{"id":338,"date":"2018-01-21T16:58:49","date_gmt":"2018-01-21T15:58:49","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=338"},"modified":"2018-04-16T16:12:28","modified_gmt":"2018-04-16T14:12:28","slug":"backpulver-statt-zahnpasta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=338","title":{"rendered":"Backpulver statt Zahnpasta?"},"content":{"rendered":"<p>Wie erfolgreich kann man den Zero- Waste Lebensstil im Alltag bei Kosmetikprodukten umsetzen? 2014 produzierten die Deutschen pro Kopf durchschnittlich 618 Kilogramm M\u00fcll (Statistisches Bundesamt, 2014). Als es in meinem Empiriemodul ,,Engagement in der Ruhr-Metropole als \u00f6ffentliche Sozialforschung\u201c darum ging, ein Forschungsthema zu w\u00e4hlen, entschied ich mich daher f\u00fcr das Thema ,,Selbsttransformation\u201c. Wie kann man sich selbst transformieren, um weniger M\u00fcll zu produzieren? Die Zero Waste Bewegung ist eine m\u00f6gliche Antwort. Anh\u00e4nger dieser Bewegung versuchen ihre M\u00fcllproduktion zu senken, z.B. durch Kompostieren, Recyceln und die Ablehnung von Plastikverpackungen. Da ich sehr interessiert bin an Kosmetik und Pflegeprodukten, stellte ich mir die Frage, wie gut diese ohne Plastikverpackungen in meinen Alltag einzubringen sind. Daher entschied ich mich, mich innerhalb unserer Selbsttestgruppe auf Kosmetikprodukte zu beschr\u00e4nken. Genauso wie die andere Gruppe, die ein Selbstexperiment durchgef\u00fchrt hat und dazu einen <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=319\">Blogeintrag<\/a> verfasst hat,\u00a0\u00a0f\u00fchrte ich sechs Wochen lang einen Selbsttest durch und testete Zero Waste Produkte auf ihre Effizienz.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Mehr als nur Recherchieren<\/strong><\/p>\n<p>Da das Format der Selbsttransformation speziell ist, machte auch ich mir regelm\u00e4\u00dfige Notizen zu den Produkten und den Erfolgen oder Herausforderungen, um eine erfolgreiche Reflexion durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Vor Beginn meines Selbsttests stellte ich mir zun\u00e4chst grunds\u00e4tzliche Fragen: Was hei\u00dft Zero Waste? Welche Abgrenzungen und Definitionen verwende ich als Richtlinien in meinem Experiment? Wo kann ich einkaufen, um Kosmetikprodukte zu bekommen oder herzustellen?<\/p>\n<p>Zero Waste bedeutete f\u00fcr mich, dass kein M\u00fcll produziert wird und ich keine Produkte kaufe, die in Plastik verpackt sind und nur Produkte mit kompostierbaren Verpackungen kaufe. Doch Zero Waste ist f\u00fcr Teilnehmende dieser Bewegung nicht nur ein Weg, um keinen M\u00fcll zu produzieren, sondern es ist ein Lebensstil und strahlt meistens in alle Bereiche ihres Lebens aus, wie z.B. in den Konsum von Nahrung, Kleidung und auch Pflegeprodukte. Um Kosmetikprodukte herzustellen bzw. zu kaufen, nutzte ich Zero Waste Online Shops oder Superm\u00e4rkte, die sich auf den Verkauf von Zero Waste Produkten spezialisieren.<\/p>\n<p>Am Ende des Tages reflektierte ich dar\u00fcber, wie gut die Produkte in meinen Alltag zu integrieren und wie effizient sie im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Produkten sind. W\u00e4hrend der Durchf\u00fchrung meines Selbsttests absolvierte ich ein Praktikum, weshalb es leicht war eine Aussage \u00fcber die Effizienz und Integrierung der Produkte in einen vollen Terminplan zu treffen, da ich Produkte brauchte, die den ganzen Tag \u00fcber funktionieren, leicht in der Herstellung und in der Anwendung sind und keinen M\u00fcll produzieren. Im Folgenden werde ich im Kapitel \u201eBackpulver statt Zahnpasta\u201c zun\u00e4chst darauf eingehen, wie ich Zero Waste in meinem Alltag umgesetzt habe. Da sich mir w\u00e4hrend des Selbstexperiments immer wieder die Frage gestellt hat, inwiefern mein Produktempfinden und Konsumverhalten von der Gesellschaft bestimmt wird, gehe ich im Kapitel \u201eReinigt die Gesellschaft meine Z\u00e4hne?