{"id":119,"date":"2017-01-27T11:08:54","date_gmt":"2017-01-27T10:08:54","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=119"},"modified":"2017-05-10T11:02:34","modified_gmt":"2017-05-10T09:02:34","slug":"einleitung-buergerschaftliches-engagement-in-der-fluechtlingshilfe-in-der-rhein-ruhr-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=119","title":{"rendered":"B\u00fcrgerschaftliches Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen"},"content":{"rendered":"<h2>Einf\u00fchrung und \u00dcberblick zur Vorgehensweise, zentralen Erkenntnissen und studentischen Beitr\u00e4ge einer Lehrforschung zum Fl\u00fcchtlingsengagement<\/h2>\n<p>B\u00fcrgerschaftliches Engagement z\u00e4hlt als grundlegend f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung gesellschaftlicher Herausforderungen und als Motor f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt. So ist es kaum verwunderlich, dass dem Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. Aum\u00fcller et al. 2015; Biesenkamp und Daphi 2015; Fleischmann 2016; Hamann et al. 2016; Han-Broich 2015; Netzwerk Fl\u00fcchtlingsforschung; Speth und Becker 2016). <!--more-->Das Engagement von und f\u00fcr Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund soll einen entscheidenden Beitrag zur Integration der neu ankommenden Personen leisten. U.a. werden sozialintegrative Effekte, politische Teilhabe, Solidarit\u00e4t, oder interkulturelle Bildung mit Fl\u00fcchtlingsengagement in Verbindung gebracht. Dabei stellt sich nicht nur die Frage der Auswirkungen und Effekte von Engagement, sondern zun\u00e4chst viel grundlegender die Frage nach den Formen und Funktionsweisen dieses Engagements. Denn obwohl die Engagementforschung ein etabliertes Forschungsfeld ist, so stellt die aktuelle Entwicklung in den Migrations-und Fluchtbewegungen die Wissenschaft vor die Herausforderung, Fragen nach den Binde- sowie Fliehkr\u00e4ften der Gesellschaft neu zu diskutieren. Dieses Projekt n\u00e4hert sich dem Thema, indem wir Formen, Wirkungsweisen und Relevanz von Fl\u00fcchtlingsengagement in verschiedenen Themenfeldern bearbeitet haben. Die Forschung fand in Form eines Lehrforschungsprojekt \u201eB\u00fcrgerschaftliches Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen\u201c, welches zwischen Fr\u00fchjahr 2016 und Winter 2017 durchgef\u00fchrt wurde, statt.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde aus der Perspektive einer \u00d6ffentlichkeitssoziologie umgesetzt (vgl. Burawoy 2005; 2015; Unzicker und Hessler 2012), welche den Austausch mit der Praxis und das gemeinsame erschlie\u00dfen von Wissen zwischen Studierenden, Wissenschaftler_Innen und Praktikern betont. Dieser Blog, auf dem Studierende, Wissenschaftler_Innen, Engagierte und Interessierte ihre Erkenntnisse und Einsichten pr\u00e4sentieren und diskutieren k\u00f6nnen, resultiert ebenfalls aus dem Gedanken heraus, dass gerade Lehrforschungsprojekte nicht nur im universit\u00e4ren Raum, sondern auch in der \u00d6ffentlichkeit stattfinden sollen.<\/p>\n<p><strong>Fl\u00fcchtlingsengagement als neuer Forschungsbereich<\/strong><\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingsengagement ist kein neues Ph\u00e4nomen. Bereits in fr\u00fcheren Migrations- und Fluchtwellen kam es immer wieder zu gro\u00dfen Hilfsaktionen. International z\u00e4hlt die Fl\u00fcchtlingshilfe als ein globales Politikfeld, in dem Freiwillige eine wichtige Rolle einnehmen (vgl. Karakayali und Kleist 2015a; Gatrell 2015).<\/p>\n<p>Allerdings lassen sich (zumindest f\u00fcr Deutschland) auch relevante Unterschiede zu fr\u00fcher feststellen. Interessant ist, dass zwar bereits zu Beginn der 1990er Jahren die Zahl der Asylgesuche und der Aussiedlerzahlen anstieg und Menschen gegen gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe auf Asylbewerberunterk\u00fcnfte protestierten, die damalige Helferstruktur jedoch kaum mit der heutigen vergleichbar ist (vgl. Speth\/Becker 2016: 39). Das aktuelle Fl\u00fcchtlingsengagement<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> ist von seinem Umfang und Ausma\u00df beispiellos in der j\u00fcngeren Geschichte Deutschlands. Ein Ph\u00e4nomen, das insbesondere im Sommer 2015, als eine gro\u00dfe Anzahl von hilfsbed\u00fcrftigen Gefl\u00fcchteten die Einreise gestattet wurde, gro\u00dfen Zuwachs erhielt (vgl. Hamann o.J.). Das Engagement manifestiert sich sowohl in spontanen Hilfeleistungen, in der Gr\u00fcndung von neuen Initiativen und Vereinen, als auch in der Modifikation der Schwerpunkte bestehender Vereine und Gro\u00dfverb\u00e4nde. Damit \u00e4u\u00dfert sich das Engagement nicht nur in kurzfristigen Hilfeleistungen, sondern Fl\u00fcchtlingsengagement entsteht als eigener Engagementbereich. Mit der Institutionalisierung des Fl\u00fcchtlingsengagements erschlie\u00dfen sich neue Handlungsfelder, die die bisherige Engagementinfrastruktur restrukturieren. Diese Entwicklungen sind jedoch bis jetzt wenig erforscht.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Studie zu b\u00fcrgerschaftlichem Engagement in Deutschland ist der Freiwilligensurvey.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> Da jedoch das Fl\u00fcchtlingsengagement nicht als einzelner Engagementbereich erhoben wird, war die Studie zur Ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit (EFA) von Karakayali und Kleist (vgl. 2015b: 11f.) aus dem Jahr 2015 die erste Studie zum Fl\u00fcchtlingsengagement, die \u00fcber die qualitative Untersuchung von Einzelfallbeispielen hinausging. Mit der sozialstrukturellen Zusammensetzung und den Motiven der Engagierten und Initiativen setzen sich auch Vey und Sauer (vgl. 2016) am Beispiel von Brandenburg und Mutz et al. (vgl. 2015) am Beispiel von M\u00fcnchen auseinander. In den Studien von Karakayali und Kleist sowie von Mutz et al. finden sich zudem Informationen zur zeitlichen und organisatorischen Ausgestaltung des Fl\u00fcchtlingsengagements. Mit den politischen und verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Engagements sowie der Koordination und Kooperation der Akteure haben sich unter anderem Aum\u00fcller et al. (vgl. 2015), Bogumil et al. (vgl. o.J.), Speth und Becker (vgl. 2016) sowie Vey und Sauer (vgl. 2016) auseinandergesetzt.