann die zivile Seenotrettung als Protestverhalten gegen die \u201eFestung Europa\u201c betrachtet werden? Um diese Frage zu beantworten, definieren wir zuerst einmal Protestverhalten, untersuchen daraufhin die Aktivit\u00e4ten des Vereins RESQSHIP und lassen anschlie\u00dfend das Interview mit Charlott von RESQSHIP einflie\u00dfen, die uns stellvertretend f\u00fcr die Vereinsmitglieder erz\u00e4hlt hat, worum es ihnen geht.<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc525717911\"><\/a>Theorie<\/h1>\n<p>Um das Thema der zivilen Seenotrettung in den Kontext unseres Seminars einzubetten, haben wir uns n\u00e4her mit der Engagementforschung auseinandergesetzt. Zum ehrenamtlichen Engagement im Rahmen der zivilen Seenotrettung gibt es bisher keine explizite Forschung. Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte die relativ junge Geschichte der zivilen Seenotrettung sein (siehe Einf\u00fchrung). In dem Sammelband \u201eEngagement und Zivilgesellschaft &#8211; Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht\u201c, herausgegeben von Thomas und Anna Wiebke Klie, befasst sich ein Kapitel mit zivilgesellschaftlichem Engagement in Deutschland und Europa (Blinkert\/Klie, 2018: 339-424). Nachfolgend dient uns dieses als Grundlage.<\/p>\n<p>Den Untersuchungen von Blinkert und Klie liegen Daten des European Social Survey (ESS) f\u00fcr den Zeitraum von 2002 bis 2012 zugrunde. Blinkert und Klie (ebd.: 342) unterscheiden drei Dimensionen zivilgesellschaftlichen Engagements:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;1. Volunteering (\u201eEhrenamtlichkeit\u201c): die Mitarbeit in Initiativen bzw. Organisationen mit gemeinn\u00fctzigem Charakter;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">2. Konventionelles politisches Engagement: Kontakt mit Politikern, Mitarbeit in Parteien und Aktionsgruppen;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">3. Politisches Engagement mit Protestcharakter.&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Zuge der sogenannten Fl\u00fcchtlingskrise (ab 2015) war besonders das Volunteering im medialen Diskurs sehr pr\u00e4sent und begann wissenschaftliches Interesse zu wecken. F\u00fcr unsere Fallstudie m\u00f6chte wir die Dimension des politischen Engagements mit Protestcharakter genauer beleuchten. Blinkert und Klie stellen fest, dass die Indikatoren f\u00fcr diese Dimension eines gemein haben, \u201e[\u2026] es handelt sich um Aktivit\u00e4ten, die im Allgemeinen au\u00dferhalb eines institutionellen Rahmens stattfinden und Protestcharakter haben [\u2026]\u201c (ebd.: 349). Den Ergebnissen von Blinkert und Klie zufolge &#8222;ist das \u00bbProtest-Engagement\u00ab in Deutschland bis 2012 sehr deutlich gestiegen\u201c (ebd.: 359). Das Erkenntnisinteresse unserer Arbeit liegt darin, zu untersuchen, inwiefern die zivile Seenotrettung als zivilgesellschaftliches Protestverhalten nach Blinkert und Klie betrachtet werden kann und weiter sich gegen ein \u201eFestung Europa\u201c positioniert. Untersuchungsgegenstand unserer Arbeit ist RESQSHIP, ein gemeinn\u00fctziger Verein f\u00fcr die zivile Seenotrettung (RESQSHIP, 2018).<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc525717912\"><\/a>Analyse<\/h1>\n<h2><a name=\"_Toc525717913\"><\/a>Hintergr\u00fcnde\/Motivation<\/h2>\n<p>Wer protestiert f\u00e4llt auf. Das sieht man auch an den von Blinkert und Klie eingef\u00fchrten Indikatoren des politischen Engagements mit Protestcharakter. Die Frage dahinter ist jedoch, neben den von Blinkert und Klie angef\u00fchrten Indikatoren, was bewegt Menschen vorrangig diese Dimension des zivilgesellschaftlichen Engagements auszu\u00fcben? Im Interview mit Charlott von RESQSHIP zeigte sich, dass sie sich sehr bewusst f\u00fcr die zivile Seenotrettung entschieden hatte. Grundlage war f\u00fcr sie das gro\u00dfe Schiffsungl\u00fcck vor Lampedusa 2013. In ihrer Antwort auf die Frage nach ihrer Motivation \u201eweshalb sie sich gerade bei RESQSHIP engagiert\u201c geht sie deutlich auf den Protestcharakter ein:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs kann nicht sein, dass bei der heutigen politischen Lage und [\u2026] bei der gesellschaftlichen Situation immer noch Menschen, die fl\u00fcchten m\u00fcssen, bei ihrer Flucht ertrinken\u201c (Interview RESQSHIP: 3:00-3:25).