{"id":352,"date":"2018-01-22T13:47:33","date_gmt":"2018-01-22T12:47:33","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=352"},"modified":"2018-04-16T12:58:02","modified_gmt":"2018-04-16T10:58:02","slug":"zwei-grossdemonstrationen-ein-anliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=352","title":{"rendered":"Zwei Gro\u00dfdemonstrationen, ein Anliegen?"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Wie es im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg zur Spaltung innerhalb der globalisierungskritischen Bewegung kam<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?attachment_id=400\" rel=\"attachment wp-att-400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-400\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/0002-238x300.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/0002-238x300.jpg 238w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/0002-768x967.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/0002-813x1024.jpg 813w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/0002-624x786.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 238px) 100vw, 238px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vergangenen Sommer hat wieder einmal der G20-Gipfel stattgefunden. Austragungsort f\u00fcr das Jahr 2017 war die Stadt Hamburg. Da es sich bei diesem Gipfel um ein internationales und politisches Gro\u00dfereignis handelt, war es absehbar, dass es mehrere Organisationen, Gruppierungen und auch Einzelpersonen geben wird, welche diese j\u00e4hrliche Zusammenkunft kritisieren, und aus diesem Grund zu \u00f6ffentlichem Protest aufrufen werden. Diesen Protest, welcher sich im Kern globalisierungskritisch, kapitalismuskritisch und gegen die Auswirkungen des Klimawandels \u00e4u\u00dfert, jedoch in der Darstellung durchaus vielf\u00e4ltig ist, haben wir als Ausgangspunkt f\u00fcr unser Interesse an der Forschung \u00fcber politisches Engagement genommen. Neben zahlreichen Demonstrationen und anderen Protestformen, gab es im Rahmen des Gipfels zwei Gro\u00dfdemonstrationen, welche jeweils von breiten B\u00fcndnissen getragen wurden. Beide Demonstrationen stellten im Wesentlichen dieselben Forderungen an die G20, haben ihre Themenschwerpunkte jedoch unterschiedlich gesetzt. Wir haben diese zwei Protestveranstaltungen hinsichtlich ihrer Thematik und ihrer Organisierung genauer unter die Lupe genommen, um der Frage nachzugehen, warum diese beiden, dem politischen linken Spektrum einzuordnenden B\u00fcndnisse, sich nicht zusammengeschlossen haben, um somit gemeinsam ein m\u00f6glicherweise gr\u00f6\u00dferes mediales Echo zu erzielen.<\/p>\n<p>Vorweg wird der G20-Gipfel im Kapitel \u201e<a href=\"#G20\">Was ist der G20-Gipfel?<\/a>\u201c an sich n\u00e4her beleuchtet, um zu er\u00f6rtern, aus welchen Gr\u00fcnden es j\u00e4hrlich zum Treffen diverser Staats- und Regierungschefs kommt, welche L\u00e4nder hierbei repr\u00e4sentiert werden und warum es so viel Kritik an dieser Veranstaltung hagelt. Anschlie\u00dfend haben wir im Abschnitt \u201e<a href=\"#Organisierung\">Organisierung und Forderungen der beiden Gro\u00dfdemos<\/a>\u201c im Zuge unserer empirischen Forschung ein Experteninterview gef\u00fchrt, um zu erfahren, wie eine Organisatorin einer solchen Gro\u00dfdemonstration das Geschehen wahrgenommen hat, und wie ihre Meinung zum getrennten Agieren der beiden gro\u00dfen Protestveranstaltungen ist. Um uns einen erweiterten Blick auf die \u00f6ffentliche Wahrnehmung und die Bewertung der Demonstrationen im Vorfeld einzuholen, haben wir im Kapitel \u201e<a href=\"#Wahrnehmung\">Wahrnehmung und Darstellung der Demonstrationen in den Medien<\/a>\u201c einige Berichterstattungen der gr\u00f6\u00dferen Massenmedien erfasst und zusammengetragen. In diesem Zusammenhang sind wir im Abschnitt \u201e<a href=\"#Konstatierung\">Konstatierung der Diskrepanzen der beiden B\u00fcndnisse<\/a>\u201c auf ein Zeitungsinterview mit Repr\u00e4sentanten der beiden Demos genauer eingegangen, um mit Hilfe dieser Darlegung, die Differenz der beiden B\u00fcndnisse zu offenbaren. Schlie\u00dflich haben wir in den Kapiteln \u201e<a href=\"#Kontextualisierung\">Kontextualisierung der Eigenschaften der Demonstrierenden<\/a>\u201c und \u201e<a href=\"#Bewegung\">Die globalisierungskritische Bewegung<\/a>\u201c anhand der Ergebnisse der quantitativen Studie \u201e#NoG20 \u2013 Ergebnisse der Befragung von Demonstrierenden und der Beobachtung des Polizeieinsatzes\u201c auf beiden Demos, an deren Erhebung wir mitunter selber mitgewirkt haben, untersucht, ob sich die Einstellung der ProtestteilnehmerInnen mit den Forderungen und Aussagen der OrganisatorInnen deckt, und inwiefern sich die Demonstrierenden auf den jeweiligen Veranstaltungen hinsichtlich ihrer Ideologie unterscheiden. Der Beitrag schlie\u00dft mit einem <a href=\"#Fazit\">Fazit und Ausblick<\/a> ab.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><a id=\"G20\"><\/a>Was ist der G20-Gipfel?<\/strong><\/p>\n<p>In unserer Einleitung haben wir den G20-Gipfel in Hamburg und die Proteste und Demonstrationen rund um diese Veranstaltung thematisiert. Was aber ist der G20-Gipfel genau? Warum treffen sich 19 Staaten und die europ\u00e4ische Kommission \u00fcberhaupt Jahr f\u00fcr Jahr? Seit wann finden diese Gipfel statt? Welche Aussagekraft haben ihre Beschl\u00fcsse?<\/p>\n<p>Die G20 (die Abk\u00fcrzung G20 steht f\u00fcr Gruppe der 20) ist eine informelle Vereinigung der 19 wirtschaftlich st\u00e4rksten Industrie- und Schwellenl\u00e4nder der Welt plus der europ\u00e4ischen Kommission. Die 19 Mitgliedsstaaten setzen sich aus den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Vereinigten K\u00f6nigreich Gro\u00dfbritannien und Nordirland, der T\u00fcrkei, S\u00fcdkorea, S\u00fcdafrika, Saudi-Arabien, Russland, Mexiko, Japan, Italien, Indonesien, Indien, Frankreich, Deutschland, China, Kanada, Brasilien, Argentinien und Australien zusammen. Das Ziel dieses Zusammenschlusses ist die Auseinandersetzung mit internationalen, zentralen und dringenden Herausforderungen, um somit stabilisierend auf das Weltgeschehend zu wirken und idealerweise Krisen vorzubeugen (vgl. https:\/\/www.g20.org\/en\/g20\/what-is-the-g20, Stand: 2017). Das erste Treffen der G20 fand im Dezember 1999 in Berlin statt, und war zun\u00e4chst einmal eine Erweiterung des Zusammenschlusses der Finanzminister der 7 wichtigsten Industrienationen und deren Notenbankchefs, der sogenannten G7. Seit dem Jahr 2008 findet der G20-Gipfel j\u00e4hrlich statt und hat in Folge der globalen Finanzkrise an Bedeutung gewonnen, sodass die Gipfel nun ein Treffen der Staats- und Regierungschefs und dem Pr\u00e4sidenten der Europ\u00e4ischen Kommission sind. Auf ihrer Agenda stehen seitdem nicht mehr nur finanzpolitische Themen, sondern auch Angelegenheiten wie Migration, Klimapolitik oder auch Terrorismus. Au\u00dferdem nehmen auf den G20-Gipfeln regelm\u00e4\u00dfig unterschiedliche internationale Organisationen teil, und auch diverse Staaten, welche vom Gastgeberland eingeladen werden. Auch wenn die G20 75 Prozent des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung repr\u00e4sentieren, sind ihre Beschl\u00fcsse nicht bindend. Ihre Entscheidungen sollen jedoch eine politische Marschroute vorgeben (vgl. https:\/\/www.g20.org\/en\/g20\/g20-participants, Stand: 2017).