\u201c auf meine neu gewonnenen Erkenntnisse diesbez\u00fcglich ein. Im Kapitel \u201eRaus mit dem Aluminium, rein mit dem Kokos\u00f6l?\u201c ziehe ich zudem ein Fazit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?attachment_id=430\" rel=\"attachment wp-att-430\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-430\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/006-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/006-212x300.jpg 212w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/006-768x1086.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/006-724x1024.jpg 724w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/006-624x882.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Backpulver statt Zahnpasta?<\/strong><\/p>\n<p>Ich begann meinen Selbsttest damit, zu \u00fcberlegen was f\u00fcr Alternativen ich ben\u00f6tigte f\u00fcr z.B. Zahnpasta, Deodorant, Make-Up und K\u00f6rperpflegeprodukte wie Bodylotion.\u00a0 Dazu erstellte ich eine Liste mit allen Produkten, die ich im Alltag benutze. Auch f\u00fcr mich waren Onlineforen oder auch Plattformen wie Youtube hilfreich, m\u00f6gliche Alternativen und Rezepte zur Selbstherstellung von Produkten zu finden. Ich notierte mir interessante Zutaten und Ideen, wie z.B. f\u00fcr K\u00f6rperpeelings oder Deodorant und bestellte mir die meisten Zutaten und Produkte online. Die restlichen Produkte waren leicht erh\u00e4ltlich in Zero Waste Superm\u00e4rkten in der Region. Dabei war auch f\u00fcr mich die Einkaufserfahrung eine andere als gew\u00f6hnlich, da man vorbereitet und genau strukturiert nach Produkten sucht und passende Gef\u00e4\u00dfe und Taschen bei sich tr\u00e4gt, um beim Einkauf keinen M\u00fcll zu produzieren.<\/p>\n<p>Am Tag vor Beginn des Selbsttests probierte ich die ersten Rezepte aus. Ich machte Zahnpasta selbst und nutzte daf\u00fcr Backpulver und Kokosnuss\u00f6l. Mein Deodorant stellte ich aus Backpulver, Kokosnuss\u00f6l und St\u00e4rke her und mein Gesichtspeeling bestand aus Zucker, Honig und Kokosnuss\u00f6l. Die meisten Rezepte machte ich in gr\u00f6\u00dferen Mengen, damit ich sie so auch auf ihre Haltbarkeit testen konnte. Sobald man die Zutaten hatte, die man nat\u00fcrlich extra kaufen musste, musste man die Zutaten meist nur mischen, \u00fcber einem Wasserbad schmelzen und in Gef\u00e4\u00dfe umf\u00fcllen. Mit diesen Produkten begann ich meinen ersten Tag. Ein typischer Tagesablauf mit Zero Waste Kosmetik und Pflegeprodukten sieht in etwa so aus:<\/p>\n<p>Ich putze mir die Z\u00e4hne mit einer Bambuszahnb\u00fcrste, anstelle von einer handels\u00fcblichen Plastikzahnb\u00fcrste und benutze meine selbst hergestellte Zahnpasta. Ich wasche mein Gesicht mit Seife aus nat\u00fcrlichen Produkten, die ich unverpackt gekauft habe und trage \u00d6le als Gesichtspflege auf. Ich spr\u00fche mein Deodorant nicht aus der Flasche auf, sondern \u00f6ffne mein selbst hergestelltes und trage es mit meinen Fingern auf. Ich verzichte auf mein \u00fcbliches Make Up, dass ich an dieser Stelle auftragen w\u00fcrde und benutze nur ein wenig Kakaopulver, eine Zero Waste Alternative zu Bronzer und Augenbrauenpuder, um meinem Gesicht etwas Farbe zu verleihen und meine Augenbrauen aufzuf\u00fcllen. Am Ende des Tages wasche ich mein Gesicht und meinen K\u00f6rper