{"id":375,"date":"2018-02-19T21:02:45","date_gmt":"2018-02-19T20:02:45","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=375"},"modified":"2018-04-16T11:09:30","modified_gmt":"2018-04-16T09:09:30","slug":"nur-dagegen-sein-reicht-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=375","title":{"rendered":"NUR DAGEGEN SEIN REICHT NICHT!"},"content":{"rendered":"<h2><strong><em>Gewerkschaften im Kampf gegen Rechtsextremismus &#8211; auch in den eigenen Reihen<\/em><\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-376\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB-300x150.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB-300x150.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB-768x384.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB-1024x512.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB-624x312.png 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/DGB.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Deutschland und Europa haben im Zuge der \u201cFl\u00fcchtlingskrise\u201d einen enormen Rechtsruck erfahren. Menschen die vor Krieg, Hunger und Armut fliehen schl\u00e4gt vielerorts offen Ablehnung, Hass oder gar Gewalt entgegen. Was vor nicht allzu langer Zeit nur hinter vorgehaltener Hand gesagt wurde, ist nun nicht nur salonf\u00e4hig, inzwischen sitzen sogar gew\u00e4hlte Volksvertreter in Landtagen und im Bundestag, die offen ihre rechtsextremen Ansichten verbreiten. Doch es gibt auch Menschen die sich nicht nur f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten, sondern auch gegen die Menschen engagieren, die mit ihrem Gedankengut versuchen Angst und Hass zu sch\u00fcren. Zun\u00e4chst gilt es hierzu die Begriffe Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu definieren.<\/p>\n<p>Rechtsextremismus l\u00e4sst sich nach einer Definition der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung zusammenfassend durch folgende Punkte charakterisieren. Diese Punkte sind eine antidemokratische Gesinnung, die Ablehnung der Gleichheit von verschiedenen ethnischen Gruppen, Diffamierung politischer und gesellschaftlicher Gegner und Relativierung von rassistischen Gewalttaten.<\/p>\n<p>Rechtspopulismus setzt sich hingegen aus zwei verschiedenen Dimensionen zusammen. Diese Dimensionen sind der Populismus und eine rechte Orientierung. Unter Populismus versteht sich die Mobilmachung eines als homogen gedachten Volks gegen\u00fcber einer vermeintlichen, politischen, oberen Elite. Der Populismus ist durch Opportunismus gepr\u00e4gt (vgl. bpb [2][3]) und nutzt Einzelf\u00e4lle gekonnt f\u00fcr die eigene Propaganda aus. Genutzt werden im Populismus Schwarz-Wei\u00df-Konstellationen um auf komplexe Probleme einfache Antworten geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die rechte Orientierung im Rechtspopulismus ist gekennzeichnet durch eine kulturelle Abgrenzung und der Warnung vor einer vermeintlichen \u00dcberfremdung durch andere Kulturen und der Verdr\u00e4ngung der eigenen Kultur. Jedoch geh\u00f6rt dazu auch eine Ablehnung von kultureller Ver\u00e4nderung innerhalb der eigenen Kultur, wie das Entstehen neuer Lebensentw\u00fcrfe (vgl. bpb [2]).<\/p>\n<p>Wie der Umgang mit Rechtspopulismus bis hin zu Rechtsradikalismus aussehen soll wird gesellschaftlich seit den letzten Bundestagswahlen diskutiert. Es herrscht Uneinigkeit dar\u00fcber, wie mit diesen Tendenzen umgegangen werden soll. Die beiden Pole vollst\u00e4ndige Isolation und vollst\u00e4ndige Integration von rechten Tendenzen lassen sich als Extreme wiederfinden. Manche pl\u00e4dieren daf\u00fcr den Dialog mit dem Rechtspopulismus zu suchen und sie in Entscheidungen einzubinden, w\u00e4hrend andere die Ansicht vertreten, dass im Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsradikalen Tendenzen nur ein Weg die optimale L\u00f6sung darstellt: die Isolation. Welcher dieser Ans\u00e4tze der richtige Weg ist, wird hier nicht beantwortet werden k\u00f6nnen. Diese Forschungsarbeit setzt einen anderen Schwerpunkt und fragt, warum und wie sich Gewerkschaften in Deutschland gegen diese Tendenzen positionieren.<!--more--><\/p>\n<p>Die Gewerkschaften wurden hierbei als Gegenstand dieser Untersuchung zum Engagement gegen \u201eRechts\u201c gew\u00e4hlt, da sie neben der Politik und den B\u00fcrgern eine besondere Position in der Gesellschaft einnehmen und eine andere Form des B\u00fcrgerschaftlichen Engagements anbieten k\u00f6nnen als es \u00fcblicherweise der Fall ist. Au\u00dfer Proteste und Spendenaktionen zu veranstalten k\u00f6nnen Gewerkschaften n\u00e4mlich weitaus mehr. Gewerkschaften k\u00f6nnen einen \u00f6ffentlichen Diskurs anregen, medienwirksam zum Dialog aufrufen und selber Aufkl\u00e4rung betreiben. Rein aus struktureller Perspektive verf\u00fcgen nicht alle Engagierten \u00fcber die n\u00f6tigen Ressourcen f\u00fcr solche Aufgaben. Dar\u00fcber hinaus spiegelt sich die besondere Position der Gewerkschaften und des Deutschen Gewerkschaftsbunds in der starken politischen und juristischen Einbindung in politische Entscheidungen wider, wodurch die M\u00f6glichkeit eines medienwirksamen Auftritts st\u00e4rker gegeben ist.<\/p>\n<p>Die leitenden Forschungsfragen sind hierbei, warum sich Gewerkschaften und der Deutsche Gewerkschaftsbund gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus engagieren und wie sie gegen diese Tendenzen vorgehen. Engagement gegen \u201eRechts\u201c stellt n\u00e4mlich keinen Selbstl\u00e4ufer dar und ben\u00f6tigt eine Erkl\u00e4rung. Gewerkschaften engagieren sich gegen Rechts aufgrund ihrer selbst zugeschriebenen historischen Verpflichtung und Werten. Besonderen Wert legen Sie hierzu auf Bildungs- und Aufkl\u00e4rungsarbeit. Um unsere Fragen zu beantworten, wurden neben Experteninterviews mit leitenden Funktion\u00e4ren des IGBCE, der DGB Jugend und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gef\u00fchrt. Erg\u00e4nzend zu den Interviews wurde eine weitere Form der qualitativen Forschung, die participatory action research (PAR), genutzt. Dar\u00fcber hinaus wurden Ver\u00f6ffentlichungen aller Art, besonders seitens des DGBs, analysiert.<\/p>\n<p>Die PAR ist ein qualitativer Forschungsansatz, der die Aspekte Partizipation und Aktion betont. Hierbei tritt der Forscher an das zu erforschende Objekt heran und befasst sich mit diesem zusammen mit Fragen und Problemen. Wissen wird folglich in einem Prozess des Austauschs mit dem Mitforscher bzw. dem Betroffenen generiert (Reason und Bradbury 2008). Die PAR f\u00fchrten wir in einem Wochenendseminar der DGB Jugend zum Thema \u201cRechts(d)ruck\u201d in Europa durch. Wir nahmen aktiv an diesem Seminar teil und die Erkenntnisse, die wir in den gemeinsamen Diskussionen gewonnen haben flie\u00dfen hier in die Arbeit mit ein. Die entscheidende Frage ist nun, reagieren Gewerkschaften \u00fcberhaupt und warum reagieren Gewerkschaften auf das Entstehen bzw. auf die Verbreitung solcher Tendenzen in der Gesellschaft, aber auch in ihrer eigenen Organisation und wenn sie reagieren, wie reagieren diese darauf? Um diese zwei Fragen beantworten zu k\u00f6nnen ist es wichtig zu verstehen, was Gewerkschaften zun\u00e4chst einmal sind und wie ihre <a href=\"#Geschichte\">Entstehungsgeschichte<\/a> aussieht. Dies wird im Kapitel zur Geschichte deutscher Gewerkschaften geschehen. Im Anschluss hieran wird es um die Rolle von Gewerkschaften in Deutschland und Europa gehen. Im Zentrum des <a href=\"#Spiegelbild\">Kapitels <\/a>wird die Entwicklung von rechten Einstellungen innerhalb der Basis von Gewerkschaften und den damit einhergehenden schleichenden und in der Vergangenheit unerwarteten Wandel eingegangen werden. Im Vordergrund wird hierbei insbesondere ein Erstarken der Annahme von rechtsextremen Angeboten und Einstellungen durch Gewerkschaftsmitglieder stehen. Zudem soll in diesem Kapitel gezeigt werden, ob Gewerkschaftsmitglieder mit ihren politischen Einstellungen ein Spiegelbild der Gesellschaft sind und es wird deutlich werden, dass Gewerkschaftsmitglieder je nach Schichtzugeh\u00f6rigkeit sowohl in Deutschland wie auch im internationalen Vergleich eine betr\u00e4chtliche W\u00e4hlerbank f\u00fcr rechte Parteien darstellen k\u00f6nnen. Da ein Dilemmata zwischen den klar \u201cantirechts\u201d und demokratisch orientierten Werten und dem historischen Auftrag von Gewerkschaften sowie der politischen Einstellung von Teilen ihrer Basis festzustellen ist, unternehmen Gewerkschaften vieles um gegen Rechtsextremismus innerhalb der eigenen Basis vorzugehen. Dies wird im Kapitel zum <a href=\"#Masterplan\">Masterplan gegen Rechts <\/a>anhand vieler Beispiele deutlich. Im Anschluss hieran folgt ein Kapitel, in welchem <a href=\"#Handlungsempfehlungen\">Handlungsempfehlungen<\/a> f\u00fcr einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus vorgestellt werden. Zudem wird hier die Rolle und Funktion verdeutlicht werden, welche der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit zukommt. Im Anschluss hieran wird das von uns besuchte Seminar und die durch unser Forschungsteam gewonnenen Erkenntnisse vorgestellt werden. Von zentraler Bedeutung f\u00fcr diesen Blogeintrag ist auch die Rolle, welche Werte und Einstellungen die <a href=\"#Chefs\">Funktion\u00e4re<\/a> von Gewerkschaften vertreten und welchen Stellenwert sie dem gewerkschaftlichen Engagement gegen Rechtsextremismus innerhalb ihrer Organisation und auch innerhalb der Gesellschaft beimessen. Deutlich wird hierbei, dass die Chefs eindeutig hinter den von uns im Rahmen den Blogs vorgestellten Programmatiken, der Politik und den Kampagnen ihrer Gewerkschaften stehen und sich f\u00fcr deren Umsetzung auch nach au\u00dfen hin stark machen. Zudem sehen sie Gewerkschaften auch als konkrete Anlaufstelle f\u00fcr all diejenigen, welche sich gegen Rechtsextremismus engagieren wollen und sind auch bereit hierf\u00fcr gewerkschaftliche Ressourcen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Im <a href=\"#Schluss\">Schlussteil<\/a> dieses Blogeintrags werden die zentralen Erkenntnisse unserer Arbeit zusammengefasst werden. Zudem schlie\u00dft sich noch ein Appel an die Leser dieses Blogs an, die Chance zu gesellschaftlichem Engagement wahrzunehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?attachment_id=396\" rel=\"attachment wp-att-396\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-396\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/0001-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/0001-212x300.jpg 212w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/0001-768x1086.