<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses Statement bringt einen deutlichen Widerwillen von Charlott gegen\u00fcber der politischen Handhabung der Seenotrettung im Mittelmeer zum Ausdruck. Diesen Widerwillen kann man ebenfalls als Grundlage f\u00fcr das Protestverhalten der Organisation sehen, da sie als Vertreterin der Organisation mit uns gesprochen hat. Die Passage aus dem Interview deutet darauf hin, dass die Bereitschaft sich zivilgesellschaftlich zu engagieren aus politischem Interesse entspringt (Blinkert\/Klie, 2018: 392).<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525717914\"><\/a>Ziel Organisation<\/h2>\n<p>Blinkert und Klie thematisieren ebenso, dass die Trennlinie zwischen politischem Engagement mit Protestcharakter und konventionellem Engagement nicht trennscharf ist (Blinkert\/Klie,2018: 358). Es zeigt sich im Interview mit Charlott, dass die politische Dimension der Seenotrettung zwar nicht im unmittelbaren Vordergrund steht, jedoch ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist. Das vorrangige Ziel von RESQSHIP ist \u2013 wie bereits in dem Beitrag angebracht \u2013 die humanit\u00e4re Hilfe: Menschen vor dem Ertrinken zu retten und andere Menschen auf die Notlage anderer aufmerksam zu machen. RESQSHIP leistet hier \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rungsarbeit und informiert die Menschen: \u201ewie sieht es gerade auf den Fl\u00fcchtlingsrouten aus, wie ist die aktuelle Lage, zum Beispiel in Libyen oder den Camps, die da eben in Libyen sind\u201c (Interview RESQSHIP: 5:03-5:34). Mit dem zivilgesellschaftlichen Engagement, das jedes Mitglied der Organisation leistet, engagieren sie sich durch die \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rungsarbeit auch politisch (Interview RESQSHIP: 5:03-5:34). Eine weitere Interviewsequenz unterstreicht dies noch einmal. Hier fordert Charlott, im Namen der Organisation RESQSHIP, dass die EU ein eigenes, \u201eein staatliches Seenotrettungsprogramm [&#8230;] ins Leben rufen sollte und m\u00fcsste\u201c (Interview REQSHIP: 11:04-11:47) und spricht in Folge das 2014 eingestellte Seenotrettungsprogram <em>Mare Nostrum<\/em> sowie die <em>FRONTEX<\/em>-Operation an. Eine deutliche Kritik an dem derzeitigen Status Quo zeichnet sich sowohl darin aus, dass die Organisation der Meinung ist, solange es kein staatliches Rettungsprogramm gibt \u201em\u00fcssen das zivile Seenotretter \u00fcbernehmen und die \u00fcbernehmen damit eine staatliche Aufgabe\u201c (Interview REQSHIP: 11:04-11:47), als auch darin, dass Charlott klar sagt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eunsere Arbeit g\u00e4be es nicht, wenn wir nicht irgendwie ja den Staat dabei ersetzen m\u00fcssten und da nat\u00fcrlich auch irgendwo indirekt gegen den Staat [&#8230;] protestieren, rebellieren, was auch immer, w\u00fcrden\u201c (Interview REQSHIP: 12:46).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die sekund\u00e4ren Ziele der Organisation: die \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rungsarbeit, die Kritik am Status quo, wie auch Charlotts pers\u00f6nliche Motivation, unterstreichen das Ergebnis von Blinkert und Klie, dass die Trennlinie zwischen politischen Engagement mit Protestcharakter und konventionellem Engagement nicht trennscharf ist. Die Organisation spricht immer wieder an, welche L\u00fccken der Status quo aufweist und thematisiert somit die politischen Schw\u00e4chen. Im Interview mit Charlott wird dies besonders deutlich, als wir ihr unsere Forschungsfrage vorstellten und sie nach ihrer Meinung fragten.