{"id":342,"date":"2018-01-21T17:39:06","date_gmt":"2018-01-21T16:39:06","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=342"},"modified":"2018-04-16T16:03:19","modified_gmt":"2018-04-16T14:03:19","slug":"gemeinsam-wachsen-kultur-und-politik-auf-eigene-faust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=342","title":{"rendered":"Gemeinsam wachsen: Kultur und Politik auf eigene Faust"},"content":{"rendered":"<p>Was tun, wenn der Wille zum Engagement da ist, aber die Strukturen fehlen? Welche besonderen Herausforderungen und auch M\u00f6glichkeiten bringt es mit sich, eigene kreative L\u00f6sungen zu finden und sich das meiste selbst erarbeiten und erschlie\u00dfen zu m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Die Betrachtung dieser Fragen ist f\u00fcr die Ruhrregion von gro\u00dfem Interesse. In der Antwort der Bundesregierung vom 21.02.2017 auf die kleine Anfrage von B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen-Abgeordneten werden drei Ruhrgebietsst\u00e4dte \u2013 Oberhausen, Herne, Gelsenkirchen \u2013 mit zu sogenannten abgeh\u00e4ngten Regionen gez\u00e4hlt<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a>. Die Anfrage wurde auf Grund des zunehmenden Rechtspopulismus und der Vermutung eines Zusammenhangs mit wirtschaftlicher Strukturschw\u00e4che gestellt. Gerade in diesen Regionen k\u00f6nnen integrative und inklusive Kultur- und Politikkonzepte zu einem besseren Miteinander f\u00fchren, und gerade in diesen Regionen fallen eben jene Konzepte oft als erstes Budgetk\u00fcrzungen zum Opfer. Die Strukturschw\u00e4che nimmt somit Einfluss auf die Engagementpraktiken der AkteurInnen<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>Der vorliegende Beitrag l\u00e4sst vorrangig vier AkteurInnen mit ihren \u00dcberlegungen innerhalb eines Interviews zu Wort kommen, die f\u00fcr sich auf die oben gestellten Fragen Antworten finden mussten und konnten: \u00d6ffentlichen Raum aneignen, Kompetenzen aneignen, Vernetzen und viel Arbeit investieren.<!--more--><\/p>\n<p>Die AkteurInnen agieren allesamt in derselben Ruhrgebietsstadt, die seit langem ohne sozio-kulturelles Zentrum auskommen muss und seit Jahren einen Platz in der Top 10 der Pro-Kopf Schulden der NRW Gro\u00dfst\u00e4dte sicher hat. Ma\u00dfnahmen zur Budgetgesundung schlie\u00dfen nicht nur die stetige Minderung von Ausgaben f\u00fcr Kunst und Kultur mit ein, sondern auch Verschlie\u00dfung von Zugang zu Raum f\u00fcr selbstorganisierte Kultur- und Begegnungsst\u00e4tten in steter Hoffnung auf die\/den Stadtfinanzen rettende\/n InvestorIn. In diesem Klima der Marktlogik sind die zwei Kollektive erwachsen deren AkteurInnen hier zu Wort kommen, die trotz alledem versuchen, Kunst, Kultur und politische Bildung m\u00f6glichst, ohne monet\u00e4re Zugangsbeschr\u00e4nkungen zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Die Interviewten F und C engagieren sich innerhalb einer Gruppe K, an der jedeR teilnehmen kann, durch die Veranstaltung von Partys. Im Rahmen dieser Partys bietet das Kollektiv kleinen und lokalen K\u00fcnstlern eine Plattform und somit die M\u00f6glichkeit, geh\u00f6rt zu werden, was die musikalisch-k\u00fcnstlerische Diversit\u00e4t f\u00f6rdert. F\u00fcr ihre Veranstaltungen errichten sie mit allerhand Handwerks- und Bastelfertigkeiten Dekowelten, die die BesucherInnen aus allt\u00e4glichen Denkwelten bef\u00f6rdern sollen und im Gesamtkonzept einen Freiraum zur Entfaltung und Begegnung bieten sollen. Da in der Regel \u00f6ffentlicher Raum genutzt werden muss, entsteht die Notwendigkeit eine breite Palette an T\u00e4tigkeiten erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen: Ton- und Musikanlagen m\u00fcssen akquiriert, installiert und justiert werden, ein Veranstaltungsort muss mit bedacht gew\u00e4hlt werden, sodass er gut ohne Auto zu erreichen ist (was wieder eine monet\u00e4re Barriere schaffen w\u00fcrde) und gleichzeitig niemanden st\u00f6rt, logistische Herausforderungen sind zu meistern, auf Wochenm\u00e4rkten werden Essensspenden gesammelt, um f\u00fcr kostenlose Verpflegung sorgen zu k\u00f6nnen. Kurz: f\u00fcr alles muss selbst gesorgt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-361\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau-300x200.