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/0001-724x1024.jpg 724w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/0001-624x882.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"Geschichte\"><\/a>Wie ein Ph\u00f6nix aus der Asche<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die Geschichte deutscher Gewerkschaften<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gewerkschaften haben bereits schon so manche Erfahrung mit Rechtsextremismus gemacht. Im Nationalsozialismus wurden sie verboten und gleichgeschaltet. Einige ihrer Mitglieder wurden als Kommunisten oder Volksfeinde politisch verfolgt, vertrieben oder in Konzentrationslagern umgebracht, wenn sie nicht bereits anderweitig ein Ableben fanden (vgl. gewerkschaftsgeschichte.de). Der folgende Abschnitt soll hierzu einen kurzen R\u00fcckblick auf die Geschichte der deutschen Gewerkschaften geben, um zu verstehen, warum sich auch Gewerkschaften aus historischen Gr\u00fcnden gegen Rechtsextremismus engagieren.<\/p>\n<p>Gewerkschaften k\u00f6nnen in Deutschland auf eine lange und bewegte Geschichte zur\u00fcckblicken. Die heutigen deutschen Gewerkschaften sind vor allem eine Erscheinung der Industrialisierung und traten bereits im Laufe der Revolution 1848\/49 erstmals auf nationaler Ebene in Erscheinung. Diese ersten Gewerkschaften sahen sich noch in der Tradition der Zunftverfassung und beschr\u00e4nkten sich noch auf einzelne Berufsgruppen.<\/p>\n<p>Gewerkschaften sahen sich im Laufe der Zeit immer wieder Repression und Behinderung ausgesetzt. So verlor die gewerkschaftliche Bewegung durch das Scheitern der deutschen Revolution zun\u00e4chst an Schlagkraft. Doch gerade im Zuge der sich ausbreitenden Industrialisierung und der damit verbundenen sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedingungen erstarkten die Gewerkschaften. Denn die gro\u00dfe Arbeiterschaft musste um ihr Existenzminimum k\u00e4mpfen, w\u00e4hrend die Unternehmer ihre feudalistischen Privilegien nutzten. Da der einzelne Arbeiter dem wehrlos gegen\u00fcberstand, war es das Ziel von Gewerkschaften kollektiv organisiert die Lage ihrer Mitglieder zu verbessern. Der schnelle Machtzuwachs und die damit einhergehende Gefahr brachte jedoch die Herrschenden dazu, Gewerkschaften und ihre Aktivit\u00e4ten zeitweise zu verbieten oder zu behindern. Dies geschah unter anderem durch die Bismarckschen Sozialgesetze zwischen 1878 und 1890. Nur wenige gewerkschaftliche Vereinigungen, welche sich von der SPD klar distanzierten, durften weiterhin ihrer Arbeit nachgehen (vgl. gewerkschaftsgeschichte.de\/sozialistengesetz-die-verbotswelle-rollt.html). Auch in den darauffolgenden Jahren sahen sich Gewerkschaften immer wieder mit Unterdr\u00fcckung oder Behinderung ihrer Arbeit und Aktivit\u00e4ten konfrontiert. So gelang es den Gewerkschaften im Jahre 1920 noch mit einem gemeinsamen Generalstreik den Kapp-Putsch abzuwehren. Im Jahre 1933 z\u00f6gerten die Gewerkschaften jedoch mit einem Generalstreik beziehungsweise \u00fcberhaupt mit entschiedenen Ma\u00dfnahmen gegen die Kanzlerschaft Adolf Hitlers. Bereits kurz nach der Machtergreifung wurden neben Sozialdemokraten und Kommunisten auch viele Gewerkschaftsf\u00fchrer in Konzentrationslager gesperrt. Dies lag daran, dass sich viele mutige Gewerkschafter schon fr\u00fch entgegen den Zielen der Nazis positioniert hatten und entsprechenden Widerstand leisteten. Selbst der Aufruf vieler Gewerkschaften, den Tag der Nationalen Arbeit zu unterst\u00fctzen, welcher von den Nazis organisiert wurde, half nicht mehr. Nur einen Tag darauf, am 02.Mai 1933 wurden die Gewerkschaftsh\u00e4user durch die SA besetzt und die Gewerkschaften im Anschluss gleichgeschaltet. Das komplette Verm\u00f6gen der Gewerkschaften wurde auf die nationalsozialistische Massenorganisation Deutsche Arbeitsfront \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Auf Grund ihrer historisch gepr\u00e4gt Erfahrung von Unterdr\u00fcckung und Verfolgung sehen Gewerkschaften es als ihre Pflicht an, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Aufgrund ihres Selbstverst\u00e4ndnisses und ihrer Programmatik positionieren sie sich als klare Gegner des Rechtsextremismus. Der Antifaschismus pr\u00e4gt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs die gewerkschaftliche Praxis. Auf Grund dieses Tatsachen galten Gewerkschaftsmitglieder \u00fcber Jahrzehnte hinweg als immun gegen rechte Parolen. Somit stellten Gewerkschaftsmitglieder eine Ausnahme unter den Anh\u00e4ngern rechter Parteien da und erwiesen sich als resistent gegen\u00fcber rechten Einstellungen (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.34).<\/p>\n<p>In Deutschland haben sich sp\u00e4testens seit Ende der 1980er Jahre vermehrt Sympathien von Gewerkschaftsmitgliedern f\u00fcr rechtsextreme Parteien herausgebildet. Doch wie lassen sich diese Tendenzen erkl\u00e4ren? Darauf wird im n\u00e4chsten Abschnitt eingegangen. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990, bekamen die Gewerkschaften zun\u00e4chst mehrere Millionen neue Mitglieder. Jedoch schied ein nicht unerheblicher Anteil dieser in den Jahren darauf wieder aus, da die ostdeutsche Industrie einen gro\u00dfen wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften hatte. Zudem hat sich in den 1990er Jahren die Anzahl der sechzehn DGB-Gewerkschaften auf acht verringert. Wichtiger als dies sind jedoch die starken Mitgliederverluste der Gewerkschaften, insbesondere in den 1990er Jahren. Von ehemals etwa 12 Millionen Mitgliedern nach der Wiedervereinigung, ist die Zahl mittlerweile auf rund die H\u00e4lfte gesunken (alle Informationen aus diesem Kapitel unter: gewerkschaftsgeschichte.de).<\/p>\n<p>An diesem Punkt zeichnet sich bereits eines der Dilemmata ab, mit denen Gewerkschaften aktuell konfrontiert sind. Wie bereits erw\u00e4hnt sorgen schwindende Mitgliederzahlen f\u00fcr eine Schw\u00e4chung des Organisationsgrads von Gewerkschaften. Sollte dieser Trend immer weiter zunehmen w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Frage aufkommen, welche Legitimit\u00e4t hinter der besonderen Position von Gewerkschaften steht, die ihnen es gestattet als Verhandlungspartner f\u00fcr Tarifverhandlungen zu fungieren. Hierbei liegt die Vermutung nahe, dass Gewerkschaften zum Teil ein Spiegelbild der Gesellschaft oder einer gesellschaftlichen Schicht darstellen. Einen interessanten Ansatz bietet hierzu die Spiegelthese, die im folgenden Abschnitt betrachtet werden soll. Kurz gesagt geht die Spiegelthese davon aus, dass Gewerkschaften ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Spiegelbild\"><\/a>Gewerkschaften in Europa und Deutschland \u2013 Ein Spiegelbild der Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Ein \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland hat sich seit den 1980er Jahren hat sich ein schleichender und in der Vergangenheit unerwarteter Wandel vollzogen. Sp\u00e4testens seit dem Aufstieg der 1983 gegr\u00fcndeten Partei Republikaner bildet die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft keine Barriere mehr, um eine rechte Partei zu w\u00e4hlen. Diese Entwicklung zeigt sich auch im restlichen Europa.<\/p>\n<p>Rechtspopulisten und die ihnen nahestehenden Parteien erzielen in den letzten Jahren in vielen L\u00e4ndern Europas massive Erfolge. Neu ist hierbei jedoch die Rolle, welche gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer dabei durch ihr Abstimmungsverhalten einnehmen. In Schweden beispielsweise erzielte die rechtskonservative Partei Schwedendemokraten bei der Reichtstagswahl 2014 nahezu 13 Prozent und konnte dabei einen nicht unerheblichen W\u00e4hleranteil im klassischen Gewerkschaftsmillieu f\u00fcr sich beanspruchen (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.32). Rechtsextreme Parteien sind nicht zuletzt deshalb f\u00fcr Angeh\u00f6rige der Mittelschicht und die Gewerkschaftsmitglieder (von welchen mehr als 50% der Mittelschicht angeh\u00f6ren) attraktiver geworden, weil sie sich inhaltlich modernisiert haben. Dies zeigt sich unter anderem in der Abkehr von einer tendenziell neoliberalen Ausrichtung, sowie einer Hinwendung zu sozialen Themen. Hinzu kommen in den letzten Jahren noch eine fortschreitende Kapitalismus- und Globalisierungskritik (St\u00f6ss, 2017, S.33-34). Auch in Frankreich konnte die Front National insbesondere seit ihrer thematischen Kehrtwende im Jahr 1995 immer mehr Fu\u00df fassen.<\/p>\n<p>Laut Aussage des Dachverbandes der deutschen Gewerkschaften, DGB, gelte diese Spiegelbildthese in Deutschland auch heute noch. Die Spiegelbildthese besagt, dass Gewerkschaftsmitglieder in ihrer politischen Orientierung ein Spiegelbild der Gesellschaft seien, was sich in \u00e4hnlichem Abstimmungsverhalten in Wahlen zeigen w\u00fcrde. Diese Vermutung l\u00e4sst sich anhand eines Vergleichs der Wahlergebnisse und umfassenden Mitgliederbefragungen innerhalb des DGB zu den Wahlentscheidungen der im DGB organisierten Gewerkschaftsmitglieder bejahen. Dies zeigte sich nicht nur bei der Bundestagswahl im September 2017. Insgesamt erhielt die AFD 12,6% der Stimmen aller wahlberechtigten deutschen Staatsb\u00fcrger, welche bei der Bundestagswahl am 24.September 2017 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben. Nach der Bundestagswahl hat die ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.\u201c rund 50.000 Menschen zu ihrer Wahlentscheidung befragt, auch eine Gewerkschaftsmitgliedschaft wurde abgefragt. Dabei hat die Forschungsgruppe herausgefunden, dass unter den Befragten mit angegebener Gewerkschaftsmitgliedschaft der Stimmenanteil der AFD bei ca. 15% liegt und somit um 2,4 Prozentpunkte h\u00f6her als im Bundesschnitt. Dabei liegt der Stimmanteil innerhalb der Gruppe der gewerkschaftlich organisierten M\u00e4nner sogar bei rund 18%.<\/p>\n<p>Diese Tendenz zeigte sich bereits bei den Landtagswahlen im M\u00e4rz 2016. Auch hier befragte die ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.