{"id":114,"date":"2017-01-27T07:31:18","date_gmt":"2017-01-27T06:31:18","guid":{"rendered":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=114"},"modified":"2017-02-27T16:21:03","modified_gmt":"2017-02-27T15:21:03","slug":"blogeintrag-zum-thema-politische-partizipation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=114","title":{"rendered":"Die politische Dimension des Engagements"},"content":{"rendered":"<p>Der Ausgangspunkt unseres Interesses am Thema \u201eEngagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe\u201c lag urspr\u00fcnglich darin, Menschen zu untersuchen, die sich f\u00fcr die politische Partizipation von Gefl\u00fcchteten engagieren. Als wir begonnen haben unser Datenmaterial in Form von sechs qualitativen Interviews mit Engagierten der Ruhrregion auf dieser Grundlage auszuwerten, ver\u00e4nderte sich jedoch unser Forschungsinteresse.<\/p>\n<p>Wir mussten feststellen, dass sich nicht nur die Definition von dem was \u201eEngagement im Bereich politische Partizipation von Gefl\u00fcchteten\u201c war zwischen den Befragten stark unterschied, sondern auch die eindeutige Verortung der Engagierten in diesem Bereich schwierig war. So kamen wir zu dem unerwarteten Schluss, nicht das Engagement f\u00fcr die politische Beteiligung (von Gefl\u00fcchteten) zu untersuchen, sondern das Engagement der Freiwilligen, als Form der individuellen politischen Beteiligung, beziehungsweise Partizipation (die Begriffe \u201ePartizipation\u201c und \u201eBeteiligung\u201c werden im Folgenden Synonym verwendet). Unser Forschungsinteresse bezieht sich also auf die politische Dimension des zivilgesellschaftlichen Engagements. Folgende Abschnitte sollen den &#8211; unseren Kriterien zufolge &#8211; politischen Charakter des Engagements skizzieren.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Politische Partizipation \u2013 ein breites Spektrum an Beteiligungsformen<\/strong><\/p>\n<p>Ein Blick auf die Forschung in diesem Bereich dient als Referenz: Der Politikwissenschaftler Max Kaase beschreibt mit dem Begriff \u201epolitische Beteiligung\u201c freiwillige Aktivit\u00e4ten mit denen B\u00fcrger versuchen auf verschiedenen Handlungsebenen Personal- oder Sachentscheidungen des politischen Systems zu beeinflussen oder direkt an ihnen mitzuwirken; nicht als Inhaber politischer, administrativer Positionen, sondern als Zivilpersonen (vgl Kaase 1997: S. 167). Es stellte sich heraus, dass einige unserer Befragten, sowie auch Befragte anderer Gruppen dieses Forschungsprojekts, ihre Arbeit mit Gefl\u00fcchteten als eine Form der politischen Beteiligung sehen (Bauer, Interviews 1-3, August\/September 2016 und Gulenc, Interviews 1-3, August\/September 2016). Diese Beteiligung findet in verschiedenen Formen Ausdruck: Sie organisieren Proteste, sprechen mit den \u00f6rtlichen Politikern, begleiteten Gefl\u00fcchtete bei Streikaktionen, setzten sich in Blogs und in politischen Gremien mit den Rechten der Gefl\u00fcchteten auseinander und vieles mehr. Ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber das Interviewmaterial hilft die Ergebnisse einzuordnen:<\/p>\n<p><strong>Wer wurde interviewt?<\/strong><\/p>\n<p>Betrachtet man das Engagement in der Ruhr-Region so wird sichtbar, dass viele Organisationen, die sich politisch mit dem Thema Flucht und Asyl auseinandersetzen, nebeneinander bestehen. F\u00fcr Bochum l\u00e4sst sich eine lose verkn\u00fcpfte Struktur von Organisationen, Vereinen und Einzelpersonen beobachten, wobei eine Unterscheidung zwischen politischem und sozialem Engagement sich anhand von Organisationsformen kaum ablesen l\u00e4sst. Gr\u00f6\u00dftenteils haben die Engagierten politische Themen in den letzten Jahren in schon etablierte Organisationsstrukturen integriert (f\u00fcr einen \u00dcberblick zu den Akteuren in Bochum vgl. <a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=98\">Beitrag zur Netzwerkperspektive<\/a>).<\/p>\n<p>Insgesamt setzt sich unsere Stichprobe wie folgt zusammen:<\/p>\n<p>Ein Befragter engagiert sich in der stadtpolitischen Gruppierung \u201eRecht auf Stadt-Ruhr\u201c. Dort war er schon seit einigen Jahren engagiert, bevor die Gruppe vor wenigen Jahren den Mangel an Wohnraum f\u00fcr gefl\u00fcchtete Mitb\u00fcrger thematisch aufgriff. Eine ihrer gr\u00f6\u00dften Projekte war in den letzten Jahren die Durchf\u00fchrung eines Rundgangs durch die Stadt Bochum, der an Orte f\u00fchrte, die dieses Thema betreffen und Aufmerksamkeit f\u00fcr die Notlagen der Gefl\u00fcchteten erzeugen sollte. Ein weiterer Interviewter ist Mitglied der Organisation \u201eTreffpunkt Asyl\u201c und besch\u00e4ftigte sich ebenso schon vor dem Ansteigen der Zuwanderungszahlen mit dieser Thematik. Der Fokus seines Engagements liegt, \u00e4hnlich wie beim ersten Interviewten, auf der Lobbyarbeit zum Thema Flucht und Asyl. Die dritte Befragte ist in einer Organisation einer Ruhrgebietsstadt aktiv, die sich schon 2003 gegr\u00fcndet hat. Sie unterst\u00fctzt selbstorganisierte Proteste von Gefl\u00fcchteten und bemerkte eine starke Ver\u00e4nderung ihrer politischen Einstellung hin zu politisch linkeren Positionen. Auch in dieser politischen Verortung \u00e4hnelten sich die ersten drei Befragten. Die vierte Befragte engagierte sich bei der Caritas, wor\u00fcber sie eine Familie betreut und bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen als Dolmetscherin unterst\u00fctzt. In der Zusammenenarbeit mit der Caritas kooperiert die Engagierte auch mit der Bezirksregierung, um verlorene Familiemitglieder von Gefl\u00fcchteten zu finden. Eine weitere Engagierte organisiert unter anderem ein Stra\u00dfenfest in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum \u201cAlsenwohnzimmer\u201d in Bochum mit, wo regelm\u00e4\u00dfig ein Begegnungscaf\u00e9 f\u00fcr Gefl\u00fcchtete stattfindet. Sie hilft Betroffenen zudem bei der Wohnungs-, Ausbildungs- und Jobsuche, sowie in finanzieller Not. Zuletzt wurde ein Engagierter befragt, der sich zum einen im oben erw\u00e4hnten Kulturzentrum f\u00fcr Gefl\u00fcchtete sozial engagiert und sich kritisch mit politischen Rahmenbedingungen von Flucht und Asyl besch\u00e4ftigt und zum anderen auch ehrenamtlich im Fl\u00fcchtlingsrat NRW t\u00e4tig ist und Austauschstreffen zwischen verschiedenen Gruppen moderiert.<\/p>\n<p><strong>Politisches Engagement in der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten \u2013 ein breites, unbekanntes Feld<\/strong><\/p>\n<p>Diese T\u00e4tigkeitschilderungen weisen auf eine politische Dimension der Gefl\u00fcchtetenhilfe hin, da sie zum Beispiel \u00fcber die Lobbyarbeit in Fl\u00fcchtlingsrat oder den Austausch mit der Bezirksregierung, sowie einzelnen st\u00e4dtischen Vertretern versuchen Einfluss auf Personal- und Sachentscheidungen auf kommunalpolitischer Ebene aus\u00fcben. Sie arbeiten nicht rein um das Wohl einzelner Gefl\u00fcchteter zu verbessern, sondern streben nach einer Ver\u00e4nderung der Strukturen durch ihr ehrenamtliches Handeln. Diese Perspektive auf das Engagement macht eine Abgrenzung und Differenzierung zu anderen, in diesem Blog vorgestellten Engagementformen hinsichtlich der Motive, Erfahrungen, politischen Einstellungen und Wirkungen, sowie einen Vergleich mit sozialem Engagement m\u00f6glich. Diese Erkenntnis wirft spannende Fragen auf: Abschnitt\u00a0 eins geht darauf ein, inwiefern<u><a href=\"#Sp\"> soziales Engagement und politische Partizipation in Zusammenhang stehen<\/a>?<\/u> Diese Fragestellung wird auf Grund der Fokussierung in der Befragung auf die Ruhrregion in Bezug auf den lokalen Kontext des Engagements betrachtet.