<\/p>\n<p>Auch wenn die Datenlage bisher noch l\u00fcckenhaft ist, l\u00e4sst sich bereits erkennen, dass das Fl\u00fcchtlingsengagement im Vergleich zu Engagement in anderen Bereichen besondere Merkmale aufzuweisen hat, die wir in den verschiedenen Beitr\u00e4gen n\u00e4her beleuchten. Dazu z\u00e4hlt, dass sich viele Personen im Rahmen von Helfergruppen au\u00dferhalb von etablierten Organisationen und Vereinen engagieren (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=89\">Flicken f\u00fcrs Sozialnetz; Studierende schaffen Raum f\u00fcr Begegnungen<\/a>; <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=49\">Was kann Kultur an der Ruhr?<\/a>) und dabei neue Formen der Koordination (Stichwort social media) miteinander sowie im Umgang mit Beh\u00f6rden erproben (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=98\">Engagement f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Bochum \u2013 Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive<\/a>). Dazu z\u00e4hlt au\u00dferdem das Verschmelzen von sozialem und politischem Engagement (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=114\">Die politische Dimension des Engagements<\/a>), und dass Engagierte sich mitunter f\u00fcr mehrfach benachteiligten Gruppen, wie beispielweise gefl\u00fcchteten Frauen (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=107\">Den Arbeitsmarktzugang f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen erm\u00f6glichen!<\/a>) oder Gefl\u00fcchteten mit einem LSBTI-Hintergrund (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=83\">LSBTI-Gefl\u00fcchtete in Deutschland<\/a>) einsetzen. Gleichzeitig bietet das Fl\u00fcchtlingsengagement insbesondere Engagierten mit eigenen Flucht- bzw. Migrationserfahrungen, die M\u00f6glichkeit ihre Kultur- und Sprachkenntnisse einzubringen und zu vermitteln (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=110\">Integration hei\u00dft Teilhabe<\/a>). Zentral ist au\u00dferdem das Vorsto\u00dfen des Engagements in Bereiche, die genuin in andere institutionelle Verantwortungsbereiche fallen. Das umfasst Bildung, ebenso wie Arbeitsmarktintegration (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=129\">Arbeitsmarktintegration von Gefl\u00fcchteten<\/a>), Vormundschaften (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=58\">\u00dcber die Arbeit von ehrenamtlichen Vorm\u00fcndern f\u00fcr unbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge<\/a>), psychologische Betreuung (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=102\">Psychologische Betreuung Gefl\u00fcchteter<\/a>) oder medizinische Fl\u00fcchtlingshilfe (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=89\">Flicken f\u00fcrs Sozialnetz<\/a>). Das bringt gleichzeitig eine Reihe von neuen Spannungsverh\u00e4ltnissen mit Beh\u00f6rden und anderen Einrichtungen mit sich (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=98\">Engagement f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Bochum \u2013 Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive<\/a>), welche durch das viel diskutierte B\u00fcrokratiechaos (Bogumil et al. o.J.) noch weiter verst\u00e4rkt werden. Alle Beitr\u00e4ge besch\u00e4ftigen sich in einer oder anderer Form mit den daraus resultierenden Problematiken, versuchen jedoch auch, L\u00f6sungsans\u00e4tze zu formulieren.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes erl\u00e4utern wir das spezifische Projektformat, pr\u00e4sentieren die Struktur unserer Daten und fassen erste zentrale Erkenntnisse zusammen.<\/p>\n<p><strong>Lehrforschung als Teil \u00f6ffentlicher Sozialforschung<\/strong><\/p>\n<p>Aus welchen Motiven und Beweggr\u00fcnden entscheiden sich Engagierte f\u00fcr die Aufnahme des Engagements? Welche Rolle spielt das Engagement im Lebensverlauf der Engagierten? Wie beschreiben die Engagierten das Verh\u00e4ltnis zwischen sozialem und politischem Engagement und inwiefern kommt es hier zu einer Grenzverschiebung? Wie wird das Engagement organisiert, welche neuen Organisationsformen entwickeln sich und wie gestaltet sich die Kooperation mit anderen Akteuren? Wie sieht die Beziehung zwischen Engagierten und Fl\u00fcchtlingen aus?<\/p>\n<p>Das Lehrforschungsprojekt hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Fragen zusammen mit einer Gruppe von Masterstudierenden f\u00fcr die Rhein-Ruhr Region mit besonderem Fokus auf den Raum Bochum zu beantworten. Dabei war dieses Projekt als \u00a0\u00a0\u00f6ffentliche Sozialforschung angelegt, also als eine Forschung nicht einfach nur <em>\u00fcber<\/em> die Gesellschaft, sondern <em>f\u00fcr<\/em> und <em>mit<\/em> dieser Gesellschaft. Daf\u00fcr erscheint das Themenfeld Fl\u00fcchtlingsengagement besonders geeignet. Einige der Studierenden waren bereits vor dem Seminar selbst aktiv oder sind es im Verlauf geworden. Gleichzeitig sollten in der Lehre bisher wenig beachtete Formen der gegenseitigen Wissensproduktion von Studierenden und Praktikern zur Anwendung gebracht werden. Studierende sollten einerseits Impulse aus der Praxis mit in den Forschungsprozess einbeziehen und andererseits ihre Ergebnisse in die \u00d6ffentlichkeit und Zivilgesellschaft zur\u00fcckkommunizieren. B\u00fcrgerschaftliches Engagement wird von den Studierenden also nicht nur erforscht, sondern das darin enthaltene Probleml\u00f6sungswissen und praktisch verwertbare Handlungswissen auch \u00f6ffentlich zur Diskussion gestellt. Durch den dialogischen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis kann das Projekt auch einen eigenst\u00e4ndigen theoretisch-analytischen Beitrag leisten und im direkten Austausch mit Engagierten neue bzw. alternative Vorstellungen \u00fcber Engagement entwickeln. Bisher wird die Engagementforschung stark von quantitativen Surveys wie dem Freiwilligensurvey dominiert, in dem Engagement klar operationalisiert und definiert wird. Gerade aktuelle Entwicklungen im Bereich Fl\u00fcchtlingsengagement, wie sie hier in den verschiedenen Beitr\u00e4gen auch diskutiert werden, machen jedoch deutlich, dass die wissenschaftliche Operationalisierbarkeit der Praxis hinterherhinkt.