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau-768x512.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Podestbau-624x416.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Podestbau&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-362\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung-300x200.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung-768x512.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fertigstellung-624x416.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8230;und zelebrieren der Fertigstellung<\/p>\n<p>(Aufnahmen des Verfassers)<\/p>\n<p>K und M sind Teil eines anderen, ebenfalls nicht abgeschlossenen Kollektivs B, das sich durch Aktionen mit Eventcharakter f\u00fcr die Aneignung \u00f6ffentlichen Raums, Begegnungskultur und politische Bildung abseits der etablierten Bildungseinrichtungen einsetzt. So organisieren sie etwa kritische alternative Einf\u00fchrungswochen zum Semesterstart und f\u00fcllen diese mit Vortr\u00e4gen zu gesellschaftspolitischen Themen. Themen der vergangenen kritischen Einf\u00fchrungswoche im Dezember 2017 waren unter anderem Antiziganismus und Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t. Auch durch spielerische Stadtteilerkundung wird versucht, Begegnung zu f\u00f6rdern und Schranken zu heben.<\/p>\n<p>Allem voran stelle ich im Abschnitt <a href=\"#Autonomie\">\u201eAutonomie\u201c <\/a>die Besonderheiten der autonomen Vorgehensweise auf Grund fehlender Strukturen oder b\u00fcrokratischer H\u00fcrden zur Betrachtung. Es folgt der Teil <a href=\"#Learning by doing\">\u201eLearning by doing\u201c<\/a>, der sich dem Kompetenzerwerb durch die Aus\u00fcbung des Engagements widmen wird. Das geschieht, weil die Engagierten selbst auf diesen Punkt zu sprechen kamen. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit dem Kapitel <a href=\"#Einfach machen\">\u201eEinfach machen \u2013 Gemeinsam\u201c<\/a>, in dem die Bedeutung der Gruppe bzw. des Kollektivs, in dem die AkteurInnen agieren, f\u00fcr die Interviewten und ihr Engagement betrachtet wird. Die Trennung dieser Aspekte in Abschnitte erfolgt mehr aus einem Ordnungs- und Vorgehens-Gesichtspunkt als aus analytischen Trennungsgr\u00fcnden. Wie deutlich werden wird, bedingen sich die drei Aspekte Autonomie, Kompetenzerwerb und Gruppenbedeutung teilweise gegenseitig, was gegen Ende des Beitrags in einer Grafik res\u00fcmiert wird. Den Abschluss sollen \u00dcberlegungen zu <a href=\"#Fazit\">Handlungsma\u00dfnahmen <\/a>bilden, die die Engagementpraktiken der AkteurInnen erleichtern k\u00f6nnten. Hier ergeben sich aus den Interviews sowohl konkrete W\u00fcnsche an die Stadtverwaltung, als auch Ma\u00dfnahmen, die die Kollektive selber ergreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Interviews mit den AkteurInnen wurden im Zeitraum Juli bis September 2017 durchgef\u00fchrt und wurden m\u00f6glichst offen gestaltet, um den Engagierten gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Freiraum zum Erz\u00e4hlen zu bieten und sie so wenig wie m\u00f6glich zu beeinflussen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?attachment_id=424\" rel=\"attachment wp-att-424\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-424\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/004-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/004-212x300.jpg 212w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/004-768x1086.