\u00a0Da Ursachen, Folgen und individuelle Verl\u00e4ufe von Flucht und Asyl aber weit \u00fcber nationale Grenzen hinausgehen, stellt sich in <a href=\"#Teil 2\">Artikel zwei<\/a> ebenso die Frage: F\u00fchlen sich Engagierte in der lokalen Arbeit mit Gefl\u00fcchteten einer globalen Bewegung zugeh\u00f6rig?\u00a0Dar\u00fcber hinaus bearbeitet Artikel zwei, inwiefern engagierte Menschen globale politische Herausforderungen wahrnehmen und benennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-116\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-300x203.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-300x203.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1-624x421.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"Sp\"><\/a>Ist das Soziale politisch? \u2013 \u00dcber den Zusammenhang von sozialem und politischem Engagement<\/strong><\/p>\n<p><strong>1) Streben nach gesellschaftspolitischem Einfluss durch Engagement<\/strong><\/p>\n<p>Schon Serhat Karakayali und Olaf Kleist bemerkten in ihrer Studie \u201ezu Strukturen und Motive[n] der ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland\u201c: \u201eDie meisten von ihnen [den Engagierten] betrachten ihr Engagement \u00fcber den humanit\u00e4ren Aspekt hinaus als etwas Gesellschaftspolitisches. (\u2026) Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Befragten m\u00f6chte mit ihrem Engagement nicht nur die humanit\u00e4re Situation der Fl\u00fcchtlinge [sic] verbessern, sondern \u201eGesellschaft gestalten\u201c.\u201c (Karakayali; Kleist (2015): S. 5f.). Es zeigt sich demnach schon an den Motiven vieler Engagierter: Engagement ist h\u00e4ufig sowohl sozial und politisch <u>motiviert<\/u>.\u00a0 Doch wie steht es, unabh\u00e4ngig von der Motivation der Engagierten, um das Engagement selbst? K\u00f6nnen die tats\u00e4chlichen Handlungen der Engagierten ihren Anspr\u00fcchen gerecht werden und Einfluss auf politische Personal- und Sachentscheidungen (vgl. Kaase 1997) nehmen, also politische Teilhabe darstellen? Ist jedes soziale also gleichzeitig ein politisches Engagement und, wenn nicht, ist es m\u00f6glich das tats\u00e4chliche Handeln der Engagierten in soziales und politisches Handeln zu zerlegen? Wenn ja, wie ist die Beziehung dieser beiden Formen von Engagement in der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten zueinander? Dieser Artikel m\u00f6chte die sozialwissenschaftliche Debatte zu Engagement als politischen Beteiligung (vgl. Evers 2014) um den Blickwinkel des Engagements in der Gefl\u00fcchtetenarbeit in Nordrhein-Westfalen und speziell der Ruhrregion erweitern. Dar\u00fcber hinaus soll der Beitrag Engagierten dazu dienen, die Wirkung ihres Engagements zu hinterfragen: Ist mit meinem Engagement eine politische Einflussnahme m\u00f6glich? Warum ist ein politischer Wandel mit meinem Engagement \u00fcberhaupt (nicht) erzielbar? Welches Engagement dient folglich dazu die Politik zu erreichen?\u00a0 Kurz gesagt fragt dieser Artikel: Ist das Soziale gleich politisch?<\/p>\n<p><strong>2) Bisherige Erw\u00e4hnung in der Forschung <\/strong><\/p>\n<p>Geographisch konzentriert sich die Befragung auf das Ruhrgebiet als Untersuchungsgebiet. Dies deckt sich nach den Aussagen der Befragten auch mit deren Handlungsspielraum. Viele nennen ihr Quartier, ihren Wohnort oder die Ruhrregion als Ort ihres Wirkens. Auch der Sozialwissenschaftler Oskar W. Gabriel bezeichnet die kommunale Ebene in Demokratien wie Deutschland als \u201eArena b\u00fcrgerschaftlicher Beteiligung\u201c (Gabriel 2013: S. 381). Durch ihre Bindung an ihre Gemeinde als t\u00e4glichen Lebens- und Arbeitsraum von sich und ihren Familien, so Gabriel, setzen sich viele B\u00fcrger f\u00fcr die Gestaltung des Zusammenlebens an ihrem Wohnort ein \u2013 gesellschaftlich wie politisch (vgl. ebd.). Er schreibt dem b\u00fcrgerschaftlichen Engagement in diesem Gebiet politische Bedeutung zu, da er die Gemeinden \u201eals Tr\u00e4ger \u00f6ffentlicher Investitionen in die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur des Landes\u201c (ebd.) bezeichnet. Egal ob f\u00fcr den Bau von Schulen, f\u00fcr kulturelle Einrichtungen oder den Verlauf von Stra\u00dfenz\u00fcgen in der Stadt, die Gemeindeordnungen erlauben weit mehr politische Einflussm\u00f6glichkeiten als sie auf anderen politischen Ebenen m\u00f6glich sind. Zudem beschreibt er eine bessere Organisierbarkeit von gemeinschaftlichen politischen Aktivit\u00e4ten auf lokaler Ebene (vgl. ebd.).<\/p>\n<p>Ein weiterer Blick in die bisherige Forschung zum Zusammenhang zwischen sozialem und politischem Engagement f\u00fchrte zu den Thesen Adalbert Evers. Dieser erforschte an Beispielen aus der Praxis in Baden-W\u00fcrttemberg den Unterschied zwischen sozialem und politischem Engagement (Evers 2014: S. 5f.). Er unterscheidet zwischen \u201eMit-Reden\u201c im Gegensatz zum aktiven \u201eMit-Machen\u201c (vgl. ebd.). In seinem Text greift er nicht explizit den Unterschied zwischen sozialem und politischen Engagement auf, dennoch entspricht seine Umschreibung dem, was in diesem Text in soziales (\u201eMit-Machen\u201c) und politisches (\u201eMit-Reden\u201c) Engagement unterteilt wird. F\u00fcr ihn strebt \u201eMit-Machen\u201c nach einem Mehr an Gemeinsinn und hat einen inklusiven Charakter (vgl. ebd.). Er beschreibt, dass soziale Handlungen Menschen eher verbinden, als sie zu entzweien (vgl. ebd. S.6). Im Gegensatz dazu sieht er \u201eMit-Reden\u201c eher als Mittel um Machtk\u00e4mpfe zu f\u00fchren und bestehende Machtverteilungen und Hierarchien in Frage zu stellen und um Innovationen zu f\u00f6rdern. Diese beiden Zweige des Engagements sind f\u00fcr ihn auseinandergedriftet, da sie andere Zielsetzungen anstreben. Wo \u201eMit-Machen\u201c verbinden und bes\u00e4nftigen, zusammenf\u00fchren will, was sich fremd ist, da will \u201eMit-Reden\u201c etwas aufr\u00fctteln, neu strukturieren, zu Fall bringen oder verhindern. Er l\u00f6st diese Unterschiede auf, indem er mehr Vermittlung zwischen den beiden Pfeilern fordert. Evers strebt es an, neue Gemeinsamkeiten und geteilte Leitbilder f\u00fcr \u201eMit-Machen\u201c und \u201eMit-Reden\u201c zu finden, mit denen es m\u00f6glich ist, Konflikte, Siege und Verluste \u201eMit-Reden\u201c unter dem vers\u00f6hnenden Aspekt \u201eMit-Machen\u201c zu sehen. Dieser Beitrag interpretiert Adalbert Evers Perspektive als Argument f\u00fcr die schwierige Vereinbarkeit von sozialem (\u201eMit-Machen\u201c) und politischem (\u201eMit-Reden\u201c) Engagement. Er spricht \u00fcber andere Themenbereiche des zivilgesellschaftlichen Engagements, aber dennoch sind seine Thesen auf theoretischer Ebene hilfreich sie mit unserem vorliegenden Datenmaterial abzugleichen und damit zu best\u00e4tigen oder zu wiederlegen.<\/p>\n<p>Um nun zu pr\u00fcfen, ob die genannten theoretischen Annahmen auch auf unser Forschungsmaterial zutreffen, folgt eine Zusammenfassung der beiden theoretischen Bez\u00fcge. Nach Gabriel (2013: S. 381) hat b\u00fcrgerschaftliches Engagement &#8211; er macht keine Unterscheidung zwischen politischem und sozialem Engagement &#8211; im kommunalen Rahmen politische Relevanz. Denn auf Grund des gro\u00dfen Kompetenzspektrums der Kommune und der N\u00e4he des B\u00fcrgers zu den kommunalen Entscheidungsspielr\u00e4umen besitzt der B\u00fcrger weitreichende Einflussm\u00f6glichkeiten auf die Politik vor Ort. Laut Evers kann man Engagement in Beteiligung, also \u201eMit-Reden\u201c, in unseren Worten \u201epolitisches Engagement\u201c, und soziales Engagement \u201eMit-Machen\u201c unterscheiden. Diese blockieren sich insofern, als dass sie unterschiedliche Zielsetzungen haben. Soziales Engagement will verbinden, politisches Engagement will aufr\u00fctteln und erneuern. Diese beiden Formen von Engagement stehen sich behindernd gegen\u00fcber und daher muss mehr Vermittlung zwischen ihnen stattfinden.