\u201c im Auftrag des DGB in Baden-W\u00fcrttemberg 19.076 W\u00e4hler\/Innen, in Rheinland-Pfalz 17964 W\u00e4hler\/Innen und in Sachsen-Anhalt 15537 W\u00e4hler\/Innen bez\u00fcglich ihrer Wahlentscheidung und ob diese Gewerkschaftsmitglieder sind. Je nach Bundesland gaben dabei zwischen 13 und 15 Prozent eine Gewerkschaftsmitgliedschaft an.<\/p>\n<p>In allen drei Bundesl\u00e4ndern zeigte sich bei der Landtagswahl 2016, dass Menschen die in der Umfrage angeben, Gewerkschaftsmitglied zu sein, \u00fcberdurchschnittlich oft die AFD gew\u00e4hlt haben. In Baden-W\u00fcrttemberg erhielt die AFD insgesamt 15,1% der Stimmen, bei Gewerkschaftsmitgliedern 15,7%. In Rheinland-Pfalz erhielt die AFD insgesamt 12,6% der Stimmen, unter Gewerkschaftsmitgliedern waren es 14,3%. Besonders hoch war der AFD-Anteil in Sachsen-Anhalt mit 24,2%, unter Gewerkschaftsmitgliedern gab sogar mehr als jede vierte Person (25,1%) an, die AFD gew\u00e4hlt zu haben.<\/p>\n<p>Auch bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern im September 2016 erzielte die AFD unter den gewerkschaftlich organisierten Mitgliedern mit 21% eine etwas h\u00f6here Erfolgsquote als im Landesdurchschnitt von 20,8%. Die Berlin-Landtagswahl aus dem September 2016 kann die Tendenz ebenso best\u00e4tigen, denn die AFD erhielt unter der Gruppe der befragten Gewerkschaftsmitglieder 15% unter der Gruppe aller W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler nur 14,2%. Diese Ergebnisse der ,,Forschungsgruppe Wahlen e.V.\u201c und der darin zum Ausdruck kommende Anteil an Arbeitnehmer\/Innen und Gewerkschaftsmitgliedern, welche\u00a0 bei den untersuchten Wahlen die AFD gew\u00e4hlt haben, sind aus Sicht des DGB insbesondere aufgrund der gewerkschaftsfeindlichen Grundhaltung der AFD kaum nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass der DGB und Gewerkschaften allgemein bereits vor den Wahlen auf die arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlichen Positionen der AFD hingewiesen haben. Jedoch stellt der DGB ebenso selbstkritisch fest, dass die Verbreitung dieser Informationen offenbar nicht gereicht habe, um die hohen Zustimmungswerte der AFD unter Gewerkschaftsmitgliedern zu verhindern.<\/p>\n<p>St\u00f6ss kommt zu dem Ergebnis, dass prinzipiell unter Gewerkschaftsmitgliedern die Spiegelbildthese zutreffe, es jedoch einzelne Parteien gebe, welche je nach gesellschaftlicher Schichtzugeh\u00f6rigkeit eine besondere Anziehungskraft auf gewerkschaftlich organisierte Arbeiter aus\u00fcben w\u00fcrden (St\u00f6ss, 2017, S.36). Diese Tendenz zeigt sich auch in anderen europ\u00e4ischen Staaten, wie zum Beispiel in \u00d6sterreich bei der Wahl der FP\u00d6.<\/p>\n<p>Um herauszufinden, ob Gewerkschaftsmitglieder tats\u00e4chlich mehr als Bev\u00f6lkerungsschnitt rechte Parteien w\u00e4hlen, wurde in den Jahren 2003\/2004 an der Freien Universit\u00e4t Berlin\u00a0 mit Unterst\u00fctzung des DGB und der IG Metall eine Studie durchgef\u00fchrt, in welcher im Rahmen einer Repr\u00e4sentativstudie die politische Einstellung von 2000 Gewerkschaftsmitgliedern mit 2000 nicht gewerkschaftlich organisierten B\u00fcrgern vergleichend untersucht werden sollte (St\u00f6ss, 2017, S.37-38). Zudem wurden im Rahmen der Studie 58 gewerkschaftliche Funktionstr\u00e4ger zu ihren Einstellungen befragt. Diese Studie zeigte, dass der Anteil an Menschen welche rechtsextrem eingestellt seien in Gewerkschaften bei 19% liege und bei den Nicht-Gewerkschaftsmitglieder im Ergebnis 20% der Befragten als rechtsextrem eingestuft wurden. (St\u00f6ss, 2017, S.38) In der Feinanalyse der Gruppen ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede. So zeigen Personen, die als Arbeiter kategorisiert werden, nahezu doppelt so h\u00e4ufig eine rechtsextreme Einstellung, wenn sie Mitglied einer Gewerkschaft sind, als wenn dies nicht der Fall ist (34% zu 18%). Der Autor schlussfolgert hieraus, dass sich bei genauerem Hinsehen Mitgliedergruppen bemerkbar machen, welche besonders anf\u00e4llig gegen\u00fcber Rechtsextremismus sind. So sei die Anf\u00e4lligkeit von gewerkschaftlich organisierten Mitgliedern aus der Mittelschicht gegen\u00fcber Rechtsextremismus in den letzten 30 Jahren gestiegen (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.41) Neben Richard St\u00f6ss informiert auch die brandenburgische Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung \u00fcber die Erkenntnisse der Studie aus den Jahren 2002-2004 (Online-Quelle unter: <a href=\"http:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/blog\/gewerkschaften-und-rechtsextremismus-0\">http:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/blog\/gewerkschaften-und-rechtsextremismus-0<\/a>). Die Originalver\u00f6ffentlichung der Studie ist sowohl in der Langfassung als auch in einer Kurzzusammenfassung aus dem Netz genommen worden. Fr\u00fcher war sie auf der Internetseite des Otto-Suhr Instituts f\u00fcr Politikwissenschaft frei im Internet zug\u00e4nglich ( <a href=\"http:\/\/navigationshilfe1.t-online.de\/dnserror?url=http:\/\/www.polwiss.fu-berlin.de\/\">http:\/\/navigationshilfe1.t-online.de\/dnserror?url=http:\/\/www.polwiss.fu-berlin.de\/<\/a>). Da dies nicht mehr der Fall ist beziehen wir uns auch im folgenden auf die Erkenntnisse von St\u00f6ss, welcher die Studie und ihre zentralen Ergebnisse im Rahmen seines Werkes ,,Gewerkschaften und Rechtsextremismus in Europa aufgegriffen hat.<\/p>\n<p>Zudem ermitteln die Autoren der Studie zwei gegens\u00e4tzliche Verarbeitungsmuster, welche f\u00fcr die Ausbreitung von Rechtsextremismus oder dagegen wirken. Dies sind auf der einen Seite die autorit\u00e4ren und auf der anderen Seite die demokratischen \u00dcberzeugungen. Autorit\u00e4re \u00dcberzeugungen zeigen sich hierbei insbesondere in autorit\u00e4ren Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen, Werten sowie in restriktiven Demokratievorstellungen. Demokratische \u00dcberzeugungen zeigen sich dagegen in einer Kombination von politischem Selbstbewusstsein, freiheitlichen Werten sowie demokratischen Einstellungen. Auf Basis der Ergebnisse der Studie l\u00e4sst sich nun folgendes ableiten: Je st\u00e4rker die autorit\u00e4ren \u00dcberzeugungen einer Person ausgepr\u00e4gt sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist ihre Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Rechtsextremismus. Im Gegenzug l\u00e4sst sich feststellen, dass umso st\u00e4rker demokratische Werte bei einem Menschen ausgepr\u00e4gt sind, er umso weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Rechtsextremismus ist.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Masterplan\"><\/a>Masterplan gegen Rechts<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Projekte und Kampagnen der Gewerkschaften gegen Rechtsextremismus<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Um gegen Rechtsextremismus vor allem innerhalb der eigenen Basis vorzugehen, haben Gewerkschaften in den letzten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Projekte und Kampagnen in Deutschland ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Im Folgenden wird ein exemplarischer \u00dcberblick \u00fcber Projekte in Deutschland gegeben. Eines davon ist das Projekt ,,Die gelbe Hand\u201c, das vom Verein ,,Mach meinen Kumpel nicht an! e.V. \u2013Verein gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit und Rassismus geleitet wird. Die Urspr\u00fcnge des Vereins liegen dabei bereits in den 1980er Jahren, wo sich der Verein vom Projekt ,,SOS Racisme\u201c aus Frankreich inspirieren lie\u00df. Der Verein ,,Mach meinen Kumpel nicht an! e.V. \u2013Verein gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit und Rassismus\u201c wurde daraufhin im November 1986 von der Redaktion des Gewerkschaftsmagazins ,,ran\u201c in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund gegr\u00fcndet. Der Schwerpunkt des Vereins soll dabei in der pr\u00e4ventiven und aufkl\u00e4renden Funktion liegen. Dazu unterst\u00fctzt der Verein sowohl Aktionen im Jugend- und Schulbereich, als auch das soziale Engagement zur Gleichberechtigung von Migrantinnen und Migranten am Arbeitsplatz. Die gelbe Hand dient dabei als Symbol des Vereins und steht f\u00fcr seine Einstellung gegen Rassismus und Ausl\u00e4nderfeindlichkeit. Zudem startete im Jahr 2005 im Internet das Projekt ,,Im Netz gegen Rechts- Arbeitswelt aktiv!\u201c. Im Rahmen dieses Projekts wurde auch ein Wettbewerb ausgeschrieben, welcher sich sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Berufsschulen richtet und dazu aufruft, Online-Materialien zu entwickeln, welche sich eindeutig gegen Rechtsextremismus und Rassismus positionieren (alles aus dem Internet: gelbehand.de).<\/p>\n<p>Der Verein gilt heute als eine der \u00e4ltesten antirassistischen Organisationen in Deutschland. In einem eigens daf\u00fcr eingerichteten Newsletter <em>aktiv und gleichberechtigt<\/em> bekommen Interessierte \u00fcberdies eine Plattform geboten, auf der sie von ihren Aktionen berichten und die Leser hierdurch erfahren, was sich bundesweit tut (DGB-Homepage). Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Projekt im Jahr 1986, als Schauspieler G\u00f6tz George in gleich zwei Tatort-Folgen die gelbe Hand an seinem Revers trug. Hierzu wurde sogar das Drehbuch ge\u00e4ndert, um auf die Aktion entsprechend aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Der amtierende Vorsitzende des Vereins Giovanni Pollice betont, dass auch und gerade Gewerkschaftsmitglieder Adressaten der Aktionen des Vereins seien, da auch sie nicht vor rassistischer Propaganda gefeit seien. Denn Rassismus sei keine Randerscheinung und reiche auch 30 Jahre nach der Gr\u00fcndung des Vereins bis in die Mitte der Gesellschaft (DGB-Homepage). Der Verein finanziert sich \u00fcber rund 1200 F\u00f6rdermitglieder sowie \u00fcber alle Mitgliedsgewerkschaften des DGB (DGB-Homepage, Einblick 30 Jahre Gelbe Hand).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde vom Verein ein Buch mit dem Titel ,,So nicht!\u201c herausgegeben, das als Ratgeber im Umgang mit rechten Spr\u00fcchen dienen soll, um auf diese durch kommunikative Techniken und Tricks gut reagieren zu k\u00f6nnen. Denn diese rechten Spr\u00fcche k\u00f6nnen als Alltagsrassismus \u00fcberall vorkommen, sei es im Vereinsheim, der Kneipe oder den Betrieben. Das Buch dient dazu, den Lesenden Strategien an die Hand zu geben, um auf der Kommunikationsebene sowie \u00fcber gezielt eingesetzte K\u00f6rpersprache auf rechte Spr\u00fcche reagieren zu k\u00f6nnen (gelbehand.de).