<\/p>\n<p><strong><a id=\"Organisierung\"><\/a>Organisierung und Forderungen der beiden Gro\u00dfdemos<\/strong><\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, gab es im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg zwei Gro\u00dfdemonstrationen. Die \u201eG20-Protestwelle\u201c fand am 02.07. statt, also vor dem eigentlichen Gipfeltreffen und ist dem linksliberalen politischen Spektrum zuzuordnen. Die \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c wiederum fand am 08.07., also am zweiten Tag des Gipfels, statt, und ist eher im linken bis linksradikalen politischen Spektrum eingegliedert. Zum Tr\u00e4gerkreis der \u201eG20-Protestwelle\u201c geh\u00f6rten unter anderem Organisationen wie Greenpeace, der DGB Nord, die Naturfreunde Deutschlands, der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Partei B\u00fcndnis 90\/DieGr\u00fcnen (vgl. https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/aufruf\/netzwerk\/, Stand: 2017). Zu den Unterst\u00fctzern der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t anstatt G20\u201c z\u00e4hlten neben anderen Organisationen die Interventionistische Linke (IL), attac Deutschland, die Antikapitalistische Linke (AKL) und die Partei DIE LINKE (vgl. http:\/\/g20-demo.de\/de\/gruppen-und-organisationen\/). Im Folgenden werden wir auf die Forderungen der beiden Gro\u00dfdemos eingehen, \u00dcberschneidungen und eventuelle Differenzen beleuchten, und einiges \u00fcber die Planung und Organisierung einer solchen Gro\u00dfdemonstration herausstellen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"296\"><u>Forderungen der G20-Protestwelle- Demonstration<\/u><\/td>\n<td width=\"289\"><u>Forderungen der Grenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20-Demonstration<\/u><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"296\">\n<ul>\n<li><strong>Gerechter Welthandel:<\/strong><br \/>\n&#8211; Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA oder TISA sollen unterbunden bzw. gar nicht erst ratifiziert werden.<br \/>\n&#8211; St\u00e4rkung und Sicherung der Rechte bzw. Standards von Verbrauchern, Arbeitnehmern und der Umwelt.<\/li>\n<li><strong>Klima retten:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Es muss nachhaltiger gewirtschaftet werden<\/li>\n<li><strong>Soziale Ungleichheit angehen:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Steuervermeidung muss konsequenter bek\u00e4mpft werden und<br \/>\n&#8211; Gro\u00dfverm\u00f6gen und Spitzeneinkommen sollen h\u00f6her besteuert werden<\/li>\n<li><strong>Demokratie verteidigen und weiterentwickeln:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Mehr Transparenz f\u00fcr die B\u00fcrger<br \/>\n&#8211; St\u00e4rkung der Parlamente<strong><br \/>\n<\/strong>&#8211; Rechtspopulismus bek\u00e4mpfen<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td width=\"289\">\n<ul>\n<li><strong>Ablehnung des globalen Kapitalismus:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Gerechter Welthandel<\/li>\n<li><strong>Kriege und R\u00fcstungsexporte stoppen bzw. minimieren:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Fluchtursachen bek\u00e4mpfen<\/li>\n<li><strong>Humanit\u00e4re Fl\u00fcchtlingspolitik:<\/strong><br \/>\n&#8211; Abschottungspolitik beenden<br \/>\n&#8211; Aufh\u00f6ren des Abschiebens in Kriegsgebiete<\/li>\n<li><strong>Rassismus und offenen Hass bek\u00e4mpfen:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Vorurteile und \u00c4ngste entkr\u00e4ften<\/li>\n<li><strong>Klimawandel entgegenwirken:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Klimafreundlichere Politik<\/li>\n<li><strong>Soziale Ungleichheit angehen:<br \/>\n<\/strong>&#8211; Gerechtere Verteilung des globalen Verm\u00f6gens<br \/>\n&#8211; Niedrigl\u00f6hne m\u00fcssen existenzsichernd erh\u00f6ht werden<br \/>\n&#8211; Mehr bezahlbare Wohnungen<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>(vgl. https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/aufruf\/aufruf\/, 2017), (vgl. http:\/\/g20-demo.de\/de\/aufruf\/, 2017)<\/p>\n<p>Schaut man sich die Forderungen der beiden Gro\u00dfdemos genauer an, kommt man zum Schluss, dass sie sich im Wesentlichen nicht unterscheiden. Die globale und soziale Gerechtigkeit und der Klimaschutz waren der rote Faden, welcher sich durch beide Agenden zog. Der Unterschied der Agenden der beiden Gro\u00dfdemos bestand in der jeweiligen Hervorhebung einzelner Kernthemen. Die Bek\u00e4mpfung des menschengemachten Klimawandels und gerechter Welthandel standen im Vordergrund der \u201eG20-Protestwelle\u201c. Eine der OrganisatorInnen der \u201eG20-Protestwelle\u201c, welche wir anonymisiert haben und im Folgenden Frau Schmitz nennen werden, sagte uns dazu in einem Interview, welches wir mit ihr gef\u00fchrt haben:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas hei\u00dft, wenn wir einen effizienten Klimaschutz haben wollen in den n\u00e4chsten Jahren, brauchen wir Handlung von den G20-L\u00e4ndern und bei der Protestwelle sind vier Themen zusammengekommen wo wir gesagt haben, es ist wichtig, diese Forderungen an die G20 wenige Tage vorher zu adressieren. Also gerechten Welthandel, das Klima sch\u00fctzen, dann weniger bei unserer Organisation in den Themen dabei, aber die tragen wir mit, soziale Ungleichheit bek\u00e4mpfen und Demokratie weiterentwickeln und st\u00e4rken\u201c (vgl. Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-370\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2-300x182.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2-300x182.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2-768x467.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2-1024x623.jpg 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/proteswelle-2-624x379.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(vgl. https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/presse\/)<\/p>\n<p>Die Akzentuierungen der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c lagen stattdessen auf der Kapitalismuskritik und auf der Forderung nach grenzenloser Solidarit\u00e4t innerhalb der Menschheit. Hierzu konnte man dem Aufruf der Demonstration folgendes entnehmen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir werden unsere Ablehnung der kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus deutlich machen, wie sie von den G20 repr\u00e4sentiert und organisiert wird. Wir werden unsere Solidarit\u00e4t mit all jenen zum Ausdruck bringen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufst\u00e4nde der Politik der G20 entgegentreten\u201c (vgl. https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/aufruf\/aufruf\/, stand 2017)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-369\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat-212x300.jpg 212w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat-768x1086.