<\/p>\n<p>Die Aussagen und das damit einhergehende Verhalten zeigen einen deutlichen Protestcharakter gegen\u00fcber dem politischen Status quo, denn Proteste sind meist laut und \u00f6ffentlich. Der Aspekt der \u00f6ffentlichen Aufkl\u00e4rung ist ein wichtiges Indiz daf\u00fcr, dass das politische Engagement von RESQSHIP in der zivilen Seenotrettung einen deutlichen Protestcharakter besitzt, welcher sich gegen die Festung Europas richtet.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525717915\"><\/a>Zivile Seenotrettung als zivilgesellschaftliches Engagement mit Protestcharakter?<\/h2>\n<p>Um also zu untersuchen, ob die zivile Seenotrettung als politisches Engagement mit Protestcharakter betrachtet werden kann, m\u00fcssen wir die Charakteristika von Blinkert und Klie f\u00fcr ebendiesen Engagementbereich genauer in Augenschein nehmen. Politisches Engagement mit Protestcharakter ist demnach durch die folgenden vier Indikatoren zu charakterisieren: das Tragen von Protestsymbolen, das Unterschreiben von Petitionen, die Teilnahme an Demonstrationen sowie das Boykottieren von Produkten (Blinkert\/Klie, 2018: 349). F\u00fcr das Fallbeispiel der zivilen Seenotrettung erscheint letzteres, also das Boykottieren von Produkten, irrelevant, weswegen wir es in unserer Analyse weglassen.<\/p>\n<p>Erster Ansatzpunkt ist eine im Sommer 2017 gestartete Petition der Organisation RESQSHIP auf der Onlineplattform change.org<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> , mit dem Ziel, die \u201eSchulung und Finanzierung der \u201alibyschen K\u00fcstenwache\u2019\u201c zu stoppen. Die Petition richtet sich an nationale sowie europ\u00e4ische PolitikerInnen (bspw. Jean-Claude Juncker, Federica Mogherini, Angela Merkel oder Dimitris Avramopoulos) und bezieht sich auf den seit Oktober 2016 stattfindenden Aufbau einer \u201elibyschen K\u00fcstenwache\u201c, welcher durch EU-Gelder finanziert wird (Change.org, 2018). Die Petition l\u00e4sst bereits auf die politische Motivation der Organisation innerhalb ihres thematischen Schwerpunktes schlie\u00dfen, grenzt sich allerdings noch nicht klar von konventionellem politischen Engagement ab. W\u00e4hrend unseres Interviews mit Charlott (im Rahmen unseres Seminars) wird jedoch deutlich, das konventionelles politisches Engagement nicht das Selbstverst\u00e4ndnis der Organisation wiederspiegelt: \u201e[\u2026] wir beeinflussen durch unsere Arbeit indirekt die Politik und versuchen das, aber wir k\u00f6nnen und wollen nat\u00fcrlich auch keinen direkten Einfluss leisten\u201c (Interview RESQSHIP: 6:36 min).<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc525717916\"><\/a>Wie l\u00e4sst sich das Engagement der Mitglieder von RESQSHIP also vom konventionellen politischen Engagement abgrenzen?<\/h3>\n<p>Seit dem verst\u00e4rkten medialen Interesse an der zivilen Seenotrettung, ausgel\u00f6st durch die Trag\u00f6die um die ausharrende \u201eMission Lifeline\u201c im Juni diesen Jahres, lassen sich besonders zwei Indikatoren (das Tragen von Protestsymbolen und die Teilnahme an Demonstrationen) f\u00fcr das Protestverhalten der Organisation herausstellen. Beide sind eng miteinander verbunden. In den vergangenen Monaten, Juli und August 2018, veranstaltete RESQSHIP in Kooperation mit anderen Organisationen vermehrt Demonstrationen, wobei die Farbe Orange als Protestsymbol allgegenw\u00e4rtig war und ist. Das Tragen der Farbe Orange, als Anspielung auf die Farbe von Rettungswesten, soll die Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten symbolisieren und ein Zeichen f\u00fcr die zivile Seenotrettung setzen (Frankfurter Rundschau, 2018). Auch Mitglieder von RESQSHIP waren im Juli und August mit orangefarbenen Rettungswesten sowie weiteren orangefarbenen Accessoires ausgestattet bei Demonstrationen, unter anderem in Essen, Freiburg, Mainz und Hamburg, zu finden (vgl. RESQSHIP, 2018b; Allgemeine Zeitung, 2018; Frankfurter Rundschau, 2018).