<\/p>\n<p>Ein weiterer Eckpfeiler vom Handeln gegen Rechtsextremismus in den Betrieben und der Gesellschaft durch Gewerkschaften besteht in der Bereitstellung von Informationsmaterial in den Landesbezirken und Ortsgruppen der jeweiligen Gewerkschaften. Hier ist beispielsweise das zur Verf\u00fcgung stellen des ,,Schwarzbuch AFD\u201c zu nennen, welches im April 2017 von der Redaktion Correctiv herausgegeben wurde und die Strukturen der Partei AFD analysiert. Dies beinhaltet ein Darstellen eines Gesamtbildes der Partei, der Herkunft ihrer Macher, ihren Verbindungen ins rechtsradikale Lager, sowie ihren Kontakten zu anderen Parteien der Neuen Rechten in Europa. Da unter anderem die IGBCE das Buch als im besten Sinne ,,aufkl\u00e4rend\u201c bezeichnet hat sie eine angemessene Anzahl des Buches bestellt und stellt sie kostenlos zur Verf\u00fcgung, sodass wir als Forschungsgruppe ein Exemplar des Buches erhalten konnten (im Internet ist das Buch zu finden unter Correctiv.org).<\/p>\n<p>\u00dcberdies hat der DGB NRW passend zum Wahljahr 2017 Argumentationskarten gegen Rechts herausgegeben. Hierbei soll es in aufkl\u00e4render Form darum gehen, warum Gewerkschaften Rechtspopulisten wie AFD, Pegida und Co. ablehnen und wie die Positionen von Rechtspopulisten im Widerspruch zu denen der Gewerkschaft stehen (NRW DGB, 21 Argumente gegen Rechtspopulisten). Dabei kommt der DGB NRW in seiner Untersuchung von AFD-Publikationen zu dem Schluss, dass die AFD nicht nur ein rassistisches Weltbild, sondern auch arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindliche Positionen vertritt. F\u00fcr Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen sei es unter anderem wichtig zu wissen, dass Arbeitnehmerrechte in den Darstellungen der AFD nur als ,,b\u00fcrokratische Hindernisse\u201c vorkommen. \u00dcberdies spreche sich die AFD gegen eine Verm\u00f6genssteuer und den Sozialstaat aus, was ebenfalls nicht mit den Positionen und Werten von Gewerkschaften vereinbar sei (DGB NRW, 21 Argumente gegen Rechtspopulisten). Die Argumentationskarten sind im Internet kostenlos bestellbar.<\/p>\n<p>Eine weitere interessante Ver\u00f6ffentlichung des DGB gegen Rechtsextremismus wurde in der Reihe \u201eDiskurs\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Argumente-gegen-Rechtspopulisten.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-377\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Argumente-gegen-Rechtspopulisten-300x150.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Argumente-gegen-Rechtspopulisten-300x150.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Argumente-gegen-Rechtspopulisten.png 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei geht es um ,,Die AFD: Auf dem Weg in einen v\u00f6lkisch-autorit\u00e4ren Nationalismus\u201c und die Funktion soll eine Zwischenbilanz vor der Bundestagswahl 2017 darstellen. Die Studie, welche vom DGB in Auftrag gegeben wurde, befasst sich mit der inhaltlichen und personellen Entwicklung der AFD vor der Bundestagswahl 2017. Dabei gelingt es laut DGB-Homepage den Autoren Alexander H\u00e4usler und Rainer Roeser aufzuzeigen, wie sich die AFD konsequent zu einer rechtsextremen Bewegungspartei entwickelt. Zudem werde durch die Autoren konsequent herausgearbeitet, in welch starkem Widerspruch die Programmatik der AFD mit der Ausrichtung von gewerkschaftlichen Grundthemen und Werten steht. Zudem soll im Laufe des Buches herausgestellt werden, warum es notwendig bleibt, eine politische Auseinandersetzung mit der AFD zu f\u00fchren und weshalb Gewerkschafter in der AFD einen Gegner der Gewerkschaft sehen sollten. Die Studie kann man durch den DGB-Bestellservice auch im Internet erhalten (DGB-Homepage, die Partei AFD vor der Bundestagswahl 2017). Den Bestellservice hat auch unsere Forschungsgruppe genutzt und hierdurch ein Exemplar erhalten. Besonders deutlich wird dabei das sich die AFD zunehmend auch sozialpolitisch inszeniert sowie inhaltlich und organisatorisch in ihren Ausdrucksformen nach rechts hin radikalisiert (Diskurs: ,,Die AFD: Auf dem Weg in einen v\u00f6lkisch-autorit\u00e4ren Nationalismus\u201c).<\/p>\n<p>Eine weitere interessante Brosch\u00fcre welche von Gewerkschaften verbreitet wird und die Thematik des Rechtsextremismus behandelt, tr\u00e4gt den Titel ,,Rechtsextremismus: Symbole, Zeichen und verbotene Organisationen\u201c. Auch sie wurde in angemessener Zahl von der Einzelgewerkschaft IGBCE bestellt und liegt zur Mitnahme im Landesbezirk Dortmund-Hagen aus, mit der Funktion Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie Interessierte zu informieren. Herausgeber der Brosch\u00fcre ist das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (im Internet unter verfassungsschutz.de).<\/p>\n<p>Ein B\u00fcndnis gegen Rechtsextremismus an welchem Gewerkschaften beteiligt sind, ist die ,,Allianz f\u00fcr Weltoffenheit\u201c. Laut dem DGB-Vorsitzenden Rainer Hoffmann, ist das B\u00fcndnis eine der gr\u00f6\u00dften zivilgesellschaftlichen Allianzen, welche es je in Deutschland gegeben habe. Bei der Gr\u00fcndungskonferenz des B\u00fcndnisses am 11. Februar 2016 in Berlin stellten dabei alle beteiligten Akteure gemeinsam heraus, dass sich die Allianzpartner gemeinsam f\u00fcr Solidarit\u00e4t, Demokratie und Rechtsstaat sowie gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt einsetzen wollen. Au\u00dfer dem DGB sind in der Allianz f\u00fcr Weltoffenheit unter anderem die evangelische Kirche, der Koordinationsrat f\u00fcr Muslime, der Zentralrat f\u00fcr Juden sowie die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverb\u00e4nde versammelt (Homepage der Allianz f\u00fcr Weltoffenheit). Die Allianz gibt laut dem DGB-Vorsitzenden Hoffmann insbesondere ein deutliches Signal f\u00fcr all diejenigen, welche den aktuellen Herausforderungen mit Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Hass entgegentreten (Homepage der Allianz f\u00fcr Weltoffenheit).<\/p>\n<p>Auch Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) bezieht eindeutig Stellung gegen\u00fcber Rechtspopulisten innerhalb und au\u00dferhalb von Gewerkschaften. So \u00e4u\u00dferte sich Vassiliadis auf der traditionellen Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, welche generell unter dem Zeichen von wachsendem Populismus und Extremismus in Deutschland und Europa stand, am 1. Mai 2017 folgenderma\u00dfen: \u201eDen Rechtsradikalen und Rechtsextremen muss klar sein: Verfassungsfeinde sind auch unsere Feinde\u201c. Zudem forderte der Vorsitzende der IGBCE dazu auf, die europ\u00e4ische Idee gegen Populisten weltweit zu verteidigen. Denn ein soziales Deutschland sei nur in einem vereinten Europa m\u00f6glich (Homepage der IGBCE, Artikel zur Kundgebung am 1.Mai in Essen)<\/p>\n<p>Auf Anfrage unserer Forschungsgruppe konnten wir auch einiges an Informationsmaterial zur Aufkl\u00e4rungs- und Bildungsarbeit der Abteilung Politik der IGBCE erhalten. Die Funktion der Abteilung bei der IGBCE ist es unter anderem den Kontakt zu den demokratischen Parteien zu halten, jedoch auch Informationsmaterial f\u00fcr alle politischen Sekret\u00e4rinnen und Sekret\u00e4re, sowie die Betriebsr\u00e4te zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Auch die Abteilung Politik der IGBCE stellt dabei heraus, dass die AFD f\u00fcr alle Demokratinnen und Demokraten ein Gegner sei. Deshalb sei es wichtig, als Gewerkschaft der ver\u00e4chtlichen Stimmung in Deutschland ein starkes Zeichen entgegenzusetzen. Hierzu w\u00e4re es unabdingbar, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter den Populismus entzaubern, seinen Sympathisanten mit Haltung, Argumenten und konkreten L\u00f6sungen f\u00fcr die anstehenden Aufgaben begegnen. Zudem m\u00fcsse es von zentraler Bedeutung sein verantwortungsvoll zu handeln, um in einem breiten politischen und zivilgesellschaftlichen Diskurs f\u00fcr ein weltoffenes Deutschland in einem sozialen Europa zu streiten (Abteilung Politik der IGBCE, April 2016).<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re es wichtig zu erkennen, dass die AFD ein vollkommen schiefes Bild von Deutschland zeichnet, bewusst \u00c4ngste sch\u00fcre und Bedrohungsszenarien entwirft und die Grenze des Unsagbaren \u00fcbertritt. Aus der Position der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ist es jedoch unabdingbar klarzustellen, dass die Menschen in Deutschland nicht in einem Land leben, das von einer Bande in den Medien, der Politik und Justiz regiert werde. Da dieses Bild aus Sicht der IGBCE falsch und zerst\u00f6rerisch ist, bleibe die AFD auch im vierten Jahr ihres Bestehens ein politischer Gegner der Gewerkschaft.<\/p>\n<p>Eine weitere Untersuchung durch die Abteilung Politik der IGBCE, welche wir als Forschungsgruppe auf Anfrage erhalten haben, tr\u00e4gt den Namen ,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c. Die im M\u00e4rz 2017 herausgegebene Ver\u00f6ffentlichung soll die Besch\u00e4ftigten und Mitglieder der IGBCE zun\u00e4chst \u00fcber das Wahlverhalten von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern informieren und anhand verschiedener Wahlergebnisse der letzten Jahre darstellen, dass Gewerkschaftsmitglieder \u00fcberdurchschnittlich oft rechte oder rechtsextreme Parteien w\u00e4hlen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c, S.6-10)\u00a0 . Zudem sollen die Mitglieder und Besch\u00e4ftigten im Rahmen der Ver\u00f6ffentlichung aufgekl\u00e4rt werden \u00fcber die Inhalte und Positionen populistischer Parteien sowie vor allem \u00fcber die Strukturen der AFD mit ihren drei Hauptstr\u00f6mungen, der wirtschaftsliberalen, der nationalkonservativen und der rechtsextremen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c, S.15-17). Vor allem soll es jedoch darum gehen wof\u00fcr Gewerkschaften im Gegensatz zu populistischen Positionen stehen und wof\u00fcr sie streiten. Dabei geht es grunds\u00e4tzlich darum, Haltung zu zeigen, Politik zu gestalten und keinerlei Toleranz f\u00fcr Rassismus und jede Form von Menschenverachtung zu zeigen (Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c, S. 31).