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat-724x1024.jpg 724w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat-624x882.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/g20-plakat.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>(vgl. http:\/\/g20-demo.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/g20-plakat.jpg)<\/p>\n<p>Gerade auch vor dem Hintergrund der guten Erfahrung mit breiten Protestb\u00fcndnissen erscheint die mangelnde Kooperation zwischen der \u201eG20-Protestwelle und der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t\u201c erstaunlich und erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Wie zeitintensiv und aufwendig die Organisierung und Planung einer solchen Gro\u00dfveranstaltung ist, konnte uns Frau Schmitz im Interview mit ihr ausf\u00fchrlich erl\u00e4utern. Die NGOs haben sich anfangs, einige Monate vor der eigentlichen Demonstration, zusammengefunden und haben zusammen \u00fcberlegt, wie sie den Protest gestalten, und wie sie die zeitliche und r\u00e4umliche Komponente realisieren wollen, sodass sich gen\u00fcgend Menschen zusammenfinden k\u00f6nnen. Im weiteren Verlauf wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, welche sich zum einen in etwa einmal im Monat getroffen hat, und zum anderen w\u00f6chentliche Telefonkonferenzen gehalten hat, um auszuhandeln, was die genauen Inhalte der Demo sein sollen und wie in diesem Zusammenhang der gemeinsame Aufruf lauten soll. Weiterhin wurde sich auf das Layout der Plakate und auf die Gestaltung der Internetpr\u00e4senz geeinigt. Was die Allianzenbildung anbelangt, gab es sowohl Synergien als auch Barrieren, welche aber ohne weitere Komplikationen \u00fcberwunden wurden (Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017).<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs ist immer beides, weil nat\u00fcrlich jede Organisation unterschiedliche Schwerpunkte hat, sowohl thematisch da zusammen zu kommen als auch in der Arbeitsweise, weil der Gipfel ja alle weltpolitischen Themen hat, haben wir auch einen sehr starken Diskurs gehabt, welche Themen nehmen wir denn auch auf? [\u2026] Insofern waren das schon intensive Diskussionen. Es ist ja offensichtlich, dass sich dann die Umweltschutzverb\u00e4nde beim Thema Klimaschutz relativ einig sind. Dann kann man noch \u00fcber Kohleausstiegszahlen reden oder sowas, was sich aber im Aufruftext gar nicht so genau wiederfindet. Da gibt es nat\u00fcrlich dann mehr Diskussionen mit den Gewerkschaften \u00fcber Klimaschutzpl\u00e4ne und Schwerpunkte, aber unter der \u00dcberschrift \u201aDas Klima retten\u2019 konnten sich wieder alle vereinen\u201c (vgl. Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die gesamte Organisation des Protests wurde von den B\u00fcndnispartnern zusammen finanziert. Die Zusammenarbeit war laut Frau Schmitz von guten Erfahrungen aus Synergien hinsichtlich der Demos gegen CETA oder auch TTIP in der Vergangenheit gepr\u00e4gt (Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017).<\/p>\n<p><strong><a id=\"Wahrnehmung\"><\/a>Wahrnehmung und Darstellung der Demonstrationen in den Medien<\/strong><\/p>\n<p>Im Vorfeld der eigentlichen Demonstrationen in Hamburg stellten die Medien sich die Frage, wieso der Auftakt der Demonstration, der von der \u201eG20-Protestwelle\u201c organisiert wurde, schon knapp eine Woche vor dem Treffen der G20 begann. Ein Protest sei wahrnehmbarer, wenn \u201enoch nicht alles \u00fcberstrahlt wird von den Bildern der Staats- und Regierungschefs\u201c, argumentiert Christoph Bautz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Campact und Mitorganisator der Protestwelle (vgl. welt.de: \u201eNeues B\u00fcndnis will schon vor G-20-Gipfel protestieren\u201c, 25.04.2017). Wie wir in diesem Essay noch er\u00f6rtern werden, hing die Terminverschiebung auch mit anderen Faktoren zusammen. Trotzdem rechnete das B\u00fcndnis mit zehntausenden Demonstrierenden, die am 2. Juli teilnehmen w\u00fcrden (vgl. S\u00fcddeutsche Zeitung: \u201eG20-Protestwelle: B\u00fcndnis erwartet zehntausende Teilnehmer\u201c, 26.06.2017). Letztendlich erkl\u00e4rte das Organisationsb\u00fcndnis in einer Pressemittelung, dass zwischen 18.000 und 25.000 Menschen die Demonstration begleitet h\u00e4tten (vgl. G20-protestwelle: \u201eG20 Protestwelle: Zum Ende forderten 25.000 B\u00fcrger eine andere Politik\u201c 02.07.2017), laut Polizeiangaben w\u00e4ren aber etwa 8.000 Besucher dort vertreten gewesen (vgl. haz.de: \u201eTausende kommen zur \u201eG20-Protestwelle\u201c\u201c, 02.07.2017). Die Tageszeitung kommentierte das Geschehen vom 2. Juli und erkl\u00e4rte die Demonstration f\u00fcr gescheitert:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEiner der Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen mauen Auftakt liegt darin, dass sich das G20-kritische B\u00fcndnis auseinanderdividierte. Organisationen wie Campact, Greenpeace und der BUND wollten mit den vermeintlichen Schmuddelkindern, die zum Ende der Woche erwartet werden, nichts zu tun haben. Und so wirkte der Protest am Sonntag wie aus der Retorte, gepflastert mit Kampagnenf\u00e4hnchen, die als Massenware verteilt wurden.\u201c (vgl. taz.de: \u201eSpielt doch mit den Schmuddelkindern\u201c, 02.07.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Als \u201evermeintliche Schmuddelkinder\u201c sind in dem Fall mitunter die B\u00fcndnisse, die die \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c-Protestveranstaltung am 8. Juli f\u00fchrten, gemeint. Tats\u00e4chlich eilte ihnen und anderen Demonstrationen, die an den Tagen der G20 stattfanden, ein mehr oder weniger negativer Ruf voraus, der daf\u00fcr sorgte, dass die genannten NGOs der \u201eG20-Protestwelle\u201c wom\u00f6glich deswegen ihre Demonstration separat dazu veranstalteten. Die Veranstaltung unter diesem Motto k\u00fcndigte sich schon als der H\u00f6hepunkt aller Gro\u00dfdemonstrationen an (vgl. https:\/\/www.sozialismus.info\/2017\/06\/g20-proteste-nicht-nur-szenelinke-ansprechen\/) und OrganisatorInnen brachten geradlinig ihre Ablehnung gegen die G20 zum Ausdruck:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Gro\u00dfdemonstration am 8.7. bildet den gemeinsamen Abschluss der Tage des Protests und Widerstands gegen den G20-Gipfel in Hamburg.