<\/p>\n<p><strong>Datenerhebung des Projekts<\/strong><\/p>\n<p>Die Erkenntnisse der Studierenden basieren auf qualitativen Interviews mit Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Feld der Fl\u00fcchtlingshilfe, von denen viele in der Stadt Bochum t\u00e4tig sind. Dadurch, dass auch Hauptamtliche in die Untersuchung miteinbezogen wurden, geht das in der Lehrforschung generierte Wissen \u00fcber die Sicht- und Handlungsweisen von Engagierten hinaus. Hauptamtliche k\u00f6nnen einem Einblick in Herausforderungen der Fl\u00fcchtlingshilfe und Spezifika des Engagementfelds aus einer fachlichen \u201eExpertensicht\u201c geben. Au\u00dferdem erlaubt ihr Wissen, einen vertieften Einblick in den Wandel von Organisationsstrukturen zu erlangen. Die qualitativen Interviews waren teilstandardisiert, indem im Rahmen des Forschungsmoduls ein gemeinsamer Leitfaden erstellt wurde, der in den einzelnen Gruppen um themenspezifische Fragen erg\u00e4nzt wurde.<\/p>\n<p>Im Leitfaden gab es je einen Frageblock zur individuellen und organisationalen Ebene, zu Interaktionen mit Beh\u00f6rden und anderen Organisationen sowie zu Verbesserungsvorschl\u00e4gen. Die gemeinsamen Fragestellungen orientierten sich an den oben vorgestellten \u00fcbergreifenden Fragestellungen des Seminars. Originalzitate aus den Interviews werden in den Beitr\u00e4gen vorgestellt, wobei umgangssprachliche Fehler zu Gunsten der besseren Lesbarkeit berichtigt wurden. Alle Interviews wurden pers\u00f6nlich gef\u00fchrt, sie dauerten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Gelegentlich wurden weitere Nachfragen erg\u00e4nzend per Telefon oder E-Mail gestellt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurden in einen quantitativen Fragebogen, der in Anlehnung an den Fragebogen der EFA-Studie erstellt wurde, Angaben zur Soziodemographie, zur zeitlichen und organisationalen Ausgestaltung der T\u00e4tigkeiten sowie zur Bewertung eventueller Kooperationen mit anderen Akteuren erhoben. Im n\u00e4chsten Abschnitt werden daraus ein paar Daten vorgestellt, die auch dazu beitragen, unsere Grundgesamtheit zu veranschaulichen. Die Auswahl der Befragten war dabei nicht zuf\u00e4llig, sondern wurde je nach Themenschwerpunkt auf Basis qualitativer Kriterien vorgenommen. Damit sind diese Daten zwar nicht repr\u00e4sentativ, allerdings haben wir mit insgesamt 70 Befragten aus verschiedenen Fl\u00fcchtlingsengagementbereichen einen recht breiten Einblick in verschiedene T\u00e4tigkeitsfelder- und Organisationsformen in der Rhein-Ruhr Region bekommen. Insgesamt wurden als Teil des Projekts 70 qualitative Interviews durchgef\u00fchrt (48 Ehrenamtliche und 22 Hauptamtliche) und 66 quantitative Frageb\u00f6gen ausgef\u00fcllt (48 Ehrenamtliche und 18 Hauptamtliche).<\/p>\n<p>Die Studierenden haben sich f\u00fcr die Datenerhebung in Gruppen zusammengeschlossen, die jeweils unterschiedliche Facetten der Fl\u00fcchtlingshilfe untersucht und dazu auch den oben vorgestellten Leitfaden um themenspezifische Nachfragen erg\u00e4nzt haben. Der oben dargestellte Forschungsstand wird so um Einblicke in die Besonderheiten verschiedener Engagementbereiche erg\u00e4nzt. Hinzukommen Gastbeitr\u00e4ge von (Gast-)Wissenschaftler_Innen (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=94\">Gastbeitrag zum Teilaspekt Engagement und Lebensverlauf,<\/a> <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=226\">Gastbeitrag Engagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe in Oberhausen<\/a>) und Aktiven.<\/p>\n<p>Im Weiteren geben wir einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die quantitativen Daten, bevor wir Kernergebnisse entlang zentraler Erkenntnisdimensionen zusammenfassen.<\/p>\n<p><strong>Zusammensetzung der ehrenamtlich Engagierten in unserer Erhebung<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn in unserer eigenen Befragung auch die im Feld der Fl\u00fcchtlingshilfe hauptamtlich T\u00e4tigen mit Hilfe des quantitativen Fragebogens befragt wurden, wird im Folgenden nur ein \u00dcberblick \u00fcber die Zusammensetzung der Ehrenamtlichen gegeben. So kann eine Vergleichbarkeit mit anderen Studien, wie dem Freiwilligensurvey, der EFA-Studie (vgl. Karakayali\/Kleist 2015b) und der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015) zum Fl\u00fcchtlingsengagement in M\u00fcnchen, hergestellt werden, die nur f\u00fcr ehrenamtlich Engagierte<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a>, die ihre T\u00e4tigkeiten unentgeltlich durchf\u00fchren, soziodemographische Angaben erhoben haben.<\/p>\n<p><strong>Geschlechterverteilung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auswertung unserer quantitativen Erhebung zeigt, dass 58 % der befragten Engagierten weiblich und 42 % m\u00e4nnlich sind und somit mehr Frauen befragt wurden. Die untenstehende Grafik verdeutlicht, dass sich auch unter den Befragten der EFA-Studie und der Studie von Mutz et al. mehr Frauen befinden. Besonders augenf\u00e4llig ist der hohe Frauenanteil im Fl\u00fcchtlingsengagement im Vergleich zu anderen Engagementbereichen. So engagierten sich \u00fcber alle im Freiwilligensurvey erfassten Engagementbereiche hinweg betrachtet Frauen zu geringeren Anteilen als M\u00e4nner. Auch wenn es in den letzten Jahren zu einer Ann\u00e4herung der Engagementquoten gekommen ist, engagierten sich im Jahr 2014 nur 41,5 % aller befragten Frauen, w\u00e4hrend sich 45,7 % aller befragten M\u00e4nner engagierten (Simonson et al. 2016b: 619; 2016c: 5).<\/p>\n<p><strong>Geschlechterverteilung Ehrenamtlicher in Prozent (%) im Vergleich<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Geschlechterverteilung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-124 size-full\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Geschlechterverteilung.jpg\" width=\"600\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Geschlechterverteilung.jpg 600w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Geschlechterverteilung-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><u>Quelle: Eigene Darstellung<\/u><\/p>\n<p><u>Legende: <\/u><\/p>\n<p>ALLBUS 2014: Variable Report (vgl. GESIS \u2013 Leibniz Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften: 82)<\/p>\n<p>EFA-Studie: Studie zur Ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit in Deutschland (vgl. Karakayali\/Kleist 2015b: 15)<\/p>\n<p>EFM-Studie: Studie zur Ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit in M\u00fcnchen (vgl. Mutz et al. 2015: 12).