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/004-724x1024.jpg 724w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/004-624x882.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"Autonomie\"><\/a>Autonomie<\/strong><\/p>\n<p>Keines der beiden Kollektive geht den Interviewten zu Folge den offiziellen und institutionalisierten Weg. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr scheinen allerdings zu divergieren. K und M des Kollektivs B erz\u00e4hlen, dass zu Beginn ihrer Bem\u00fchungen ganz klar der Plan bestand den offiziellen Weg zu gehen und eine st\u00e4dtische Unterkunft f\u00fcr Gefl\u00fcchtete zu unterst\u00fctzen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDann haben wir die gemacht [die Soliparty, Anm. d. V.], haben ordentlich Kohle gescheffelt und [&#8230;] wollten dann mithelfen mit diesem Geld in dieser Unterkunft, wollten eine Fahrradwerkstatt mitunterst\u00fctzen [&#8230;]. Das hat alles leider nicht geklappt. Aus b\u00fcrokratischen Problemen\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die b\u00fcrokratischen Gegebenheiten \u2013 wenn auch von den AkteurInnen nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt \u2013 stellten eine H\u00fcrde dar, die gro\u00df genug war, um in diesem Fall die Errichtung einer Fahrradwerkstatt zu verhindern, die Potenzial zur Mobilit\u00e4tssteigerung der Gefl\u00fcchteten und zu sozialer Integration gehabt h\u00e4tte. Dieser Vorfall ist zumindest ein Teil der Gr\u00fcnde f\u00fcr die autonome Auslegung der Gruppe. In Folge dessen m\u00fcssen die AkteurInnen sich f\u00fcr Veranstaltungen und Aktionen Freir\u00e4ume aneignen, sodass sie sich immer auch vor rechtlichen Konsequenzen f\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Bemerkung:\u00a0 Freir\u00e4ume aneignen meint hier die Nutzung \u00f6ffentlicher R\u00e4ume f\u00fcr Veranstaltungen, Demonstrationen, Lesungen und Filmvorf\u00fchrungen, die normalerweise einer Konzession bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches berichtet auch ein Interviewter auf die Frage hin welchen Schwierigkeiten er sich gegen\u00fcber sieht:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDas andere ist halt nat\u00fcrlich, dass es einfach nicht die offiziellen R\u00e4ume gibt in denen man sowas machen kann. Es gibt halt keine Ausweichm\u00f6glichkeit, man ist oft gezwungen in einer Illegalit\u00e4t zu agieren\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und an anderer Stelle:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUnd ja beh\u00f6rdliche Sachen, wenn man Sachen offiziell machen k\u00f6nnte w\u00e4r halt auch sch\u00f6n. Aber es sind halt so viele unsinnige Auflagen, die einem dann aufgedr\u00fcckt werden, das also die k\u00f6nnen wir halt finanziell gar nicht erf\u00fcllen.\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch hier kommt klar der Wunsch zum Ausdruck die Veranstaltungen leichter in einem offiziellen Rahmen stattfinden lassen zu k\u00f6nnen. Auch das Problem der Finanzierbarkeit von Projekten, die weder profitorientiert noch in offiziellem Rahmen und somit ohne F\u00f6rdergelder auskommen m\u00fcssen kommt hier konzise zum Ausdruck. Ohne Zweifel gibt es R\u00e4umlichkeiten von privater Hand, die f\u00fcr Kulturveranstaltungen nutzbar sind. Die Kosten f\u00fcr diese R\u00e4ume m\u00fcssten aber unweigerlich an die G\u00e4ste weitergegeben werden, was wiederum die ein oder den anderen davon abhalten k\u00f6nnte am soziokulturellen Leben partizipieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund, der in den Interviews implizit bleibt, ist der erh\u00f6hte Zeitaufwand der durch die Auseinandersetzung mit Beh\u00f6rden und \u00c4mtern entst\u00fcnde. An mehreren Stellen verweisen die AkteurInnen schon auf eine zeitweise zu gro\u00dfe Last. Im laufenden Betrieb scheinen keine