<\/p>\n<p><strong>3) Schl\u00fcsse aus der Forschung auf das vorliegende Datenmaterial<\/strong><\/p>\n<p>Bisher gibt es keine Literatur,die den Zusammenhang zwischen sozialem und politischen Engagement im Bereich der Gefl\u00fcchtetenarbeit explizit untersucht. Im Folgenden wollen wir vor allem die These von der Beteiligungsarena Kommunalpolitik verfolgen. Diese besagt, dass Kontaktaufnahme und vor allem regelm\u00e4\u00dfiger Austausch mit lokalen Politikern eine geringere H\u00fcrde darstellt, als es auf Landes- oder Bundesebene m\u00f6glich w\u00e4re. Ebenso sind weitere Formen der politischen Einflussnahme im Bereich der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten am einfachsten und zielf\u00fchrendsten in der eigenen Stadt umzusetzen. Protestaktionen, Unterschriftensammlungen, Demonstrationen oder Lobbyarbeit sind auf Grund der einfacheren Erreichbarkeit im Wohnumfeld am besten umsetzbar. F\u00fcr die Kommunalpolitik ist die Evers\u2018 Annahme der Diskrepanz zwischen sozialem und politischem Engagement wiederum mit Blick auf die ehrenamtliche T\u00e4tigkeit mit Gefl\u00fcchteten kritisch zu sehen. So ist das politische Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe zwar darauf ausgelegt, bestehende Herrschaftsstrukturen aufzubrechen und neue M\u00f6glichkeiten zu schaffen; gleichzeitig will dieses Engagement nicht Konfliktlinien sch\u00e4rfen, sondern zusammenf\u00fchren und Br\u00fccken bauen. Die Ziele sozialen Engagements und politischen Engagements sind also nicht so weit voneinander entfernt. Auch soziales Engagement ist in diesem Bereich schon, wie mit Verweis auf Karakayali und Kleist in der Einleitung benannt wurde, bestrebt bestehende Verh\u00e4ltnisse zu ver\u00e4ndern, die deutsche Gesellschaft gegen\u00fcber neuem zu \u00f6ffnen und dabei gesellschaftspolitischen Wandel zu erzielen. Zudem streben die meisten politisch Engagierten in diesem Bereich nicht nach der Ausweitung ihrer eignen Interessen, sondern haben es sich zum Ziel gesetzt, die Gesellschaft gegen\u00fcber anderen Menschen zu \u00f6ffnen und den Zugang f\u00fcr sie zu erleichtern. Um nun theoretische Annahmen anderer Studien und die eigenen \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, lohnt sich ein Blick in die vorliegenden Interviews.<\/p>\n<p><strong>4 Erkenntnisse zu Zusammenhang zwischen sozialem und politischem Engagement<\/strong><\/p>\n<p><strong>4 a) Wie entstanden die Daten? <\/strong><\/p>\n<p>Ein Einblick in die Entstehung des vorhandenen Datenmaterials ist hilfreich um sich dieser F\u00fclle an Fragen zu n\u00e4hern: Nachdem das Forschungsinteresse eingegrenzt war, erfolgte die Auswahl der Personen auf der Grundlage einer Online-Recherche und durch Mund-zu-Mund-Propaganda. So wurden Webseiten von Initiativen gesucht und gesichtet, welche in der Region ehrenamtlich in der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten t\u00e4tig sind. Dabei w\u00e4hlten wir Initiativen aus, die auf ihrer Webseite ein Hinweis auf politische Beteiligung am Diskurs zum Thema Gefl\u00fcchtetenhilfe in NRW lieferten.dann nahmen wir per Mail oder Telefon Kontakt mit dieser Gruppe auf und baten um ein Interview. Wenige Befragte wurden \u00fcber pers\u00f6nliche Kontakte oder durch den Austausch bei Veranstaltungen zum Thema Engagement in der Gefl\u00fcchtetenarbeit gefunden. Daraus entstand ein Pool von sechs Befragten, welche durch mindestens einen von zwei Interviewern, den Autoren dieses Artikels, befragt wurden. Dabei wurden neben gemeinsam im Projekt erforschten Fragestellungen, zum Beispiel zu Motiven des und Lernprozessen auch spezifische Fragen zur politischen Dimension des Engagements gestellt. Dazu z\u00e4hlt die Frage danach, in wie fern soziales zu politischem Engagement gef\u00fchrt hat, oder ob sich die politische Einstellung durch das Engagement ver\u00e4ndert hat. Des Weiteren wurde erfragt, welche Einfl\u00fcsse zu dem Engagement gef\u00fchrt haben und ob es Anfeindungen auf Grund des Engagements gegen\u00fcber der Einzelperson oder der Gruppe gibt. Zuletzt lie\u00df der Fragebogen den Interviewten die M\u00f6glichkeit politische Forderungen an kommunale Institutionen, das Land Nordrhein-Westfalen, die Bundesregierung oder an die Europ\u00e4ische Union zu erheben.<\/p>\n<p><strong>4b) Ein Blick in die Interviews: Ist das Soziale immer Politisch?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-115\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-300x188.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-768x480.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2-624x390.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-2.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus dem dadurch entstandenen Transkripten kristallisierten sich auff\u00e4llige Unterschiede zwischen und innerhalb der Interviews heraus, auf die in diesem Artikel eingegangen werden soll. Die Befragten schienen einerseits uneins in der Ausweisung ihres Engagements als politisch und andererseits in der Abgrenzung dessen vom sozialen Engagement. Sowohl aktiv, in ihrer Arbeit, als auch verbal, im Interview, fiel es ihnen teilweise schwer eine Abgrenzung zwischen sozialem und politischem Engagement zu machen. Eine Befragte \u00e4u\u00dferte auf die Frage danach wie soziales zu politischem Engagement f\u00fchrt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u2018\u2019[&#8230;]Ich suche mit Familien zusammen Wohnung oder \u00fcberlege welche Unterst\u00fctzungm\u00f6glichkeiten sie bekommen k\u00f6nnen. Also sprich, was m\u00fcssen die machen, um eine Ausbildung zu bekommen oder solche Dinge.\u00a0 Was brauchen sie, um ihr Kind Unterst\u00fctzung zu bekommen, Finanzielle usw. Wenn ich das mache, dann merke ich, wo M\u00f6glichkeiten und wo grenzen [sic] sind, weshalb ich dann zum politischem Hintergrund komme. Also f\u00fcr mich ist das [&#8230;] eine politische Ebene. Ich denke, dass das schon mit Politik zu tun hat, was ich hier mache. Wenn ich das mache dann lese ich auch, weil es mich interessiert, was der politische Hintergrund ist. Das ergibt sich einfach also was die Gesetze sind und was f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge getan wird.<\/em><em>\u2018\u2018 (Interview Bochum 08.10.2016: Engagierte in einer Fl\u00fcchtlingshilfe Organisation).<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es wird deutlich, dass diese Engagierte ihr Handeln als politisch wahrnimmt. Folgt man unserer in der Einleitung aufgestellten Definition von politischem Engagement, die davon ausgeht, dass Engagement politisch ist, wenn versucht wird auf verschiedenen Handlungsebenen Personal- oder Sachentscheidungen des politischen Systems zu beeinflussen oder direkt an ihnen mitzuwirken (vgl. Kaase 1997: S.167), so entspricht dies nicht der aufgestellten Auffassung von politischem Engagement. Die Befragte liest Gesetzestexte und informiert sich \u00fcber den politischen Hintergrund, wird aber nicht aktiv in einer politischen, \u00f6ffentlichen Arena. Ihre Handlung l\u00e4sst sich eher als politische Bildung verstehen, indem sie sich zu relevanten Themen informiert. Nichtsdestotrotz sieht sie es selbst schon als politische Handlung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Befragter \u00e4u\u00dfert sich wie folgt zum Zusammenhang zwischen politischem und sozialem Engagement:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201cAlso ich denke nicht, dass man voneinander trennen kann. Ich versuche konkret, was zu tun indem ich hier bin, die T\u00fcr aufmache, Kaffee koche und versuche den Menschen zuzuh\u00f6ren.