<\/p>\n<p><strong>Alterszusammensetzung <\/strong><\/p>\n<p>In Bezug auf das Alter der Befragten zeigt sich, dass mit 44 % ein hoher Anteil der Engagierten unserer Studie 20-39 Jahre alt ist. Das Ergebnis l\u00e4sst sich zum einen damit erkl\u00e4ren, dass die Studierenden, die die Daten erhoben haben, oftmals auf pers\u00f6nliche Kontakte, die h\u00e4ufig im eigenen Alter sind, zur\u00fcckgegriffen haben. Zum anderen finden sich jedoch auch unter den Befragten der EFA-Studie ein hoher Anteil an Engagierten im jungen Erwachsenenalter (34,3 % sind zwischen 20 und 30 Jahren alt). In unserer eigenen Studie wie auch in der EFA-Studie (vgl. Karakayali\/Kleist 2015b: 16) sind zudem fast ein Viertel der befragten Engagierten \u00fcber 60 Jahre alt. In der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015: 12) ist die Altersverteilung hingegen relativ gleich verteilt. Die Autoren stellen jedoch heraus, dass insbesondere \u201ePersonen mittleren Alters, also zwischen Ende 20 und Anfang 50\u201c im Fl\u00fcchtlingsengagement in M\u00fcnchen aktiv sind (ebd.). Damit decken sich die M\u00fcnchener Ergebnisse weitgehend mit den Erkenntnissen des Freiwilligensurvey, in dem sich \u00fcber fast alle Altersgruppen hinweg eine \u00e4hnlich hohe Engagementquote zeigt. Zu vergleichsweise geringeren Anteilen engagieren sich Personen, die 65 Jahre und \u00e4lter sind (vgl. Simonson et al. 2016c: 5).<\/p>\n<p><strong>Ehrenamtliche nach Altersklassen in Prozent (%)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Altersgruppen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-123 size-full\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Altersgruppen.jpg\" width=\"600\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Altersgruppen.jpg 600w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Altersgruppen-300x162.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Quelle: eigene Darstellung<\/p>\n<p><strong>Bildungsabschluss und Lebenssituation<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des hohen Anteils an 20-39-J\u00e4hrigen in unserer Studie besitzen 67 % der befragten Personen (bereits) einen akademischen Abschluss. Auch in der Studie von Mutz et al. (vgl. 2015: 13) und in der EFA-Studie (vgl. Karakayali\/Kleist 2015b: 18) findet sich ein hoher Anteil an Befragten mit einer allgemeinen Hochschule bzw. Fachhochschulreife oder einem akademischen Titel. Anders als sich aus der Altersverteilung unserer eigenen Studie vielleicht erwarten lassen w\u00fcrde, ist der Anteil an erwerbst\u00e4tigen Personen unter unseren Ehrenamtlichen mit 44 % jedoch relativ hoch. 21 % der befragten Engagierten sind Sch\u00fclerInnen bzw. StudentInnen und 27 % befinden sich im Ruhestand. Auch hier kommt die EFA-Studie (ebd.: 16f.) zu einem sehr \u00e4hnlichen Ergebnis (22,9 % Studierende, 40 % Erwerbst\u00e4tige, 19,7 % in Rente bzw. Pension). Das zeigt, dass, obwohl unsere Studie nicht auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe beruht, unsere Befragten dennoch \u00fcber sozialstrukturelle Merkmale verf\u00fcgen, die sich auch in anderen Engagementbereichen wiederfinden.<\/p>\n<p><strong>Lebenssituation Ehrenamtlicher in Prozent (%)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lebenssituation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-122 size-full\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lebenssituation.jpg\" width=\"600\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lebenssituation.jpg 600w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lebenssituation-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Quelle: Eigene Darstellung<\/p>\n<p><strong>Politische Selbsteinordnung<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde in unserer quantitativen Erhebung auch nach der politischen Selbsteinordnung der Ehrenamtlichen auf einer Skala von 1 (links) bis 10 (rechts) gefragt. Das Engagierte tendenziell eher links eingestellt sind, ist nicht verwunderlich. Interessant ist jedoch als wie links sich unsere Engagierten verstehen. 70,8 % der Befragten ordnen sich auf der Skala bis zur Zahl 3 ein (vgl. Darstellung unten). In der Allgemeinen Bev\u00f6lkerungsumfrage (ALLBUS) aus dem Jahr 2014 w\u00e4hlten 31,5 % der Befragten die 5 und ordneten sich somit in der politischen Mitte ein (vgl. GESIS \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften: 234).<\/p>\n<p><strong>Politische Selbsteinordnung Ehrenamtlicher<\/strong><\/p>\n<table style=\"height: 767px; width: 617px;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Spektrum<\/span><\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Absolut<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Prozentual (%)<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>1 (Links)<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>5<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>10,4<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>2<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>11<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>22,9<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>3<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>18<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>37,5<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>4<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>9<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>18,8<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>5<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>2<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>4,2<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>6<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>1<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>2,1<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>7<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>8<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>9<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>10 (rechts)<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>0<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Keine