<\/p>\n<p>Kritisch gesehen wird vonseiten der Abteilung Politik der IGBCE auch der Zielgruppenwahlkampf der Partei AFD, welche gezielt versucht Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an sich zu binden. Hierzu wurden bereits zwei Arbeitnehmer-Organisationen gegr\u00fcndet, weshalb die Abteilung Politik der IGBCE die Frage in den Raum stellt, ob die AFD die soziale Frage f\u00fcr sich gewinnt. Die AFD-nahen Arbeitnehmerorganisationen tragen die Namen AidA- Interessengemeinschaft Arbeitnehmer in der AFD und AVA- Alternative Vereinigung der Arbeitnehmer. Somit l\u00e4sst sich aus der Position der Abteilung Politik der IGBCE die Frage aufwerfen, ob es der AFD gelingen wird durch diese Vereinigungen dauerhaft Gewerkschaftsmitglieder an sich zu binden und ob sie es schaffen wird sich eigene Arbeitnehmerstrukturen aufzubauen und hierdurch Einzelgewerkschaften wie der IGBCE Konkurrenz zu machen, beispielsweise bei Betriebsrats-Wahlen (,,Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c, S. 19).<\/p>\n<p>Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der IGBCE wird in der Ver\u00f6ffentlichung mit klaren Worten in Richtung der Rechtspopulisten zitiert: \u201eDabei stehen wir auch zu unserer internationalen Verantwortung. Das alles ist und bleibt uns auch eine Lehre aus unserer eigenen Vergangenheit. Die AFD hingegen lehnt ein starkes Deutschland in einem solidarischen Europa ab. Darum ist die AFD unser Gegner. Inhaltlich hinsichtlich ihrer Personen, aber auch weil die Partei rechtsextreme Personen in den eigenen Reihen duldet und einen aggressiven und menschenverachtenden Populismus betreibt.\u201c (Rechtes Meinungsklima in (Ost-)Deutschland- Gewerkschaften in Verantwortung\u201c, S. 30, zit. n. Information zur Partei ,,Alternative f\u00fcr Deutschland\u201c (AFD), 2016)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-378\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts-300x158.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts-300x158.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts-768x403.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts-1024x538.jpg 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts-624x328.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Was-tun-gegen-Rechts.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a id=\"Handlungsempfehlungen\"><\/a>Die Faust aufs Auge<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Handlungsempfehlungen und die Rolle der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Gewerkschaften gegen rechte Tendenzen innerhalb ihrer Basis tun?<\/p>\n<p>Im folgenden Kapitel wird es darum gehen, welche Handlungsempfehlungen es f\u00fcr einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus gibt. Insbesondere liegt ein Schwerpunkt hierbei darauf, was Gewerkschaften tun k\u00f6nnen und warum sie dagegen handeln m\u00fcssen, dass sich diese rechten Tendenzen gerade innerhalb ihrer eigenen Basis in erheblichem Ma\u00dfe ausgepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p>Um Handlungsempfehlungen f\u00fcr einen besseren gewerkschaftlichen Umgang mit Rechtsextremismus zu geben, sei es zun\u00e4chst wichtig festzustellen, dass Gewerkschaften in Zukunft nur dann erfolgreich gegen\u00fcber rechtsextremen Einstellungen ihrer Mitglieder sein k\u00f6nnen, wenn es ihnen gelinge, sich als Gemeinschaft mit klaren Werten zu verstehen und dies sowohl in der Innen- als auch der Au\u00dfenkommunikation entsprechend deutlich zu vertreten. (St\u00f6ss, 2017, S.42) Zudem sollten Gewerkschaften insbesondere Nationalismus und Rassismus nicht nur als inhumane und perspektivlose Reaktionen auf komplexe Weltgeschehnisse wie Globalisierung, sozialen Wandel sowie Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt brandmarken, sondern vor allem auch selbst gewerkschaftliche Alternativen aufzeigen in Form von Solidarit\u00e4t und demokratischem Engagement f\u00fcr mehr Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Toleranz. Dar\u00fcber hinaus habe die Studie gezeigt, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder nichts besser von rechtsextremen Versuchungen fernhalte als die Erfahrung, durch eigene T\u00e4tigkeit und Mitbestimmung in Gewerkschaften, Politik und Betrieben tats\u00e4chlich etwas ver\u00e4ndern und bewirken zu k\u00f6nnen (St\u00f6ss, 2017, S.43).<\/p>\n<p>Richard St\u00f6ss zieht zu den Handlungsempfehlungen von Gewerkschaften ein eigenes Fazit, in welchem er die Gewerkschaften dazu aufruft, dass sie national wie international in besonderem Ma\u00dfe gefordert seien, geeignete Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen, um den Kr\u00e4ften am rechten politischen Rand das Wasser abzugraben (St\u00f6ss, 2017, S.44). Denn gerade die Tatsache, dass sich die Arbeitnehmer und organisierten Arbeiter unter den Gewerkschaftsmitgliedern so empf\u00e4nglich f\u00fcr Rechtsextremismus zeigen, weist den Gewerkschaften eine besondere Bedeutung f\u00fcr den Einsatz dagegen zu. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, denn es sind die rechten Kr\u00e4fte welche an der Existenzberechtigung der Gewerkschaften r\u00fctteln, indem sie ihre Funktionen als wichtige Ordnungsmacht der industriellen Beziehungen schw\u00e4chen und \u00fcberdies durch ihr Wirken auch ihre Kompetenz als Interessenvertretung der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten in Frage stellen (St\u00f6ss, 2017, S.44).<\/p>\n<p>Aus diesen Handlungsempfehlungen und der Bedeutung von Gewerkschaften f\u00fcr die Gesellschaft ziehen diese heute bereits Schl\u00fcsse. Der ma\u00dfgebliche und zentrale Ansatz der Gewerkschaften, um diesen Kr\u00e4ften am rechten politischen Rand zu begegnen, stellt ihre Aufkl\u00e4rungs- und Bildungsarbeit dar. Den Gewerkschaften stehen Ressourcen zur Verf\u00fcgung um Bildungsarbeit leisten zu k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen sie auch kleineren Gruppierungen zur Verf\u00fcgung stellen. Wie Gewerkschaften diese Bildungsarbeit gestalten, wird im kommenden Abschnitt ausf\u00fchrlicher erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p>Bildungsarbeit gilt hierbei als ein wichtiger Eckpfeiler von Gewerkschaften, welcher sich auf eine lange und erfolgreiche Geschichte berufen kann. Ein Bereich hiervon ist die politische Bildung, in welcher es schwerpunktm\u00e4\u00dfig um Formen des Engagements gegen Rechtsextremismus innerhalb der Gewerkschaft aber auch in der gesamten Zivilgesellschaft geht. F\u00fcr die gewerkschaftliche Bildungsarbeit folgen hieraus zwei Hauptziele. Diese sind einerseits das Wesen des Rechtsextremismus zu verstehen und andererseits die Ursachen f\u00fcr die Erfolge des Rechtsextremismus zu erkennen.<\/p>\n<p>Die gewerkschaftliche Bildungsarbeit sollte jedoch keinesfalls nur auf der Ebene der Wissens- und Problembewusstseinsvermittlung bleiben, sondern es sollten mit gezielten Methoden Verhaltens\u00e4nderungen bewirkt werden. Hierbei sollte sie zur demokratischen Partizipation bef\u00e4higen. Denn laut dem Autor des vorliegenden Textes der Friedrich-Ebert-Stiftung ,,ist gewerkschaftliche Bildung immer politische Bildung\u201c. Zudem soll sie die Basis verschaffen, um gegen menschenverachtende Ideologien und Weltanschauungen aktiv aufzutreten (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.97).<\/p>\n<p>In einem Bericht des DGB-Bildungswerks Th\u00fcringen unter dem Titel ,,Nicht-rassistische Bildungsarbeit\u201c hei\u00dft es hierzu unter anderem ,,Rassismus durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche und so lassen sich Interventionsm\u00f6glichkeiten in allen Wirkungsfeldern entwickeln- auch ohne SpezialistIn zu sein. \u00dcberall, wo es Rassismus gibt, kann auch dagegen gehandelt werden. Denn gerade Bildung spiele eine wichtige Rolle daf\u00fcr, wie Menschen die Welt und ihren Platz darin interpretieren und in welche Richtung sie diese ver\u00e4ndern wollen\u201c. (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.98, zit. n. DGB-Bildungswerk Th\u00fcringen, Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit)<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist es wichtig zu erkennen, dass die Wertvorstellungen von Gewerkschaften so ausgepr\u00e4gt sind, dass sie sich auch auf wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Themen beziehen. Somit richten sich die gesellschaftsgestaltenden Zielvorstellungen der Gewerkschaften also nicht nur gegen den Rechtsextremismus, sondern auch gegen den Rechtskonservatismus (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.99).<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr gewerkschaftliche und politische Bildungstr\u00e4ger sei es, das Wesen des Rechtsextremismus zu verstehen. Denn nur so lassen sich seine Ziele und Programme gezielt kritisieren und der Umgang mit rechtsextremen \u00c4u\u00dferungen trainieren. Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist f\u00fcr Gewerkschaften auch ein Kampf der Wertesysteme. Auf der einen Seite steht das des Rechtsextremismus, welches auf Ethnozentrismus, Nationalismus und Autoritarismus basiert. Auf der anderen Seite ist das gewerkschaftliche Wertesystem verortet, welches auf Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t fu\u00dft und somit im Gegensatz zum erstgenannten steht. Die Gewerkschaften m\u00fcssen also in der Auseinandersetzung mit der politischen Rechten ihr eigenes Wertesystem und somit auch ihre Existenzgrundlage verteidigen (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.99).<\/p>\n<p>So kommt auch der Abschlussbericht der IG Metall von einer internationalen Tagung zu dem Ergebnis, dass ein nachhaltiger Zusammenhalt Europas nur zu erreichen sei, wenn es gelinge geteilte Werte wie Freiheit, Frieden, Menschenrechte und Antirassismus anzustreben. Diese Ideen der gemeinsamen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit seien durch Bildungsarbeit zu vermitteln (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.100).