\u00a0<\/em><em>[&#8230;] Ich bin einfach in der Meinung, dass man dadurch zu einem Wandel der Politik beitragen kann aber eben durch konkretes Engagement. Diese konkrete Hilfe, die wir hier bieten. [&#8230;]\u201d <\/em><em>(Interview Bochum 08.10.2016: Engagierte in einer Fl\u00fcchtlingshilfe Organisation)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Befragte \u00e4u\u00dfert sich zweideutig zu seinem Verst\u00e4ndnis von sozialem und politischem Engagement. Sein tats\u00e4chliches Engagement sieht er als \u201epraktisch\u201c, also nicht politisch an:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00a0\u201cWir wollen das ganz praktisch realisieren, auf politischer Ebene w\u00e4re sch\u00f6n aber es geht ganz um praktische Unterst\u00fctzung.\u201d <\/em><em>(Interview Bochum 30.10.2016: Engagierte in einer Fl\u00fcchtlingshilfe Organisation) <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auf die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis gesteht er:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00a0\u201cNat\u00fcrlich, unser soziales Engagement\u00a0 ist definitiv politisch,\u00a0 das ist so klar. Wir haben aber nie dar\u00fcber gesprochen, nie dar\u00fcber diskutiert, welche politischen Ziele wir haben.\u201d<\/em><em> (ebd.)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch sein Engagement im Fl\u00fcchtlingsrat NRW betitelt er nicht ausschlie\u00dflich als politisch:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201cWir arbeiten gar nicht direkt f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge sondern ist Fl\u00fcchtlingsrat eher eine Lobbyorganisation. In dem Rahmen moderiere ich Austauschtreffen zwischen Fl\u00fcchtlings- und Unterst\u00fctzungsgruppen. Ich biete mit einer Freundin zusammen Konfliktmanagement an f\u00fcr Gruppen, die in der Fl\u00fcchtlingshilfe <\/em><em>t\u00e4tig<\/em><em> sind.\u201d (ebd.)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Zusammenfassend kann man sagen, dass das Engagement des Befragten, Lobbyarbeit im Fl\u00fcchtlingsrat NRW, gut der hier gew\u00e4hlten Definition von politischem Engagement entspricht, er es aber nicht klar als solches definiert, beziehungsweise klar von seinem \u201cpraktischen\u201d Engagement im Begegnungscaf\u00e9 abgrenzt. Dies deutet auch auf eine Integration\u00a0 der beiden Engagementformen im Handeln und Selbstverst\u00e4ndnis der Engagierten hin.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu hat folgender Interviewte ein deutlich klareres Bild von der politischen Dimension seiner Arbeit. Die Person sieht klare Unterschiede:<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0\u201eB: [&#8230;] Ich bin nicht jemand der jetzt Fl\u00fcchtlingsarbeit in dem Sinne betreibt, dass ich so eine Patenschaft \u00fcbernommen hab, Leuten zu \u00c4mtern begleite. Dass ich mit denen Fu\u00dfball spiel&#8216;, dass ich so eine sozialarbeiterische Funktion \u00fcbernehme, oder eben in diesen ganzen Unterst\u00fctzungsnetzwerken aktiv bin und Kleider organisiere, Fahrr\u00e4der reparier, mit Kindern Sport mache oder sowas. Das mache ich nicht. Sondern ich agiere, oder der Kreis in dem ich mich bewege, hier agieren wir eher auf so einer Art politischen Ebene, sag ich mal.\u201c (Interview Bochum 19.08.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<p>Derselbe Befragte vertritt klar die Meinung, dass soziales Engagement dem politischen Engagement hinderlich gegen\u00fcbersteht (Interview Bochum 19.08.2016: Engagierter im Bereich politische Partizipation), wie es auch Evers (2014) beschreibt.<\/p>\n<blockquote><p>B: [\u2026] Und es gibt nat\u00fcrlich viele \u00dcberschneidungen. Also es gibt einen Arbeitskreis, in dem wir auch mitmachen, das ist ein Zusammenschluss von verschiedenen [Arbeits-] Kreisen, [\u2026] und die Arbeit in dem Kreis find ich auch schwierig, weil sich eben diese politische Ebene, also so eine Kampagne quasi Aktivit\u00e4ten, die politischen Druck machen, um die Situation von Fl\u00fcchtlingen zu verbessern mit so ganz alltagspraktischen, sozialarbeiterischen T\u00e4tigkeiten vermischen: Der braucht irgendwie eine Rechtsberatung, der braucht irgendwie eine Wohnung, und so geht es dann so um konkrete Einzelfallhilfe, zun\u00e4chst. Und das ist quasi so eine&#8230; das sind zwei unterschiedliche Ebenen, die sich gegenseitig richtig blockieren k\u00f6nnen. Das ist so schwierig.\u201c (Interview Bochum 19.08.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch eine weitere Interviewte zieht eine klare Trennung zwischen ihrer sozialen und politischen T\u00e4tigkeit:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e&#8230; sind relativ nah an den Leuten und dann kuckt man halt was man so auf einer politischen Ebene damit machen kann. Welche Forderungen kann man stellen? Wie kann man damit umgehen? Kann man offene Briefe stellen? Kann man einen klassischen Protest organisieren? Braucht man noch mehr Informationen? Das ist so ein bisschen so&#8230; handelt man dann aus je nachdem was das f\u00fcr ein Thema ist: K\u00f6nnen wir da was machen? K\u00f6nnen wir nichts machen? Bei ganz vielen kann man nat\u00fcrlich auch nichts machen, wenn die Gesetze so sind, dass man da keinen Handlungsspielraum gibt, dann kann man nur noch versuchen das zu ver\u00f6ffentlichen, oder so, \u201c (Interview Bochum 03.09.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das letzte Zitat verweist stark auf die Thesen Evers\u2018, welcher zwischen \u201eMit-Machen\u201c und \u201eMit-Reden\u201c einen Konfliktherd vermutete. So spricht der Befragte von einer blockierenden Wirkung des sozialen auf das politische Engagement.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[\u2026] Und haben festgestellt, dass viele, die aus dieser unmittelbaren Fl\u00fcchtlingsunterst\u00fctzung kommen ein gro\u00dfes soziales Engagement an den Tag legen, viele Ressourcen bereitstellen, aber sich sehr schwer damit tun sich politisch in diese ganze Auseinandersetzung mit einzumischen.\u201c (Interview Bochum 19.08.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<p>Am anderen Ende der Bandbreite der Interviewten stehen jene, die ihr soziales Engagement als soziales und teilweise auch als politisch auffassen. Bei ihnen wird deutlich, dass sie zwar keinen direkten Einfluss auf politische Sach- oder Personalfragen aus\u00fcben, dass ihr Engagement aber der politischen Bildung, und damit der Willensbildung dient.<\/p>\n<blockquote><p>\u201cMeine politische Einstellung hat sich eigentlich nicht ge\u00e4ndert. Sie ist nur noch vielleicht konkreter geworden, was die Ursachen von Flucht sind, warum die Menschen aus den L\u00e4ndern fl\u00fcchten.\u201d (Interview Bochum 08.10.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201e[&#8230;] Ich habe gelernt, dass man die Politiker manchmal nicht vertrauen darf. (&#8230;) Politikern reden heute so, wenn\u2019s ihnen n\u00fctzt und morgen so. Ich glaube, es gibt immer noch einen ganz tiefverwurzelten Rassismus bei der politischen Klasse.