Kraftreserven mehr vorhanden zu sein, um eine Kommunikation mit Stadt und \u00c4mtern zu erbringen. Ganz im Gegenteil hat ein Interviewter \u201eoft daran gedacht aufzuh\u00f6ren, weil es manchmal ein krass gro\u00dfer Workload ist [&#8230;]\u201c Die Gruppe und eine Verantwortung jenen gegen\u00fcber f\u00fcr die er sich engagiert waren dann ausschlaggebend doch nicht aufzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die strukturellen Defizite f\u00fchren also bei beiden Gruppen dazu, dass ein hohes Ma\u00df an Autonomie und Anstrengungen erforderlich ist. Es kann oft nicht auf vorhandene R\u00e4umlichkeiten und institutionalisierte Abl\u00e4ufe r\u00fcckgegriffen werden und erst Recht nicht auf Gelder. Die zus\u00e4tzlichen Anstrengungen durch die Selbstorganisation werden allerdings von den AkteurInnen nicht nur negativ gelesen. Offenbar bieten sich ebenso Chancen durch das Agieren auf eigene Faust. Die Aus- und Wechselwirkungen dessen auf und mit dem Kompetenzerwerb und der Bedeutung der Gruppe werden in den folgenden Abschnitten betrachtet.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Learning by doing\"><\/a>Learning by doing<\/strong><\/p>\n<p>Alle interviewten AkteurInnen berichten, dass sie mit der Zeit und mit dem Projekt gewachsen sind. Eine Vielzahl von F\u00e4higkeiten k\u00f6nnen und m\u00fcssen erworben werden, einige davon \u00fcberhaupt erst auf Grund der hohen Autonomie. Selbiges gilt f\u00fcr die Verantwortungs\u00fcbernahme, zu der analog zu den wachsenden Fertigkeiten eine h\u00f6here Bereitschaft besteht. So erz\u00e4hlt C. \u00fcber die Entwicklung seines Einsatzes f\u00fcr das Projekt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eMan muss viel lernen. Man muss organisatorische F\u00e4higkeiten sich aneignen, man muss technische F\u00e4higkeiten sich aneignen [&#8230;] vor Allem halt auch in so einem Modus, in dem halt viel improvisiert wird und improvisiert werden muss. Ja und mit wachsenden F\u00e4higkeiten ist halt auch mein Einsatz gestiegen\u201c. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eInsofern habe ich da St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck immer mehr gemacht, was mir halt auch einen krassen Boost gegeben hat, zu sehen wie man so wachsen kann und zu sehen, wie man sich in so einer Gruppe entwickeln kann\u201c.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die AkteurInnen berichten folglich von einem klaren Zusammenhang zwischen wachsenden Fertigkeiten und einem verbesserten Selbstwertgef\u00fchl. Weder der Erwerb von Kompetenzen im Feld des freiwilligen Engagements noch die Verquickung von Erfolg und Handlungspotenzial mit einem verbesserten Selbstbild sind ein Novum f\u00fcr Engagement- und Identit\u00e4tsforschung<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a>. Das Spezifische an dem vorliegenden Fall der Kollektive in denen die AkteurInnen agieren ist das erh\u00f6hte Potenzial f\u00fcr Kompetenzerwerb und Verantwortungs\u00fcbernahme durch das hohe Ma\u00df an Selbstorganisation.<\/p>\n<p>Ein Spezifikum, das mehr dem zeitweise politisch agierenden Kollektiv B eigen ist, geht \u00fcber den Erwerb praktischer F\u00e4higkeiten hinaus: Die Konfrontation mit anderen Sichtweisen auf die diskutierten gesellschaftspolitischen Themen f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Themen und bietet fruchtbaren Hintergrund vor dem die eigenen \u00dcberzeugungen reflektiert werden k\u00f6nnen. So res\u00fcmiert M. \u00fcber eine von K. dargestellte Situation, in der ein hitziger Wortwechsel im Anschluss an einen Feminismus-Vortrag stattfand:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDa hat sich dann auch halt gezeigt, wie wertvoll das sein kann aus diesen meinungshomogenen Gruppen auszubrechen und sich auch mal mit anderen Dingen auseinanderzusetzen. Das ist gut f\u00fcr die