Angabe<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>2<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>4,2<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 46px;\">\n<td style=\"width: 188px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Gesamt<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 199px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>48<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 198px; height: 46px;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>100<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quelle: eigene Darstellung<\/p>\n<p><strong>Organisationaler Rahmen des Engagements<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie geben zudem \u00fcber den organisationalen Rahmen des Engagements Aufschluss. Demnach geben 37,5 % der Engagierten an, Verbands-, Vereins-, Organisationsmitglied in der Organisation zu sein, f\u00fcr die sie ehrenamtlich t\u00e4tig sind. Die h\u00e4ufigsten Organisationsformen, in denen sich unsere befragten Ehrenamtlichen engagieren, ist den Angaben zufolge (es waren Mehrfachantworten m\u00f6glich) der Verein (41,7 %), eine Initiative oder ein Projekt (39,6 %) sowie eine selbstorganisierte Gruppe (29,2 %). 10,4 % der Befragten engagieren sich alleine, ohne eine Gruppe. Niemand der Befragten engagiert sich \u00fcber eine Stiftung, Gewerkschaft oder Partei.<\/p>\n<p><strong>Verschiebungen in der Engagementtektonik \u2013 Fl\u00fcchtlingsengagment als neuer Querschnittsbereich <\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus fragten wir in unserer quantitativen Studie danach, wann die Befragten mit ihrem Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe begonnen haben. Nur 4,2 % der Befragten gaben an, sich seit den 1980er und 1990er Jahren im Fl\u00fcchtlingsbereich zu engagieren. 25,2 % der Befragten begann sich zwischen 2000 und 2013 zu engagieren. Ein Gro\u00dfteil unserer Befragten gab jedoch an, im Jahr 2014 (16,7 % aller Befragten), 2015 (31,3 % aller Befragten) oder im zur Zeit der Befragung noch laufenden Jahr 2016 (20,8 %) mit dem Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge begonnen zu haben. 77,1 % der befragten Engagierten haben sich bereits vor dem Beginn ihres Fl\u00fcchtlingsengagements in anderen Bereichen engagiert. Das k\u00f6nnte auf eine generelle Verschiebung von \u201ealten\u201c zu \u201eneuen\u201c Engagementbereichen hinweisen. Die qualitativen Interviews verweisen jedoch darauf, dass es weniger zu einer Verschiebung der Engagementt\u00e4tigkeiten kommt, als zu einer Ausweitung des Engagementverst\u00e4ndnisses und die Anwendung bestehender Erfahrungen auf neue Personengruppen. Dabei werden zunehmend auch mehrere T\u00e4tigkeiten gleichzeitig von Engagierten durchgef\u00fchrt, was wir als Ausdifferenzierung des Engagements bezeichnen.<\/p>\n<p><strong>Ausdifferenzierung des Engagements<\/strong><\/p>\n<p>Die Ehrenamtlichen geben viele verschiedene T\u00e4tigkeitsfelder an, in denen sie sich engagieren. Am h\u00e4ufigsten genannt wurden die Bereiche Beratung\/Betreuung (58,3 %), gesellschaftliche Teilhabe (52,1 %), Aktionen (43,8 %), Terminbegleitungen und Versorgungen (43,8 %) sowie \u00dcbersetzung\/Dolmetscher (37,5 %). Dar\u00fcber hinaus geben die Engagierten mit der Netzwerk- (35, 4 %) und der \u00d6ffentlichkeitsarbeit (29,2 %) zudem auch T\u00e4tigkeitsfelder an, die sich auf die organisatorische bzw. politische Ausgestaltung des Engagements und nicht auf direkte Hilfeleistungen beziehen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Forschung zu b\u00fcrgerschaftlichem Engagement im Allgemeinen l\u00e4sst sich somit zun\u00e4chst einmal festhalten, dass die bisherige Unterteilung nach Engagementbereichen wie sie im Freiwilligensurvey vorgenommen wird, unzureichend ist, um die Engagementbereiche im Fl\u00fcchtlingsengagement abzudecken. Dies wird in den einzelnen Beitr\u00e4gen vertieft. Es wird gezeigt, dass Rolle und Funktion von Engagement in den einzelnen Teilbereichen durchaus unterschiedlich ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Im Folgenden gehen wir jedoch nicht auf einzelne Engagementbereiche ein, sondern vielmehr auf allgemeine Erkenntnisse des Projekts. Hierbei fokussieren wir uns auf Aspekte, die sich auf den gesellschaftspolitischen, gestalterischen Anspruch des Engagements beziehen. Denn daran wird deutlich, dass es nicht nur um Hilfe und Integration von Gefl\u00fcchteten geht, sondern vielmehr auch immer um Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe, demokratische Partizipation und Inklusion \u2013 Aspekte, die zwischen Gefl\u00fcchteten, Engagierten und Beh\u00f6rden vor Ort h\u00e4ufig an Einzelf\u00e4llen immer wieder neu verhandelt werden.<\/p>\n<p><strong>Zentrale Ergebnisse der qualitativen Interviews<\/strong><\/p>\n<p><strong>Motive Engagement pro Gefl\u00fcchteter und gegen Rechts<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage nach Motiven und Beweggr\u00fcnden ist eine zentrale Frage in allen Studien zu b\u00fcrgerschaftlichen Engagement. Dies ist kaum verwunderlich, denn die Erkenntnisse treffen auch auf politisches Interesse. Denn versteht man die Motive, so kann man Anreize schaffen, die zu einer St\u00e4rkung des Engagements f\u00fchren und somit die sog. Engagementquote erh\u00f6hen. Die aktuelle Allensbachstudie zum b\u00fcrgerschaftlichen Engagement argumentiert: \u201edaraus resultierende Folgerung[en] ha[ben] betr\u00e4chtliche Auswirkungen f\u00fcr die Erschlie\u00dfung von Potentialen f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement.\u201c (Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach 2013: 10) Soziologisch interessanter ist jedoch die Tatsache, dass die Analyse von Motiven auch Aufschluss \u00fcber die normative Bindewirkung und Inklusionskraft der Zivilgesellschaft in einem Land und einer Region erm\u00f6glicht: Orientieren sich Handlungsmotive eher am Allgemeinwohl, an globalen humanit\u00e4ren Prinzipien, oder eher an \u00f6konomischen Kosten-Nutzen-Kalk\u00fclen? Das sind zentrale Fragen der Soziologie im Allgemeinen. B\u00fcrgerschaftliches Engagement gilt per se zun\u00e4chst einmal als gemeinwohlorientiert. So soll Fl\u00fcchtlingsengagement z.B. die \u201eWillkommenskultur\u201c in Deutschland reflektieren.