<\/p>\n<p>Dadurch, dass die Krisen- und Umbruchsituationen wirklich existieren und der Rechtsextremismus die \u00c4ngste der Bev\u00f6lkerung nicht erfindet, sondern diese wirklich vorhanden sind, werde die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus deutlich erschwert. Laut dem Autor der vorliegenden Handlungsempfehlungen, m\u00fcsse es jedoch das klare Bestreben von Gewerkschaften sein, den durch die Entwicklungen der letzten Jahre verunsicherten Teil der Bev\u00f6lkerung, durch Probleml\u00f6sungen entlang der eigenen Wertvorstellungen abzuholen. Diese stehen selbstverst\u00e4ndlich im Gegensatz zu den v\u00f6lkisch-nationalistischen Angeboten, welche es konsequent abzulehnen gelte. (St\u00f6ss, 2017, S.100)<\/p>\n<p>Zudem gelte es anzuerkennen, dass die Angebote des Rechtsextremismus gerade aufgrund ihrer Schlichtheit bei Teilen der Bev\u00f6lkerung auf Zustimmung treffen und f\u00fcr diese eine attraktive Option darstellen. Dies gelte genauso f\u00fcr Gewerkschaftsmitglieder. Die Aufgabe gewerkschaftlicher Bildungsarbeit sei es nun jedoch, dieses wirklichkeitsfremde Zerrbild als antidemokratisch zu entlarven, welches von den Rechtsextremisten gezeichnet wird. Denn der Rechtsextremismus r\u00fcttelt durch seine Programmatik an der Existenz von Gewerkschaften. Dies wird daran deutlich, dass der Rechtsextremismus bestreitet, dass es sich bei modernen Gesellschaften um komplexe Systeme handelt, welche differenzierte Sozialstrukturen, Interessengegens\u00e4tze und Konflikte aufweisen. Somit richtet sich seine Gemeinschaftsideologie auch gegen den Pluralismus von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Somit ist daraus zu schlie\u00dfen, dass ein Engagement von Gewerkschaften gegen rechte Politik auch der eigenen Existenzsicherung diene (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.101).<\/p>\n<p>Zudem ist es eine zentrale Aufgabe von gewerkschaftlicher Bildung, die T\u00e4uschungsman\u00f6ver des Rechtsextremismus aufzudecken. Denn der Rechtsextremismus pr\u00e4sentiere sich in der \u00d6ffentlichkeit laut Friedrich St\u00f6ss, geradezu als Sachverwalter der demokratischen Verh\u00e4ltnisse. Dies tut er, indem er das elit\u00e4re Wirken, die Machtversessenheit und den Egoismus der politischen Akteure sowie die hohe Macht der anderen Parteien kritisiert und sich f\u00fcr mehr direktdemokratische Entscheidungsfindungen in der Politik ausspricht. Doch ,,in Wirklichkeit huldigt der Rechtsextremismus dem antiquierten Modell eines autorit\u00e4ren politischen Systems\u201c. (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.102) Denn das Ziel der politischen Rechten sei es, seine Konkurrenten im Parteienwettbewerb zu schw\u00e4chen, indem es ihre angeblich zu gro\u00dfe Macht anklagt und durch Volksabstimmungen verringern will.<\/p>\n<p>Auch in Bezug auf Europa und die Europ\u00e4ische Union gibt es deutliche Unterschiede dessen was Gewerkschaften anstreben und den Vorstellungen, welche Rechtsextremisten vertreten. So sprechen sich alle gro\u00dfen Gewerkschaften in Europa deutlich f\u00fcr die EU aus und sind sich dar\u00fcber bewusst, dass ein Scheitern der EU die vorhandenen wirtschaftlichen Probleme versch\u00e4rfen sowie die Besch\u00e4ftigungsbedingungen in vielen Bereichen sich deutlich verschlechtern w\u00fcrden. (vgl. St\u00f6ss, 2017, S. 102, zit. n. Ulrike Obermayr in: Rechte Politik in Europa\u00a0 Anm.112, S.8)\u00a0 Dies sei wichtig f\u00fcr Gewerkschaften herauszustellen, denn zum Standardrepertoire von rechten Parteien geh\u00f6re es, die EU sowie vor allem die gemeinsame europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion zu kritisieren (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.102).<\/p>\n<p>Gerade deshalb m\u00fcsse sich gewerkschaftliche Bildungsarbeit dieser Kritik stellen und herausstellen, dass das Zeitalter souver\u00e4ner Nationalstaaten mit den sich immer schneller wandelnden Bedingungen der Globalisierung zu Ende ist. Deshalb m\u00fcssen sich Gewerkschaften klar gegen ein ,,Europa der Vaterl\u00e4nder\u201c aussprechen und sich stattdessen f\u00fcr ein soziales und demokratisches Europa einsetzen, welches f\u00fcr die europ\u00e4ische Idee einer toleranten, offenen und solidarischen Wertegemeinschaft steht (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.103).<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcsse das Grundanliegen gewerkschaftlicher Bildungsarbeit darin bestehen, die Teilnehmenden von Veranstaltungen und Seminaren f\u00fcr ein konkretes Engagement gegen Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu qualifizieren. Man m\u00fcsse die Teilnehmer auch gezielt motivieren, denn es reiche eben in diesem Punkt nicht aus dagegen zu sein, sondern es sind konkrete Handlungen gefordert. Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich somit feststellen, dass gewerkschaftliche Bildungsarbeit auch aktivierende Methoden beinhalten sollte, um die Pers\u00f6nlichkeit und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden zu st\u00e4rken. Nur so k\u00f6nnen diese bereit dazu sein, selbst Verantwortung f\u00fcr ein antirassistisches Handeln zu \u00fcbernehmen und hierzu Beteiligungsm\u00f6glichkeiten auch einzufordern (vgl. St\u00f6ss, 2017, S.104).<\/p>\n<p><strong><br \/>\nKonkretes Beispiel der Bildungsarbeit der DGB Jugend<\/strong><\/p>\n<p>Um die Ziele Bildungsarbeit der Gewerkschaften nach St\u00f6ss mit eigenen Augen zu erleben, wurde im Rahmen dieser Forschungsarbeit ein Seminar der DGB-Jugend zum Thema \u201cRechts(d)ruck\u201d in Europa besucht. Dieses Seminar erstreckte sich \u00fcber drei Tage und fand an einem Wochenende statt. Die inhaltliche Gliederung des Seminars gestaltete sich folgenderma\u00dfen. Zu Anfang wurden Definitionen von relevanten Begriffen im Kontext des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zun\u00e4chst diskutiert und danach erl\u00e4utert. Dar\u00fcber hinaus wurden historische Entwicklungen innerhalb der rechten Szene vorgetragen. Rechte Parteien und rechte Fraktionen im Europaparlament wurden von den Teilnehmern eigenst\u00e4ndig in Gruppen recherchiert und im Plenum vorgestellt. Extrem rechte Bewegungen und Europakonzepte von deutschen Rechten wurden gemeinsam betrachtet, gefolgt von Gewerkschaften und ihrer Rolle. Dar\u00fcber hinaus wurden gemeinsam Konzepte erarbeitet, was man selbst konkret gegen rechte Tendenzen tun kann, auch im eigenen Umfeld. Stets wurde versucht, Beweggr\u00fcnde und Argumentationen von Rechten nachzuvollziehen und diesen konkret entgegen treten zu k\u00f6nnen. Der Aufbau des Seminars gestaltete sich partizipativ.<\/p>\n<p>Die von St\u00f6ss erw\u00e4hnten Ziele der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit die im vorherigen Abschnittes idealtypisch beschrieben worden sind wurden im Seminar aufgegriffen. Durch partizipative Diskussionen wurden alle Teilnehmer in die Generierung von Erkenntnis involviert. Auch versteckte rechte Tendenzen oder Ausdr\u00fccke, die sonst nicht wahrnehmbar sind, solange sie unbekannt sind, wurden ausdiskutiert und den Teilnehmern ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt.\u00a0 Die starke Eigenbeteiligung im Seminar erzeugte eine Atmosph\u00e4re der N\u00e4he und wirkte nicht wie ein Vortrag, den man passiv h\u00f6rt. Gemeinsam mit der Seminarleitung und den weiteren Seminarteilnehmern gelang es Probleme im Umgang mit Rechtsextremismus zu identifizieren. Wie von St\u00f6ss genannt wurde das Wesen des Rechtsextremismus durchleuchtet und versucht zu verstehen. Andererseits wurden die Ursachen der Erfolge von Rechtsextremismus europaweit erkl\u00e4rt. Insbesondere ist hier der Aspekt der Schlichtheit der rechten L\u00f6sungskonzepte von Bedeutung. Die Ans\u00e4tze wurden gemeinsam als antidemokratisch entlarvt und T\u00e4schungsman\u00f6ver des Rechtsextremismus aufgedeckt. Es wurden dar\u00fcber hinaus, wie bereits erw\u00e4hnt, konkrete Ma\u00dfnahmen erarbeitet um sich gegen Rechtsextremismus engagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kritisch hinterleuchtet wurde auch das Seminar an sich in einer abschlie\u00dfenden Feedbackrunde, welche es erm\u00f6glichte Grenzen solcher Veranstaltungen zu erschlie\u00dfen. Eine Grenze die hier genannt, und welche sp\u00e4ter wieder erw\u00e4hnt wird, ist die Reichweite solcher Angebote und die selektive Teilnahme. Selten nehmen bereits weit rechts orientierte Menschen aus eigenem Bestreben an solchen Veranstaltungen teil, was sich im Falle dieses Seminars best\u00e4tigte. Anwesend waren Menschen, die bereits in irgendeiner Art sich mit Rechtsextremismus besch\u00e4ftigen oder bereits engagiert sind. Doch erm\u00f6glichen solche Angebote bereits engagierten und interessierten Personen weitere konkrete Handlungsm\u00f6glichkeiten zu erhalten und sie im Umgang mit rechten Tendenzen zu sensibilisieren. Der Austausch von Wissen und die Diskussion \u00fcber Fragen und Probleme im Rahmen eines solchen Seminars erm\u00f6glichen vielschichtige Einblicke in eine komplexe Sachlage zu geben und neue Erkenntnisse zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Konkret empfanden wir als Forscher pers\u00f6nlich das Umfeld des Seminars sehr ansprechend, da neben den inhaltlichen Aspekten auch gemeinschaftliche Angebote vorhanden waren und zu einem netten Beisammensein einluden.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Chefs\"><\/a>Was denken die Chefs dazu?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die subjektive Wahrnehmung von leitenden Funktion\u00e4ren<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es folgt eine Analyse der vorliegenden Interviews. Gemeinsamkeiten und zentrale Aspekte werden herausgearbeitet und dargelegt. Ziel unserer Interviews war es herauszufinden, warum sich Gewerkschaften gegen Rechtsextremismus engagieren und wie sie das tun.<\/p>\n<p>Unter rechtem Gedankengut werden in den Interviews folgende Adjektive zur Beschreibung genutzt. Dazu geh\u00f6ren die Begriffe \u201enationalistisch\u201c, \u201erassistisch\u201c. Dar\u00fcber hinaus wird hiermit die Ausgrenzung von Menschengruppen und die Beschneidung ihrer Freiheit mit \u201erechtem Gedankengut\u201c verbunden.<\/p>\n<p>Besonders ins Auge sticht bei allen Erl\u00e4uterungen, dass die Geschichte der Gewerkschaften einen wichtigen Faktor zur Begr\u00fcndung des Engagements gegen Rechtsextremismus darstellt. Der historische Bezug stellt einen zentralen Punkt in allen Interviews dar. Deshalb sprechen die Funktion\u00e4re von einem \u201ehistorischen Auftrag\u201c in den Interviews und nennen in diesem Zusammenhang die Verfolgung von Gewerkschaftsmitgliedern im dritten Reich als einen Grund f\u00fcr das gewerkschaftliche Engagement. Gewerkschaften werden seitdem sie gegr\u00fcndet sind als \u201einternationalistisch\u201c, \u201eantirassistisch\u201c beschrieben. Die demokratisch orientierten Werte von Gewerkschaften werden in den Interviews besonders in den Fokus gesetzt. Zu diesen Werten z\u00e4hlt zum Beispiel die Vorstellung der Gleichheit der Menschen (\u201ealle sind gleich\u201c)..