Leute, die sowas zum ersten Mal h\u00f6ren, das ist aber auch gut f\u00fcr die Leute, die schon voll dabei sind und voll d\u00e1ccord, die aber ihre Argumente sch\u00e4rfen und ihre Meinung quasi nochmal \u00fcberdenken und abstrahieren\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a id=\"Einfach machen\"><\/a>Einfach machen \u2013 Gemeinsam<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Gruppe an sich tr\u00e4gt zum Kompetenzerwerb der AkteurInnen bei und stellt auf Grund des Gruppenkollektivs ein attraktives Einstiegs- und Bleibemotiv f\u00fcr die Engagierten dar. Die flachen Hierarchien mit fluiden Aufgabenzuschreibungen erm\u00f6glichen es offenbar, dass Leute sich ausprobieren k\u00f6nnen, neue und andere Funktionen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und dadurch selbstverst\u00e4ndlich auch stetig andere und neue Fertigkeiten erwerben k\u00f6nnen. Beide AkteurInnen des Kollektivs K berichten von sich stetig ver\u00e4ndernder Intensit\u00e4t ihres Einsatzes. So zum Beispiel eine Interviewte:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201e[&#8230;] in unserem Kollektiv passiert das schon oft, dass es mal schwankt bei den verschiedenen Leuten, also die Intensit\u00e4t ihres Engagements. Es gibt Leute, die sind immer sehr engagiert, aber das beschr\u00e4nkt sich eigentlich auf zwei drei Leute, die wirklich konstant sind und bei dem Rest schwankt das mal hin und her.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dies ist nur m\u00f6glich, da innerhalb der Gruppe die Bereitschaft besteht neue Kompetenzen zu erlernen und die damit verbundene Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Wer beispielsweise bereits \u00f6fter die Verkabelung einer Anlage und deren Stromzufuhr organisiert hat gibt diese Kompetenzen vor einem tempor\u00e4ren R\u00fcckzug oder auf Grund der \u00dcbernahme einer anderen T\u00e4tigkeit weiter. So entsteht durch und innerhalb der Gruppe ein Wissenspool auf den eine jede und jeder, vor allem auch neu dazu gesto\u00dfene, zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jeder der AkteurInnen konstituiert die Kollektive und somit deren Engagement mit. Mit der Beendigung des Handelns endet auch das Kollektiv, da keine offiziellen Strukturen dar\u00fcber hinaus bestehen. Daraus erw\u00e4chst auch eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortung und die H\u00fcrde das Engagement bei R\u00fcckschl\u00e4gen und Hindernissen zu beenden ist gr\u00f6\u00dfer. So berichten die Interviewten des Kollektivs B \u00fcber die Schwierigkeiten nach dem an B\u00fcrokratie gescheiterten Versuch eine Fahrradwerkstatt in einem Gefl\u00fcchtetenheim einzurichten \u00fcber die Option der Resignation:<\/p>\n<blockquote><p><em>,,[&#8230;] ich glaub jetzt, dass durch diese Gruppenstruktur diese Option gar nicht so attraktiv schien und auch gar nicht unbedingt &#8211; durch Verbindlichkeiten &#8211; gar nicht unbedingt \u2013 nicht nicht m\u00f6glich war, aber war halt keine attraktive Option.\u201c <\/em><\/p>\n<p><em>\u201e[&#8230;] ja also ich mein wir haben die Gruppe deswegen gegr\u00fcndet und die Gruppe dann daran zersplittern zu lassen w\u00e4r ja irgendwie auch noch frustrierender gewesen. Vielleicht hat uns dann diese Gruppe auch echt nochmal gepusht\u201c.