erneut mit der nat\u00fcrlichen Seife und wasche meine Haare mit einer ,,Shampoo-Bar\u201c, also einer Art St\u00fcckseife, die unter Wasser aufsch\u00e4umt und zu Shampoo wird. Anstatt von handels\u00fcblicher Bodylotion, benutze ich Kokosnuss\u00f6l und putze meine Z\u00e4hne erneut mit meiner eigenen Zahnpasta. Mein allt\u00e4glicher Ablauf mit Zero Waste Produkten weicht theoretisch nicht stark von meinem \u00fcblichen Tagesablauf ab. Doch meine \u00fcbliche Make- Up Routine wird sehr viel minimalistischer. Make-Up und Kosmetikprodukte sind ein gro\u00dfes Interesse von mir und ich experimentiere gerne mit Produkten, dies konnte ich genauso auch mit Zero Waste Produkten tun. Doch die Herstellung von manchen Zero Waste Make-Up Produkten war ein etwas l\u00e4ngerer Prozess, als bei den Hygieneprodukten, die ich sonst verwende. Um Zero Waste Wimperntusche herzustellen, benutzt man Mandeln, die man in der Pfanne anbr\u00e4t bis sie schwarz sind, und mahlt diese klein. Dies vermischt man dann mit Vaseline und erh\u00e4lt so Wimperntusche, die man dann mit einem B\u00fcrstchen auftragen kann. Dieses Rezept funktioniert sehr gut, doch der Prozess ist langwieriger, als in den Laden zu gehen und fertige Wimperntusche zu kaufen. Der Geruch, der bei dem Anbraten der Mandeln entsteht, ist au\u00dferdem sehr unangenehm und die Pfanne danach zu reinigen ist nicht sehr leicht. Doch ich frage mich, ob es besser ist, lieber schnell Wimperntusche zu kaufen, dabei aber Plastikm\u00fcll zu erzeugen oder ob man lieber einen Abend damit verbringt, gleich eine gro\u00dfe Menge an Wimperntusche selbst herzustellen, die auch lange haltbar ist. Der Ersatz von Bronzingpuder oder Augenbrauenpuder durch Kakaopulver ist jedoch sehr einfach, wenn auch am Anfang etwas ungewohnt. Gemischt mit St\u00e4rke oder Mehl kann Kakaopulver somit auch zu Gesichtspuder werden. Einzig die Herstellung eines Zero Waste Rouges war mir nicht m\u00f6glich. Daf\u00fcr braucht man gemahlene Rote Beete, die ich nicht Zero Waste erhalten konnte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-339\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2-300x201.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2-768x515.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2-624x419.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-2-2.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Reinigt die Gesellschaft meine Z\u00e4hne?<\/strong><\/p>\n<p>Bei meinen Erfahrungen w\u00e4hrend des Selbsttests f\u00e4llt mir oft auf, dass die Benutzung von nat\u00fcrlichen Produkten als Ersatz ein ungewohntes Gef\u00fchl ist. Wieso f\u00fchlt es sich ungewohnt an, Kakaopulver als Ersatz f\u00fcr meinen \u00fcblichen braunen Lidschatten zu benutzen, der ebenfalls mit Kakaopulver hergestellt wurde und in einer schicken Palette f\u00fcr \u00fcber 50\u20ac verkauft wird? Wieso empfinde ich es als unangenehm, dass ich mit meinem Zero Waste Deodorant zwar komplett den Schwei\u00dfgeruch, aber nicht das Schwitzen an sich verhindern kann, eine komplett nat\u00fcrliche K\u00f6rperfunktion. Wieso habe ich ein anderes Gef\u00fchl, wenn ich meine Z\u00e4hne ohne Pfefferminzgeschmack putze? Die Frage tat sich auf, ob all diese Gef\u00fchle vielleicht durch unsere Gesellschaft hervorgebracht werden. Mein ganzes Leben lang hat meine Zahnpasta immer nach Pfefferminz geschmeckt. Sie hat mir das Gef\u00fchl von frischem Atem und sauberen Z\u00e4hnen gegeben. Als ich nach Alternativen recherchierte, fragte ich mich das erste Mal \u00fcberhaupt, woraus handels\u00fcbliche Zahnpasta besteht und las dabei