\u201d (Interview Bochum 30.10.2016: Engagierte\/r in einer Gefl\u00fcchtetenhilfe Organisation)<\/p><\/blockquote>\n<p>Durch diese Ausschnitte aus verschiedenen Interviews wird erstens deutlich: Die Engagierten selbst unterscheiden unterschiedlich stark zwischen sozialem und politischem Engagement. Legt man die von Max Kaase (1997: S. 167) gepr\u00e4gte Definition zugrunde, so sehen in unserer Stichprobe eher diejenigen eine Kluft zwischen sozialem und politischem Engagement, die verst\u00e4rkt auf konfliktive Taktiken der politischen Einflussnahme setzen (z.B. Proteste organisieren). Diejenigen, jedoch die kooperative Formen politischer Beteiligung pr\u00e4ferieren (z.B. Lobbyarbeit, Diskussion mit Beh\u00f6rden) sehen keine Trennung zwischen sozialem und politischem Engagement. F\u00fcr sie ist das Soziale auch politisch.<\/p>\n<p>Dabei erw\u00e4hnen alle den kommunalen Bezug ihrer Arbeit. Abgesehen vom Engagement im Fl\u00fcchtlingsrat NRW hat sich jeder der vorliegenden Engagierten auf ihren Wohnort als Ort ihres Engagements konzentriert.<\/p>\n<p><strong>5) Fazit: Das Soziale wird politischer, das Politische aber selten sozialer<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-117\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3-624x416.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-3.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Abschnitt besch\u00e4ftigte sich mit der Frage des Verh\u00e4ltnisses von sozialem ud politischen Engagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe. Insgesamt zieht dieser Beitrag folgende Schl\u00fcsse: So kann man in Bezug auf die Frage nach einer klaren Abgrenzung des sozialen vom politischen Engagement sagen, dass diese durch die Befragten unterschiedlich deutlich zum Vorschein kommt. So reichte hier das Spektrum von klarer Vereinbarkeit des sozialen mit dem politischen bis hin zu Blockade dieser beiden Engagementvarianten. Dabei sehen Personen, die klassische politische Partizipationsformen aus\u00fcben eine st\u00e4rkere Dispkrepanz zwischen den Engagementformen, als Personen, deren Handeln von au\u00dfen eher als soziales Handeln und Hilfeleistung bezeichnet werden k\u00f6nnte. Mit anderen Worten: das soziale scheint politischer zu werden, \u201cMit-Machen\u201d ist immer h\u00e4ufiger auch \u201cMit-Reden-Wollen\u201d, wohingegen das Politische nicht sozialer wird.<\/p>\n<p>\u00dcber die Hintergr\u00fcnde lassen sich nur Vermutungen anstellen. Zuk\u00fcnftige Forschung zu dem\u00a0 Thema sollte einen st\u00e4rkeren Fokus darauf legen, welche Definition die Befragten selbst f\u00fcr \u201cpolitisches Engagement\u201d anlegen. Dies k\u00f6nnte durch eine Frage im pers\u00f6nlichen Interview geschehen, oder durch Abfrage der in diesem Artikel verwendeten Definition. Empirisch ersichtlich wurde der kommunale und regionale Charakter des Engagements. Die Befragten richteten zwar auch Forderungen auf Landes-, nationaler und europ\u00e4ischer Ebene an die Politik, ihr tats\u00e4chliches Engagement besch\u00e4ftigte sich jedoch mit den Verh\u00e4ltnissen an ihrem Wohnort in und um die Ruhrregion (eine Befragte kam aus einer Stadt die nicht direkt im Ruhrgebiet, sondern in der N\u00e4he liegt). Das legt die Vermutung nahe das die Verbindung von Sozialem und Politischem vor allem auf lokaler Ebene gut gelingt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend soll die Frage gestellt werden, welche Schl\u00fcsse man aus diesen Erkenntnissen f\u00fcr die Engagierten und die Forschung ziehen kann. Engagierte, die bewusst eine politische Dimension in ihrem Engagement sehen, k\u00f6nnen sich durch diesen Beitrag angehalten sehen, diese Dimension reflexiv zu hinterfragen: Ist das was ich mache eine politische Handlung? Habe ich \u00fcber die konkrete Hilfe hinaus einen Einfluss auf politische Strukturen? Dadurch soll der oder die Einzelne\/n ergr\u00fcnden und interpretieren in wie weit ihr Engagement \u00fcber die soziale Ebene hinaus Wirkung hat. Aus unserer Sicht ist ein\u00a0 rein soziales Engagement, eine Unterst\u00fctzung der Gefl\u00fcchteten in ihrem t\u00e4glichen Leben, ihrer Suche nach einem Job oder einer Wohnung hilfreich und setzt auch ein gesellschaftspolitisches Zeichen \u2013 wie viele Engagierte es laut Karakayali und Kleist schon angestrebt haben. Dennoch unterst\u00fctzt dieses Engagement allein m\u00f6glicherweise eher die bestehenden Strukturen. Ein aktives Einmischen in politische Verh\u00e4ltnisse ist neben der sozialen T\u00e4tigkeit also ratsam, um die Ver\u00e4nderungen, welche viele Engagierte als ihr Motiv sehen, zu erzielen. Kurzum: Nicht jedes soziale Engagement ist politisch. Viele sozial Engagierte streben aber nach politischem Einfluss durch ihr \u201eMit-Machen\u201c.\u00a0 Viel soziales Engagement kann jedoch als politisch Engagierten als Argument dienen, Einfluss in der politischen Arena zu erlangen und eine inklusivere, offene Gesellschaft und Politik einzufordern, welches durch sozial Engagierte vorgelebt wird.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Cornelia Bauer<\/h3>\n<p><strong>Quellen: <\/strong><\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 19.08.2016<\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 22.08.2016<\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 03.09.2016<\/p>\n<p>Gabriel, Oskar W. (2013): Politische Partizipation. In: Van Deth, Jan, Tausendpfund, Markus (Hrsg.): Politik im Kontext: Ist alle Politik lokale Politik- Individuelle und kontextuelle Determinanten politischer Orientierungen. Springer VS. S. 381-411.<\/p>\n<p>Kaase, Max. (1997). Vergleichende Politische Partizipationsforschung. In Berg-Schlosser, D.; M\u00fcller-Rommel, F. (Hrsg.): Vergleichende Politikwissenschaft. Opladen: Leske + Budrich 1997, S. 159-174.<\/p>\n<p>Karakayali, Serhat; Kleist, Olaf (2015): EFA-Studie. Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Fl\u00fcchtlingsarbeit (EFA) in Deutschland. 1. Forschungsbericht Ergebnisse einer explorativen Umfrage von November\/Dezember 2014. Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a id=\"Teil 2\"><\/a>Grenz\u00fcbergreifendes Engagement- Engagierte Helfer gegen staatliche Beschr\u00e4nkungen <\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn der globalisierten Welt sind die lokalen Engagementformen mittlerweile in starkem Ma\u00dfe auch transnational und international gepr\u00e4gt und motiviert. Diesen faktischen Einfluss der Globalisierung gilt es mittels Fachinformationen, Engagementangeboten und Wissensaustausch sichtbar zu machen und in geeigneter Weise zu unterst\u00fctzen.\u201c (Scheunemann 2015:1) Auf der lokalen Ebene begonnenes Engagement wandelte sich auf internationaler Ebene. Bei der Wandlung dieses Engagements spielte Globalisierung\/ Modernisierung eine wichtige Rolle. Denn n\u00fctzliche Informationen, die Gefl\u00fcchteten lokal Vorteile bringen, k\u00f6nnen durch das Internet oder Mobilfunknetz sehr schnell in andere St\u00e4dte oder L\u00e4nder lebende Engagierte verteilt werden. Also verkn\u00fcpften die Engagierten transnationalen Kontakte mit anderen Engagierten und sie sind \u00fcber globale Netzwerke eingebunden. In dem ersten Teil des Beitrags haben wir versucht, diese transnationalen Verbindungen der Engagierten aufzuzeigen und die Motive der Engagierten zu verdeutlichen. In dem zweiten Teil des Beitrags haben wir versucht, die internationalen Herausforderungen darzustellen und m\u00f6gliche L\u00f6sungen dieser Herausforderungen sehen zu lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-177 alignright\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-4-300x236.