<\/p>\n<p>Auch das Logo von RESQSHIP beinhaltet bereits die Farbe Orange und l\u00e4sst zudem auf einen Rettungsring innerhalb des Logos schlie\u00dfen. Weiterhin gehen die zivilen Seenotretter, wie auch das j\u00fcngste Beispiel um die Crew der \u201eMission Lifeline\u201c zeigt, bewusst das Risiko der Verhaftung durch (s\u00fcd-)europ\u00e4ische Beh\u00f6rden ein. Doch nicht nur die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung durch europ\u00e4ische Staaten bedeutet ein Risiko f\u00fcr die Engagierten, sie m\u00fcssen au\u00dferdem bef\u00fcrchten, durch die libysche K\u00fcstenwache, teils mit Waffengewalt, bedroht zu werden (RESQSHIP, 2018). Das bewusste in Kauf nehmen des beschriebenen Risikos grenzt das Engagement der Seenotretter deutlich von den Dimensionen Volunteering und konventionellem politischen Engagement ab.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc525717917\"><\/a># DayOrange \u2013 RESQSHIP als Teil einer neuen sozialen Bewegung in orange?<\/h2>\n<p>Als wir angefangen haben, uns mit der zivilen Seenotrettung im Rahmen des Engagements f\u00fcr Gefl\u00fcchtete zu besch\u00e4ftigen, war RESQSHIP blo\u00df ein kleiner neugegr\u00fcndeter Verein, welcher relativ unbekannt war. Der gesamte Diskurs \u00fcber die zivile Seenotrettung war eher eine Randerscheinung und medial nur punktuell von Interesse. Durch die vergangene Entwicklung im Mittelmeer, dass zivilen Seenotrettungsschiffen wie der \u201eMission Lifeline\u201c, der \u201eAquarius\u201c oder der \u201eIuventa\u201c die Einfahrt in s\u00fcdeurop\u00e4ische H\u00e4fen verweigert wird, gewinnt das Thema sowohl an medialer Pr\u00e4senz als auch an zivilgesellschaftlichem Aktionismus.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn den letzten Wochen sind in Deutschland 50.000 Menschen auf die Stra\u00dfe gegangen, um gegen die Situation im Mittelmeer, die Kriminalisierung von Seenotrettung und f\u00fcr sichere H\u00e4fen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, zu demonstrieren [\u2026]\u201c (RESQSHIP, 2018b).<\/p><\/blockquote>\n<p>K\u00f6nnen wir von dem Beginn einer neuen sozialen Bewegung sprechen? Neue soziale Bewegungen sind, genau wie \u201ealte\u201c soziale Bewegungen (bspw. die Arbeiterbewegung), gesellschaftlichen Ursprungs. Der Unterschied: sie sind zielorientiert organisiert. Sie entstehen, weil Menschen ihrem Willen Geh\u00f6r verschaffen wollen und diesen auch m\u00f6glichst durchsetzen wollen (Institut f\u00fcr Soziale Bewegungen, 2018). Um ihr Ziel, also \u201e[\u2026] ihre spezifische Vorstellung von einer erstrebenswerten Beschaffenheit der Gesellschaft\u201c, durchzusetzen (ebd.), bedienen sie sich \u201everschiedener Formen sozialen Protests [\u2026]\u201c (ebd.).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSeebr\u00fccke nennt sich die Bewegung, die vor einem Monat mit einer Demonstration in Berlin startete, aber l\u00e4ngst an allen m\u00f6glichen Orten in Deutschland vertreten ist. Viele ihrer Mitglieder vernetzen sich \u00fcber Facebook, Rettungswestenorange ist die gemeinsame Farbe\u201c (taz.de, 2018).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die neue Bewegung in orange ist zielgerichtet: gegen das Sterben im Mittelmeer, f\u00fcr die Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine andere europ\u00e4ische Fl\u00fcchtlingspolitik. Die Bewegung Seebr\u00fccke wird von mehr als 70 zivilgesellschaftlichen Organisationen unterst\u00fctzt. Darunter sind nat\u00fcrlich Organisationen mit dem thematischen Schwerpunkt der zivilen Seenotrettung (bspw. RESQSHIP e.V., Sea-Watch, Jugend rettet etc.), aber auch Organisationen wie Oxfam Deutschland e.V., Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte, Chaos Computer Club Berlin e.V., DiEM25 und viele mehr. Auf der Webseite der