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Eingeleitet wurden diese Bemerkungen von der \u00dcberlegung einer Interviewten, dass es \u201ewas anderes\u201c ist \u201eals wenn man jetzt im privaten Bereich mit Frustrationen konfrontiert wird\u201c. Es wird deutlich, dass die Gruppe hier als essentiell f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung des Engagements wahrgenommen wird. Es ist beinahe erstaunlich wie \u00e4hnlich die Wahrnehmung des Interviewten aus dem anderen Kollektiv bez\u00fcglich der Bedeutung der Gruppe ist. Auf die Frage hin ob bereits der Gedanke bestand das Engagement zu beenden reflektiert er zun\u00e4chst \u00fcber den gro\u00dfen Zeit- und Arbeitsaufwand. Er gibt an selbst kaum Geld zu haben und hat sich daher des \u00d6fteren gefragt, ob er seine Zeit nicht in etwas investieren solle, das seiner finanziellen Situation zu Gute kommt, aber<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201e[&#8230;] dann f\u00e4llt einem halt auch wieder ein, dass man, wenn man halt aufh\u00f6rt das zu machen haben eventuell viele Leute nicht mehr die M\u00f6glichkeit, die keine Kohle haben oder zu wenig Kohle haben an nem kulturellen Leben teilzunehmen. Und ja irgendwie ist man halt auch in dieser Gruppe drin und mag das dann und will das gar nicht missen\u201c\u00a0 <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Neben der Gruppenbedeutung \u00e4u\u00dfert der Interviewte auch noch einmal den Umstand, dass hier die Engagierten konstituierendes Element der gesamten Unternehmung sind. Das Fortbestehen des Kollektivs wird nur durch die wiederholte Performanz gesichert. Zudem kommt hier ein Verantwortungsbewusstsein jenen gegen\u00fcber zum Ausdruck, denen es an finanziellen Mitteln mangelt.<\/p>\n<p>Die Gruppe ist also Einstiegsfaktor in das Engagement, Wissenspool, Motivation um weiterzumachen und wichtiger R\u00fcckhalt um sich auch zeitweise zur\u00fcckzuziehen ohne das Engagement ganz aufgeben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong><a id=\"Fazit\"><\/a>Fazit und Handlungsempfehlungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die folgende Grafik fasst noch einmal zusammen an welchen Stellen die verschiedenen Aspekte aufeinander einwirken:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-343\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1-300x217.png\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1-300x217.png 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1-768x557.png 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1-1024x742.png 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1-624x452.png 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grafik-1.png 1036w\" sizes=\"auto, (max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abbildung: eigene Darstellung<\/p>\n<p><strong>Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Die befragten AkteurInnen nehmen die Kommunikation mit und teilweise auch die Beh\u00f6rden selbst als H\u00fcrde wahr. Entweder findet das Anliegen kein Geh\u00f6r, oder Projekte sind auf Grund b\u00fcrokratischer Auflagen f\u00fcr die Freiwilligen schlicht nicht finanzierbar.<\/p>\n<p>Ist das Potenzial von b\u00fcrgerschaftlichem Engagement f\u00fcr den Zusammenhalt der Gesellschaft einmal erkannt und wird von offizieller Stelle lobgepriesen, so sollte sich der Verwaltungsapparat derart gestalten lassen, dass er einladend wirkt f\u00fcr all jene, die sich engagieren wollen anstatt sie abzuschrecken. Obwohl nat\u00fcrlich wie im vorliegenden Fall auch Chancen und M\u00f6glichkeiten in kreativen und autonomen L\u00f6sungen liegen, so \u00e4u\u00dferten doch alle Engagierten den Wunsch in offiziellen Strukturen agieren zu k\u00f6nnen, R\u00e4umlichkeiten zur Verf\u00fcgung zu haben, die sie nicht aus eigener Tasche finanzieren m\u00fcssen und gesetzliche Sanktionen nicht f\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich gesetzlicher Auflagen f\u00fcr Veranstaltungen m\u00fcsste den Engagierten mehr Vertrauen entgegengebracht werden, dass kreative und praxisorientierte L\u00f6sungen gefunden werden, die nicht zwingend einer Vorschrift entsprechen, aber den mit der Vorschrift beabsichtigten Sinn dennoch erf\u00fcllen. Wo sich bisher Freir\u00e4ume tempor\u00e4r angeeignet wurden, gab es im Nachhinein nie Beanstandungen bez\u00fcglich Verunreinigungen durch Toiletteng\u00e4nge oder M\u00fcll. Die B\u00fcrokratie hat ihre Funktion, doch gerade wenn sich B\u00fcrgerInnen finden, die freiwillig versuchen die kulturellen L\u00fccken zu f\u00fcllen, die die Stadt \u2013 ob nun gerechtfertigt oder nicht &#8211; nicht zu schlie\u00dfen vermag, sollte eine praxisorientierte Lesart solcher Vorschriften doch gangbar sein.