\u201c (siehe: g20-demo.de: \u201eBild unserer Demonstration\u201c, o.J.).<\/p><\/blockquote>\n<p>100.000 Partizipierende wurden im Voraus erwartet (vgl. ntv.de: \u201e\u201aG20-Protestwelle\u2019 will auf Hamburg zurollen\u201c, 18.05.2017) und der Pressemitteilung zufolge kamen de facto 76.000 Menschen (vgl. g20-demo.de: \u201e76.000 demonstrieren in Hamburg f\u00fcr globale Gerechtigkeit und grenzenlose Solidarit\u00e4t\u201c, 09.07.2017), wobei die Polizei 50.000 Teilnehmer z\u00e4hlte (vgl. Zeit Online: \u201e76.000 Mal Hoffnung\u201c, 08.07.2017). Die Hamburger Beh\u00f6rde mutma\u00dfte au\u00dferdem ein Gewaltpotential in den Protesten w\u00e4hrend des Gipfeltreffens und stellte 15.000 Beamte zu diesem Anlass bereit (vgl. ndr: \u201eVan Aken: G20-Gro\u00dfdemo soll friedlich bleiben\u201c, 21.04.2017), da mit bis zu 8000 militanten G20-Gegnern gerechnet wurde (vgl. bild.de: \u201eNeue Chaos-Prognose f\u00fcr G20\u201c, 02.05.2017). Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizi\u00e8re warnte vor Ausschreitungen am 7. und 8. Juli (vgl. tagesschau.de: \u201eDer Protestreigen ist er\u00f6ffnet\u201c, 02.07.2017), worunter die Reputation der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c wahrscheinlich litt. Darum versicherte Jan van Aken, Mitorganisator bzw. Anmelder dieser Gro\u00dfdemo und ehemaliger Linken-Bundestagsabgeordneter, keine Gewalt ginge von seiner Gro\u00dfdemonstration aus. Van Aken lehnte indes einen aktiven Aufruf zum Gewaltverzicht ab und deutete an, Ausschreitungen in Abh\u00e4ngigkeit vom Agieren der Polizei zu tolerieren:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir wollen alle gemeinsam fr\u00f6hlich und bunt mit Kinderwagen und Rollstuhl von Anfang bis Ende gehen. Wenn es dort zu Auseinandersetzungen kommt, dann muss man auch mal gucken, was die Polizei dort macht, ob die von ihrer Seite aus friedlich bleibt. Aber sich jetzt von Menschen, die Blockaden planen, zu distanzieren, das werde ich nicht tun.&#8220; (vgl. ndr: \u201eVan Aken: G20-Gro\u00dfdemo soll friedlich bleiben\u201c, 21.04.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die NGOs und Gewerkschaften der Protestveranstaltung am 2. Juli sprachen sich vor Beginn der Aktion f\u00fcr einen friedlichen Protest aus (vgl. S\u00fcddeutsche Zeitung: \u201e\u201aUnsere Proteste gegen G 20 sollen kreativ und friedlich sein\u2019\u201c, 17.06.2017) und wurden dementsprechend von den Medien als Gegenpol zu den m\u00f6glichen, ausschreitenden Protesten in den Folgetagen angesehen (vgl. taz.de: \u201eBewegt euch!\u201c, 28.06.2017). Nach Angaben der Polizei verlief diese Veranstaltung ebenso friedlich (vgl. dw.com: \u201eDie \u201aG20-Protestwelle\u2019 rollt\u201c, 02.07.2017) wie es keine Verletzten oder Festnahmen gab (vgl. s\u00fcddeutsche.de: \u201eTausende demonstrieren bei \u201aG20-Protestwelle\u2019\u201c, 02.07.2017). Ungeachtet von den Krawallen in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli und der koexistierenden Ausschreitungen am Vormittag, welche sich zwischen dem \u201eSchwarzen Block\u201c und der Polizei ereigneten, verlief die gr\u00f6\u00dfte Anti-G20-Demo unter dem Motto \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c der Polizei zufolge \u201eweitgehend friedlich\u201c (siehe: ndr.de: \u201eG20-Ende: Erst Luftballons &#8211; dann Wasserwerfer\u201c 09.07.2017). Es war aber davon auszugehen, dass aufgrund des deutlich gr\u00f6\u00dferen Aufkommens ein absolut reibungsloser Protest weitaus unwahrscheinlicher ist, als es noch bei der Protestwelle mit einer vergleichsweise geringen Teilnehmeranzahl der Fall war. Anders als die Demonstration am 8. Juli, sollten bei der Protestwelle keine G20-anfeindenden Botschaften entsandt werden. Stattdessen engagierten sich die B\u00fcndnispartner f\u00fcr eine andere Politik, die am G20-Gipfel von den Staatsrepr\u00e4sentanten verst\u00e4rkter diskutiert werden sollten. Vorstandsmitglied der Naturfreunde Uwe Hiksch gab dies im Gespr\u00e4ch mit der Zeitung Neues Deutschland bekannt und ferner dementierte er die scheinbare Spaltung der zwei Demos am 2. Juli und 8. Juli:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u201aUnsere Aufgabe besteht nicht darin, den Gipfel zu delegitimieren, sondern die Politik der G20 zu kritisieren. [\u2026] Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den anderen Demonstrationen. [\u2026] Die Naturfreundejugend unterst\u00fctzt beispielsweise beide Aufrufe, auch ich werde an beiden Wochenenden demonstrieren.\u2018 \u201c (siehe: Neues Deutschland: \u201eG20-Protestwelle-Organisator: \u00bbWir sind keine Konkurrenz\u00ab\u201c, 26.06.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Distanzierung der Protestwelle von der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c, die aufgrund dieser Unterschiede ausgel\u00f6st w\u00fcrde, machte sich jedoch bei den Kundgebungen bemerkbar. Weder auf den Social-Media-Kan\u00e4len (vgl.\u00a0 https:\/\/twitter.com\/g20protestwelle?lang=de o.J. oder https:\/\/www.facebook.com\/g20protestwelle\/, Stand: 2018), noch auf der offiziellen Internetseite wird auf andere Protestveranstaltungen hingewiesen (vgl. g20-protestwelle.de, Stand: 2018). Dagegen haben die OrganisatorInnen der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c der Protestwelle nicht nur eine Pressemitteilung gewidmet (vgl. g20-demo.de: \u201eDemob\u00fcndnis begr\u00fc\u00dft Protestwelle und kritisiert Campverbote\u201c, 02.07.2017), sondern auch die LeserInnen \u00fcber alle stattfindenden Proteste um den G20-Gipfel, inklusive der Protestwelle, auf ihrer Homepage informiert (vgl. g20-demo.de\/\/protestwoche\/ o.J.). In einem Beitrag warfen verschiedene Gruppen aus der \u201e#NoG20\u201c Mobilisierung den NGOs, die ihre Demonstrationen vor dem Gipfeltreffen f\u00fchrten, vor, sie h\u00e4tten sich von der Pr\u00e4ventionsstrategie, welche die Polizei ank\u00fcndigte, einsch\u00fcchtern lassen und kritisierten ihren Protest insofern, dass dadurch kein politischer Einfluss erreicht w\u00fcrde und sie damit die Intention verfolgt h\u00e4tten, in den Medien bzw. beim Staat einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Des Weiteren geht aus dem Beitrag hervor, dass sich die \u201e#NoG20\u201c Mobilisierung mit allen Demonstrierenden mit den gleichen Zielen solidarisierte und niemanden auszuschlie\u00dfen wollte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir stellen uns daher gegen jede Spaltung und Kriminalisierung der Proteste. Wir erkl\u00e4ren uns mit allen solidarisch, die das Ziel teilen, aus diesem Event der Macht ein Festival der grenz\u00fcbergreifenden Solidarit\u00e4t zu machen. Wir kommen auf die Stra\u00dfen Hamburgs um die kapitalistische Normalit\u00e4t und ihren Gipfel zu st\u00f6ren. Wir stehen f\u00fcr verschiedene Traditionen, Perspektiven und Ans\u00e4tze, doch wir werden zusammen daf\u00fcr arbeiten, dass sich die unterschiedlichen Aktionsformen nicht behindern, sondern vielmehr produktiv erg\u00e4nzen. Wir werden uns daf\u00fcr einsetzen, dass alle Menschen nach Hamburg kommen und dort auch unterkommen k\u00f6nnen.