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"236\" \/><\/a><\/p>\n<p>In diesem Beitrag haben wir untersucht, inwiefern die Engagierten in lokalen und internationalen Organisationen\/Vereinen sich als Teil der globalen Bewegung verstehen. Zudem haben wir gezielt, Erwartungen der Engagierten an die europ\u00e4ische und globale Politik zu formulieren, Empfehlungen der Engagierten herauszustellen, um die Situation der Gefl\u00fcchteten zu verbessern. In der deutschsprachigen Literatur befinden sich wenige Quellen, in denen die lokalen Engagementformen als Teil der globalen Bewegung untersucht werden. Diese Studie stellt unseren Beitrag zur Unterst\u00fctzung dieser Untersuchungsrichtung dar.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag beruht auf qualitative Interviews, die wir mit ehrenamtlichen Helfern durchgef\u00fchrt haben. Die Engagierten, mit denen wir Interviews durchgef\u00fchrt haben, wirken in verschiedenen Organisationen\/ Vereinen. Einerseits sind diese Organisationen\/ Vereinen auf nationaler Ebene aktiv beispielweise Fl\u00fcchtlingsrat NRW, Alsenwohnzimmer Bochum oder Treffpunkt Asyl. Andererseits sind sie selber Teil grenz\u00fcbergreifender Netzwerke. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Amnesty International, und die Caritas.<\/p>\n<p><strong>Freiwilliges Engagement als Teil einer globalen Bewegung<\/strong><\/p>\n<p>In Anlehnung an (Tarrow 2001: 1f) werden als globale Bewegung \u201eNetzwerke von Gruppen und Organisationen verstanden, die aus verschiedenen L\u00e4ndern stammen.\u201c Diese Netzwerke bestehen aus vielen Organisationen wie beispielweise Organisationen, die in der Fl\u00fcchtlingsarbeit t\u00e4tig sind. Zum Bespiel, die globale Netzwerke Amnesty International und die Caritas sind seit Jahren im dem Bereich Fl\u00fcchtlingshilfe aktiv.<\/p>\n<p>Da wir in diesem Beitrag die Engagierten untersuchen, die sowohl an obengenannten internationalen Organisationen als auch in lokalen Organisationen t\u00e4tig sind, konzentrieren wir uns nun auf Engagierte. Die Engagierten dr\u00fccken zwei Meinungen aus, zu verdeutlichen, was sie aus ihrem Engagement verstehen.<\/p>\n<p>Manche Engagierte sehen ihr Engagement als Teil einer globalen Bewegung an. Diese Engagierten haben grenz\u00fcbergreifende Kontakte mit Engagierten, die in anderen L\u00e4ndern leben. Diese Kontakte werden sowohl in organisierter Struktur als auch in nicht organisierter Struktur verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Manche Engagierte sprechen \u00fcber ihr Engagement nicht als Teil der globalen Bewegung. Da dies f\u00fcr die Engagierten unwichtig sind. Diese Engagierten erz\u00e4hlen von humanit\u00e4ren Motiven \u201eEmpathie und Hilfsbereitschaft\u201c als Grund ihres Engagements.<\/p>\n<p><strong>Transnationale Vernetzung<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben auch festgestellt, dass einige Engagierte sich bem\u00fchen, die Gefl\u00fcchtete zu unterst\u00fctzen, die momentan in Deutschland leben. Dennoch haben die ehrenamtlichen Helfer auch Kontakte zu gefl\u00fcchteten Menschen und Engagierten, die in anderen L\u00e4ndern leben. Diese Kontakte bezeichnen wir als transnationale Kontakte.<\/p>\n<p>Die transnationalen Kontakte zwischen den Engagierten werden in zwei verschiedenen Formen gebildet. Zum einen verkn\u00fcpft der Engagierte Kontakte in organisierter Struktur. Hier geht es um einen formellen organisierten Kontakt. Wie beispielweise in diesem Engagement:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir hatten einen Fall, den wir lange betreut haben, der nach Belgien abgeschoben werden sollte, dann hatten wir Kontakte dahin gekn\u00fcpft. Auch viele Leute, die nach Italien und Spanien abgeschoben werden sollten. Wir haben auch ein paar Leute, die beispielweise in Marokko, zumindest zeitweise dort waren. Und dort auch irgendwie in Strukturen eingebunden sind. Also da ist es irgendwie eindeutig eine globale Bewegung\u201c (Interview Bochum 22.08.2016: Engagierter in einer internationalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum anderen wird der grenz\u00fcbergreifende Kontakt manchmal in nicht organisierter Struktur verkn\u00fcpft. Der Engagierte bildet dann informelle Kontakte zu Leuten aus anderen L\u00e4ndern. Wie bespielweise in diesem Engagement:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch denke, dass was wir hier machen, ist es schon Teil einer globalen Bewegung. Wir haben auch informelle Kontakte zu Leuten z.B. in Griechenland, in der T\u00fcrkei, in Tschechien aber es ist keine organisierte globale Bewegung, also es ist kein Zusammenschluss sondern wir haben Kontakte zwangsl\u00e4ufig zu den Leuten, die sich in diesem Bereich engagieren\u201c (Interview Bochum 30.10.2016: Engagierter in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Globales Framing<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-176\" src=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-300x157.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"157\" srcset=\"https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-300x157.jpg 300w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-768x401.jpg 768w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-1024x535.jpg 1024w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5-624x326.jpg 624w, https:\/\/engagementforschung.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bild-5.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In unserer Stichprobe ist uns aufgefallen, dass eine Engagierte, die selbst eine Migrationsgeschichte hatte, nennt eher globale humanit\u00e4re Motive als Grund ihres Engagements. Diese humanit\u00e4ren Motive der Engagierten waren Empathie und Hilfsbereitschaft. Engagierte hatte eine Kriegsgeschichte hinter sich, deswegen konnte sie besser verstehen, was die Gefl\u00fcchteten in Kriegsgebieten erlebt haben und welcher psychischen Belastung die Gefl\u00fcchteten bei der Flucht ausgesetzt waren. Diese humanit\u00e4ren Motive werden in einem Interview so erkl\u00e4rt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAlso ich sehe das einfach als Notwendigkeit an, das aus der gesellschaftlichen Situation entstanden ist. Durch diese Situation der Fl\u00fcchtlingen, die keine andere Wahl haben. Aus einem Land, wo Krieg herrscht oder soziale Not ist, demzufolge muss man \u00fcberlegen, was man f\u00fcr diese Fl\u00fcchtlingen tun kann. Das ist f\u00fcr mich okay, deswegen wei\u00df ich nicht, ob ich es als nationale oder globale Bewegung sehe. Ich sehe es als Notwendigkeit an. [&#8230;] Also bin ich zwar nicht aus Ausland aber ich komme aus der ehemaligen DDR. Ich bin als Kind in einem anderen Land aufgewachsen. [&#8230;]. Ich kann mich zumindest bisschen in die Situation fortsetzen, wie das ist, woanders hinkommt, wo erst mal gefragt wird, woher du kommst aus der DDR. Ich bin fr\u00fcher sehr viel gefragt worden und mir ist ab und zu Vorurteile entgegen gebracht worden. Die Leute wussten auch schon, wie das im Land war. Sie haben diese Situation nicht gefragt. Menschen kommen woanders hin und Hilfe brauchen und sich freuen, wenn sie Unterst\u00fctzung bekommen, das kenne ich. Ich komme aus einem Land, wo Krieg geherrscht hat oder soziale Not (Interview Bochum 08.10.2016: Engagierte in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p><\/blockquote>\n<p>Empathie und Hilfsbereitschaft rechtfertigen nicht, dass ein Engagement als globales Engagement annimmt, weil Empathie und Hilfsbereitschaft sich in allen Engagementformen als Motive befinden. Wir gehen hier davon aus, dass die grenz\u00fcbergreifende Bewegung der Engagierten ein internationales Ph\u00e4nomen ist und dies das Hauptmotiv des Engagements bildet. In dieser Hinsicht nehmen wir an, dass das Engagement der Engagierten aus globalen Motiven heraus entstanden ist.