<\/p>\n<p>Angesichts der bereits jetzt schon hohen zeitlichen Auslastung der Engagierten kann es nicht ihre Aufgabe sein, die Kommunikation mit der Stadt zu suchen. Die Webpr\u00e4senz der Stadt (aus Anonymisierungsgr\u00fcnden nicht belegbar) listet derzeit \u00fcber 13 Projekte der Stadtentwicklung, die allesamt auf Einzelhandel, hochpreisigen Wohn-Neubau und Tourismusverkehr abzielen. Hier werden das wahre strukturschwache Gesicht und die Probleme der Stadt systematisch ignoriert. Ressourcen aus nur einem dieser Projekte auf Soziokulturelles zu verwenden, im ersten Schritt auf eine Kommunikation mit den B\u00fcrgerInnen-Initiativen verspricht zumindest einen Versuch Wert zu sein. Aus Zielformulierungen in Konzeptpapieren f\u00fcr einen stark migrantisch gepr\u00e4gten Stadtteil geht hervor, dass dort Ma\u00dfnahmen gew\u00fcnscht werden, die bereits von Engagierten selbstorganisiert geleistet werden ohne, dass dies Erw\u00e4hnung f\u00e4nde oder zur Kenntnis genommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Allem Voran st\u00fcnde also erst einmal die Schaffung von leicht wahrzunehmenden Kommunikationskan\u00e4len zwischen Stadt und engagierten B\u00fcrgerInnen. Die AkteurInnen formulieren klar den Wunsch nach einem soziokulturellen Zentrum. Dass dies angesichts der hochgreifenden Stadtentwicklungsprojekte nicht realisierbar sein sollte scheint unglaubhaft, da dazu lediglich die Bereitstellung eines Geb\u00e4udes notwendig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch das hervorgehobene Bewusstsein der Engagierten f\u00fcr die finanzielle Situation vieler B\u00fcrgerInnen in ihrer strukturschwachen Stadt. Der wiederholt ge\u00e4u\u00dferte Fokus auf ein Angebot mit m\u00f6glichst niedrigen monet\u00e4ren Zugangsbeschr\u00e4nkungen steht in krassem Gegensatz zu den Zukunftspl\u00e4nen der Stadt, die Einzelhandel anlocken will. Lediglich auf einen Gesinnungswandel der Stadtpolitik zu hoffen w\u00fcrde allerdings Handlungs- und Verbesserungschancen an anderen Stellen verkennen.<\/p>\n<p>Kurz: Kommunikationskan\u00e4le schaffen und Leerst\u00e4nde f\u00fcr Soziokulturelles zur Verf\u00fcgung stellen. Damit w\u00e4re den AkteurInnen schon sehr geholfen.<\/p>\n<p><strong>Handlungsempfehlung f\u00fcr die Engagierten<\/strong><\/p>\n<p>Auf Grund der in den Interviews getroffenen Aussagen der Engagierten ergeben sich auch f\u00fcr diese konkrete Handlungsempfehlungen, die zu einer Erleichterung der Engagementaus\u00fcbung f\u00fchren k\u00f6nnen. So erw\u00e4hnen Mitglieder aus beiden Kollektiven, dass nicht aktiv nach neuen MitstreiterInnen gesucht wird. Die Erweiterung der Gruppen geschieht wenn durch aktive Nachfrage von Interessierten. Gerade da der Arbeitsaufwand oft als hoch empfunden wird k\u00f6nnte ein aktives Herantreten an weitere helfende Engagierte eine dringend notwendige Entlastung f\u00fcr die bereits Aktiven bedeuten. Die Chance auf ein Fortbestehen der Gruppen w\u00fcrde so konsolidiert und verbessert werden und auch neue Kraftressourcen er\u00f6ffnen um n\u00e4her an die offizielle Stadtpolitik heranzutreten.