\u201c (vgl. g20hamburg.de: \u201eUNGEHORSAM &amp; GEMEINSAM GEGEN SPALTUNG &amp; KRIMINALISIERUNG.\u201c, 10.06.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Kontrast, der zwischen den beiden Gro\u00dfdemonstrationen bestand, wird durch ein Interview, in welchem zwei Mitorganisatoren der beiden Demonstrationen befragt wurden, untermauert.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Konstatierung\"><\/a>Konstatierung der Diskrepanzen der beiden B\u00fcndnisse<\/strong><\/p>\n<p>Der Leitgedanke hinter dem Protest der beiden Gro\u00dfdemonstrationen gegen den G20-Gipfel war, wie bereits dargestellt, die Forderung nach mehr globaler Gerechtigkeit und Klimaschutz. Beide Demos haben zwar einen anderen Fokus gesetzt, jedoch kamen die ausschlaggebenden Themen in beiden Agenden vor. Was also waren die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass sich die beiden B\u00fcndnisse nicht zusammengeschlossen haben, um somit eine potentiell gr\u00f6\u00dfere Wirkung zu erzielen?<\/p>\n<p>Der Mitorganisator der G20-Protestwelle, Christoph Bautz von Campact und Christoph Kleine von der Interventionistischen Linken, welcher in die Organisierung der Demo \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c involviert war, haben sich diesbez\u00fcglich in einem gemeinsamen Interview, welches sie mit der Tageszeitung taz gef\u00fchrt haben, ge\u00e4u\u00dfert. In diesem Interview sind zwei Aspekte angef\u00fchrt worden, welche offensichtlich zum Nichtzustandekommen des Zusammenschlusses der beiden B\u00fcndnisse gef\u00fchrt haben. Die erste Meinungsverschiedenheit spiegelt sich in der Tatsache wider, dass man sich nicht auf einen Tag f\u00fcr eine gemeinsame Demonstration einigen konnte. Herr Kleine bedauere zwar den Umstand, dass ein gemeinsames B\u00fcndnis nicht zu Stande gekommen sei, jedoch gab es f\u00fcr ihn keine Alternative, als am Gipfeltag selber zu demonstrieren. Man d\u00fcrfe sich was die Versammlungsfreiheit angeht, nicht einschr\u00e4nken lassen, und k\u00f6nne diese nur am Tag des eigentlichen Geschehens verteidigen. Herr Bautz hingegen argumentierte, dass sein B\u00fcndnis unter anderem Menschen, welche noch nie \u00f6ffentlich protestiert h\u00e4tten, adressieren wolle. Dies sei aber nur m\u00f6glich, wenn eine stabile Sicherheitslage gegeben sei. Diese sei aber am Gipfeltag selber nicht zu gew\u00e4hrleisten, da an diesem Ausnahmezustand herrsche. Die zweite Unstimmigkeit bezog sich darauf, dass die \u201eG20-Protestwelle\u201c lediglich die Politik der G20 kritisiere und nicht das Treffen der G20 an sich ablehne. Die G20 seien mit ihrer \u201eneoliberalen Politik\u201c einerseits Bestandteil des Problems. Andererseits jedoch repr\u00e4sentieren sie einen erheblichen Teil der Weltbev\u00f6lkerung und seien somit Teil der L\u00f6sung. Der Gipfel sei eine Gelegenheit, internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen, welches zun\u00e4chst unter anderem von allen Staaten der G20 unterzeichnet wurde, zu bekr\u00e4ftigen, nachdem die USA unter F\u00fchrung von Donald Trump ausgetreten ist. Herr Kleine von der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c wiederum erwiderte darauf, dass sich gro\u00dfe Staaten wie Deutschland oder die USA sowieso nicht an das Abkommen halten. Er k\u00f6nne diesem Gipfel nichts Positives abgewinnen und erkennt keine Daseinsberechtigung dieser Versammlung, da sie \u201ezur L\u00f6sung der Probleme der Welt nichts anzubieten\u201c habe. Seiner Meinung nach sei das Gipfeltreffen lediglich eine \u201eSchaufensterveranstaltung \u2013 f\u00fcr auf rund 400 Millionen Euro gesch\u00e4tzte Kosten\u201c. Diese Ansicht begr\u00fcndete er mit dem Umstand, dass unter den G20 Staaten seien, \u201edie nicht einmal nach b\u00fcrgerlichen Ma\u00dfst\u00e4ben irgendwie demokratisch sind\u201c (vgl. Lena Kaiser, http:\/\/www.taz.de\/!5422305\/, 01.07.2017).<\/p>\n<p>Frau Schmitz von der \u201eG20-Protestwelle\u201c erw\u00e4hnte im Interview, welches wir mit ihr gef\u00fchrt haben, dass das B\u00fcndnis seine Forderungen ausdr\u00fccklich vor dem Gipfel an die Medien richten wollte, da die Staats- und Regierungschefs die Themen, die sie auf dem Gipfel ansprechen wollen, erst kurzfristig entscheiden (Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017). Dieses Argument untermauert die bereits erw\u00e4hnte Differenz zwischen den beiden gro\u00dfen B\u00fcndnissen hinsichtlich der Festlegung eines Datums, an welchem demonstriert werden sollte. Sie bef\u00fcrwortete au\u00dferdem, wie schon Herr Bautz von Campact, die Daseinsberechtigung des G20-Gipfels, da er unter anderem zur L\u00f6sung des menschengemachten Klimawandels beitragen k\u00f6nne.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAlso was ich am Beispiel Klima gesagt habe, mit den CO2-Emissionen, nat\u00fcrlich sind die Industriel\u00e4nder verantwortlich f\u00fcr eine Klimakrise die wir sehen und die weiter anw\u00e4chst, wir m\u00fcssen aber auch handeln und uns ist es wert, diesen Club der 20 zu adressieren damit sie handeln und lehnen sie nicht grunds\u00e4tzlich ab\u201c (Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017).<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Interview zeigte sie sich trotz der genannten Meinungsverschiedenheiten mit der \u201eGrenzenlosen Solidarit\u00e4t statt G20\u201c einen Hauch optimistisch, indem sie die M\u00f6glichkeit der Einigung innerhalb eines \u201eintensiven Diskurs\u201c nicht ausschlie\u00df (Frau Schmitz, Interview, 27.09.2017).<\/p>\n<p><strong><a id=\"Kontextualisierung\"><\/a>Kontextualisierung der Eigenschaften der Demonstrierenden<\/strong><\/p>\n<p>Um letztendlich festzustellen, dass die Identit\u00e4t der beiden Gro\u00dfdemonstrationen sich im Kern gar nicht so sehr unterscheiden, ist ein Blick auf die Einstellungen der ProtestteilnehmerInnen zu werfen. Durch den Erkenntnisgewinn kann bewertet werden, ob die Attit\u00fcde der Demonstrierenden die Aussagen der OrganisatorInnen widerspiegeln. Das Institut f\u00fcr Protest- und Bewegungsforschung hat dazu sowohl am 2. Juli, als auch am 8. Juli Demonstrierende hinsichtlich ihrer politischen Haltung und Motivation befragt. F\u00fcr einen direkten Vergleich war der Inhalt der Frageb\u00f6gen an den beiden Terminen derselbe, und die Befragten wurden randomisiert ausgew\u00e4hlt (Haunss et. al., 2017, S.4). Zieht man dabei lediglich die motivationalen Aspekte in Betracht, ist es bemerkenswert, dass die Befragten trotz der verschiedenen Veranstaltungen, nahezu \u00fcbereinstimmende Antworten zu den unterschiedlichsten Fragen gaben. Deutlich erkennbar wird es, wenn es um die Frage geht, welche Themen ihnen bei den G20-Demonstrationen am wichtigsten sind. Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit werden von allen Befragten am h\u00e4ufigsten bei der geschlossenen Frage gew\u00e4hlt. Zwischen den zwei Demonstrationen herrschten bei der Themenwahl kaum Abweichungen. Lediglich die Rangfolgen der Themen ab dem dritten Platz sind unterschiedlich, wobei diese Divergenz wiederum nicht von signifikanter Bedeutung ist (ebd., S.11, S.12).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-365\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45-300x194.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45-300x194.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45-768x495.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45-1024x661.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45-624x403.png 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.06.45.png 1510w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(vgl. ipb working paper, 2017)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der n\u00e4chsten Frage, die hier offen gestellt wurde, sollten die Befragten ihre Motive f\u00fcr die Demonstration beschreiben. Die am h\u00e4ufigsten benutzten Schl\u00fcsselbegriffe wurden erfasst und in dieser Grafik folgenderma\u00dfen festgehalten:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-367\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33-300x139.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"139\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33-300x139.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33-768x355.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33-1024x473.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.09.33-624x288.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(vgl. ipb working paper, 2017)<\/p>\n<p>Diejenigen Begriffe, die am gr\u00f6\u00dften dargestellt sind, wurden am h\u00e4ufigsten genannt und es f\u00e4llt auf, dass \u201eKlimawandel\u201c in jeweils beiden Grafiken am gr\u00f6\u00dften erscheint. Das Hauptmotiv, warum die Demonstrierenden an der G20-Demonstrationen partizipieren, unabh\u00e4ngig davon, an welcher der betrachteten Demonstration sie teilnahmen, ist ganz klar dasselbe. Weiterhin sind die Gruppen aus der ersten und zweiten Demo bez\u00fcglich weiterer Themen sehr \u00e4hnlich, auch wenn die Demonstrierenden der ersten Demo den Fokus eher auf die inhaltlichen Ziele zur Verbesserung der G20 legten und die Demonstrierenden der zweiten Demo ihren Protest gegen den konkreten G20-TeilnehmerInnen, und den G20-Gipfel als Veranstaltung an sich richteten (ebd., S.12).<\/p>\n<p>Nicht von der Hand zu weisen sind das \u00e4hnliche Wahlverhalten und die politische Einstellung im Allgemeinen. Zwar haben die Befragten vom 8. Juli eine st\u00e4rkere Linkstendenz (17,6% mehr W\u00e4hler der Linken und deutlichere Selbstverortung im linken Spektrum), den gr\u00f6\u00dften Stimmenanteil hat in beiden erhobenen Gruppen dennoch Die Linke, gefolgt von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und der SPD (ebd., S.17).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-366\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13-300x71.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"71\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13-300x71.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13-768x181.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13-1024x241.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.08.13-624x147.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(vgl. ipb working paper, 2017)<\/p>\n<p>In der Tat gaben 14% der Demonstrierenden, die am 2. Juli in Hamburg waren an, dass die Demonstration am 8. Juli ihrer Meinung nach \u201ezu radikal\u201c sei wohingegen 31% der TeilnehmerInnen vom 8. Juli angaben, dass die Demonstration am 2. Juli ihnen \u201ezu b\u00fcrgerlich\u201c sei. Gewiss ist das aber nicht die Mehrheit, die dieser Ansicht ist (ebd., S.23). Wie auch zuvor erw\u00e4hnt, bringen die AktivistInnen der zweiten Demonstration eine gr\u00f6\u00dfere Ablehnung gegen den G20-Gipfel zum Ausdruck als die der ersten, wie die Darstellung zur Frage, ob die G20 reformierbar seien, gleichfalls belegt (ebd., S.14):<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-368\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51-300x68.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51-300x68.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51-768x175.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51-1024x234.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto-2018-01-22-um-14.13.51-624x142.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(ipb working paper, 2017)<\/p>\n<p>Nicht unerheblich ist zudem die Korrelation zwischen Geschlecht, Alter und den stattfindenden Demonstrationen. Die erste am 2. Juli hatte einen um sechs Prozentpunkte h\u00f6heren Anteil an Frauen als die zweite am 8. Juli. Das Durchschnittsalter der TeilnehmerInnen der ersten Demonstration war mit fast 50 Jahren f\u00fcnf Jahre h\u00f6her als das Durchschnittsalter der TeilnehmerInnen der zweiten Demonstration. Die \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c war somit \u201em\u00e4nnlicher\u201c und \u201ej\u00fcnger\u201c (ebd., S. 6, S.7). Hier besteht der Verdacht, dass bestimmte Personengruppen sich (in dem Fall: Frauen und \u00c4ltere), angesichts der negativen Berichterstattung \u00fcber die Demonstrationen zum 8. Juli, f\u00fcr die \u201eG20-Protestwelle\u201c entschieden, um etwaige Ausschreitungen vorab aus dem Weg zu gehen.<\/p>\n<p>Bestenfalls sind diese Belege repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Diskrepanz, die zwischen den OrganisatorInnen der Gro\u00dfdemos vorherrschte, welche auch so in den Stellungnahmen vorzufinden war.<\/p>\n<p>Die Befunde des Instituts f\u00fcr Protest- und Bewegungsforschung weisen dennoch mehrheitlich darauf hin, dass eine Trennsch\u00e4rfe zwischen den Demonstrierenden der zwei untersuchten Gro\u00dfdemonstrationen in einem eher geringeren Ma\u00dfe bestand. Tendenziell l\u00e4sst sich sagen, dass die Distanzierung der \u201eG20-Protestwelle\u201c von der B\u00fcndnis \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c nicht mit widerspr\u00fcchlichen Motiven und Interessen der Teilnehmer zu begr\u00fcnden ist (ebd., S.24).<\/p>\n<p><strong><a id=\"#Bewegung\"><\/a>Die globalisierungskritische Bewegung<\/strong><\/p>\n<p>Der November 1999 in Seattle, bei den Protesten gegen die WTO, gilt als der Beginn der globalisierungskritischen Bewegung (vgl. Nachtwey, 2002, S.1). Dort trafen der amerikanische Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO mit den \u201eSchildkr\u00f6ten\u201c-Umweltsch\u00fctzerInnen aufeinander (ebd., S.5). Ein Teil der GewerkschafterInnen verlie\u00df seine Hauptdemonstration und schloss sich, ungeachtet ihrer unterschiedlichen Forderungen an die WTO, der Demonstration der Umweltsch\u00fctzerInnen an:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Widerspruch zwischen denjenigen, die f\u00fcr weniger Konsum pl\u00e4dierten, und den klassischen Forderungen nach h\u00f6heren L\u00f6hnen trat bei der gemeinsamen Aktion in den Hintergrund.