<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wird das Selbstbild der Gewerkschaften von den Funktion\u00e4ren verdeutlicht. Gewerkschaften betrachten sich als Anlaufstelle f\u00fcr Engagement gegen Rechtsextremismus. Hierzu wird erw\u00e4hnt, dass der DGB neben \u201eganzen Vereinen\u201c auch \u201ekleineren Gruppierungen vor Ort\u201c Hilfe leistet mit den Worten \u201cKommt zu uns, macht [\u2026] bei uns mit!\u201c.<\/p>\n<p>Ein weiterer zentraler Punkt ist die Wahrnehmung von Problemen im Umgang mit Rechtsextremismus. Dass Probleme vorhanden sind, l\u00e4sst sich in allen Interviews wiederfinden. Als \u201eRiesenproblem\u201c werden vor allem die Statistiken wahrgenommen, dass \u00fcberdurchschnittliche viele Gewerkschaftsmitglieder die AfD w\u00e4hlen. Besonders hervorgehoben wird von den Interviewten hierbei, dass in Gewerkschaftshochburgen wie dem Ruhrgebiet \u00fcberdurchschnittlich oft die AfD gew\u00e4hlt wird. Zudem wird von den Interviewpartnern betont, dass sich der Umgang mit rechten Tendenzen innerhalb von Gewerkschaften problematisch darstellt. So tendieren einige der Funktion\u00e4re dazu, in den Dialog mit solchen Personen zu treten, w\u00e4hrend andere die Isolation bevorzugen. Dar\u00fcber hinaus wird ein weiteres Problem in diesem Kontext genannt. N\u00e4mlich, dass auch Funktion\u00e4re innerhalb der Gewerkschaft abh\u00e4ngig von ihrer Belegschaft sind, da diese durch Wahlen ihr Amt bestimmen. Als weiteres Problem, welches mit den vorherigen in Verbindung steht, wird der \u201ehierarchische\u201c Aufbau von Gewerkschaften genannt, welcher laut einem leitenden Funktion\u00e4r anziehend auf Personen wirke, welche zu rechten Tendenzen neigen. Weiterer Handlungsbedarf wird von den leitenden Funktion\u00e4ren in dem Punkt gesehen, dass die Vermittlung von konstruktiven Argumenten und Konzepten gegen\u00fcber Rechtsextremisten sich schwierig gestaltet. Denn diese Konzepte seien f\u00fcr den einfachen B\u00fcrger oftmals zu komplex. Dar\u00fcber hinaus betonen die Interviewpartner, dass es schwierig zu differenzieren sei, was als akzeptierbare Meinung einzustufen ist und was bereits klar rechtsextremistisch ist.<\/p>\n<p>In den Interviews wird betont, dass Gewerkschaften ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus einen hohen Stellenwert beimessen. Als zentraler Aspekt der L\u00f6sungsans\u00e4tze wird von allen leitenden Funktion\u00e4ren die \u201eBildungs-\u201e und \u201eAufkl\u00e4rungsarbeit\u201c von Gewerkschaften genannt. Deren Angebote beziehen sich im gewerkschaftlichen Kontext sowohl auf interne Mitglieder als auch externer Personen. Neben der Aufkl\u00e4rung von Funktion\u00e4ren mit internen Schulungen zur Erkennung und dem Umgang mit rechtsextremen Argumenten bieten Gewerkschaften viele M\u00f6glichkeiten auch f\u00fcr Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. In den Interviews wird dargelegt, dass hierbei klassische Bildungsseminare, Vortr\u00e4ge, Diskussionsabende, Argumentationstrainings und auch Informationsmaterialen, Flyer und Onlineangebote zum vielf\u00e4ltigen Angebot des gewerkschaftlichen Engagements gegen Rechtsextremismus geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ein Problem in diesem Fall, welches den Verantwortlichen bewusst ist, ist, dass diese Angebote wahrscheinlich nur selektiv wahrgenommen werden. Ein Gro\u00dfteil der Personen, welche diese Angebote annehmen, sei bereits \u201eantirassistisch\u201c eingestellt. Dar\u00fcber hinaus betonen mehrere der interviewten Funktion\u00e4re, dass es f\u00fcr sie nur schwierig zu erkennen und \u00fcberblicken sei, welche Mitglieder nun wirklich durch rechte Gedanken gepr\u00e4gt seien und welche nicht, solange diese Einstellungen nicht offen artikuliert werden.<\/p>\n<p>Ein leitender Funktion\u00e4r des DGB betont zudem einen weiteren L\u00f6sungsansatz von Gewerkschaften, welcher im direkten \u00f6ffentliche. Auftreten in Form von Protesten und M\u00e4rschen liege. Hierdurch werde es m\u00f6glich, \u00f6ffentlichkeits- und medienwirksam auf die zunehmende Verbreitung rechtsextremer Einstellungen hinzuweisen und ein klares Statement im Namen der gewerkschaftlichen Organisation gegen den Rechtsextremismus abzugeben.<\/p>\n<p>In diesem Kontext wird von gleich mehreren der interviewten Funktion\u00e4re betont, dass Rechtsextremismus gesamtgesellschaftlich entgegengetreten werden m\u00fcsse. In diesem Zusammenhang wird in den Interviews von gewerkschaftlicher Seite gefordert, dass besonders die Politik und die b\u00fcrgerliche Mitte sich klar von rechten Tendenzen abgrenzen und sich f\u00fcr demokratische Werte aussprechen, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend sind in der Analyse der von uns bei leitenden Gewerkschaftsfunktion\u00e4ren durchgef\u00fchrten Interviews folgende Punkte als zentral festzuhalten. Den Gewerkschaften ist ein Rechtsruck auch innerhalb ihrer Organisationen bewusst. Ein Problembewusstsein ist klar und deutlich vorhanden. Die Probleme zeigen sich sehr vielschichtig und lassen sich in manchen F\u00e4llen nicht gezielt angehen. Als L\u00f6sungsansatz, besonders in aktueller Zeit, wird die politische Bildung und Aufkl\u00e4rung angesehen, die jedoch nicht alleine von den Gewerkschaften getragen werden kann, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem angegangen werden muss. Das Engagement der Gewerkschaften wird historisch begr\u00fcndet und mit ihren Werten fundiert. Diese zentralen Aspekte finden sich in allen Interviews wieder. Immer wieder betont werden die Werte, wie zum Beispiel Chancengleichheit, und die Historie von Gewerkschaften im Verh\u00e4ltnis zum Rechtsextremismus (Verfolgung und Gleichschaltung im dritten Reich; Neugr\u00fcndung in der Nachkriegszeit; Festlegung von Antirassismus in der Satzung). Beispielsweise wird von einem Funktion\u00e4r explizit erw\u00e4hnt, dass durch Bildungsarbeit nicht unbedingt die richtige Zielgruppe erreicht wird, sondern bereits engagierte und interessierte Personen. Auch die Erkenntnis, dass Gewerkschaften nicht alleine alles bewegen k\u00f6nnen ist unter den Interviewten verbreitet. So bilden Gewerkschaften zwar einen Pfeiler der Gesellschaft, doch sie sind auch ein Spiegelbild dieser. Gewerkschaften sind ein zentraler Akteur der Gesellschaft oder auch eine S\u00e4ule dieser Republik. Die Funktion\u00e4re verdeutlichen in diesem Rahmen, das sich aus der Tatsache, dass Gewerkschaften ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen, die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Vorgehens erschlie\u00dfe.<\/p>\n<p>Als L\u00f6sungsansatz dieses Problems (die Interviews zeigen, dass Gewerkschaften auch noch mit vielen anderen Problemen zu k\u00e4mpfen haben) wird im breiten Konsens die Bildungs- und Aufkl\u00e4rungsarbeit betrachtet. Insgesamt ergibt sich aus den Experteninterviews, dass die Gewerkschaften bereits auf die Prozesse innerhalb der Gesellschaft reagieren, ein Verst\u00e4ndnis von den Problemen besitzen und versuchen diesen durch ihre L\u00f6sungsans\u00e4tze entgegen zu treten.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Schluss\"><\/a>Das Beste kommt zum Schluss<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Gesicht zeigen: eine gesellschaftliche Aufgabe<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassend lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:<\/p>\n<p>Gewerkschaften sind durch ihre pr\u00e4gende Geschichte von Beginn an \u201cantirechts\u201d orientiert. Demokratische Werte geh\u00f6ren zum Selbstverst\u00e4ndnis der Gewerkschaften. Doch sind die Gewerkschaften in den letzten Jahren unter Druck geraten und haben mit einigen fundamentalen Problemen zu k\u00e4mpfen. Die Situation, in der sich Gewerkschaften befinden, kann dabei als Dilemmata beschrieben werden. Auf der einen Seite betrachten diese sich als demokratische und antirassistische Organisationen und als einen wichtigen Teil der Gesellschaft. Auf der anderen Seite sind rechte Tendenzen ein Teil der Gesellschaft und finden sich dementsprechend auch in Gewerkschaften wieder, wie es in der Spiegelthese angedeutet wird. Die \u00fcberdurchschnittliche Wahl von rechtsorientierten Parteien durch Gewerkschaftsmitglieder sticht hierbei ins Auge. Durch den Beitritt zu einer Gewerkschaft ver\u00e4ndert sich nicht zwangsl\u00e4ufig die politische Orientierung einer Person. Ein weiteres Dilemmata ist, dass Gewerkschaften auf ihre Mitglieder angewiesen sind. Im Besonderen sind die Funktion\u00e4re auf die Stimmen der Mitglieder in ihrem Betrieb angewiesen, da ihre Position ein Wahlamt ist. Eine andere kontrovers diskutierte Frage in diesem Kontext ist auch, ab wann eine politische Meinung den Betriebsfrieden st\u00f6rt. Es liegt in der Natur des Problems, dass hier zun\u00e4chst eine Einigkeit innerhalb der Gewerkschaft selbst n\u00f6tig ist, um die vorherige Frage zu beantworten.<\/p>\n<p>Um jedoch diesen Tendenzen \u00fcberhaupt begegnen zu k\u00f6nnen setzten Gewerkschaften viel auf politische Bildungs- und Aufkl\u00e4rungsarbeit. Dies wird auch in den von uns gef\u00fchrten Experteninterviews deutlich. So werden nicht nur Funktion\u00e4re im Umgang mit rechten Tendenzen geschult, sondern es werden verschiedene Angebote auch f\u00fcr sonstige Mitglieder sowie f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit geboten. Ein Problem, dass hinter solchen Angeboten steckt und den von uns interviewten Funktion\u00e4ren bekannt ist, ist dass Selektionseffekte daf\u00fcr sorgen k\u00f6nnen, dass nur bereits aufgekl\u00e4rte Mitglieder sich angesprochen f\u00fchlen. Denn einen Zwang zur Teilnahme an solchen Seminaren k\u00f6nnen die Funktion\u00e4re nicht aussprechen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der von uns gef\u00fchrten Interviews wird deutlich dass sich die deutschen Gewerkschaften all diesen Problemen bewusst sind. Deshalb versuchen sie gezielt Programme zu entwickeln, um diese l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Ob dies gelingt wird sich in Zukunft zeigen. Doch um es in den Worten eines leitenden Funktion\u00e4rs des DGB zu sagen, ist dieses Thema eine \u201cgesamtgesellschaftliche Aufgabe\u201d. Wie mit rechten Tendenzen umgegangen wird, entscheidet sich innerhalb der gesamten Gesellschaft, denn dort wird der Umgang legitimiert.