\u00a0 In den Motiven spiegeln sich jedoch auch gesellschaftliche Problemlagen wider, die gel\u00f6st werden m\u00fcssen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu st\u00e4rken oder zu bewahren. Dabei zeigt sich, dass Engagement als Ausdruck einer spontanen Willkommenskultur, viel weitreichenderen Reflexionen gewichen ist.<\/p>\n<p>Unsere Befragten verwiesen dabei zun\u00e4chst auch auf Aspekte, die bereits von anderen Studien betont wurden. So unterscheiden Mutz et al. z.B. zwischen f\u00fcnf Motivtypen: \u201ePersonen folgen einem \u201ehumanistischen Lebensprinzip\u201c, einer \u201ereligi\u00f6sen Grundhaltung\u201c, sie haben \u201ep\u00e4dagogische Beweggr\u00fcnde\u201c, sie reizt die \u201einterkulturelle Geselligkeit\u201c oder es gilt schlicht: \u201eEs tut mir gut\u201c (Mutz et al. 2015: 24.). Dabei betonten sie, dass die Motive nicht trennscharf sind und h\u00e4ufig miteinander in Verbindung stehen. Das kann unsere Studie ebenfalls best\u00e4tigen. Dar\u00fcber hinaus ist uns ein weiterer wichtiger Beweggrund aufgefallen, der in allen Bereiche eine wichtige Rolle spielt: die Abwehr rechtsextremistischer Ph\u00e4nomene. Engagement wird in der Literatur durch die Betonung von Zusammenhalt, Solidarit\u00e4t und gegenseitige Akzeptanz als \u201eHeilmittel gegen Radikalisierungstendenzen\u201c angesehen (vgl. Alscher et al. 2009: 16\u201318). Das Engagierte das auch als zentrales Handlungsmotive aufgreifen zeigt vor allem eines: Es geht nicht einfach nur um \u201eden Anderen\u201c, um gefl\u00fcchtete Personen als Neuangekommene, denen es zu helfen gilt. Vielmehr geht es immer auch um die Mitgestaltung der Gesellschaft und des unmittelbaren Umfeldes. Mit anderen Worten: ein Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge ist immer auch ein Engagement gegen Rechts.<\/p>\n<p>Damit einher geht auch der Befund, dass sich auch genuin soziales Engagement politisch definiert und die klassische Unterteilung zwischen politischem und sozialem Engagement <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=114\">(vgl. Die politische Dimension des Engagements<\/a>), zuk\u00fcnftig st\u00e4rker hinterfragt werden sollte. Diese politisch gestalterische Kraft des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements findet dabei nicht nur in den Bereichen der Migrations- und Fl\u00fcchtlingspolitik statt. Vielmehr erstreckt sie sich auf verschiedene Politikfelder einschlie\u00dflich der Kultur-, Bildungs-, Au\u00dfen-, Gesundheits- oder Gleichstellungspolitik.<\/p>\n<p><strong>Neuverhandlung der Beziehung zwischen Staat und Zivilgesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingsengagement soll die \u00dcberlastung des Verwaltungsapparats kompensieren bzw. dort einspringen, wo der Staat seinen Aufgaben nicht (mehr) gerecht wird (vgl. bspw. Klie 2016). Dies ist jedoch eine recht einseitige Sichtweise, die das Nebeneinander von Handlungen staatlicher Beh\u00f6rden und freiwilliger Aktivit\u00e4ten suggeriert. Dies ist jedoch mit Nichten der Fall. Vielmehr habe sich die Interaktionsbeziehungen mit Staat und Verwaltung erheblich verdichtet und ausgeweitet, wie bereits in verschiedenen Studien aufgezeigt wird (vgl. Speth und Becker 2016). Verdichtet, da Engagierte zentrale Mediatoren zwischen Gefl\u00fcchteten und Beh\u00f6rden sind, indem sie Gefl\u00fcchtete auf allen Ebenen mit ihrem Kontakt zu Beh\u00f6rden beistehen. Ausgeweitet, da diese der Kontakt mit Beh\u00f6rden nicht nur das Ausf\u00fcllen von Asylantr\u00e4gen oder juristische Klagen umfassen, sondern sich, wie bereits erw\u00e4hnt auf weitere gesellschaftliche Teilbereiche erstreckt. Die in den Interviews immer wieder aufgekommene Kritik der Engagierten an der Verwaltung ist dabei recht umfassend. Sie bezieht sich z.B. auf Verz\u00f6gerungen im Verwaltungsablauf, und fehlende Beratungsangebote, oder lange Wartezeiten auf einen Sprachkurs, die eine gesamtgesellschaftliche Integration behindern. Es werden aber auch viel grundlegendere Kritikpunkte angebracht, die u.a. auf die notwenige, bisher jedoch kaum vorhandene Gestaltungsmacht der Politik im Abbau von Ungleichheiten und Diskriminierung verlangt. So weisen verschiedene Beitr\u00e4ge auf die sozialstrukturellen Benachteiligungen von gefl\u00fcchteten Personen hin, die bisher unzul\u00e4nglich ber\u00fccksichtigt werden. Das k\u00f6nnen zum einen geschlechtsspezifische Hindernisse beim Zugang zum Arbeitsmarkt (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=107\">Den Arbeitsmarktzugang f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen erm\u00f6glichen!<\/a>) oder die besondere Schutzbed\u00fcrftigkeit von LSBTI-Personen (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=83\">LSBTI-Gefl\u00fcchtete in Deutschland<\/a>) sein. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen bei der Versorgung und Integration von Schutzbed\u00fcrftigen auch emotionale Bed\u00fcrfnisse und Traumata ber\u00fccksichtigt werden (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=102\">Psychologische Betreuung Gefl\u00fcchteter<\/a>). Dabei geht es nicht nur um konkrete Inhalte, sondern auch um Verfahren der Beh\u00f6rden im Umgang mit den \u201eneuen\u201c Engagierten, die verbessert werden m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlt, dass sich Engagierte neue Koordinationsmechanismen, wie beispielsweise eine organisierte Vernetzungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit von Seiten der Stadt w\u00fcnschen (<a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=98\">Engagement f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Bochum \u2013 Mehr als die Summe seiner Teile? Eine Netzwerkperspektive<\/a>). Auch die quantitativen Ergebnisse spiegeln eine hohe Unzufriedenheit im Umgang mit Beh\u00f6rden wieder. So bewerten 20,8 % der Befragten die Kooperation mit der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde mit der Note 4 und 18,7 % aller Befragten die Kooperation mit dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) mit der Note 4 (8,3 %) oder der Note 5 (10,4 %). Begriffe wie \u201eKooperation\u201c und \u201eKoordination\u201c verdecken jedoch dabei, dass Engagierte nicht einfach nur vernetzt und koordiniert werden wollen, sondern das es ihnen h\u00e4ufig viel grundlegender um M\u00f6glichkeiten politischer Beteiligung und Mitsprache geht.