h\u00e4ufig von Kritik an Zahnpasta und der Frage wie gesundheitssch\u00e4dlich einige Bestandteile vielleicht sein k\u00f6nnten. Dar\u00fcber hinaus stellen ,,Whitening\u201c Produkte bei Zahnpasta ein umweltsch\u00e4dliches Problem dar. Diese Produkte enthalten meist Mikrok\u00fcgelchen, die den Zahnschmelz polieren sollen. Sie sind jedoch nicht biologisch abbaubar und stellen so eine Umweltsch\u00e4digung dar. Eine Zero Waste Zahnpasta nur aus Kokosnuss\u00f6l und Backpulver erscheint nicht sehr gef\u00e4hrlich, doch ich frage mich zu Beginn, ob meine Z\u00e4hne genauso sauber werden wie mit der handels\u00fcblichen Zahnpasta. Auch im Bereich des Deodorants stellt sich mir diese Frage. \u00dcblicherweise benutze ich Deodorants, die mit Aluminium hergestellt sind und sowohl Schwei\u00dfgeruch als auch Schwei\u00dfbildung verhindern. Doch Aluminium in Deodorants konnte in Verbindung mit Brustkrebs gebracht werden. Wieso findet man es normaler, ein m\u00f6glicherweise krebserzeugendes Produkt zu verwenden und so nat\u00fcrliche K\u00f6rperfunktionen zu verhindern als die nat\u00fcrliche Variante? Ist es, weil man im Fernsehen, Zeitschriften und Gesch\u00e4ften nur die handels\u00fcblichen Deodorants sieht? In meinem allt\u00e4glichen Leben f\u00e4rbe ich mir regelm\u00e4\u00dfig die Haare in einem Friseursalon. Ich benutze Zuhause chemische Produkte, um die Qualit\u00e4t meiner Haarfarbe zu verl\u00e4ngern und zu verbessern. Diese Produkte sollten am besten nur mit Handschuhen aufgetragen werden. Ich frage mich, ob diese Produkte vielleicht gesundheitssch\u00e4dlich sein k\u00f6nnten. Das Zero Waste Shampoo reinigt meine Haare und sch\u00e4digt sie nicht, doch ich vermisse trotzdem mein \u00fcbliches Shampoo, das vollgepackt ist mit Inhaltsstoffen, die ich nicht kenne. Erneut stellt sich mir die Frage, ob ich Parabene und Sulfate einfacher Seife vorziehe, weil ich daran gew\u00f6hnt bin und die Gesellschaft es so vorlebt? Reagiert meine Haut auf die Gesichts\u00f6le zun\u00e4chst st\u00e4rker als auf meine \u00fcblichen Gesichtspflegeprodukte, weil sie die nat\u00fcrlichen Inhaltsstoffe nicht gewohnt ist oder sind sie zu reichhaltig f\u00fcr mich? Was ist \u00fcberhaupt in den \u00fcblichen Pflegeprodukten? Wenn man vielleicht nie mit diesen Eindr\u00fccken und Erfahrungen in Ber\u00fchrung gekommen w\u00e4re, w\u00fcrde man dann vielleicht die nat\u00fcrlichen und selbst hergestellten Produkte als selbstverst\u00e4ndliche L\u00f6sung annehmen und die handels\u00fcblichen und in Plastik verpackten Produkte als ungewohnt empfinden?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-340\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2-624x416.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Bild-3-2.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Raus mit dem Aluminium, rein mit dem Kokos\u00f6l?<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt mache ich in meinem Selbsttest unterschiedliche Erfahrungen. Die Herstellung der \u00fcberwiegenden Produkte ist nicht sehr kompliziert und langwierig. Nat\u00fcrlich nimmt man sich die Zeit, um die Produkte Zero Waste zu kaufen und muss sie dann noch selber herstellen, doch es kostet genauso viel Zeit, in ein Gesch\u00e4ft zu gehen und die passende Foundationfarbe zu finden. Genauso wie der Rest der Selbstexperimentgruppe bin ich mir im Klaren, dass ich den Rahmen der Zero Waste Kosmetikprodukte nicht voll ausgesch\u00f6pft habe. Daf\u00fcr reicht der sechsw\u00f6chige Zeitraum nicht aus. Ich konnte in dieser Zeit keine Vorlieben in der Herstellung oder f\u00fcr gewisse Zutaten