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt folgt noch ein kleiner Appell an alle: Nicht nur die Gewerkschaften sind ein Tr\u00e4ger der Gesellschaft, sondern jeder Einzelne tr\u00e4gt eine Verantwortung. Unser friedliches Miteinander ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. T\u00e4glich handeln Menschen und engagieren sich in der Gesellschaft. Rechtsextremismus und Rechtspopulismus stellen ein Problem f\u00fcr alle da. Dar\u00fcber l\u00e4sst sich zwar streiten. Doch betrachtet man es prinzipiell, dann entscheidet ethnischer Determinismus nicht dar\u00fcber, ob ein Mensch in eine Gesellschaft passt oder nicht. Das Entscheidende ist, welche Normen und Werte ihn leiten. Jeder sollte und kann sich gegen Rechtsextremismus und Populismus engagieren. Viele M\u00f6glichkeiten sind gegeben. Sei es in Organisationen, wie dem DGB oder Gewerkschaften, oder auch als Einzelperson. Vorhandene Organisationen bieten hierzu bereits vorhandene Strukturen und k\u00f6nnen gro\u00dfe Hilfe leisten. Besonders erleichtern diese die Vernetzung mit anderen Engagierten. Doch auch der Einzelne kann etwas tun, wie es sich w\u00e4hrend der \u201cFl\u00fcchtlingskrise\u201d zeigte. Spontane Zusammenschl\u00fcsse und einzelne spendeten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und sorgten f\u00fcr spektakul\u00e4re Bilder von ausverkauften Bahnh\u00f6fen und bergeweise Essen und Trinken. Nichts spricht dagegen, dass es im Kampf gegen Rechtsextremismus genauso aussieht. Jeder kann daf\u00fcr sorgen, dass sich Hass und Intoleranz nicht verbreiten. Auch Faktenwissen allein hilft bei der Argumentation gegen rechts. Hieran kn\u00fcpfen auch einige der vielen gewerkschaftlichen Programmatiken und Kampagnen gegen Rechtsextremismus an, welche im Rahmen dieses Blogeintrags vorgestellt wurden Exemplarisch genannt seien an dieser Stelle die 21 Argumente gegen Rechtspopulismus, welche der DGB NRW herausgegeben hat Wir wissen alle, wohin Hass und Intoleranz f\u00fchren kann. Kriege und Genozide sind keine Ph\u00e4nomene der Vergangenheit. Rassistische Verfolgung ist auch in der heutigen Welt allgegenw\u00e4rtig. Nichts garantiert, dass es nicht wieder so weit wie in den 30er und 40er Jahren kommen kann. Die einzige Garantie die wir haben ist unser Engagement, unser Handeln. So liegt es am Ende an uns, die Freiheit der Menschen zu wahren. Darum lasst es euch nicht nehmen, die Zukunft unserer Gesellschaft selber zu gestalten: F\u00fcr eine Welt der Offenheit und Toleranz. F\u00fcr eine Welt in Frieden. F\u00fcr eine Welt in Gerechtigkeit. Letztlich f\u00fcr eine bessere Welt f\u00fcr uns, unsere Kinder und alle, die sie bev\u00f6lkern.<\/p>\n<p><strong>Ein Beitrag von Alper Eker, Marcel Leite und Falk Rekow\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (2015)[Hrsg.]. <em>Symbole, Zeichen und verbotene Organisationen.<\/em> Im Internet unter: ht<a href=\"https:\/\/www.verfassungsschutz.de\/embed\/broschuere-2015-04-rechtsextremismus-symbole-zeichen-und-verbotene-organisationen.pdf\">tps:\/\/www.verfassungsschutz.de\/embed\/broschuere-2015-04-rechtsextremismus-symbole-zeichen-und-verbotene-organisationen.pdf<\/a>. Recherche am 01.12.18<\/p>\n<p>[1] bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung [Hrsg.]. Gabriele Nandlinger [Autor], 2008. <em>Wann spricht man von Rechtsextrimismus, Rechtsradikalismus oder Neonazismus\u2026.?<\/em>. Im Internet unter:<\/p>\n<p>https:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/rechtsextremismus\/41312\/was-ist-rechtsextrem?p=all. Recherche am 03.11.2017.<\/p>\n<p>[2] bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung [Hrsg.]. <em>Dossier Rechtspopulismus. Marcel Lewandowsky zum Begriff Rechtspopulismus.<\/em> Im Internet unter: http:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/rechtspopulismus\/. Recherche am: 03.11.2017.<\/p>\n<p>[3] bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung [Hrsg.] <em>Populismus. Aus Politik und Zeitgeschichte (APUZ 5-6\/2012).<\/em> Im Internet unter: http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/75845\/populismus. Recherche am 03.11.2017.<\/p>\n<p>Brandenburgische Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung [Hrsg.]. G. Schultz (Autor)(2007)<em>. Gewerkschaften und Rechtsextremismus.<\/em> In Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/blog\/gewerkschaften-und-rechtsextremismus-0\">http:\/\/www.politische-bildung-brandenburg.de\/blog\/gewerkschaften-und-rechtsextremismus-0<\/a>. Recherche am 18.01.2018.<\/p>\n<p>Correctiv [Hrsg.]. Markus Grill (Autor). <em>Warum Correctiv ein \u201cSchwarzbuch AfD\u201d ver\u00f6ffentlicht<\/em>.\u00a0\u00a0 Im Internet unter: https:\/\/correctiv.org\/recherchen\/neue-rechte\/artikel\/2017\/04\/10\/schwarzbuch-afd-einleitung-wir-finden-es-reicht\/. Recherche am 01.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund [Hrsg.]. einblick<em>. So haben Gewerkschaftsmitglieder gew\u00e4hlt. <\/em>Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/einblick\/++co++6e229004-ef4f-11e5-acf0-52540023ef1a\">http:\/\/www.dgb.de\/einblick\/++co++6e229004-ef4f-11e5-acf0-52540023ef1a<\/a>. Recherche am 12.11.17.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund [Hrsg.] DGB Infoservice einblick.<em> Mecklenburg-Vorpommern: So haben Gewerkschaftsmitglieder gew\u00e4hlt.<\/em> Im Internet unter: http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++6d6bf30c-74d9-11e6-b548-525400e5a74a. Recherche am 12.11.17.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund (2011)[Hrsg.]. <em>Die Gelbe Hand: 25 Jahre gegen Rassismus.<\/em> Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++06ebe75c-e507-11e0-598f-00188b4dc422\">http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++06ebe75c-e507-11e0-598f-00188b4dc422<\/a>. Recherche am 14.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund (2016)[Hrsg.] einblick. <em>Mach meinen Kumpel nicht an. Die gelbe Hand: 30 Jahre gegen Rassismus. Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit &#8211; so wichtig wie vor 30 Jahren.<\/em> Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/einblick\/30-jahre-gelbe-hand\">http:\/\/www.dgb.de\/einblick\/30-jahre-gelbe-hand<\/a>. Recherche am 12.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund (2016)[Hrsg.]. <em>Allianz f\u00fcr Weltoffenheit:\u201dSowas gab es noch nie\u201d.<\/em> Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++299872da-d0ac-11e5-8234-52540023ef1a\">http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++299872da-d0ac-11e5-8234-52540023ef1a<\/a>. Recherche am 14.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund (2017)[Hrsg.] 21<em> Argumente gegen Rechts. <\/em>Im Internet unter: http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++7f3d6c0a-e17b-11e6-bc42-525400e5a74a. Recherche am 01.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund NRW [Hrsg.]. H\u00e4usler und Roeser (Autoren)(2017). <em>Die AfD &#8211; Auf dem Weg in einen v\u00f6lkisch-autorit\u00e4ren Populismus<\/em>. <a href=\"http:\/\/nrw.dgb.de\/archiv\/++co++9b89024c-75e7-11e7-a90c-525400e5a74a\">Im Internet unter: http:\/\/nrw.dgb.de\/archiv\/++co++9b89024c-75e7-11e7-a90c-525400e5a74a<\/a>. Recherche am 12.12.18.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund NRW (2016)[Hrsg.].<em> Argumente gegen Rechtsextremismus<\/em>. Zweite Auflage. <a href=\"http:\/\/nrw.dgb.de\/gewerkschaften-gegen-rechts\/\">Im Internet unter: http:\/\/nrw.dgb.de\/gewerkschaften-gegen-rechts\/<\/a>. Recherche am 01.12.18.<\/p>\n<p>Hans-B\u00f6ckler-Stiftung [Hrsg.]. <em>Geschichte der Gewerkschaften<\/em>. Im Internet unter: https:\/\/www.gewerkschaftsgeschichte.de\/. Recherche am 12.11.17.<\/p>\n<p>Mach&#8216; meinen Kumpel nicht an! \u2013 f\u00fcr Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V. [Hrsg.]. <em>So nicht! Kleiner Ratgeber der Gelben Hand zum Umgang mit rechten Spr\u00fcchen.<\/em> Im Internet unter: <a href=\"https:\/\/www.gelbehand.de\/meldung\/artikel\/so-nicht\/\">https:\/\/www.gelbehand.de\/meldung\/artikel\/so-nicht\/<\/a>. Recherche am 12.12.18.<\/p>\n<p>Mach&#8216; meinen Kumpel nicht an! \u2013 f\u00fcr Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V. [Hrsg.]. <em>Home<\/em>. Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.gelbehand.de\/\">http:\/\/www.gelbehand.de\/<\/a>. Recherche am 08.12.18.<\/p>\n<p>Matthes, J\u00f6rg (2014). <em>Framing <\/em>(1. Auflage). Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.<\/p>\n<p>Reason, P.\u00a0 und Bradbury, H. (2008)[Hrsg.]. <em>The Sage Handbook of Action Research: Participative Inquiry and Practice<\/em>. Sage. CA.<\/p>\n<p>Richard St\u00f6ss (Autor). <em>Gewerkschaften und Rechtsextremismus in Europa<\/em>. Im Auftrag der Friedrich-Ebert Stiftung [Hrsg.]. Projekt <em>\u201cgegen Rechtsetremismus\u201d<\/em>. T-Online.\u00a0 Im Internet unter: <a href=\"http:\/\/navigationshilfe1.t-online.de\/dnserror?url=http:\/\/www.polwiss.fu-berlin.de\/\">http:\/\/navigationshilfe1.t-online.de\/dnserror?url=http:\/\/www.polwiss.fu-berlin.de\/<\/a>. Recherche am 01.12.2017.<\/p>\n<p><strong>Bilderverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Lizenzfreie Bilder. Im Internet unter: www.pixabay.com.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund [Hrsg.]. Logo. Im Internet unter: <strong>\u00a0<\/strong>http:\/\/www.dgb.de\/. Recherche am 18.01.2018.<\/p>\n<p>Deutscher Gewerkschaftsbund (2017)[Hrsg.]. <em>21 Argumente gegen Rechts.<\/em> Im Internet unter:\u00a0 http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++7f3d6c0a-e17b-11e6-bc42-525400e5a74a. Recherche am 18.01.2018.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewerkschaften im Kampf gegen Rechtsextremismus &#8211; auch in den eigenen Reihen Deutschland und Europa haben im Zuge der \u201cFl\u00fcchtlingskrise\u201d einen enormen Rechtsruck erfahren. Menschen die vor Krieg, Hunger und Armut fliehen schl\u00e4gt vielerorts offen Ablehnung, Hass oder gar Gewalt entgegen. 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