Bewegung findet sich der Aufruf: \u201eZeige die Farbe Orange \u00fcberall als Zeichen der grenzenlosen Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten und der Seenotrettung. Trage ein orangefarbenes Tuch \u2013 als Halstuch, am Rucksack, um das Halsband deines Hundes, oder h\u00e4nge eine orangene Fahne aus deinem Fenster. So ist f\u00fcr alle klar, dass du dich f\u00fcr sichere Fluchtwege und Seenotrettung stark machst\u201c (Seebr\u00fccke, 2018). Bis Mitte August (15.08.2018) haben mit Unterst\u00fctzung der Seebr\u00fccke bereits 110 Aktionen (Demonstrationen, Mahnwachen etc.) in ganz Deutschland stattgefunden, bis zum 10. September sind weitere 32 Aktionen geplant (Seebr\u00fccke, 2018). Um bei dem Kommentar der taz.de zu bleiben:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEin liberal-humanistischer Minimalkonsens quasi, der hier verteidigt wird.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h1><a name=\"_Toc525717918\"><\/a>Fazit<\/h1>\n<p>Nachdem nun die verschiedenen Charakteristika politischen Engagements mit Protestcharakter beleuchtet wurden, machen wir eine kurze Zusammenfassung, um anschlie\u00dfend unsere Forschungsfrage zu beantworten. Wir haben untersucht, inwiefern RESQSHIP die spezifischen Charakteristika f\u00fcr politisches Engagement mit Protestcharakter aufweist. Dazu z\u00e4hlten: das Unterschreiben von Petitionen, die Teilnahme an Demonstrationen sowie das Boykottieren von Produkten. Wir haben ebenfalls beleuchtet warum die anderen beiden Dimensionen des Engagements nach Blinkert\/Klie, das konventionelle politische Engagement und das Volunteering, das Engagement von RESQSHIP nicht angemessen greifen. Hinsichtlich des politischen Engagements mit Protestcharakter hat unsere Forschung ergeben, dass diese drei Merkmale durchaus auf den Verein RESQSHIP zutreffen. Zieht man die Erkenntnisse aus dem Interview hinzu und betrachtet die Positionen von Homepage, Petition und Demonstrationen, l\u00e4sst sich feststellen, dass sich der Verein bzw. dessen Mitglieder gegen die derzeitige politische Lage positionieren und eine Abschottung Europas stark ablehnen. Folglich k\u00f6nnen wir ebenfalls den Protest gegen eine \u201eFestung Europa\u201c best\u00e4tigen. Es aber nur als politisches Engagement mit Protestcharakter zu charakterisieren greift unserer Meinung nach zu kurz, da dem Verein prim\u00e4r eine humanit\u00e4re Notwendigkeit, dem Retten von Menschenleben, zugrunde liegt. Diese Arbeit der Search &amp; Rescue-Missionen machen die Seenotretter, da es von nationaler oder europ\u00e4ischer Seite keine ad\u00e4quate Mission mit diesem Ziel gibt. Das oberste Ziel ist also erst einmal: Seenotrettung. Hinter der Seenotrettung stecken dann die Forderungen nach einer Ver\u00e4nderung des europ\u00e4ischen Asylsystems, sicheren Fluchtrouten und der Bek\u00e4mpfung der Fluchtursachen.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Sandra Breslauer, Jolke Mertesacker und Rosina Ehrhardt<\/h3>\n<h1><a name=\"_Toc525717919\"><\/a>Quellverzeichnis:<\/h1>\n<p>ALLGEMEINE ZEITUNG (06.08.2018): Mainzer Demo fordert Sicherheit f\u00fcr Mittelmeer-Fl\u00fcchtlinge. Abgerufen von: http:\/\/www.allgemeine-zeitung.de\/lokales\/mainz\/nachrichten-mainz\/mainzer-demo-fordert-sicherheit-fuer-mittelmeer-fluechtlinge_18975806.htm (28.08.2018)<\/p>\n<p>Blinkert, Baldo\/ Klie, Thomas (2018): Zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland und Europa (339-424) in Engagement und Zivilgesellschaft. Expertisen und Debatten zum Zweiten Engagementbericht, Wiesbaden<\/p>\n<p>Change.org (2018): Stoppt die Schulung und Finanzierung der \u201elibyschen K\u00fcstenwache\u201c, eine Petition von RESQSHIP. Abgerufen von: https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-die-schulung-und-finanzierung-der-libyschen-k%C3%BCstenwache (28.08.2018)<\/p>\n<p>Davies, Lizzy und Neslen, Arthur (31.10.2014): \u201cItaly: end of