<\/p>\n<p>Insgesamt l\u00e4sst sich festhalten, das Engagierte zentrale Mediatoren sind, die Gefl\u00fcchteten den Zugang zu Wohnraum, Bildungseinrichtungen, Sprachkursen, medizinische Versorgung und in den Arbeitsmarkt erm\u00f6glichen. Ohne die Unterst\u00fctzung der Engagierten h\u00e4tten viele Gefl\u00fcchtete wesentlich geringere M\u00f6glichkeiten zur Teilhabe an relevanten gesellschaftlichen Bereichen. Sie bleiben Ausgeschlossene und Au\u00dfenseiter. Umgekehrt bedeutet dies jedoch auch, das Regeln und Verfahren, die eigentlich den Zugang regulieren (z.B. Schulabschluss oder Qualifikationsprofil) insofern unterlaufen werden, als dass sie unterschiedlich angewandt werden. Dies ist jedoch kein Ausdruck von willk\u00fcrlichem Verwaltungshandeln, wie manches Mal suggeriert wird, sondern h\u00e4ufig Resultat effektiver Einflussstrategien sehr engagierter Personen.<\/p>\n<h3>Sabrina Zajak und Ines Gottschalk<\/h3>\n<h3><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h3>\n<p>Alscher, Mareike, Dathe, Dietmar, Priller, Eckhard und Speth, Rudolf (2009): <em>Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements in Deutschland<\/em>. Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung (WZB). Berlin.<\/p>\n<p>Aum\u00fcller, Jutta, Daphi, Priska und Biesenkamp, Celine (2015): Handlungsperspektiven in der kommunalen Fl\u00fcchtlingspolitik. In: Jutta Aum\u00fcller, Priska Daphi und Celine Biesenkamp (Hrsg.): <em>Die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen in den Bundesl\u00e4ndern und Kommunen &#8211; Beh\u00f6rdliche Praxis und zivilgesellschaftliches Engagement<\/em>. Stuttgart: Robert-Bosch-Stiftung, S. 161\u2013169.<\/p>\n<p>Biesenkamp, Celine und Daphi, Priska (2015): Teil 2: Reaktionen der lokalen Bev\u00f6lkerung. In: Jutta Aum\u00fcller, Priska Daphi und Celine Biesenkamp (Hrsg.): <em>Die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen in den Bundesl\u00e4ndern und Kommunen &#8211; Beh\u00f6rdliche Praxis und zivilgesellschaftliches Engagement<\/em>. Stuttgart: Robert-Bosch-Stiftung, S. 121\u2013160.<\/p>\n<p>Bogumil, J\u00f6rg, Hafner, Jonas und Kuhlmann, Sabine (o.J.): Verwaltungshandeln in der Fl\u00fcchtlingskrise &#8211; Vollzugsdefizite und Koordinationschaos bei der Erstaufnahme und der Asylantragsbearbeitung.<\/p>\n<p>Burawoy, Michael (2005): For Public Sociology. In: <em>American Sociological Review<\/em> 70 (1): 4-28.<\/p>\n<p>Burawoy, Michael (2015): <em>Public Sociology. <\/em><em>\u00d6ffentliche Soziologie gegen Marktfundamentalismus und globale Ungleichheit<\/em>. Hrsg. v. Brigitte Aulenbacher. Weinheim u.a.: Beltz Juventa (Arbeitsgesellschaft im Wandel).<\/p>\n<p>Daphi, Priska (2016): Zivilgesellschaftliches Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und lokale &#8222;Willkommenskultur&#8220;. In: <em>Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) <\/em>(14-15). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/223923\/engagement-fuer-fluechtlinge?p=all, zuletzt gepr\u00fcft am 10.10.2016.<\/p>\n<p>Fleischmann, Larissa (2016): <em>Vom Fl\u00fcchtling zum\u00a0Mitb\u00fcrger: Welchen Beitrag kann die Zivilgesellschaft in Zukunft leisten?<\/em> Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung (Kurzdossiers; Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.bpb.de\/gesellschaft\/migration\/kurzdossiers\/228570\/zivilgesellschaft-uind-integration, zuletzt gepr\u00fcft am 10.10.2016.<\/p>\n<p>Gatrell, Peter (2015): <em>The making of the modern refugee.<\/em> First published in paperback. Oxford, New York, NY: Oxford University Press.<\/p>\n<p>GESIS -Leibniz Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften: <em>ALLBUS 2014 \u2013 Variable Report<\/em>. Studien-Nr. 5240. Datensatz in Version 2.1.0. doi: 10.4232\/1.12288<\/p>\n<p>Hamann, Ulrike (o.J.): <em>Handlungsmodi unterschiedlicher Kommunen im Feld der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten<\/em>. Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung.<\/p>\n<p>Hamann, Ulrike, Karakayali, Serhat, Wallis, Mira und H\u00f6fler, Leif Jannis (2016): <em>Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Fl\u00fcchtlingshilfe in den Kommunen. Qualitative Studie des Berliner Instituts f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung<\/em>. 1. Aufl. Hg. v. Bertelsmann Stiftung. G\u00fctersloh.<\/p>\n<p>Han-Broich, Misun (2015): Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe. In: <em>Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) <\/em>65 (14-15), S. 43\u201349.<\/p>\n<p>Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach (Hrsg.) (2013): <em>Motive des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements. Ergebnisse einer bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativen Befragung.<\/em> Untersuchung im\u00a0Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Familie,\u00a0Senioren, Frauen und Jugend. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.ifd-allensbach.de\/uploads\/tx_studies\/Engagement_Motive_Bericht.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 23.01.2017.<\/p>\n<p>Karakayali, Serhat und Kleist, Olaf (2015a): <em>Ein\u00a0Europa der Fl\u00fcchtlingshilfe? Fl\u00fcchtlingspolitik der Ehrenamtlichen<\/em>. Hg. v. Netzwerk Fl\u00fcchtlingsforschung (Fl\u00fcchtlingsforschungsblog). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/fluechtlingsforschung.net\/ein-europa-der-fluchtlingshilfe-fluchtlingspolitik-der-ehrenamtlichen\/, zuletzt gepr\u00fcft am 23.01.2017.<\/p>\n<p>Karakayali, Serhat und Kleist, Olaf (2015b): <em>EFA-Studie. Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland<\/em>. 1. Forschungsbericht Ergebnisse einer explorativen Umfrage von November\/Dezember 2014. Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.<\/p>\n<p>Kielon, Kristin (2016): <em>Ist der Begriff \u201eFl\u00fcchtling&#8220; politisch korrekt?<\/em> Hg. v. MRD. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/politik\/inland\/begriff-fluechtlinge-100.html, zuletzt gepr\u00fcft am 15.01.2017.