<\/p>\n<p>Auch eine engere Vernetzung bietet sich an. Das Kollektiv K ist bereits aus der Fusion zweier Gruppen entstanden und hat so ganz andere Projekte erm\u00f6glicht. Es gab zwar auch schon Kooperationen der beiden Kollektive K und B, eine engere Verzahnung scheint aber naheliegend und fruchtbar, da Ressourcen wie Technik und Arbeitszeit besser aufgeteilt werden k\u00f6nnen und sich nicht zuletzt auch Ideen und Herangehensweisen gegenseitig neu und anders denken lassen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend k\u00f6nnten beide Gruppen dazu beitragen, die Einstiegsh\u00fcrden f\u00fcr selbstorganisiertes Engagement zu senken, indem sie Probleml\u00f6sungen, die sie f\u00fcr sich gefunden haben \u2013 \u00e4hnlich dem Konzept pr\u00e4figurativer Politik (vgl. auch die Blogbeitr\u00e4ge:\u00a0<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=338\">Backpulver statt Zahnpasta<\/a>, <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=319\">das Selbstexperiment<\/a>, <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=299\">F\u00fcllbar &#8211; Zwischen Hoffnung Leidenschaft und Berufung<\/a>)\u00a0\u00a0<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> &#8211; festhalten und aktiv verbreiten. Kollektiv B agiert zwar teilweise \u00f6ffentlich mit Stellungnahmen zu gesellschaftspolitischen Themen, davon abgesehen handeln beide eher verdeckt. Die Projekte und das Erreichte \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen k\u00f6nnte eine Inspiration f\u00fcr Interessierte in der eigenen und in Nachbarst\u00e4dten des Ruhrgebiets sein, welches auf Grund der verbreiteten Strukturschw\u00e4chen und Schwierigkeiten des Wandels sicher in vielen Kommunen und St\u00e4dten davon profitieren w\u00fcrde wenn mehr selbstorganisierte Initiativen auf den Plan treten. Mehr Initiativen die Wert auf Kunst, Kultur und Politik legen geben dann im Laufe der Zeit vielleicht das notwendige Signal an die Stadtpolitischen Entscheider, was von B\u00fcrgerInnen wirklich gew\u00fcnscht und als erforderlich empfunden wird.<\/p>\n<p>Und das ist nicht das n\u00e4chste Einkaufszentrum.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Christian Rehfeld<\/h3>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Deutscher Bundestag, 18. Wahlperiode (2017): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Markus Tressel, Britta Ha\u00dfelmann, Christian K\u00fchn (T\u00fcbingen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN. Drucksache 18\/11263. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/112\/1811263.pdf (letzter Aufruf 12.01.2018).<\/p>\n<p>D\u00fcx, Wiebken \/ Sass, Erich \/ Prein, Gerald \/ Tully, Claus J. (2012): Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement. Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter. 2. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. f\u00fcr Sozialwissenschaften (Schriften des deutschen Jugendinstituts).<\/p>\n<p>Hansen, Stefan (2008): Lernen durch freiwilliges Engagement. Eine empirische Studie zu Lernprozessen in Vereinen. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften \/ GWV Fachverlage GmbH Wiesbaden.<\/p>\n<p>Staemmler, Johannes (2014): Wie St\u00e4dte sich neu finden. Chancen und Grenzen von Governance mit Zivilgesellschaft in strukturschwachen Kommunen. Baden-Baden: Nomos Verlag<\/p>\n<p>Yates, Luke (2015): Rethinking Prefiguration: Alternatives, Micropolitics and Goals in Social Movements. In: <em>Social Movement Studies, <\/em>Vol. 14, No. 1, S.1-21.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Vgl. Deutscher Bundestag, S. 4<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> vgl. Staemmler S. 33<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> vgl. D\u00fcx S. 53<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> vgl. Yates, S. 12<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was tun, wenn der Wille zum Engagement da ist, aber die Strukturen fehlen? Welche besonderen Herausforderungen und auch M\u00f6glichkeiten bringt es mit sich, eigene kreative L\u00f6sungen zu finden und sich das meiste selbst erarbeiten und erschlie\u00dfen zu m\u00fcssen? Die Betrachtung dieser Fragen ist f\u00fcr die Ruhrregion von gro\u00dfem Interesse. 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