\u201c (ebd., S.6).<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Juli 2001 wurde der globalisierungskritische Protest von Amerika nach Europa \u00fcberf\u00fchrt. Bei den G8-Protesten in Genua wurden 100.000 Demonstrierende erwartet und folglich nahmen 300.000 an den Protesten teil. Die Demonstrationen in Genua wurden wie der G20-Gipfel in Hamburg von Gewaltausschreitungen \u00fcberschattet. Nach Seattle und Genua zeigten dennoch \u201efast alle Umfragen die Sympathie weiter Teile der Bev\u00f6lkerungen f\u00fcr die Anliegen der Bewegungen.\u201c (ebd., S.7). Die vergangenen Jahre zeigten allerdings eine weniger starke Mobilisierung einer globalisierungskritischen Bewegung. Damit zusammenh\u00e4ngend fand das Institut f\u00fcr Protest- und Bewegungsforschung in der vorangegangenen Erhebung heraus, dass rund die H\u00e4lfte der Befragten, die am 2. Juli und 8. Juli an den Demonstrationen partizipierten, sich klar mit der globalisierungskritischen Bewegung identifiziert. Weiter hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas ist ein Hinweis darauf, dass mit den Protesten in Hamburg mo\u0308glicherweise ein neuer Mobilisierungszyklus der Globalisierungsproteste begonnen hat, nachdem in den letzten Jahren eher ein R\u00fcckgang der Proteste in diesem Themenfeld zu beobachten war.\u201c (Haunss et. al., 2017, S.24).<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Erkenntnis spricht gleicherma\u00dfen daf\u00fcr, dass es den Demonstranten nicht um die spezifische Veranstaltung, sondern um den Protest im Allgemeinen ging.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Fazit\"><\/a>Fazit und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>Mit der uneingeschr\u00e4nkt voranschreitenden Globalisierung wird sich auch der globalisierungskritische Protest weiterentwickeln m\u00fcssen. Gerade f\u00fcr das linke Spektrum sind diese Proteste heutzutage sehr relevant. Der Protest ist wom\u00f6glich die ausdrucksst\u00e4rkste Form auf die Politik, um einen indirekten Einfluss zu nehmen. Allein \u00fcber die Kan\u00e4le der Medien kann der Protest letzten Endes kommuniziert werden und so seine Reichweite unter Beweis stellen. Wenn politisch-globale Ereignisse wie der G20-Gipfel stattfinden, sind sie in den weltweiten Massenmedien omnipr\u00e4sent vertreten. Die G20 sind zentral f\u00fcr die aktuelle globale Politik und geben Gelegenheit unter vielf\u00e4ltigen Gesichtspunkten Kritik dagegen auszu\u00fcben, da die Agenda der Repr\u00e4sentanten u.a. die Umwelt-, Asyl-, Wirtschafts- und Sozialpolitik umfasst. Hier er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit die verschiedensten Interessensgruppen zu mobilisieren und eine Vielzahl an Menschen zum Protest aufzurufen, um eine heterogene Allianz zu bilden. Aufgrund dieser Heterogenit\u00e4t sind Reibungspunkte nicht ausgeschlossen. Dennoch bewies die Vergangenheit, dass Globalisierungsproteste erfolgreich sein k\u00f6nnen auch, wenn die Ziele unterschiedliche waren.<\/p>\n<p>In diesem Kontext haben wir exemplarisch die zwei Gro\u00dfdemonstrationen \u201eG20-Protestwelle\u201c am 2. Juli 2017 und \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c am 8. Juli 2017, im Rahmen des G20-Gipfels, analysiert, und ihre Unterschiede bez\u00fcglich ihrer ideologischen Grundlage festgehalten. Hervor ging, dass diese zwei Demonstrationen sich aufgrund der Interessensungleichheiten der OrganisatorInnen auseinanderdividierten, obwohl die Anforderungskataloge sich \u00e4hneln. W\u00e4hrend die erste Demonstration vom 2. Juli in den Massenmedien vor Beginn positiv aufgenommen wurde, sich aber als unbedeutend herausstellte, stigmatisierte man die Reputation der zweiten Demonstration vom 8. Juli im Vorfeld und erwartete m\u00f6gliche Ausschreitungen. Zu diesem Anlass verk\u00fcndete die Polizei Hamburgs versch\u00e4rfte Sicherheitsma\u00dfnahmen am 8. Juli einleiten zu wollen. Das negative Medienecho f\u00fchrte wom\u00f6glich dazu, dass vermehrt weibliche und \u00e4ltere Demonstrierende davon abgehalten wurden an diesem Tag zu demonstrieren. Die OrganisatorInnen der Auftaktdemo am 2. Juli wollten sich von der Abschlussdemonstration am 8. Juli ebenfalls distanzieren, um einen gewaltfreien Protest zu gew\u00e4hrleisten. Vereinzelt gaben B\u00fcndnispartner der Protestwelle bekannt, am 8. Juli auch teilzunehmen. \u00a0Dagegen weist alles darauf hin, dass das B\u00fcndnis \u201eGrenzenlose Solidarit\u00e4t statt G20\u201c gegen\u00fcber einer gemeinsamen Allianz eindeutig offenstand. Im Unterschied dazu riefen sie aber nicht ausdr\u00fccklich zu einem gewaltfreien Protest auf. Doch schlie\u00dflich verliefen beide Demonstrationen. Ausgehend von der Annahme, dass die Teilnehmer das Meinungsbild der Demonstration mehr pr\u00e4gen als die OrganisatorInnen, half eine statistische Erhebung, welche die Demonstrationen vom 2. Juli und 8. Juli betraf, dabei herauszufinden, ob diese Abgrenzung einen berechtigten Grund habe. Aufschlussreich hierbei waren die nahezu \u00fcbereinstimmenden Motive, weshalb die AktivistInnen demonstrierten. Auf Basis dieser Umfrage ergab sich kein gerechtfertigtes getrenntes Agieren zwischen den Gro\u00dfdemonstrationen, denn grunds\u00e4tzlich hatten die Demonstrierenden nahezu gleichende Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Teilnahme an den G20-Demonstrationen. Bis auf wenige Unterschiede wie beispielsweise die Durchsetzung der Ziele, waren die meisten Antworten, wenn es um die Motivation ging, sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Ein schwacher Protest seitens der \u201eG20-Protestwelle\u201c h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen, wenn sie sich mit dem anderen B\u00fcndnis zusammengeschlossen h\u00e4tte. Aufgrund der inhaltlichen \u00c4hnlichkeiten der Agenden und der Demonstrierenden, w\u00e4re die Anpassung beider B\u00fcndnisse f\u00fcr die Bildung einer gr\u00f6\u00dferen Allianz ein realistisches Szenario gewesen. Mithilfe finanzieller und organisatorischer Entlastung, die durch eine gr\u00f6\u00dfere Allianz w\u00e4chst, sind Demonstrationen erst in der Lage mehr Menschen zu mobilisieren, um letztendlich eine st\u00e4rkere Stimme zu haben, die ihre Forderungen durchzusetzen kann. Dadurch gewinnt der das Gef\u00fchl der Einheitlichkeit mehr an Ausdruck. Offensichtlich entstehen durch gr\u00f6\u00dfere B\u00fcndnisse auch mehr interne Unstimmigkeiten, weil mehr Partner an der Organisation beteiligt sind. Selbst innerhalb der \u201eG20-Protestwelle\u201c mussten die Umweltverb\u00e4nde mit den Gewerkschaften Kompromisse eingehen, damit sie gemeinsam protestieren k\u00f6nnen. Dies bezeugte unsere Interviewpartnerin. Die Protestbewegung allgemein behindert sich nur selbst, wenn Antipathien zwischen Demonstrationsb\u00fcndnissen entstehen, obwohl f\u00fcr die gleiche Sache gek\u00e4mpft wird. Im gro\u00dfen wie im kleinen Ma\u00dfstab ist der Ausgleich der Differenzen die wesentliche Aufgabe der OrganisatorInnen f\u00fcr die Allianzenbildung.