<\/p>\n<p><strong>Erwartungen der Engagierten an die europ\u00e4ische und globale Politik<\/strong><\/p>\n<p>Die Engagierten sind in ihrem Helferalltag mit vielen Herausforderungen konfrontiert, um die Problemen der Gefl\u00fcchteten zu l\u00f6sen. Ehrenamtliche Helfer erwarten neue Verordnungen aus europ\u00e4ischen und globalen Organisationen. In diesem Beitrag verdeutlichen wir diese Erwartungen der Engagierten an die europ\u00e4ische und globale Politik. Diese Erwartungen sind Neuregulierung des EU Rechts, EU Staatsb\u00fcrgerschaft, Abschaffung von Grenzen und Sicherung der Fluchtwege und Politische Einflussnahme auf die Krisenl\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>Neuregulierung des EU Rechts<\/strong><\/p>\n<p>Die Engagierten kriegen gegen manche Verordnungen, um ein Bleiberecht f\u00fcr alle Gefl\u00fcchteten zu erreichen, die mit europ\u00e4ischem Recht in Verbindung stehen. Dazu z\u00e4hlt insbesondere das sog. Dublin Verfahren (Dublin Verfahren 3).<\/p>\n<p>Deutschland setzt das sogenannte Dublin-Verfahren nicht mehr aus. Die Abschaffung des Verfahrens war das wichtigste Ziel der Engagierten auf europ\u00e4ischer Ebene. Die Engagierten, mit denen wir Interviews gemacht haben, erz\u00e4hlten, wie sie gegen das sogenannte Dublin-Verfahren gekriegt haben, damit die Fl\u00fcchtlingen in Deutschland Aufenthaltserlaubnis erhalten. Aus diesem Grund wollen wir das sogenannte Dublin-Verfahren betrachten.<\/p>\n<p>\u201eDas Dublin-Verfahren ist ein Element des sogenannten Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems. Es ist der Teil des Asylverfahrens, in dem gepr\u00fcft wird, welcher europ\u00e4ische Staat f\u00fcr einen Asylantrag zust\u00e4ndig ist. Bei einem Asylantrag handelt es sich im europ\u00e4ischen Kontext um einen Antrag auf \u00bbinternationalen Schutz\u00ab, der sowohl den Fl\u00fcchtlingsschutz als auch den subsidi\u00e4ren Schutz umfasst. Das Dublin-Verfahren wird aktuell durch die europ\u00e4ische \u00bbDublin-III-Verordnung\u00ab (EU-Verordnung Nr. 640\/2013 vom 26. Juni 2013) geregelt, die das fr\u00fchere Dubliner \u00dcbereinkommen und die Dublin-II-Verordnung ersetzt. Neben den 28 Staaten der Europ\u00e4ischen Union wenden die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island die Verordnung an. Insgesamt gibt es also 32 \u00bbDublin-Staaten\u00ab. Geregelt ist allein die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das jeweilige Verfahren und nicht, ob oder wie Asylsuchende innerhalb Europas \u00bbverteilt\u00ab werden sollen\u201c (Informationsverbund Asyl &amp; Migration 2015).<\/p>\n<p>\u201eDie Dublin-III-Verordnung soll sicherstellen, dass jeder Antrag auf internationalen Schutz im Gebiet der Dublin-Staaten gepr\u00fcft wird. Dabei soll die Pr\u00fcfung immer nur durch einen Staat erfolgen. Die Verordnung enth\u00e4lt die Kriterien, nach denen der zust\u00e4ndige Staat bestimmt wird. Asylsuchende sollen sich grunds\u00e4tzlich in dem f\u00fcr sie zust\u00e4ndigen Staat aufhalten und k\u00f6nnen auch dorthin abgeschoben werden, wenn sie ihn verlassen haben. Eine solche Abschiebung in einen anderen europ\u00e4ischen Staat wird als \u00bb\u00dcberstellung\u00ab bezeichnet, um sie von der Abschiebung in das Herkunftsland abzugrenzen\u201c (Informationsverbund Asyl &amp; Migration 2015). Aufgrund dieser Anordnung kriegten die Engagierten gegen das Dublin Verfahren, weil im Rahmen dessen die EU-L\u00e4nder das Recht hatten, die Asylsuchenden zur\u00fcckzuschicken, \u00fcber die sie in die Europ\u00e4ische Union eingereist sind. Deshalb forderten ehrenamtlichen Helfer entweder die Abschaffung oder Reformierung des Dublin Verfahrens 3.<\/p>\n<p>Ein Engagierter, der vor allem gegen das Dublin Verfahren k\u00e4mpfte, kritisierte das Dublin Verfahren. Diese Kritik wird in unserem Interview so zum Ausdruck gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDublin, ja, grob gesagt, bedeutet das, dass ein Fl\u00fcchtling, also, wenn er nach<br \/>\nEuropa einreist, in dem Land bleiben muss, wo er zuerst europ\u00e4ischen Boden<br \/>\nbetreten hat. Und das ist in vielen F\u00e4llen so, also es war so wirklichkeitsfremd, dass selbst die Bundesregierung gesagt, also oder das BAMF, also das Bundesamt f\u00fcr Migration, gesagt hat, dass das Dublin-System einfach nicht mehr funktioniert und wenigstens,&#8230; ja also mindestens zwei, drei Monate gar nicht, also jetzt nachtr\u00e4glich sogar offiziell nicht zur Anwendung gekommen ist, wurde ja grad beschlossen, dass die Leute aus der Zeit nicht, &#8230; also, dass die Dublin-Verfahren aus der Zeit nicht durchgef\u00fchrt werden. Ja, in diesem Fall haben wir halt\u2026war eine unserer Forderungen Abschaffung, oder von mir aus Reformierung des Dublin-Systems, dass wir daf\u00fcr sorgen, dass jedenfalls Menschen, die aus gutem Grund nach Deutschland gekommen sind, weil sie zum Beispiel schon Angeh\u00f6rige hier haben oder weil sie die deutsche Sprache schon k\u00f6nnen oder weil es letztendlich halt einfach Menschen sind und nicht irgendwelche St\u00fcck G\u00fcter, die man irgendwo hinschieben kann. Das war eine unserer zentralen Forderungen vorerst, w\u00e4hrend wir zu Dublin gearbeitet haben\u201c (Interview Bochum 22.08.2016: Engagierter in einer internationalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>EU Staatsb\u00fcrgerschaft<\/strong><\/p>\n<p>Ein EU-Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr alle Gefl\u00fcchteten, das auf europ\u00e4ischer Ebene geregelt wird. Das ist der Forderung der Engagierten. Um ein solches EU Staatsb\u00fcrgerschaf zu verwirklichen, ben\u00f6tigen wir eine Zusammenarbeit auf europ\u00e4ischer Ebene. Diese Zusammenarbeit soll aber nicht nur auf europ\u00e4ischer Ebene begrenzt werden sondern wir brauchen wir eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, weil das allgemeine-Staatsb\u00fcrgerschaf nicht nur in Europa sondern in allen L\u00e4ndern durchgesetzt werden soll, um die Probleme der Gefl\u00fcchteten auf globaler Ebene zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ein freiwilliger Helfer beantragt eine europ\u00e4ische Staatsb\u00fcrgerschaft. Mit der EU Staatsb\u00fcrgerschaft fordert der ehrenamtliche Helfer in ganz Europa geltende Regeln f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten, damit die L\u00e4nder selbst keine beschr\u00e4nkenden Ma\u00dfnahmen gegen die Gefl\u00fcchteten ergreifen. Diese Anforderung des Engagierten ist eine L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit, um ein allgemeines B\u00fcrgerrecht f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten in der EU zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Diese Forderung wird in dem Interview so zum Ausdruck gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine europ\u00e4ische Staatsb\u00fcrgerschaft, die EU-weit geregelt werden muss und nicht die L\u00e4nder alleine f\u00fcr sich damit dieses Problem der Migration und Zuwanderung auf europ\u00e4ischer Ebene gel\u00f6st wird. Es ist nicht funktioniert, dass diese L\u00e4nder alle gegeneinander arbeiten und es keine gemeinsame Strategie\u00a0 gibt, au\u00dfer der Abschottung\u201c (Interview Bochum 19.08.2016: Engagierter in einer internationalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation). Ein Beitrag von Taner G\u00fclenc<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Abschaffung von Grenzen und Sicherung der Fluchtwege<\/strong><\/p>\n<p>Ein Engagierter, der