ongoing sea rescue mission \u2018puts thousands at risk\u2019\u201d <em>The Guardian<\/em>. Abgerufen von: https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2014\/oct\/31\/italy-sea-missionthousands-risk (28.08.2018)<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Kommission (2014): Frontex Joint Operation \u201aTriton\u2019. Abgerufen von: http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-14-566_en.htm (28.08.2018)<\/p>\n<p>European Political Strategy Centre (02.02.2017): \u201cIrregular Migration via the Central Mediterranean: From Emergency Responses to Systemic Solutions.\u201d Abgerufen von: https:\/\/ec.europa.eu\/epsc\/publications\/strategic-notes\/irregularmigration-central- mediterranean_en (28.08.2018)<\/p>\n<p>Faktenfinder Tagesschau (2017): Keine Beweise f\u00fcr Vorw\u00fcrfe gegen NGO. Abgerufen von: http:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/ausland\/mittelmeer-139.html (28.08.2018)<\/p>\n<p>FRANKFURTER RUNDSCHAU (04.08.2018): Day Orange in Frankfurt und Mainz &#8211; \u201eLasst die W\u00fcrde nicht ertrinken\u201c. Abgerufen von: http:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/day-orange-in-frankfurt-und-mainz-lasst-die-wuerde-nicht-ertrinken-a-1557201 (28.08.2018)<\/p>\n<p>Institut f\u00fcr soziale Bewegungen (2018): Zum Begriff der sozialen Bewegungen. Abgerufen von: http:\/\/www.isb.ruhr-uni-bochum.de\/isb\/begriff.html.de (28.08.2018)<\/p>\n<p>Koller, Emily (2017): Mare Nostrum vs. Triton, University of Toronto. Abgerufen von: https:\/\/munkschool.utoronto.ca\/ceres\/files\/2017\/10\/Paper-Emily-Koller.pdf (28.08.2018)<\/p>\n<p>Ministeto della Difesa: Mare Nostrum. Abgerufen von: http:\/\/www.marina.difesa.it\/EN\/operations\/Pagine\/MareNostrum.aspx (27.08.2018)<\/p>\n<p>Musaro, Pierluigi (2016). \u201cMare Nostrum: The Visual Political of a Military-Humanitarian Operation in the Mediterranean Sea\u201d. Media Culture &amp; Society:39(1)<\/p>\n<p>RESQSHIP: Homepage. Abgerufen von: https:\/\/resqship.org (28.08.2018)<\/p>\n<p>RESQSHIP (2018b): Facebookseite der Organisation. Abgerufen von: https:\/\/de-de.facebook.com\/resqship\/ (28.08.2018)<\/p>\n<p>Scherer, Steve &amp; Di Giorgio, Massimiliano (31.10.2014): \u201cItaly Ends Sea Rescue Mission that Saved 100,000 Migrants.\u201d <em>Reuters<\/em>. Abgerufen von: http:\/\/www.reuters.com\/article\/us-italy-migrantseu-idUSKBN0IK22220141031(28.08.2018)<\/p>\n<p>Seebr\u00fccke (2018): Homepage. Abgerufen von: https:\/\/seebruecke.org (28.08.2018)<\/p>\n<p>Sunderland, Judith (20.02.2015): Wie viele Menschen m\u00fcssen sterben, bevor Europa handelt? auf Zeit Online. Abgerufen von: https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-02\/fluechtlinge-tod-mittelmeereuropa-migration (27.08.2018)<\/p>\n<p>taz.de (30.07.2018): Kommentar Bewegung f\u00fcr Seenotrettung &#8211; Aufstand der Unterrepr\u00e4sentierten. Abgerufen von: http:\/\/www.taz.de\/!5520316\/ (28.08.2018)<\/p>\n<p>The Guardian (02.07.2015): Trafficker gets 18 years in jail over Italian shipwreck that killed 266 migrants. Abgerufen von: https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2015\/jul\/02\/tunisian-gets-18-years-in-jail-overitalian-shipwreck-that-killed-366-migrants (27.08.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-die-schulung-und-finanzierung-der-libyschen-k%C3%BCstenwache<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Link zum Video Unser Seminar an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum im Sommersemester 2018 tr\u00e4gt den Titel \u201elokales Engagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe in europ\u00e4ischen Zusammenh\u00e4ngen\u201c. Zu Beginn besch\u00e4ftigten wir uns mit verschiedenen Engagementformen der Fl\u00fcchtlingshilfe in der Ruhr-Region und betrachteten anschlie\u00dfend andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. 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