<\/p>\n<p>Klie, Anna Wiebke (2016): <em>Facettenreich: Zur Rolle zivilgesellschaftlichen Engagements in der Migrationsgesellschaft.<\/em> Hg. v. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung (Kurzdossiers Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen). Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.bpb.de\/gesellschaft\/migration\/kurzdossiers\/227526\/engagement-in-der-migrationsgesellschaft?p=all, zuletzt gepr\u00fcft am 23.01.2017.<\/p>\n<p>Mutz, Gerd, Costa-Schott, Ros\u00e1rio, Hammer, Ines, Layritz, Georgina, Lexhaller, Claudia, und Mayer, Michaela et al. (2015): <em>Engagement f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in M\u00fcnchen. Ergebnisse eines Forschungsprojekts an der Hochschule M\u00fcnchen in Kooperation mit dem M\u00fcnchner Forschungsinstitut miss. M\u00fcnchen<\/em>.<\/p>\n<p>Netzwerk Fl\u00fcchtlingsforschung (Hrsg.): <em>Netzwerk Fl\u00fcchtlingsforschung. AK Soziale Bewegungen und politischer Protest<\/em>. KoordinatorInnen: Larissa Fleischmann, Tobias Neef, Elias Steinhilper. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/fluechtlingsforschung.net\/ak\/soziale-bewegungen\/, zuletzt gepr\u00fcft am 10.10.2016.<\/p>\n<p>Simonson, Julia, Hameister, Nicole und Vogel, Claudia (2016a): <em>Deutscher Freiwilligensurvey 2014. Kapitel \u201eDaten und Methoden des Deutschen Freiwilligensurvey 2014<\/em>&#8222;. Hg. v. Deutsches Zentrum f\u00fcr Altersfragen. Berlin. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.dza.de\/fileadmin\/dza\/pdf\/fdz\/FWS2014_Methodenkapitel.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 16.01.2017.<\/p>\n<p>Simonson, Julia, Vogel, Claudia und Tesch-R\u00f6mer, Clemens (2016b): <em>Freiwilliges Engagement in Deutschland. Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014<\/em>. Hg. v. Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.rudern.de\/sites\/default\/files\/downloads\/deutscher-freiwilligensurvey-2014.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 16.01.2017.<\/p>\n<p>Simonson, Julia, Vogel, Claudia und Tesch-R\u00f6mer, Clemens (2016c): <em>Freiwilliges Engagement in Deutschland. Zentrale Ergebnisse des Deutschen Freiwilligensurveys 2014<\/em>. Hg. v. Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/93914\/e8140b960f8030f3ca77e8bbb4cee97e\/freiwilligensurvey-2014-kurzfassung-data.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 16.01.2017.<\/p>\n<p>Speth, Rudolf und Becker, Elke (2016): <em>Zivilgesellschaftliche Akteure und die Betreuung gefl\u00fcchteter Menschen in deutschen Kommunen<\/em>. Maecenata Institut. Berlin (Opusculum, 92).<\/p>\n<p>The UN Refugee Agency (UNHR) (Hrsg.): <em>Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention. Fragen &amp; Antworten: Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention<\/em>. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.unhcr.de\/questions-und-answers\/genfer-fluechtlingskonvention.html, zuletzt gepr\u00fcft am 15.01.2017.<\/p>\n<p>Unzicker, Kai und Hessler, Gudrun (2012): <em>\u00d6ffentliche Sozialforschung und Verantwortung f\u00fcr die Praxis. Zum Verh\u00e4ltnis von Sozialforschung, Praxis und \u00d6ffentlichkeit<\/em>. Wiesbaden: Springer VS.<\/p>\n<p>Vey, Judith und Sauer, Madeleine (2016): <em>Ehrenamtliche Fl\u00fcchtlingsarbeit in Brandenburg<\/em>. Aktionsb\u00fcndnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit; Institut f\u00fcr Protest- und Bewegungsforschung. Potsdam.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> F\u00fcr die Kriterien zur Definition der Freiwilligkeit des Freiwilligensurveys vgl. Simonson et al. 2016a: 71\u201373.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> In Anlehnung an die Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention, in der der Begriff \u201aFl\u00fcchtling\u2018 mit einem bestimmten rechtlichen Status verbunden ist (vgl. The UN Refugee Agency (UNHR)), verwenden wir den Begriff Fl\u00fcchtling trotz einiger Debatten um eine m\u00f6gliche negative Konnotation des Begriffs \u201aFl\u00fcchtlings\u2018 (vgl. bspw. Kielon 2016) Dabei verwenden teilen wir wie in anderen Beitr\u00e4gen der Engagementforschung (vgl. bspw. Karakayali\/Kleist 2015b: 4) ein breiteres Verst\u00e4ndnis von \u201aFl\u00fcchtling\u2018 . Auch im Rahmen dieses Blogs verstehen wir unter \u201aFl\u00fcchtlingen\u2018 nicht nur Personen, die sich legal im Land aufhalten, sondern auch gefl\u00fcchtete Personen, die einen anderen oder (bisher noch) keinen Schutzstatus erhalten haben. Die Begrifflichkeiten \u201eGefl\u00fcchtete\u201c und \u201egefl\u00fcchtete Menschen\/Personen\u201c werden synonym gebraucht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a>\u00a0Seit 1999 wird im f\u00fcnfj\u00e4hrlichen Abstand im Deutschen Freiwilligensurvey (FWS) eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des freiwilligen Engagements in Deutschland vorgenommen (Simonson et al.: 15).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung und \u00dcberblick zur Vorgehensweise, zentralen Erkenntnissen und studentischen Beitr\u00e4ge einer Lehrforschung zum Fl\u00fcchtlingsengagement B\u00fcrgerschaftliches Engagement z\u00e4hlt als grundlegend f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung gesellschaftlicher Herausforderungen und als Motor f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt. So ist es kaum verwunderlich, dass dem Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. Aum\u00fcller et al. 2015; Biesenkamp und Daphi 2015; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[24,26,25,33,31,27,37,23,34,38,35,39,32,36,30,40],"class_list":["post-119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-arbeitsmarkt","tag-ausdifferenzierung-des-engagements","tag-beratung","tag-botschafter","tag-diskriminierung","tag-gesellschaftlicher-wandel","tag-initiativeprojekt","tag-kulturelle-bildung","tag-motive","tag-selbstorganisierte-gruppe","tag-social-media","tag-spontanes-engagement","tag-teilhabe","tag-verein","tag-vernetzung","tag-willkommenskultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=119"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":288,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions\/288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}