vor allem f\u00fcr das Bleiberecht der von Gefl\u00fcchteten k\u00e4mpfte, forderte die Erleichterung der Zuwanderung der Gefl\u00fcchteten nach Europa. Der Engagierte sieht die Grenzen und nationale Staaten als Behinderung f\u00fcr die Einreise der Gefl\u00fcchteten nach Europa. Aus diesem Grund positionierte er sich gegen die Grenzen und nationale Staaten. (Interview Bochum 30.10.2016: Engagierter in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation). Dabei wird auch erw\u00e4hnte, dass, nicht nur Gefl\u00fcchtete aus Syrien, sondern alle Gefl\u00fcchteten bespielweise Roma Familien aus Serbien sollten die M\u00f6glichkeit haben, ein Bleiberecht zu erhalten. (Interview Bochum 30.10.2016: Engagierter in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p>\n<p>Eine Engagierte w\u00fcnschte sich zudem \u201e[&#8230;] Legale Fluchtwege damit die Menschen im Mittelmeer nicht ertrinken [&#8230;]\u201c (Interview Bochum 03.09.2016: Engagierte in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation) Diese Forderung der ehrenamtlichen Helfer war eine Reaktion gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingskatastrophen im Mittelmeer, wie beispielweise im April 2015 \u201eIm April 2015 ereignete sich die bisher schwerste Katastrophe Gefl\u00fcchteter im Mittelmeer der letzten Jahre. Vor der Libyschen K\u00fcste ertranken 900 Menschen\u201c (Diallo et al. 2015).<\/p>\n<p><strong>Politische Einflussnahme auf die Krisenl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p>Eine Engagierte kritisierte die Waffenlieferung der europ\u00e4ischen L\u00e4nder in Kriegsgebiet. Zudem ging es hier um die Entwicklung der Demokratie in diesen L\u00e4ndern. Diese Betonung wird in dem Interview so ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[&#8230;] Auf der anderen Seite liefern dahin Waffen. Das passt f\u00fcr mich nicht. Das sind Ziele f\u00fcr mich, dass man zuerst die Waffenlieferung anguckt und zum anderen, die Demokratie in den L\u00e4ndern f\u00f6rdert, dann die Menschen lernen k\u00f6nnen, wie die Demokratie geht\u201c (Interview Bochum 08.10.2016: Engagierte in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation).<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Engagierte w\u00fcnschte sich zudem \u201efinanzielle und weitere Hilfen\u201c f\u00fcr Fl\u00fcchtlingscamps in Kriegs- und Nachbarl\u00e4ndern (Interview Bochum 03.09.2016: Engagierte in einer lokalen Fl\u00fcchtlingshilfeorganisation), um die Bedingungen vor Ort zu verbessern und Fluchtursachen zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Engagierten haben verschiedenen Blickwinkel, zu verdeutlichen, wie sie ihr Engagement ansehen. Manche Engagierte verstehen, dass ihr Engagement als Teil der globalen Bewegung ist. Andere Engagierte nennen humanit\u00e4re Motive als Grund ihres Engagements.<\/p>\n<p>Die Engagierten, die sich ihr Engagement als Teil der globalen Bewegung verstehen, betreuen bespielweise eine Familie, die sich in anderem Land befindet. Dies m\u00f6glich wie bespielweise nach der Abschiebung der Familie aus Deutschland. In dieser Hinsicht versuchen die Engagierten Kontakte mit Engagierten in diesem Land zu verkn\u00fcpfen, um die Probleme der Gefl\u00fcchteten zu l\u00f6sen. Aufgrund dieser transnationalen Kontakte gehen die Gefl\u00fcchteten davon aus, dass Ihr Engagement als Teil der globalen Bewegung ist. Diese transnationalen Kontakte werden manchmal in nicht organisierte Strukturen verkn\u00fcpft. Diese Kontakte nehmen wir als informelle Kontakte an. Aber manchmal verbinden die Engagierten \u00fcber internationale Organisationen beispielsweise Amnesty International, und die Caritas. Diese Kontakte sehen wir als formelle Kontakte an.<\/p>\n<p>Andere Engagierte \u00fcberlegen, was sie f\u00fcr Gefl\u00fcchteten tun k\u00f6nnen, um die kritische Situation der Gefl\u00fcchteten in der Gesellschafft zu verbessern. Bei diesem Engagement spielen humanit\u00e4re Motiven wie die Empathie und Hilfsbereitschaft eher gro\u00dfe Rolle. Diese Motive helfen einem globalen Engagement, wenn sie mit globalen Ph\u00e4nomenen bespielweise eine grenz\u00fcbergreifende Bewegung eingebunden sind.<\/p>\n<p>Die Engagierten haben allerdings alle die gleichen Erwartungen an die internationale (europ\u00e4ische) Politik. Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer dient der Unterst\u00fctzung auf lokaler Ebene. Zudem versuchen die Engagierten in organisierte Strukturen die internationalen (europ\u00e4ischen) Gesetze mitzugestalten, um die Situation der Gefl\u00fcchteten auf lokaler und internationaler Ebene zu verbessern. In diesem Fall k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass ein auf lokaler Ebene begonnenes Engagement auch auf eine internationale Dimension heranwachsen kann. Unter diesem Aspekt k\u00f6nnen wir dieses Engagement als Teil einer globalen Bewegung sehen.<\/p>\n<p>Die Empfehlungen der Engagierten \u201eAbschaffung von Grenzen und Sicherung der Fluchtwege, Politische Einflussnahme auf die Krisenl\u00e4nder\u201c zeigen uns, dass die ehrenamtliche Helfer, beziehungswiese ein Teil der deutschen Bev\u00f6lkerung empfindlich sind, nicht in Deutschland lebende hilfsbed\u00fcrftige Menschen zu unterst\u00fctzen. Diese Hilfsbereitschaft des einen Bev\u00f6lkerungsteils erleichtert die Entstehung eines transnationalen gepr\u00e4gten Engagements auf deutscher Ebene.<\/p>\n<h3>Ein Beitrag von Taner G\u00fclenc<\/h3>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Andretta, Massimiliano \/ Della Porta, Donatella\/ Mosca, Lorenzo \/ Reiter, Herbert (2003): <em>No Global \u2212 New Global. Identit\u00e4t und Strategien der Antiglobalisierungsbewegung<\/em>. Frankfurt am Main: Campus. S, 24f.<\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 19.08.2016<\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 22.08.2016<\/p>\n<p>Bauer, Cornelia (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 03.09.2016<\/p>\n<p>Diallo, Abdou Rahime, Paul Dziedzic und Katja Supyan (2015): <em>1. Sitzung der Unterarbeitsgruppe 9 \u201e Internationale Engagement \u201c, <\/em>BBE-Bundesnetzwerk B\u00fcrgerschaftliches Engagement, 13, Aufl., S.1.<\/p>\n<p>G\u00fclenc, Taner (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Duisburg, 27.09.2016.<\/p>\n<p>G\u00fclenc, Taner (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 08.10.2016<\/p>\n<p>G\u00fclenc, Taner (2016): Pers\u00f6nliches Interview, gef\u00fchrt vom Verfasser. Bochum, 30.10.2016<\/p>\n<p>Informationsverbund Asyl &amp; Migration (2015<em>): Das \u00bbDublin-Verfahren\u00ab Hintergrund, Ablauf, Fallbeispiele, weiterf\u00fchrende Informationen<\/em>, [online] http:\/\/www.asylumineurope.org\/sites\/default\/files\/resources\/basisinf_2_dublin_fin.pdf [24.01.2017]<\/p>\n<p>Scheunemann, Petra (2015):<em> International engagiert im Kontext des BBE: Woche des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements, UAG \u201e internationales Engagement\u201c, Engagement von und f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge,<\/em> BBE-Bundesnetzwerk B\u00fcrgerschaftliches Engagement, 21.Aufl., S.1.<\/p>\n<p>Tarrow, Sidney (2001): <em>Transnational Politics, in: Annual Review of Political Science, 4, S. 1\u201320.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausgangspunkt unseres Interesses am Thema \u201eEngagement in der Gefl\u00fcchtetenhilfe\u201c lag urspr\u00fcnglich darin, Menschen zu untersuchen, die sich f\u00fcr die politische Partizipation von Gefl\u00fcchteten engagieren. 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