finden. In Bezug auf die Frage der Effizienz der Zero Waste Produkte im Vergleich zu handels\u00fcblichen Produkten ist es schwer f\u00fcr mich eine Antwort zu finden. Das Deodorant verhindert den Schwei\u00dfgeruch, also funktioniert es genauso gut wie das ,,normale\u201c. Doch trotzdem w\u00fcrde ich mein \u00fcbliches Deodorant nicht aufgeben. Weil die Gesellschaft Schwitzen nicht als normal ansieht und ich daran gew\u00f6hnt bin, nie dar\u00fcber nachzudenken, ob Schwei\u00dfflecken entstehen k\u00f6nnten. Das Shampoo reinigt meine Haare genauso gr\u00fcndlich, doch ich freue mich auf mein \u00fcbliches Shampoo, das bei zu langem Kontakt meine Haut lila f\u00e4rbt. Das Zero Waste Shampoo war genauso effizient, doch es hat mir nicht mein gewohntes Gef\u00fchl von seidig weichen Haaren gegeben. Warum? Weil die Haare der Frauen in Werbungen immer als sehr gl\u00e4nzend dargestellt und als das Ideal wahrgenommen werden? Obwohl diese Bilder meist stark bearbeitet worden sind. In diesem Zusammenhang hat der Selbsttest mir die Augen daf\u00fcr ge\u00f6ffnet, wie viel unsere Wahrnehmung und Empfindungen von der Gesellschaft beeinflusst wird. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcrde ich mir deshalb w\u00fcnschen, dass durch die Zero Waste Bewegung auch die nat\u00fcrlichen Produkte an Aufmerksamkeit gewinnen und irgendwann als v\u00f6llig normal angesehen werden. Auch denke ich, dass Stoffe wie Aluminium gesetzlich festgelegt nicht in Produkten vorhanden seien sollten, wenn man die gesundheitlichen Auswirkungen nicht vollkommen nachweisen kann.\u00a0 Die Empfindungen, die wir bei Produkten haben, sind durch gesellschaftliche Normvorstellungen bestimmt. Dies soll uns vielleicht gezielt zu einem bestimmten Konsumverhalten verleiten. Wenn wir beispielsweise Werbung sehen und bestimmte Gef\u00fchle ausgel\u00f6st werden sollen, die uns glauben lassen, dass die dort dargestellten Situationen oder Versprechungen der Produkte der Wahrheit entsprechen w\u00fcrden. Es w\u00e4re ein interessanter Ansatz zu erforschen, wie man diese Empfindungen durch die gesellschaftlichen Normvorstellungen ver\u00e4ndern k\u00f6nnte.\u00a0 Dies w\u00fcrde sicher nicht nur das Konsumverhalten, sondern auch Aspekte wie Bodyimage in den Medien stark ver\u00e4ndern und ist dadurch sehr aktuell.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Johanna Pestke<\/h3>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>-Zentrum der Gesundheit (2017): Gef\u00e4hrliche Stoffe in der Zahnpasta, [online] https:\/\/www.zentrum-der-gesundheit.de\/zahnpasta-inhaltsstoffe-ia.html , [21.10.2017].<\/p>\n<p>-Fink, Lucie: Try Living With Lucie [online] https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Hw38z6dfg88&amp;list=PLJEQBmLpTgd-5HxHkeKH0-siAAO9zJE7E , [17.11.2017]<\/p>\n<p>-Singer, Lauren : Bathroom, [online] http:\/\/trashisfortossers.com\/category\/bathroom\/ , [20.08.2017]<\/p>\n<p>-https:\/\/www.destatis.de\/Europa\/DE\/Thema\/UmweltEnergie\/Abfallaufkommen.html, [20.08.2017]<\/p>\n<p><strong>Bildverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>https:\/\/pixabay.com\/de\/backpulver-box-wei%C3%9F-pulver-natrium-768950\/, Zugriff am 18.01.2018<\/p>\n<p>https:\/\/pixabay.com\/de\/zahnb%C3%BCrste-zahnpasta-zahnpflege-571741\/ , Zugriff am 18.01.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erfolgreich kann man den Zero- Waste Lebensstil im Alltag bei Kosmetikprodukten umsetzen? 2014 produzierten die Deutschen pro Kopf durchschnittlich 618 Kilogramm M\u00fcll (Statistisches Bundesamt, 2014). 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