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Norman Belusa und Antonios Marinidis<\/h3>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>B\u00e4hr, Sebastian (2017). <em>G20-Protestwelle-Organisator: \u00bbWir sind keine Konkurrenz\u00ab. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1055363.g-protestwelle-organisator-wir-sind-keine-konkurrenz.html <\/em>[26.06.2017].<\/p>\n<p>dw.com (Hrsg.) (2017). <em>Die \u201cG20-Protestwelle\u201d rollt. <\/em>Im Internet unter <em>http:\/\/www.dw.com\/de\/die-g20-protestwelle-rollt\/a-39511844 <\/em>[02.07.2017].<\/p>\n<p>g20-demo.de (Hrsg.) (2017). <em>Aufruf<\/em>. Im Internet unter <em>http:\/\/g20-demo.de\/de\/aufruf\/.<\/em><\/p>\n<p>g20-demo.de (Hrsg.) (2017). <em>Gruppen und Organisationen<\/em>. Im Internet unter <em>http:\/\/g20-demo.de\/de\/gruppen-und-organisationen\/.<\/em><\/p>\n<p>g20.org (Hrsg.) (2017). <em>WHAT IS THE G20<\/em>?. Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20.org\/en\/g20\/what-is-the-g20.<\/em><\/p>\n<p>g20.org (Hrsg.) (2017). <em>WHAT IS THE G20<\/em>?. Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20.org\/en\/g20\/what-is-the-g20.<\/em><\/p>\n<p>g20hamburg.org (Hrsg.) (2017). <em>UNGEHORSAM &amp; GEMEINSAM GEGEN DIE SPALTUNG &amp; DISKRIMNIERUNG.<\/em> Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20hamburg.org\/de\/content\/ungehorsam-gemeinsam-gegen-spaltung-kriminalisierung <\/em>[10.06.2017].<\/p>\n<p>g20-protestwelle <em>G20 Protestwelle: Zum Ende forderten 25.000 B\u00fcrger eine andere Politik. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/presse\/<\/em> [02.07.2017].<\/p>\n<p>G\u00fcrgen, Malene\/ Hecht, Patricia (2017). <em>Bewegt euch. <\/em>Im Internet unter <em>http:\/\/www.taz.de\/!5424757\/<\/em> [28.06.2017].<\/p>\n<p>Haunss, Selbastian et. al. (2017). <em>#NoG20 Ergebnisse der Befragung von Demonstrierenden und der Beobachtung des Polizeieinsatzes. <\/em>Berlin: Verein f\u00fcr Protest- und Bewegungsforschung.<\/p>\n<p>Hecht, Patricia\/ Kreuzfeldt, Malte (2017).\u00a0 <em>\u00a0Die \u201eWelle\u201c schwappt nicht \u00fcber. <\/em>Im Internet unter https:\/\/www.taz.de\/Archiv-Suche\/!5422550&amp;s=G+Protestwelle&amp;SuchRahmen=Print\/ [03.07.2017].<\/p>\n<p>Hiksch, Uwe (2017). <em>Aufruf<\/em>. Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/aufruf\/aufruf\/.<\/em><\/p>\n<p>Hiksch, Uwe (2017). <em>Netzwerk<\/em>. Im Internet unter <em>https:\/\/www.g20-protestwelle.de\/aufruf\/netzwerk\/.<\/em><\/p>\n<p>Kaiser, Lena (2017). <em>Schlauchboot oder Schwarzer Block?<\/em>. Im Internet unter <em>http:\/\/www.taz.de\/!5422305\/<\/em> [01.07.2017].<\/p>\n<p>Kaul, Martin (2017). <em>Spielt doch mit den Schmuddelkindern. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.taz.de\/Archiv-Suche\/!5422577&amp;s=G-+Protestwelle\/ <\/em>[02.07.2017].<\/p>\n<p>Kempkens, Sebastian (2017). <em>76.000 Mal Hoffnung. <\/em>Im Internet unter <em>http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-07\/g20-gipfel-hamburg-grenzenlose-solidaritaet-hans-christian-stroebele<\/em> [08.07.2017].<\/p>\n<p>Kolb, Matthias (2017). <em>\u201eUnsere Proteste gegen G 20 sollen kreativ und friedich sein\u201c. <\/em>Im Internet unter <em>http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/g-gipfel-in-hamburg-unsere-proteste-gegen-g-sollen-kreativ-und-friedlich-sein-1.3549026<\/em> [17.06.2017].<\/p>\n<p>ndr.de (Hrsg.) (2017). <em>G20-Ende: Erst Luftballons \u2013 dann Wasserwerfer. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/G20-Ende-Erst-Luftballons-dann-Wasserwerfer,gipfeltreffen556.html <\/em>[09.07.2017].<\/p>\n<p>ndr.de (Hrsg.) (2017). <em>Van Aken: G20-Gro\u00dfdemo soll friedlich bleiben. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Van-Aken-Grossdemo-soll-friedlich-bleiben,gipfeltreffen274.html<\/em> [21.04.2017].<\/p>\n<p>Nachtwey, Oliver (2002). Die globalisierte Revolte, in: Buchholz, Christine\/ Karrass, Anne\/<\/p>\n<p>Nachtwey, Oliver\/ Schmidt, Ingo (Hrsg.) (S.1-10). <em>Unsere Welt ist keine Ware: Handbuch f\u00fcr Globalisierungskritiker. <\/em>K\u00f6ln: PappyRossa Verlag<\/p>\n<p>sozialismus.info (Hrsg.) (2017). <em>G20-Proteste: \u201eNicht nur Szenelinke ansprechen\u201c. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.sozialismus.info\/2017\/06\/g20-proteste-nicht-nur-szenelinke-ansprechen\/ <\/em>[17.06.2017].<\/p>\n<p>sueddeutsche.de (Hrsg.) (2017). <em>G20-Protestwelle: B\u00fcndnis erwartet zehntausende Teilnehmer http:\/\/www.sueddeutsche.de\/news\/politik\/demonstrationen&#8212;hamburg-g20-protestwelle-buendnis-erwartet-zehntausende-teilnehmer-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170626-99-00697 <\/em>[26.06.2017].<\/p>\n<p>sueddeutsche.de (Hrsg.) (2017). <em>Tausende demonstrieren bei <\/em><em>\u201cG20-Protestwelle\u201d. <\/em>Im Internet unter <em>http:\/\/www.sueddeutsche.de\/news\/service\/g20-tausende-demonstrieren-bei-g20-protestwelle-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170702-99-82034 <\/em>[02.07.2017].<\/p>\n<p>tagesschau.de (Hrsg.) (2017). <em>Der Protestreigen ist er\u00f6ffnet. <\/em>Im Internet unter <em>https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/g-zwanzig-protest-103.html \u00a0<\/em>[02.07.2017].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg zur Spaltung innerhalb der globalisierungskritischen Bewegung kam Vergangenen Sommer hat wieder einmal der G20-Gipfel stattgefunden. Austragungsort f\u00fcr das Jahr 2017 war die Stadt Hamburg. Da es sich bei diesem Gipfel um ein internationales und politisches Gro\u00dfereignis handelt, war es absehbar, dass es mehrere Organisationen, Gruppierungen und auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76,16,8,11,79],"tags":[27,34,62,9,35,30],"class_list":["post-352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-g20","category-koordination","category-politische-partizipation","category-politisches-engagement","category-protest","tag-gesellschaftlicher-wandel","tag-motive","tag-netzwerk","tag-politisches-engagement","tag-social-media","tag-vernetzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=352"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":364,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352\/revisions\/364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}